Startseite 
Kontakt  °  Inhaltsübersicht  
Seite weiterempfehlen
     19. Oktober 2018, 19:54 Uhr
 


Schlossportal
 Kundeneingang

 
 
BLOGs nach Datum sortiert Alle BLOGS zum Zurückblättern
BLOG vom 21.02.2007


Jennifer Lopez und ihr Kinderwunsch: Hilft Spinat wirklich?
Autor: Heinz Scholz, Schopfheim D
 
Wie kürzlich die „Sun“, die „Bunte“ und „Focus“ (14.02.2007) berichteten, will die 37-jährige US-amerikanische Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin und Designerin Jennifer Lopez unbedingt schwanger werden. Ihr Arzt riet ihr zu einer Spinatdiät, die angeblich helfen soll. Sie findet eine solche Diät „grausam“, isst aber 3 Mal täglich von diesem Grünzeug im Omelett, als Salat und gedünstet als Beilage. Sie will jedoch den Erfolg nicht abwarten, sondern wird wohl eine künstliche Befruchtung versuchen.
 
Als die Meldung publik wurde, gingen zahlreiche Kommentare in der Online-Ausgabe von „Focus“ ein (www.focus.de). Pamir schrieb: „ Bei so viel Spinat dürfen wir wohl bald das erste grüne Männchen bestaunen.“ Claus T. brachte zum Ausdruck, dass auch mal ihr Mann versuchen sollte, mehr Spinat zu essen und „öfters mal den Popeye raushängen lassen soll“. Ari erinnerte sich: „Früher hat man so was durch Penetration erledigt. Funktioniert heute scheinbar nicht mehr!“
 
Die Tipps sind natürlich nicht immer vom Besten. Ich möchte einmal den Versuch unternehmen, zu ermitteln, was an einer Fruchtbarkeitsstörung schuld sein und wie man diese beheben könnte.
 
Folsäuremangel droht!
Betrachten wir zunächst einmal die Ernährung und Fruchtbarkeit: Für die Fruchtbarkeit sind sowohl für die Frau und auch für den Mann Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente von Bedeutung. Es gibt ja jetzt immer mehr Menschen, die sich nicht vollwertig ernähren und Mangelerscheinungen heraufbeschwören. Wer sich jedoch vollwertig und abwechslungsreich ernährt, kann sich mit allen notwendigen essentiellen Stoffen versorgen. Auf den Speiseplan gehören hochwertige frische Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Milchprodukte.
 
Infolge der heutigen Fast-Food-Ernährung ist oft ein Folsäuremangel vorprogrammiert. Die Folsäure kommt hauptsächlich in Keimen, Sojabohnen, Gemüse, aber auch in Innereien und Eiern vor. Folsäure ist wichtig für die Blutbildung. Auch ist sie am Aufbau der Nukleinsäuren, der Phospholipide des Nervengewebes und an der Produktion einiger Hormone beteiligt.
 
Ein Folsäuremangel vermindert die Empfängnisbereitschaft und erhöht die Gefahr von Fehlbildungen und Fehlgeburten. Ein Mangel tritt vor allem auf, wenn Personen wenig frisches Gemüse oder Obst essen und stattdessen gekochte Speisen oder Konservenprodukte verzehren. Auch extreme Diäten liefern denkbar wenig Folsäure. Chronische Alkoholzufuhr, Krankheiten im Darm (Darmschleimhautentzündungen, Darmgeschwüre) und bei Zufuhr von resorptionshemmenden Medikamenten (Phenobarbital) bewirken eine geringere Aufnahme dieses Vitamins. Antibiotika und Sulfonamide stören die körpereigene Produktion von Folsäure. Folsäure wird durch Erhitzen teilweise zerstört (bis 50 %), aber auch durch Sonnenlicht und UV-Strahlen.
 
Wie wichtig ist Zink?
Es gibt leider nur wenig wissenschaftliche Untersuchungen, welche Stoffe zu einer Empfängnis verhelfen. Gut untersucht ist dagegen das Spurenelement Zink. Ein Zinkmangel beeinträchtigt die Fruchtbarkeit von Frau und Mann. Wie www.fertinet.at berichtet, kann man schon mit dem Tagesbedarf von 15 mg Zink „den Zeugungsapparat in Schuss halten“. Gute Zinkquellen sind Keime, Hefen, Haferflocken, Pinienkerne, Nüsse, Hülsenfrüchte, Austern, Innereien, Käse, Fleisch.
 
