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BLOG vom 30.11.2006


Reaktionen auf Blogs (49): Eindrücke verarbeiten und leben
Präsentation der Leserpost: Walter Hess, Biberstein CH
 
„Wer nur Eindrücke empfangen hat, ohne sie zu verarbeiten, hat nicht gelebt“, hat der Dichter Alexandre Vinet festgestellt. Ich teile seine Auffassung vollauf. Das ist auch nach Reisen so, die ich immer sorgfältig vorbereite, indem ich mir möglichst viel Wissen über das ins Visier genommene Gebiet aneigne. Dennoch sehe ich an Ort und Stelle dann vieles, das ich nicht verstehen kann. Und erst bei der Nachbearbeitung, die manchmal so interessant wie das Reisen selber ist, wird mir manches verständlich; ich sehe plötzlich neue Zusammenhänge. Das Erleben ist erst dann komplett, wenn mir die geologischen, ökologischen, historischen, kunstgeschichtlichen, volkskundlichen, architektonischen Eigenarten sowie das aktuelle Umfeld und damit ihre Unverwechselbarkeit bewusst geworden sind. Das lässt sich sinngemäss auf alle anderen Eindrücke übertragen, auch auf jene, bei denen Menschen eine Rolle spielen. Auch ihr Verhalten versteht man besser, wenn man ihre Begleitumstände kennt. Wenn man das betreffende Umfeld und die einwirkenden Faktoren zu ergründen versucht, gelangt man zu neuen Erkenntnissen, und das Leben wird interessanter, spannender. Man lebt.
 
Lichter, die erst spät aufgehen
Wenn sich die Blogatelier-Leserinnen und -Leser an diesem Prozess beteiligen, bringen sie eine zusätzliche Dimension ein, und wir freuen uns darüber in jedem Fall. So hat mir Rita Lorenzetti in Zürich (E-Mail: rita@lorenzetti.ch) aufgrund meines Berichts über den Gletschergarten in Luzern („Gletscher-Exkursion 4: Garnierte Gletschertöpfe in Luzern“ vom 11.11.2006) geschrieben:
 
„Da ich diese Exkursion vor ein paar Wochen auch gemacht habe, freute mich Deine Beschreibung ganz besonders. Sie ist träf (Helvetismus für treffend) und facettenreich wie die Anschauungen im Spiegelsaal.
 
Und auch mir sind diesmal viele Lichter aufgegangen, als ich im Gletschergarten weilte. Als Kind waren wir einfach noch nicht offen genug für die grossen Zusammenhänge. Und doch finde ich, ist es wichtig, wenn wir die Kinder von heute dorthin führen. Das Greifbare ist dann später die Grundlage für die Vorstellungskraft.“
 
Die Feststellungen in dieser Zuschrift bestätigen meine Auffassung zur Notwendigkeit der Nachbearbeitung und erweitern meine Gedanken sogar: Das Verständnis ist oft erst dann möglich, wenn der individuelle Reifegrad vorhanden ist, und das dauert oft seine Zeit, manchmal bis hinein in die Tage des Altseins.
 
Spiegel-Klone
Heinz Scholz (E-Mail: heinz-scholz@online.de) wurde durch den Bericht über die Vervielfachung des Besuchers im Spiegelsaal beim Gletschergarten zu weiterführenden Gedanken angeregt:
 
„Man könnte sich nach dem Besuch des Spiegelkabinetts Folgendes vorstellen: man sieht überall Klone von der eigenen Person. Zum Glück ist dies noch nicht möglich, aber wer weiss, was in Zukunft noch alles passiert! Stell Dir einmal vor, es gäbe viele Bushs und Rumsfelds, die ihr Unwesen treiben. Schrecklich!“
 
