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BLOG vom 03.11.2007


Reaktionen auf Blogs (64): Wie man Schlappen inszeniert
Präsentation der Leserzuschriften: Walter Hess, Biberstein CH (Textatelier.com)
 
Die Parlamentswahlen 2007 sind, abgesehen von einigen 2. Wahlgängen für Ständeräte, vorbei. Die Schweizerische Volkspartei (SVP) hat einen historischen Sieg und die Sozialdemokratische Partei (SP) eine ebensolche Schlappe davongetragen. Ich mag mich darüber nicht freuen, denn die Arbeiterschaft, die der Globalisierung wie Kanonenfutter geopfert wird, hätte eine prägnante, korrekte Vertretung ihrer berechtigten Interessen sehr wohl verdient. Doch bei den Salonsozialisten, welche das Parteiprogramm bestimmen und die Partei führen, stehen eigene Karriereinteressen im Vordergrund. Sie wollen sich den Weg nach Brüssel freischaufeln, weil dort für Willige lukrative Posten winken. Zudem stehen bei der SP feministische Kulte und der Jugendwahn zu Propagandazwecken höher im Kurs als das Wohlergehen der Arbeitnehmer. Und das alles wird von den links orientierten Mainstreammedien tatkräftig unterstützt, auch wenn sich diese gerade gezwungen sehen, ihre Positionierung neu zu überdenken. Mit dem SP-Wählerschwund erleiden sie sonst einen Auflagenrückgang – und allmählich wird es noch schwieriger werden, den uniformierten tendenziösen Nonsens sogar gratis an das unterschätzte Volk zu bringen, das in Gottesnamen noch immer nicht so dumm und verblödet ist, wie man in den Redaktionsgrossraumbüros (Batteriehaltung) meint.
 
Der SP-Präsident Hans-Jürg Fehr, dessen Hauptbotschaft darin bestand, dass die SP-Fraktion den Bundesrat Christoph Blocher (SVP) im Dezember 2007 nicht wiederwählen werde (was jedermann ohnehin wusste), hat die Schlappe seiner Partei mit seinem Rücktritt als Parteipräsident aufs Frühjahr 2008 quittiert. Inzwischen bläst sich die junge Berner Nationalrätin Ursula Wyss (Chefin der SP-Nationalratsfraktion) mit dem Rückenwind aus dem Medienblasebalg kräftig auf. Schon am Tag der Rücktrittserklärung von Fehr konnte sie in der „Arena“ des Schweizer Fernsehens DRS auftreten, ihre standardisierten SP-Werbespots von der Reling des sinkenden Schiffs zum Besten geben und wurde üppig ins Bild gesetzt. Am nächsten Morgen verkündete Radio DRS, Wyss werde bereits als Nachfolgerin Fehrs „gehandelt“. Also waren da bereits Menschenhändler in Aktion; sie entstammen dem Medienbrei, der seither weiss, was er zu tun hat.
 
Ursula Wyss hat sehr gute Chancen, Parteipräsidentin zu werden, hat sie doch in der Parlamentsdebatte über Blocher, die zu einer Werbeveranstaltung für die SVP wurde, das von sich gegeben: „Herr Blocher, Euch bruucht me nid i däm Land“ (man braucht Sie in diesem Land nicht). Doch es sollte sich bei den Wahlen herausstellen, dass das Volk offenbar eine SP unter solch einer Leitung nicht will und gut darauf verzichten kann. Selbst die NZZ hat sich auf den Mainstream eingestellt; sie reihte die rotznäsige Ursula Wyss am 26. 10. 2007 ausgerechnet zu den „rechts der Parteimitte undogmatisch“ politisierenden Nationalrätinnen, die für die SP-Führung in Frage kämen. So läuft das hierzulande.
 
