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BLOG vom 05.07.2007


Reaktionen auf Blogs (59): Sind Menschen bildungsfähig?
Präsentation der Leserzuschriften: Walter Hess, Biberstein CH (Textatelier.com)
 
„Wissen, was man weiss,
und wissen, was man nicht weiss – das allein ist Wissen.“
Konfuzius
 
In diesen Tagen habe ich wieder einmal über den chinesischen Weisheitslehrer Konfuzius (chinesisch: kung oder kungfuzi) gelesen. Er war ein Zeitgenosse des Buddha und des Pythagoras und starb im Jahr 479 vor unserer Zeitrechnung. Konfuzius dachte oft nach und entwickelte eine Lehre des politischen Denkens und Handelns. Er kam zur Einsicht, dass alle Menschen zu Bildung und zu sittlichem Verhalten erzogen werden können; so nahm er sich auch der Kinder armer Leute an, die zu staatlichen Examen zugelassen wurden und bis in höchste Führungsposten aufsteigen konnten. Er fragte nicht nach Sein oder Nichtsein, nicht nach Gott oder Göttern, nicht nach Demokratie, Freiheit, Leben und Tod. Denn wie soll man zum Beispiel wissen, was der Tod ist, wenn man nicht einmal weiss, was Leben ist? Deshalb standen bei ihm die Menschenpflichten im Zentrum – und damit der Umgang der Menschen untereinander. Selbst die Demokratie war für ihn kein Thema, weil sie die Meinung der Minderheit unterdrückt, und Gewaltmonopole, wie es heute etwa die USA für sich beanspruchen, waren für ihn ohnehin kein Thema. Er hatte die Vision von einem paradiesischen „Goldenen Zeitalter“ und einem zur Sittlichkeit erzogenen Volk, das sich ohne Gewalt in Harmonie selbst regierte.
 
Wie sich inzwischen herumgesprochen haben dürfte, blieben seine Visionen unerfüllt, sittliche Normen haben der Schamlosigkeit Platz gemacht, wahrscheinlich eine Folge der Unerzogenheit. Die Verluderung der guten Sitten nimmt unentwegt zu – und verkehrt sich gar ins Gegenteil: Der Clevere, der mit dubiosen Mitteln  schnell an Geld und Macht heranzukommen versteht, gilt als erfolgreich, und wer sein abwegiges Verhalten in der Öffentlichkeit ausbreitet und dort jeden Ehekrach zelebriert, gilt als mutig. Die Medien leben von solchen Dummheiten.
 
Doch gibt es erfreulicherweise noch immer Menschen, die Anstandsregeln bewahrt haben, indem sie sich beispielsweise für kleine Aufmerksamkeiten bedanken. Zu diesen gehört der Luzerner Regierungsrat Dr. iur. Anton Schwingruber, der sich über mein Blog vom 3.6.2007 (ISOS und Kanton Luzern: Schulung des Ortsbilder-Sehens) in einem persönlichen Brief freundlich äusserte:
 
Für diese Aufmerksamkeit danke ich Ihnen. Über Ihre lebendigen Schilderungen habe ich mich sehr gefreut. Sie haben, trotz Dauerregens, unseren Kanton in seiner Vielgestaltigkeit wie auch das Anliegen des ISOS-Inventars (der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz) treffend erfasst. Diese „Schule des Sehens“ müsste vor allem für Gemeindebehörden und für Bauherren zum Obligatorium werden.
 
Ich wünsche Ihnen und Ihren Aktivitäten herzlich alles Gutes und hoffe, dass Sie sich auch bei künftigen Besuchen im Kanton Luzern wohl fühlen werden.“
 
gez. Anton Schwingruber, Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern.
 
Solche Gesten fallen heute auf, und ich habe mich dementsprechend darüber gefreut. Es gibt im Blogatelier immer wieder solch motivierende Gründe zur Freude. So schrieb auch Magnus Würth (E-Mail: E-Mail: magnus.wuerth@gmx.ch zum Blog Schloss Liebegg: Beim Brunch ans Leben von früher gedacht vom 5.6.2007:
 
Ganz herzlichen Dank für die phantastische Werbung auf deiner Website.
 
Magnus Würth ist Präsident des Vereins Schloss Liebegg, Vorgasse 8, CH-5722 Gränichen, ebenfalls eine Persönlichkeit mit Stil, wie es sich für einen Schlossherrn gehört.
 