Verhaspelungen
Oft braucht es eigene Erfahrungen, eigene einschlägige Erlebnisse, um etwas vollkommen verstehen zu können, und seien es auch nur alltägliche Ereignisse – wie  ein verhaspelter Gartendraht (siehe Blog vom 4.11.2006): „Verwicklungen: Im Wirrsal des Lebens immer auf Draht sein“). Bei Emil Baschnonga in London (E-Mail: emil@art-deco-nouveau.com) weckte diese Arbeit Erinnerungen:
 
„Ich musste über Deinen verzwickten Bericht mehrmals lachen, nicht aus Schadenfreude, sondern einfach, weil Du das alles so amüsant geschildert hast. Ich hatte ähnlichen Ärger mit einem Plastiknetz, das schon arg ineinander verwickelt in der Verpackung lag. Dieses wollte ich über die Reben spannen, um die süssen Trauben nicht allesamt den Vögeln zu überlassen. Dieses Plastikgarn gewann viel Eigenleben, als ich versuchte, es auseinander zu zupfen. Schon wollte ich nach der Schere greifen, um das Garn in kleine Stücke zu zerschneiden. Zum Glück war Lily im wahrsten Sinne ,zur Hand’. Sie hat eine Engelsgeduld, die mir ganz und gar fehlt. Letzten Endes gelang das Handwerk, und gemeinsam konnten wir dann das Garn wie ein Fischnetz über die Reben werfen.“
 
Der Niedergang von England
Nachbearbeitet worden ist auch Emil Baschnongas Blog „EU-Wohlfahrt für Hilfsbedürftige: Zuerst sind wir dran …“ vom 14.11.2006 – und zwar durch Luzi Pfosi (E-Mail: luzpfosi@bluewin.ch). In der kritischen Arbeit aus London ging es um die Geldverschleuderei durch Mitglieder des Europäischen Parlaments, die während einer Konferenz über die Armut in Saus und Braus lebten. Luzi Pfosi schrieb dazu:
 
„Sehr geehrter Herr Baschnonga,
Ihr Beitrag fährt richtig ein. Überall wird abgezockt, was das Zeug hält ...
 
Meine Meinung zu England: Unter den Engländern waren früher tolle Leute; sie hatten eine weltberühmte Industrie in den Sektoren Motorräder, Autos, Schiffsbau, und auch die unzähligen Flugpioniere sollen erwähnt sein. Doch das heutige England ist ein Entwicklungsland wie Mali oder Uganda. Die kurzsichtigen Gewerkschaften trieben auch blühende Industrien in den Ruin. Diese Nation hat wahrlich keinen Grund mehr, um stolz zu sein, denn was England im letzten und vorletzten Jahrhundert geleistet hat, ist eher ein Schandfleck, denn diese so genannten Entdecker und Eroberer waren in Wirklichkeit ganz gewöhnliche Räuber und Schänder; der Reichtum des glorreichen Reichs ist nichts als Diebesgut. Ohne Europa, auf welches diese Briten noch immer herabschauen, wäre England nichts mehr.
 
Ich erlebte diese Mentalität am eigenen Leib: Nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Vorgesetzten standen eine halbe Stunde vor Arbeitsschluss schon in riesigen Schlangen vor den Stempeluhren. Eine Stunde vor Feierabend stellten diese faulen Kerle die Arbeitslust ab. Seither hat sich meine Einstellung zu diesem England geändert.“
 
Deutsche an die Front!
Damit sind wir bereits auf dem internationalen Parkett angelangt. Diesbezüglich kam es sogar zu einer Stellungnahme zu einem Blog (Tagebuchblatt), das noch gar nicht geschrieben war. Dr. Rainer Meyer (E-Mail: ingrid.im@teleport.ch) liess uns folgende Gedankengänge zukommen:
 
Sie haben zwar bis jetzt nichts darüber geschrieben – aber ich nehme vorauseilend Stellung zu Ihrem überfälligen Artikel wie folgt: Da gibt es im Baltikum (in Riga) jetzt eine Nato-Konferenz, deren einzige Abzweckung zusammengefasst werden kann unter dem Titel und Aufruf: „Germans to the front!“ (Deutsche an die Front!).
 
