Textatelier
BLOG vom: 07.01.2007

Rollen spielen wirklich eine wichtige Rolle: Aphorismen

Autor: Emil Baschnonga, London
 
Im Leben ist es gewiss ein grosses Glück, wenn wir eine uns angepasste und angemessene Rolle spielen dürfen – eine selbst gewählte und nicht uns aufgezwungene. Dies bezieht sich auf unsere Hauptrolle: unseren Beruf, unsere Aufgabe. Dieses Glück ist nur einer Minderheit beschieden. Die meisten von uns finden in der Regel ein Auskommen mit unserer Hauptrolle und passen sich an. Wenn nicht, gibt es hin und wieder die Möglichkeit zum Berufswechsel.
 
Aber unser Leben ist nicht auf eine Hauptrolle beschränkt. Wir spielen viele Nebenrollen, die je nach Umständen miteinander in unserem Privatleben austauschbar sind. Ich habe nachstehend einige meiner über die Jahre geprägten Aphorismen ausgegraben, wenn nicht zur Erbauung, dann hoffentlich teilweise zur Ergötzung:
 
Urlaub von allen Rollen gibts stets dann, wenn man an einer zupft.
 
Geschickte Schmeichler sprechen den Menschen in seiner Lieblingsrolle an.
 
Was verengt die Optik? Durch Rollen gucken. Wann sieht keiner mehr durch sie? Wenn einer drinnen steckt.
 
Die Rolle des Künstlers erfordert das Schnitzmesser, die des Kritikers das Schlitzmesser. Letzterer begeht damit meistens Schnitzer.
 
Was das Leben an Rollen verteilt, das sammelt der Tod als Hülsen.
 
Er fiel aus der Rolle in die Winde.
 
Kaum aus dem Wickel, schon in der Rolle verzwickt.
 
Rolle des Rollenträgers: sie nicht auseinander rollen lassen.
 
Nicht Leute, Rollen werden einander vorgestellt.
 
Das spiele keine Rolle ist leichthin gesagt und schwerlich gemeint.
 
Sie ist Essig, dachte der Rollmops, als ihn die Gabel aus dem Glas hob.
 
Für die Rolle des Lebens gilt wie für die Verbandsrolle: davon notfalls abgeben können.
 
Der Teppich wird vor Würdenträgern ausgerollt. Anders brächte man sie nicht zum Laufen.
 
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