Schloss-Umgebungen haben offensichtlich günstige Auswirkungen, von denen Konfuzius nur träumen konnte, wie auch das Beispiel Habsburg beweist, beziehungsweise die Reaktion auf das Blog Die Habsburg, die Habsburger und die Gemeinde Habsburg vom 19.6.2007. Darauf reagierte mein ehemaliger Aargauer-Tagblatt-Redaktionskollege Hans-Peter Widmer (E-Mail: hanspeter.widmer@hispeed.ch), der am Düchsliweg 7 in CH-5212 Hausen AG, also ganz in Schlossnähe, wohnt:
 
Auch mein Sohn, Urs Widmer, Gemeindeammann von Habsburg, lässt Dir für das sympathische Gemeindeporträt herzlich danken.
 
Apropos Habsburg: Deinem umweltbewussten Auge ist die letztjährige Strassenerneuerung innerorts nicht entgangen. Es ist die erste Innerortsstrasse im Aargau, die bei der „Sanierung“ um keinen Zentimeter verbreitert, sondern für die Anlage eines Trottoirs sogar verschmälert wurde. Und es wurde kein einziges Haus abgerissen, nicht einmal das alte Schulhüsli, das einen halben Meter in die Fahrbahn vorspringt. Das Ziel war nicht der verkehrsgerechte, sondern der siedlungsgerechte Ausbau (Schonung des Ortsbildes). Was für ein Fortschritt gegenüber den „Innerortssanierungen“ in den 1970er-Jahren und danach, bei denen ganze Häuserzeilen für Strassenverbreiterungen weichen mussten (siehe Densbüren, usw. usw.)! Das Musterbeispiel Habsburg macht jetzt auch in Birrhard Schule. Der Kanton (Aargau) hat nämlich gemerkt, dass solche Projekte viel billiger zu stehen kommen als die frühere Strassenbaudoktrin.
 
Herzliche Grüsse
gez. Hans-Peter Widmer

Soweit diese Mitteilung von einem vorbildlichen Verhalten, das wohl auch die ISOS-Verantwortlichen begeistern dürfte, die sich ja um den Gesamteindruck kümmern, den ein Ort- oder Weilerbild als Gesamterscheinung hinterlässt.
 
Freie Meinungsäusserungen
Zu den Menschenrechten wird mit Recht die freie Meinungsäusserung gezählt, auch wenn diese, will man der konfuzianischen Philosophie folgen, weniger wichtig als die Menschenpflichten ist.
 
Doch gestehe ich durchaus ein, dass die Meinungsfreiheit (im Rahmen des Sittlichen) gehört und die durch keine einengenden Vorschriften wie etwa in der Schweiz durch das Antirassismusgesetz eingeschränkt werden dürfte. Der Rassismus wäre kaum möglich, würden sich alle Völker und Menschen nach ethischen Grundsätzen verhalten. Das heisst mit anderen Worten: Man müsste sich vermehrt mit Ursachen und nicht mit Wirkungen befassen. Es gibt schon Völker, die ein ausgesprochenes Talent haben, sich vor allem durch Bombenkriege ohne Rücksicht auf zivile Opfer unbeliebt zu machen.
 
Im Blog Grosse Aufregung in der Schweiz: Sörgeli mit Mörgeli vom 10.6.2005 habe ich mich mit der Abrechnung von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli mit SVP-Bundesrat Samuel Schmid befasst. Auf dieses Tagebuchblatt ist Jürg Grunder (E-Mail: dadabasel@yahoo.de) dieser Tage gestossen – auch frühere Arbeiten bleiben ja im Internet. Jürg Grunder schrieb:
 
Sehr geehrter Herr Hess
Ich habe Ihre Meinung gelesen. Ja, ich denke auch, dass jeder ein Recht auf eine eigene Meinung hat. Herr Mörgeli vertritt meiner Ansicht nach seine Meinung vehement und ist ein Querdenker. Eine Eigenschaft, welche ich persönlich sehr positiv finde. Schliesslich ist die Freiheit die Freiheit des Andersdenkenden (Zitat frei nach Rosa Luxemburg).
 
Nur wenn Herr Mörgeli, symbolisch gesprochen, mit seinem Zeigefinger so auf Herrn Samuel Schmid deutet, sollte er dabei wissen, dass die Mehrheit seiner Finger auf ihn selber zeigt.
 
