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BLOG vom 12.03.2007


Staatsmedizin ist unpopulär: Keine CH-Einheitskrankenkasse
Autor: Walter Hess, Biberstein CH
 
Nachdem das kommunistische System mit der zentral gelenkten Wirtschafts- und Sozialordnung weltweit den verdienten Schiffbruch erlitten hat, wird dieser zentralistische Nonsens heutzutage unter dem Titel „Globalisierung“ nun wieder angestrebt, und fast die gesamte westlich Menschheit fällt darauf herein. Die Vereinheitlichungen sind in allen Bereichen menschlicher Lebensäusserungen festzustellen – bis in die Familien hinein: Selbst die Frauen werden via feministische Propagandawalzen made in USA zu werktätigen Wirtschaftssubjekten umfunktioniert, und der Kindersegen wird zunehmend staatlich in Kinderhorts betreut und massentauglich gemacht. Gemeinden ihrerseits schliessen sich ebenfalls wie Wirtschaftsunternehmen zusammen. Von der Fusionitiswelle ist auch die Landwirtschaft erfasst worden, die sich gefälligst zu riesigen Kolchosen zusammenzuschliessen hat, die dann über die genmanipulierten Pflanzen von US-Konzernen elegant dirigiert und ausgebeutet werden können.
 
Die vordergründigen Argumente bei der systematischen Zerstörung der stabilisierenden Vielfalt heisst Rationalisierung und Kosteneinsparung. Von den damit einhergehenden Abhängigkeiten, Energieverschwendungen, Entwurzelungen und Verarmungen jener Mehrheiten, die nicht zur Profitelite gehören, schweigt man sich lieber aus. Dass in der Schweiz ausgerechnet die Sozialdemokraten und die Grünen, welch letztere im ökologischen Mantel eine Linksaussenpolitik betreiben, zu den treibenden Kräften des so genannt neoliberalen (auf Gewinnstreben ausgerichteten) Vereinnahmungsprozesses nicht nur hereinfallen, sondern diesem sogar mit wehenden Fahnen vorauseilen, ist ein Phänomen, mit dessen Begründung ich mich schwer tue. Ich habs, ehrlich gesagt, noch nicht geschafft.
 
Aus dieser rot-grünen Vereinheitlichungsküche kam in der Schweiz, die immerhin noch etwas von Unabhängigkeit retten konnte, die einfältige Idee der Schaffung einer Einheitskrankenkasse, die zu der ersehnten Einheitswelt passen würde. 87 Krankenkassen, welche neben allerhand Zusatzleistungen die obligatorische Grundversicherung anbieten, hätten diesen Geschäftszweig an eine Einheitskasse abtreten müssen, und damit wäre der gesunde Wettbewerb mit einem Schlag ausgeschaltet worden. Das Schlimme daran ist der Umstand, dass dieser Vorstoss in den Rahmen der Schaffung einer Staatsmedizin nach dem Muster totalitärer Staaten gehört.
 
Natürlich ist im freiheitlichen Schweizer Krankheitswesen nicht alles zum Besten bestellt. Abzockereien, Überarztungen und Lifestyle-Behandlungen auf Kosten der Allgemeinheit sind zweifellos Argumente für die Notwendigkeit eines Wandels, und so ist denn das Krankheitswesen, das offiziell euphemistisch „Gesundheitswesen“ genannt wird, eine ständige Baustelle, und wie auf allen Baustellen werden auch hier immer wieder neue Löcher aufgetan statt zugefüllt. Doch hätte ein freiheitliches System zweifellos die besseren Voraussetzungen, mit offensichtlichen systembedingten chronischen Krankheiten fertig zu werden, auf dass das Angebot, die Qualität und die Kosten in ein vernünftiges Lot kommen. Dazu braucht es die Zivilcourage, Missstände im Klartext zu benennen und auszumisten. Nicht nur die Wirtschaftsmanager, sondern auch die allmächtigen Medizinmänner und -frauen bedürfen der öffentlichen Kontrolle. Die ärztliche Vogelfreiheit gefährdet sich selber, sobald die Kassenklänge wichtiger als die Heiltätigkeit werden – oft sogar zum Schaden von Patienten, wie die zahllosen überflüssigen Operationen belegen. Ein Selbstbedienungsladen, in dem sich jedermann auf Allgemeinkosten bedienen kann, wird wohl florieren, aber die Rechnung steigt ins Unermessliche.
 
Das Schweizer Krankheitsgewerbe ist gut, aber zu teuer. Es wäre wahrscheinlich noch besser, wenn nicht jede Menge Geld zur Verfügung stünde und nur das wirklich Notwendige vorgekehrt werden könnte. Ein Volk, das mehr Pillen schluckt, ist alles andere als gesünder denn ein anderes, das sich diese Gifte nicht im Übermass leisten kann. Und es würden weniger Menschen krankoperiert.
 
Solche Missstände können nicht kuriert werden, indem man sie mit der Fehlkonstruktion Staatsmedizin überlagert. Das einzige positive Beispiel für eine einigermassen funktionierende Staatsmedizin ist Fidel Castros Kuba mit seinen hervorragenden Ärzten und der kostenlosen Versorgung für alle Einwohner. Doch irgendwoher muss das Geld ja kommen, und wenn man die Krankheitsversorgung als Bestandteil der gesamten Lebensumstände von Kuba betrachtet, relativiert dies die Sache schon, auch wenn das mehr mit der von den USA vorgegebenen Isolationspolitik als mit eigenem Versagen zu tun hat.
 
Mir wären kostensparende, effizientere Systeme, an dessen Kosten medizinische Grosskonsumenten, die nichts zur Gesundheitserhaltung beitragen, entsprechend zur Kasse gebeten werden, sympathischer. Über den empfindlichsten Körperteil von uns Schweizern, das Portemonnaie nämlich, wäre schon einiges zu verbessern.
 
Die Einheitskasse ist vom Tisch – sie wurde mit 71,2 Prozent aller Stimmen förmlich abgeschmettert; nur gerade die Kantone Jura und Neuenburg brachten Ja-Mehrheiten zustande; in der Romandie ist die Prämienlast eben besonders gross. Die netten Romands sollten sich bei den Appenzellern nach kostensparenden naturheilkundlichen Möglichkeiten erkundigen. Darin läge weit mehr Sparpotenzial als die Krankheitspolitiker wahrhaben wollen.
 
Buchhinweis
Hess, Walter, und Rausser, Fernand: „Kontrapunkte zur Einheitswelt. Wie man sich vor der Globalisierung retten kann“, Verlag Textatelier.com GmbH, CH-5023 Biberstein 2005. ISBN 3-9523015-0-7. CHF 37.20, EUR 24.10.
 
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