Zink aktiviert 70 für den Menschen wichtige Enzyme, erhöht die Insulinwirkung, beeinflusst Sexualhormone, spielt im Dämmerungssehen und bei der Wundheilung eine Rolle. Ein Zinkmangel während der Schwangerschaft verursacht Kleinwuchs oder Fehlbildungen.
 
Fachleute empfehlen, man solle mindestens ein halbes Jahr vor der Empfängnis mit einer gesunden Ernährung und Lebensführung beginnen.
 
Wirkt Spinat tatsächlich Wunder?
Ich war doch ziemlich neugierig zu erfahren, warum der Arzt der Jennifer Lopez Spinat empfohlen hat. In der Serie „Früchte und Gemüse als Arznei“ (die Serie wurde von1989 bis 1996 in „Natürlich“ publiziert) wies ich ja schon damals auf die gesundheitliche Bedeutung von Spinat hin. Damals schrieb ich Folgendes:
 
Der von vielen Kindern und auch Erwachsenen verpönte Spinat ist mit einer einzigartigen Komposition an Wirkstoffen ausgezeichnet (…) Spinat liefert nicht nur für manche Geniesser kulinarische Genüsse, sondern ist von einer nicht zu unterschätzenden Bedeutung für unsere Gesundheit. Das grüne Gemüse bringt vor allem die Verdauungsdrüsen zum Fliessen, ist wirksam bei Blutarmut und chronischen Hautausschlägen, bringt einen müden Darm auf Trab und ist hilfreich beim „Entwässern“ bzw. „Entschlacken“.
 
Mit Schaudern erinnern sich die heutigen Erwachsenen an ihre Kindheit, wenn sie an die zahlreichen „Spinatfütterungen“ denken. Spinat galt nämlich bei den Müttern als „grüne Apotheke“ und war für die Gesundheit ihrer Sprösslinge mitverantwortlich. Spinat galt als das eisenreichste Gemüse und war in der Lage, die Blutarmut zu besiegen bzw. zu verhindern.
 
Der hohe Eisengehalt kam so zustande: In einem alten medizinischen Lehrbuch wurde nämlich das Komma beim Gehalt falsch platziert, so dass eine 10-fache Eisenmenge wiedergegeben wurde. Dennoch steht der Spinat mit einem Eisengehalt von 3,8 mg je 100 g an der Spitze der eisenhaltigen Gemüsearten.
 
Spinat enthält ausserdem viel Kalium (200 mg/100 g), etwas Magnesium und Kalzium. Spinat weist auch etliche Vitamine auf (Vitamin E, B-Vitamine, 20 mg Vitamin C, Provitamin A = Karotin). Der Folsäuregehalt liegt bei 0,110 mg je 100 g! Der Erwachsene benötigt laut den Ernährungsgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz täglich 0,4 mg (Schwangere und Stillende um 0,6 mg).
 
Vielleicht hatte der Arzt den Folsäure- und Eisengehalt im Hinterkopf, als er die Empfehlung aussprach. Bisher liegen jedoch keine Beobachtungen vor, dass man mit Spinat die Fruchtbarkeit steigern kann. Aber es gibt ganz andere Möglichkeiten, die ich jetzt kurz anreissen möchte.
 
Ursachen einer gestörten Fruchtbarkeit
„Bei fruchtbaren Paaren kann es bis zu 2 oder 3 Jahren dauern, bis sie ein Kind bekommen. Es ist eher die Ausnahme, wenn die Frau gleich im 1. Monat ihres Kinderwunsches tatsächlich schwanger wird! Vielen Paaren ist das heute gar nicht bewusst. Geraten Sie also nicht schon nach dem 1. Jahr in Panik“, berichtet Ingrid Gerhard, Oberärztin der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg in ihrem Buch „Kinderwunsch – natürliche Wege zum Baby“.
 