Was für eine Front, bitteschön? Haben die Deutschen diese gemacht, befürwortet, verantwortet? Natürlich hat ein aussergewöhnlich dämlicher (deutscher) Minister gesagt, Europa müsse auch am Hindukusch verteidigt werden. Ob er wohl jemals dort war und dessen Topologie kennt? Und ob er die Geschichte dieses Landes und seiner Nachbarn kennt? Ob er der russischen Erfahrung gewahr ist? Und ob er weiss, welches Explosivmaterial in den Köpfen der Afghanen, Iraner und Pakistani existiert?
 
Und ob er die deutsche Geschichte kennt, die seinerzeit in Stalingrad verteidigt werden sollte? UND OB ER WUSSTE, welche windelweichen, übergewichtigen, wohllebenden „Teutonen“ er den Befehlshabern anzubieten hatte?
 
Im Klartext: Die Amerikaner hauen auf den Tisch und verlangen nunmehr den Preis für den „Schutz“ der letzten 40 Jahre vor dem kommunistischen Imperium in Form jetzt auch von deutschen Toten.
 
Wer je die Zeitläufe beobachtet hat, ist sich aber klar, dass es nicht die blauen deutschen Augen waren, die Amerikaner zur „Hilfe“ nach dem 2. Weltkrieg inspirierten. Es war schlicht die Sicherung des Glacis, der Einflusssphäre. Wie sowjetischerseits auch. Sind die Deutschen nun den Amerikanern, insbesondere deren gegenwärtigen Präsidenten Bush jun., etwas schuldig?
 
Man kann darüber streiten. Es gibt Argumente dafür und dagegen. Aber eines ist auch klar: Es gibt keine Entschuldigung dafür, sich in voreilendem Gehorsam als Vasall in einen weltweiten Krieg amerikanischer Gangster hineinziehen zu lassen, der der Tradition, den wirtschaftlichen und kulturellen Absichten und dem Selbstverständnis des deutschen Volks derart diametral widerspricht.
 
Warum ich das schreibe? Die Schweiz ist drauf und dran, dasselbe (in kleinerem Massstab zwar) zu tun. Die so genannten „Armeereformen“ (XXI oder die nächste) zielen darauf ab.
 
Ich möchte nicht, dass mein Sohn seinen Kopf hinhält für eine amerikanisch-jüdische Kamarilla.
 
So − jetzt schreiben Sie, Herr Hess, bitte den zu diesem Einwurf passenden Artikel!
sig. Rainer Meyer
 
Ein Artikel über den Missbrauch der vollkommen US-gesteuerten Nato wäre tatsächlich überfällig. Selbst die Schweiz macht ihre Armee, die ausschliesslich für Verteidigungszwecke zur Verfügung stehen dürfte, zunehmend Nato-kompatibel – ein veritabler Skandal. Das ist eine weitere dümmliche und durch nichts zu rechtfertigende Unterordnung unter die Kriegsmächte USA-Grossbritannien-Israel. Wie in Afghanistan kann die Nato dann ausfressen, was die brutalen Bombenmächte alles angerichtet haben, wenn sie ihre Kriege verloren haben, Strukturen zerstört sind und die Anarchie angerichtet ist.
 
Soeben ist eine „schnelle Nato-Truppe“ (25 000 Mann) einsatzbereit geworden. Man kann sich nach den Erfahrungen mit der Nato in Ex-Jugoslawien ausmalen, was das für den Weltfrieden bedeutet. Jedenfalls haben die USA ein neues strategisches Werkzeug, das andere bezahlen – auch mit dem Leben. Wie blöd ist eigentlich die „Wertegemeinschaft“, um ständig auf solche billigen Tricks hereinzufallen und sich gängeln, manipulieren zu lassen?
 