So kann, meiner Meinung nach, Herr Mörgeli froh sein, dass sein Charakter kein lebenswichtiges Organ ist.
 
MfG
Jürg Grunder, Allschwil
 
P.S. Ich habe einen ähnlichen Brief auch an Herrn Mörgeli direkt geschrieben.
 
Soweit diese Zuschrift. Nun, der kritikgewohnte und selber hart kritisierende Christoph Mörgeli dürfte um die passende Antwort nicht verlegen sein. Als Konservator des Medizinischen Museums der Universität Zürich kennt er auch die Bedeutung der einzelnen menschlichen Organe.
 
Das Medien-Konzentrat
Zu den Textatelier-Bloggern und kritischen und gründlichen Blog-Lesern gehört Heinz Scholz in D-79650 Schopfheim (E-Mail: heinz-scholz@online.de); er macht mich auch täglich auf Schreibfehler vor allen in meinen eigenen Blogs aufmerksam – und am Ende findet dann unser versierter Hauskorrektor Hans Kurt Berner, Chesletenrain 21, CH-5023 Biberstein, immer noch Verbesserungswürdiges.
 
Bei allen digitalen und gedruckten Medien gehört die Sorgfaltspflicht zu den Grundbedingungen für ein erfolgreiches Wirken; denn man darf die anspruchsvollen Nutzer niemals unterschätzen. Und genau diesem Thema galt das Blog Neoliberaler Leichengeruch im Schweizer Pressewäldchen vom 30.5.2007. Dazu schrieb Heinz Scholz:
 
Lieber Walter,
was Du über die schweizerischen Verhältnisse geschrieben hast, trifft auch auf Deutschland zu. Auch hier ist eine Konzentrierung der Medien im Gange. Als Folge davon wird überall eine Qualitätseinbusse gesehen. Auch von den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten wurden die Ideen von Sendungen über Klatsch und Tratsch inzwischen von den Privatsendern übernommen. In allen Magazinsendungen dominieren heute Berichte über Prominente, Totschlag, Babyaussetzungen, Verkehrsunfällen und sonstige Gemeinheiten, wozu Menschen fähig sind. Es gibt kaum noch gute Nachrichten.
 
Auch Al Gore kritisierte kürzlich die „Belanglosigkeiten und den Unsinn“ in den Medien. Die Bürger zollen dem Klatsch und Tratsch mehr Aufmerksamkeit als Themen wie dem Irak oder dem Klimawandel. In seinem Buch „Angriff auf die Vernunft“ geht Al Gore der Frage nach, wie es dazu kommen konnte, „dass wir viel mehr Zeit damit zubringen (...), über Britney Spears Glatze oder Paris Hiltons Gefängnisaufenthalt zu reden“.
 
Unsterbliche Naturheilkunde und Vater-Verantwortung
Eine nachhaltige Wirkung hatte offenbar auch das Blog Trotz Attacken unsterblich: Die Naturheilkunde vom 30.3.2005. Hein Alexander (E-Mail: alexander_hein001@yahoo.de) äusserte sich dazu folgendermassen:
 
Hallo Herr Hess, den Bericht auf der Webseite www.textatelier.com habe ich mit Spannung gelesen. Was Sie geschrieben haben, hätte mich viel früher nicht so bewegt. Seitdem ich Vater wurde, hat sich meine Sicht geändert.
 
Aus dem Instinkt heraus, der mir, Gott sei Dank, geblieben ist, habe ich alles selbst in die Hand genommen und mich schlau gemacht. So bin ich per Zufall und aus Interesse auch auf die Literatur von Dr. Johann Georg Schnitzer, Franz Konz, Hans-Heinrich Reckeweg und einigen anderen Autoren gestossen, die es ehrlich mit ihrem Hippokratischen Eid meinen.
 
Meiner Ansicht nach ist ein Lebewesen ohne Nachkommen nicht so am Leben interessiert wie eines, das etwas  zu behüten, zu beschützen hat und daher auch Acht auf sich selber gibt.
 
Nun zu meiner Frage: Gibt es noch mehr ähnliche Berichte, also eine Literatur, welche sich spannend wie ein Krimi liest? Danke für jede Antwort.