Es gibt Paare, die schon jahrelang versuchen, ein Kind zu bekommen. Auf der anderen Seite verschieben Paare wegen der Karriere ihre Kinderwünsche auf später. Kommt dann der Zeitpunkt im vorgerückten Alter, dann erfüllt sich oft der Wunsch nicht mehr.
 
Man unterscheidet die Infertilität und die Sterilität. Bei der Infertilität kann nach einer normalen Empfängnis das Kind nicht ausgetragen werden. Von einer Sterilität spricht man, wenn nach einem regelmässigen Geschlechtsverkehr (2- bis 3-mal wöchentlich) nach 1 bis 2 Jahren keine Schwangerschaft eingetreten ist.
 
Eine sehr gute Zusammenfassung der möglichen Ursachen sind unter www.geburtskanal.de/Wissen/F/GestoerteFruchtbarkeit.php nachzulesen. Der Artikel wurde von Verena Rosar, Heilpraktikerin und Medizinjournalistin, verfasst. Auch die folgende Seite bringt wichtige Fakten zur Frauengesundheit: www.frauennaturheilpraxis.de
 
Spielen Umweltgifte, Kaffee und Alkohol eine Rolle?
Eine gestörte Fruchtbarkeit kann auch durch Umweltgifte verursacht sein. Auf der Negativliste stehen folgende Stoffe: Holzschutzmittel, Innenraumbiozide, Fungizide, Herbizide, Insektizide, organische Lösungsmittel, organische Flammschutzmittel, Formaldehyd, Dioxine und Furane, Stickoxide, Ozon, Benzol, Isozyanate und weitere Industriechemikalien mit Hormonwirkung (PCB, synthetische Moschusverbindungen, Bisphenol A). Auch Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Cadmium können an einer Fruchtbarkeitsstörung oder beim ungeborenen Kind an Wachstumsstörungen schuld sein.
 
Gift im Wohn- und Arbeitsbereich kann durch Baubiologen oder Baubiologinnen ermittelt werden. Auch mittels Blut- und Haaranalysen sind Belastungen bestimmbar. Liegt eine Belastung vor, dann können Ausleitungsverfahren zu einer Entgiftung führen. Naturheiler schwören auf so genannte Entgiftungstees.
 
Raucherinnen haben übrigens häufiger Infertilitätsstörungen als Nichtraucherinnen (Verhältnis 3:2). Wie Verena Rosar erwähnt, ist der Nikotingehalt in der Gebärmutterschleimhaut 10 bis 20 Mal höher als im Blut, und im Muttermundsekret sind sogar die Konzentrationen an schädlichen Stoffen bis zu 35-fach erhöht. Dadurch wird das Vordringen der Spermien erschwert. Bei Rauchern lässt die Spermienqualität zu wünschen übrig.
 
Erhöhter Koffeingenuss (Kaffee, Tee, Cola) kann die Fruchtbarkeit ebenfalls beeinträchtigen. „Nachweislich werden Frauen mit starkem Koffeinkonsum seltener schwanger (Koffein drosselt die Hormonproduktion in den Eierstöcken). Bei Männern sinkt die Spermienbeweglichkeit“, so die Autorin. Auch Alkohol beeinflusst das Hormonsystem. Die fruchtbare Phase im Leben der Frau wird verkürzt. Alkohol vermindert auch die Spermienproduktion des Mannes.
 
Stress bringt Hormonsystem in Unordnung
Das sensible Hormonsystem wird besonders durch psychischen Stress in Unordnung gebracht. Weitere Ursachen von Fruchtbarkeitsstörungen sind Gelbkörperschwäche, Schilddrüsenerkrankungen, erhöhte Produktion männlicher Hormone (Androgene) im weiblichen Körper. Auch das Übergewicht führt zu einer vermehrten Produktion der Androgene.
 
Es gibt etliche Kräuter, „um das natürliche, allmonatlich musizierende, Hormonorchester in seinem geordneten Ablauf zu unterstützen“, wie Verena Rosar betont. Zu diesen gehören in der 1. Zyklushälfte Himbeerblätter (östrogenähnliche Anteile), Rosmarin (regt die Keimdrüsentätigkeit an, fördert den Eisprung), Beifuss (fördert den Eisprung und die Entschlackung), Holunderblüten (unterstützen das follikelstimulierende Hormon aus der Hirnanhangdrüse) und Salbei (östrogenhaltig); jeweils 40 g der genannten Pflanzen mischen.
 