US-Zugriff aufs All
Die Eroberungswut der USA kennt keine Grenzen. Dazu machte uns Heinz Scholz auf einen Leserbrief aus der „Badischen Zeitung“ (BZ) aufmerksam: „USA sichern sich Zugriff auf das All.“ Thomas Hochrein, Malsburg-Marzell D, schrieb Folgendes:
 
„Mir blieb ja fast mein Müslilöffel im Hals vor Schreck stecken, als ich den Artikel von Bushs neuen Plänen zur Weltall-Sicherung gelesen habe. Darin drückt er ganz offensichtlich aus, was er denkt: Zum einen, dass die Amis die oberste Macht auf der Erde sind und dass sie die einzigen sind, denen es erlaubt ist, alle nur denkbaren Waffen zu besitzen. Wer sich dagegen wehrt, wird schon auf der Erde niedergebombt. Mein Vorschlag wäre, Bush sollte schon mal vorfliegen ins All und die nächsten 50 Jahre dort oben die Stellung halten, damit wir hier die kostbare Perle von Erde erhalten können.“
 
Man kann sich dieser Meinung nur anschliessen.
 
Die folgenschwere Ausbeutung der Meere
Die Lust am Zerstören, die vielleicht auch eine Lust am Untergang ist, wirkt sich sogar noch auf die Meerestiefen aus, wie im Blog „Grundschleppnetzfischerei im Schlepptau der Globalisierung“ vom 26.11.2006 beschrieben. Dazu schrieb Heinz Scholz:
 
„Danke für das Blog über die Grundschleppnetzfischerei. Ich bin auch Deiner Ansicht, dass diese Art der Fischerei verboten gehört. Laut Zukunftsforschern werden die Weltmeere bis 2050 leer gefischt sein. Dann können die rigorosen Ausbeuter ihre Netze entsorgen. Vielleicht gibt es dann nur noch Fische aus künstlich angelegten Fischzuchtanstalten.
 
Kürzlich sah ich einen Fernsehbericht über Senegal. Die dortigen Fischer fangen kaum noch Fische, die für ihren Lebensunterhalt von so grosser Bedeutung wären. Schuld sind die grossen Konzerne, die mit ihren Schleppnetzen vor der Küste alles einsammeln. Viele der in den Netzen gefangenen Fische, die sich nicht für eine Verarbeitung lohnen, werden wieder − aber tot − ins Meer gekippt. Ein unglaublicher Zustand. Die Fischereikonzerne zahlen wohl an die Regierung einen Obolus (es waren, so viel ich mich erinnern kann, 58 Millionen Euro), aber die armen Fischer bekamen bisher keinen Cent.
 
Dann noch eine weitere unglaubliche Tatsache: Senegal führt Gemüse aus Holland ein, weil dieses billiger ist als die einheimischen Produkte. Viele einheimische Landwirte bauen deshalb kaum noch Gemüse an. Schuld sind die EU-Subventionen, die reichlich fliessen und die Waren aus Europa eben billiger machen. Kein Wunder, dass in afrikanischen Ländern Hunger und Armut herrschen.
 
Erfahrungen mit Solaranlagen
Das Blog „Solarzellen: England und ich hinken furchtbar hintenan“ vom 20.11.2006 aus der Feder von Emil Baschnonga motivierte Dr. Rainer Meyer zur folgenden informativen Stellungnahme:
 
Lieber Herr Baschnonga,
ich bin kein grüngewirkter Sandalenträger, aber dennoch immer dabei, wenn es um Einsparungen und energetische Souveränität geht.
 
Mir scheint nun, dass Ihnen Mr Dodd einen sehr inhomogenen Brei vorgesetzt hat: Zunächst geht aus Ihren Ausführungen nicht hervor, ob es sich um eine solargefütterte Warmwasserbereitung handelt oder aber um eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung. Davon hängt aber vieles ab, und es ist ein gravierender technischer Unterschied. Eigentlich haben beide Techniken nichts miteinander zu tun − ausser mit der Sonne.
 