Mit freundlichen Grüssen
Hein Alexander
 
Ich habe Herrn Alexander auf die Bücher von Max Bircher-Benner (1867–1939), Max-Otto Bruker (1909–2001), Galenos (Galen, 129–199 v. u. Z), Hippokrates, (460–377 v. u. Z.), Christoph Wilhelm Hufeland, Sebastian Kneipp, Werner Kollath, Åre Waerland (1876–1955) usw. hingewiesen Diese epochemachenden Ernährungsphysiologen betrachteten bzw. betrachten das Ganze. Die Pioniere unter ihnen verstiessen damit gegen den Zeitgeist, wurden belächelt, gewissermassen in die Birchermüesli-Ecke gestellt, bekämpft, ja manchmal sogar kriminalisiert. Bircher wurde nach einem Kreuzverhör aus der Zürcher Ärztegesellschaft hinauskatapultiert, weil er 1900 zu sagen gewagt hatte, Getreide, Früchte und Gemüse seien hochwertigere Lebensmittel als Fleisch. Die Geschäfte sind eben wichtiger als das Wohlergehen der Bevölkerung. Konfuzius hätte wohl ebenfalls versucht, durch Bildungsanstrengungen die Menschen auf den Weg der Gesundheit zu weisen.
 
Das Mandel-Rödern
Im gleichen Tagebuchblatt habe ich auf das Mandel-Rödern (statt dem einfältigen leichtfertigen Mandeln-Entfernen zur Belebung der Chirurgie) hingewiesen. Das hat Hartmut Wiesner (E-Mail: hart.Wiesner@t-online.de) gefreut:
 
Ich habe diesen Beitrag im Internet gefunden, fand es sehr schön, dass sich noch jemand ans „Mandelrödern“ erinnert. Ich (62) habe seit meiner Kindheit erlebt, wie Hunderte Patienten glücklich und ohne Operation ihre Mandelprobleme für immer loswurden.
Mich würde es interessieren, wo es diese Saugapparate gibt.
Hartmut Wiesner
 
Ich habe diese Frage an die pflichtbewusste Naturheilärztin Heidi Schönenberger, Schönenberger-Giezendanner, Niedernweg 12, 9043 Trogen/AR (E-Mail: hschoeneneb@bluewin.ch) weitergeleitet und folgende Antwort erhalten:) weitergeleitet und folgende Antwort erhalten:
 
Sehr geehrter Herr Wiesner
 
Schön, dass Sie die Rödermethode bereits kennen und schätzen!
 
M. E. sollte sie jedoch von Fachpersonen durchgeführt werden. Es dürfte zudem sehr schwierig bis unmöglich sein, sich mit dieser Methode die Mandeln selbst zu rödern. Zum Bezug dieser Gerätschaften kenne ich in Deutschland 2 Firmen. Sie beliefern jedoch keine Privatpersonen. Es sind die Firmen Methatec, Gerlenhofer Strasse 4, Postfach 9027, D-89233 Neu-Ulm, und die Heiland (www.heiland.ch).
 
Als Privatperson können Sie in einer Apotheke nachfragen, am besten in einer, die auch Schröpfköpfe im Sortiment hat.
 
Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben weitergeholfen zu haben.
 
Mit freundlichen Grüssen
 
Heidi Schönenberger
CH-9043 Trogen
Tel. ++41 (0)71 344 47 69
 
Great!
Trotz (und vielleicht gerade wegen) unserer betont US-kritischen Haltung haben wir viele Nutzer in den USA; in einzelnen Monaten machen die Seitenaufrufe aus jenem Land die Mehrheit aus.
 
Von dort (aus New York) hat uns Valintino Guxxi (E-Mail: valintino@qmail.com) knapp und begeistert geschrieben:
 
Hello, Your site is great.
 
Regards, Valintino Guxxi

Und zur Pflege des guten Stils und eines perfekten menschlichen Umgangs untereinander obliegt es mir nur noch, allen Nutzern, die uns geschrieben haben, für ihre Bemühungen recht herzlich zu danken. Jeder Kontakt ist für uns Bereicherung und Vergnügen zugleich. Wir freuen uns auf viele weitere Zuschriften.
 
Hinweis auf die bisher erschienenen „Reaktionen auf Blogs“
01.06.2007: Reaktionen auf Blogs (58): Kulturterrorismus aus den USA
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