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BLOG vom 09.04.2007


Kreative Kritik aus dem Familienkreis hält mich auf Trab
Autorin: Rita Lorenzetti, Zürich
 
Als der Bericht über unsere Befreiung in Aarburg im Blogatelier (Aarburg AG: Wiedersehen und Erinnerung an eine Befreiung) aufgeschaltet war, habe ich ihn ausgedruckt und der Familie am Mittagstisch vorgelesen.
 
Jetzt, nachdem ich nachgeschaut habe, welches Datum er trägt, möchte ich noch daraufhin weisen, dass es sich nicht um einen Scherz handelte, auch wenn der Beitrag am 1. April 2007 erschienen ist.
 
Nun aber zurück zu meiner Familie. Primo und Letizia hörten aufmerksam zu, prüften, ob ich weder übertrieben noch gemogelt habe. An gewissen Stellen waren die beiden zurückgeführt, nickten zustimmend und kicherten. Das Dialektwort „pfnuchsen“ würde ihre Reaktion noch besser beschreiben. Und das bedeutete: Ja, so war es!
 
Letizia wies dann aber daraufhin, dass ich den Sohn des Sigristen unerwähnt liess. Auch er wollte uns doch befreien, kam wie vom Wind getrieben noch vor seinem Vater auf Rollerblades bei uns an. Dann musste ich hören, dass beschriebene Emotionen fehlten. Wir befürchteten eben im ersten Augenblick, dass wir im Käfig übernachten müssten. Und davon hätte ich ebenfalls nichts geschrieben.
 
Primo seinerseits riet mir, ein Buch zu schreiben. Das Erlebnis berge so viele Einzelheiten, die umfangreich und spannend beschrieben werden könnten. Und er begann aufzuzählen. Ein Ideenstrom, nicht zu bremsen. Das reinste Kabarett. Es waren wunderschöne und farbig schimmernde Luftblasen, die seinen Gedanken entsprangen. Hätte ich sie gefangen, wären sie sofort geplatzt. Ich liess sie aber aufsteigen und schaute ihnen nach.
 
Ich dachte dazu: Alles, was wir tun, kann kritisiert werden. Alles, was wir machen, ist Stückwerk. Alles im Leben ist an die Entwicklung gebunden, also nie fertig. Alles, was wir darstellen, ist unvollkommen und vom eigenen Standpunkt geprägt.
 
Ich weiss aber auch, dass meine Familie gerade darum immer etwas Weiterführendes beitragen will. Es ist gut gemeint, es soll Spass machen und unsere Gedanken verbinden. Es ist bereichernd. Und es verhindert, dass ich auf möglichen Lorbeeren sitzen bliebe. Aber manchmal wäre es einfach schön, wenn es nur heissen würde: Gut gemacht. Super!
 
Und jetzt werde ich noch verlegen. Wenn ich diesen letzten Satz überdenke, muss ich gestehen: Er ist ungerecht. Zustimmung von der Familie kommt doch auch vor.
 
So sind die Gefühle. Sie schwanken und manchmal sind sie anmassend.
 
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