Vielleicht hilft es Ihnen, wenn ich meine eigene Situation von vor 2 Jahren beschreibe. Sie betrifft ein Ferienhäuschen im Hotzenwald, nördlich von Säckingen (D). Dort ist eine konventionelle Vissmann-Ölheizung installiert mit konventionellen Radiatoren an den allerdings sehr grossen Fenstern. Das Ganze reicht im Winter, der dort oben (>900 m ü. M.) sehr heftig werden kann, gerade aus. Soweit, so gut.
 
Was aber ist im Sommer, wo wir doch auch warmes Wasser zum Duschen oder Geschirrspülen haben möchten? Keine Alternative: Heizung anwerfen − auch im Sommer! Kein Wunder, dass ich mich um andere Möglichkeiten bemüht habe. Und die gibt es sehr wohl:
 
Eine Solaranlage (ausdrücklich KEINE Photovoltaik-Anlage), bestehend aus etwa 2×2 Metern Fläche und etwa 20 schwarzen Röhren von etwa 2 cm Durchmesser, verbunden durch ein Rohrleitungssystem mit dem bereits existierenden Boiler der Ölheizung im Keller. Ja, das gibt es sehr wohl, ohne extra Boiler-Speicher, und NUR mit Wasser betrieben! Kein chemisch befülltes System!
 
Im Sommer kann ich ablesen, welche Temperatur am Ausgang der Dach-Installation besteht (meistens mehr als 70 bis 90 Grad Celsius, auch bei trübem Wetter). Der Boiler hat dann meistens eine um 10 Grad C niedrigere Temperatur − aber genug, um sich die Hände zu verbrennen. Die Ölheizung bleibt aus, ja ich kann sogar mit Hilfe eines regelbaren Thermostaten bestimmen, ob das (im Souterrain befindliche) Bad am Überschuss teilnehmen soll, damit es am kühlen Morgen noch angenehm warm ist. Die Ölheizung ist immer noch aus.
 
Extrakt: Diese Methode ist ein wunderbar treffsicherer Schlag ins Gesicht der Öl-Profiteure.
 
Wann es nicht funktioniert, ist auch klar: Etwa von Januar bis März, wenn man 20 bis 50 cm Schnee auf dem Dach hat. Aber dann muss man sowieso heizen.
 
Das andere Thema: Photovoltaik (Stromerzeugung):
 
Ein weiteres, etwa doppelt so grosses Panel (4×4 m) auf dem Dach mit einer Serie von Batterien im Keller könnte durchaus den Strombedarf unseres Zweipersonen-Haushalts decken. Da dieses aber nur 12 bis 18 Volt GLEICHstrom (DC) liefert, muss man für die handelsüblichen Verbraucher einen so genannten „Zerhacker“ installieren (einen Umformer von Gleich- zu Wechselstrom 230 Volt). Auch gut, kostet nicht alle Welt.
 
Nun wäre es schön, wenn ich mich von meiner Photovoltaik-Anlage sozusagen selbst „ernähren“ könnte, was meistens der Fall wäre, und bei BEDARF mit einem simplen Schalter auf das allgemeine Netz der Stromerzeuger-Mafia umschalten könnte. Technisch wäre nichts einfacher als das. Ich würde beziehen, was ich über meinen eigenerzeugten Strom hinaus bedürfte. Kann ja manchmal ganz ordentlich sein, wenn man die Backröhre mit ihrem Braten betrachtet.
 
Aber jetzt der Hammer: ES IST NICHT GESTATTET!
 
Stattdessen MUSS ich meinen selbst erzeugten Strom bedingungslos (zu einem kaum kostentragendem Preis) ins Netz einspeisen und dafür ALLE Energie aus diesem Netz beziehen. Schwant Ihnen etwas?
 
Da waren die Lobbys der Grosserzeuger (inkl. Atomstrom) erfolgreich. Sehr erfolgreich.
 
Ich könnte dieses aber nach wie vor tun − und auch ihr Briten −, nur müssen wir auf die Subventionen verzichten, aber das wäre, bei genauem Hinsehen, kein besonderer Schaden.
 