Für die 2. Zyklushälfte empfiehlt die Heilpraktikerin Frauenmantel (gelbkörperregulierend), Schafgarbe (gestagenartig), Brennnessel (Schlackenabtransport); Mischungsverhältis wie in der 1. Zyklushälfte genannt.
 
Zubereitung: Einen Esslöffel mit 200 ml Wasser heiss überbrühen, 10 bis 15 Minuten ziehen lassen; täglich 3 Tassen trinken.
 
Wichtig: Bevor Sie irgendein Mittel einnehmen, sollten sie einen Therapeuten um Rat fragen.
 
Organisch bedingte Ursachen
Fruchtbarkeitsstörungen können aber auch durch Schäden, die von früheren Entzündungen herrühren, entstehen (Verklebungen, Verwachsungen im Eileiter, Verschluss aufgrund einer Eileiterentzündung durch Chlamydien, Mykoplasmen und Gonokokken). Auch Myome (gutartige Geschwülste der Gebärmutter) und Endometriose (versprengte Gebärmutterschleimhaut) sind weitere Ursachen von Fruchtbarkeitsstörungen.
 
Und wie sieht es beim Mann aus?
Umweltbelastungen können auch beim Mann das Hormonsystem in Unordnung bringen. Die Spermienbildung wird auch gestört durch Schilddrüsenerkrankungen, Übergewicht, Stress, Alkohol. Eine mikroskopische Spermienuntersuchung gibt Auskunft, ob der Mann fruchtbar oder unfruchtbar ist. Das Spermiogramm bringt es an den Tag, wie viele Spermien bewegungsfähig sind und welche Form sie haben. Auch Varikozelen und ein Hodenhochstand können an einer Fruchtbarkeitsstörung des Mannes schuld sein.
 
Es wurde auch vermutet, dass das Handy, das in der Hosentasche getragen wird, die Spermienbeweglichkeit reduziert. Ich kann mir schon denken, dass eine dauerhafte hochfrequente Strahlung, die von niederfrequenten Pulsationen unterbrochen wird, den Spermien nicht gut tut. Also lieber das Handy weit ausser Reichweite des Zeugungsapparats bringen!
 
Wir können den Frauen und Männern, die Kinderwunsch haben, somit nicht nur Spinat empfehlen. Bei der sehr stressigen Lebensart der Jennifer Lopez könnte mehr Ruhe, eine gesunde Ernährung und die Minimierung von Schadstoffen aller Art zum Erfolg führen. Es lohnt sich auf jeden Fall einen guten Therapeuten zu finden, gute Literatur zu lesen und sich ab und zu ein Blog aus dem Textatelier.com zu Gemüte zu führen – das sind sorgfältig recherchierte Arbeiten aus 1. Hand.
 
Literatur
Gerhard, Ingrid, und Wolfrum, Christine: „Kinderwunsch – natürliche Wege zum Baby“, GU-Verlag, München 2000.
Madejski, Margret: „Alchemilla – eine ganzheitliche Kräuterkunde für Frauen“, Goldmann Verlag, München 2000.
König, Uta: „Das grosse Buch der Fruchtbarkeit“, Verlag Gesundheit, Berlin und München 2000.
Sautter, Thomas: „Wirksame Hilfen bei unerfülltem Kinderwunsch“, Trias Verlag, Stuttgart 2000.
Scholz, Heinz: „Mineralstoffe und Spurenelemente“, Trias Verlag, Stuttgart 1996.
Thöne, Christina, Rabe, Tomas: „Wir wollen ein Kind“, dtv, München 1999.
 
Hinweis auf ein weiteres Blog zum Thema Kinderwunsch
Ihre Meinung dazu?

 
Nach oben  
Alle Blogs
Liste der bisher erschienenen Tagebuchblätter
Blogs nach Autoren
Blogs nach Autoren
Artikel nach Autoren
Wer was geschrieben hat
  Twitter
Wir sind auch auf Twitter, ebenso unsere Gedankensplitter
 
   
  © 2002-2017 Textatelier