Trotz so genannter − und bei genauer Betrachtung ungenügender − „Subventionen“ für uns Kleine: Die Lobby hat trotzdem gesiegt.
 
Für mich als Physikus und Bastler gibt es die Option der Selbstständigkeit nach wie vor: Ich installiere ein selbst- und eigenständiges Stromsystem, verzichte auf so genannte Subventionen und beziehe ALLGEMEINEN Strom nur dann, wenn ich ihn brauche. Ein Schalter genügt − so, wie wenn Sie eben an Ihrem Ferienhaus ankämen und das Licht anmachten.
 
Ich weiss nicht, inwieweit britische und deutsche Bestimmungen auseinander gehen. Jedenfalls: Wenn es bei uns dunkel und kalt wird, werfen wir unseren Schwedenofen an. Der macht höllisch warm und heizt das ganze Haus, aber wenn gebremst, benimmt er sich erträglich. In jedem Fall haben wir wenig zu tun mit einer Energiemafia oder gar mit Ölbaronen aus Arabien. Bei uns liegt das Holz einfach nur so herum.
 
Ich habe das jetzt nach zweijähriger Erfahrung einfach so hingeschrieben. Wenn Sie wünschen, werde ich Ihnen Genaueres mitteilen. In jedem Fall sollten Sie Ihren „Energieberater“ Dodd, oder wie er heissen mag, in den Schwarzwald zum Lernen schicken oder prügeln. Dort sind 20−40 % aller Dächer schon „solar“. Und Öfen sind auch massig da. Anstatt Öl kann man ja auch „Pellets“ verfeuern. Die − und die zugehörigen Anlagen − gibts auch schon.
 
Mit Verlaub: Würde mich wundernehmen, wie so ein britischer Lord seinen Rücken warm bekommt, während sein Gesicht schmürzelet.
 
Mit freundlichem Gruss
Rainer Meyer
 
PS: Ich bin kein Lobbyist., ich sag's nur, wies ist.
 
Hier die Antwort von Emil Baschnonga aus London:
 
Lieber Herr Meyer,
Ihr humorvoller und erst noch technisch kompetenter Beitrag hat mich gefreut! Ich wünschte, ich wäre ebenfalls so ein Physikus und Bastler wie Sie! Herr Dodd war technisch nicht auf der erwarteten Höhe, so wenig wie ich.
 
So viel konnte ich aus der Literatur des Anbieters entnehmen:
 
The ICR collector capture and absorb the sun's radiation. The heat from the tubes is then conducted to the fluid flowing though them. The hot fluid from the collector is circulated via flexiable tubes by a pump though to a copper coil inside the insulated tank. The coil conducts the heat and the resulting hot water flows from the outlet. The hot water is delieverd to wherever it is needed thoughout the house.
 
Ich freue mich auf jeden Sonnenstrahl, der durch die Fenster schlüpft.
 
Übrigens glaube ich, dass ein waschechter Lord zünftig Whisky sürpfelt und dank dieser Nachhilfe vorne und hinten schmürzelt.
 
Mit bestem Gruss
Emil Baschnonga
 
Ein paar Komplimente
Das Blogatelier darf immer wieder spüren, dass seine Texte auf fruchtbare Böden fallen. Hier 2 Komplimente aus den letzten Tagen:
 
Paulo Bleisch aus Biberstein AG (E-Mail: paulobleisch@bluewin.ch) zum Blog „Wassermangel als Krankheitsursache und Wasserqualitäten“ vom 22.11.2006:
 
Ich habe soeben Deinen Wasser-Artikel gelesen. SACKSTARK. Einfach gut und mutig.
 
H.-P. Karrer, Vorsitzender des Schwarzwaldvereins Bad Säckingen (E-Mail: hp.karrer@web.de):
 
„Das Textatelier ist eine tolle Fundgrube.“
 
Und wir werden diese Grube ständig erweitern – mit Ihrer Hilfe!
 
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