Wie sieht man es im Ausland? Aus Deutschland (Heilbronn) erreichte uns ein bemerkenswerter Kommentar von Martin Eitel (E-Mail: m.eitel@gmx.net) zu meinem Blog vom 22.10.2007 („CH-Parlamentswahlen: Elegant und konkordant bürgerlicher“):
 
Für einen Bewohner des nördlichen Nachbarstaates BRD ist das Wahlergebnis der SVP wirklich beeindruckend. Mediale Dummschwätzer bei uns haben die Partei um Herrn Bundesrat Christoph Blocher bei der Kommentierung des Wahlergebnisses am Wahlabend völlig zu Unrecht als rechtspopulistisch herabgewürdigt.
 
Schon während meiner Studentenzeit in direkter Nähe zur Schweiz, nämlich in Konstanz, hat mich Mitte bis Ende der 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts immer wieder beeindruckt, wie Schweizer Bürger mit Überfremdungsinitiativen versucht haben, ihre Unabhängigkeit zu bewahren.
 
Dass die SVP sich der Globalisierung soweit wie möglich widersetzt, wird natürlich von den Neoliberalen ungern gesehen, und deshalb versucht man, die SVP in die rechte Ecke zu stellen.
 
Erlebnisse im Kantonsspital Aarau
Die Demokratie braucht mündige Stimmbürger und Wähler, und die Medizin braucht mündige Patienten. Einer, der diesbezüglich Massstäbe setzte, war Heiner Keller, der in 11 Blogs seine Erlebnisse im Kantonsspital Aarau" detailliert beschrieben hat. Die Serie erregte ein aussergewöhnliches Aufsehen. Peter Jean-Richard (E-Mail: pjraarau@swissonline.ch) schrieb dazu:
 
Eben habe ich eine Reklame des Kantonsspitals Aarau bekommen, in dem die Dienstleistungen am Kranken in den schönsten Worten beschrieben werden. Mich würde interessieren, ob eine Würdigung von Heiner Kellers Erfahrungen/Texten aus Sicht des Kantonsspitals erhältlich wäre.
 
Es ist durchaus wahrscheinlich, dass auch ich diese Dienste einmal in Anspruch nehmen darf oder muss. So quasi als Vorbereitung wäre ich sehr interessiert an einer Stellungnahme des Spitals.
 
Meine Antwort auf diese Anfrage:
 
„Sehr geehrter Herr Jean-Richard,
Besten Dank für Ihren Kommentar und Ihre Anregung. Bei den Blogs handelt es sich um persönliche Tagebuchblätter, die einen betont individuellen, im Sinne von persönlichem Charakter haben. Selbstverständlich ist es dem Kantonsspital Aarau (KSA) unbenommen, uns eine Stellungnahme zuzustellen (wir haben dafür die Rubrik „Reaktionen auf Blogs“, wo auch konträre Meinungen Platz haben), doch liegt es mir fern, eine solche ausdrücklich anzufordern.
 
Ich kenne Herrn Keller seit Jahrzehnten und weiss, dass er unvoreingenommen, unbeschönigt und ehrlich berichtet. Dies sind hinreichend Voraussetzungen für lebensnahe Aufzeichnungen. Zudem bin ich froh, dass nun endlich auch einmal kompetent aus Patientensicht berichtet wird, zumal das Medizingewerbe (auch dank eines ausgesprochen unkritischen Journalismus) über hinreichend Möglichkeiten verfügt, für sich Werbung zu machen. Die von Ihnen erwähnte Reklame gehört in diesen Zusammenhang."
 
Zitat zur Lage an der Krankheitsfront
Heinz Scholz (E-Mail: heinz-scholz@online.de) lieferte einige Gedankenanstösse dazu. Er teilte uns Folgendes mit:
 
Heute schrieb ich einige Zeilen an Heiner Keller. Darunter waren auch einige Sprüche zur Erheiterung und Ablenkung. Es ist unglaublich, was er erlebt hat. Eine Behandlung ohne Ende.
 
Hier sind die dazu passenden Zitate und Weisheiten:
 
„Ein junger Arzt muss 3 Kirchhöfe haben.“ (Sprichwort)
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„Ein kluger Arzt runzelt stets die Stirn. Geht der Fall übel aus, hat er damit auf die ‚höhere Gewalt’, geht er gut aus, auf seine bescheidene Kunst aufmerksam gemacht.“ (Sigmund Graff)
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„Medizin, ein Viertel, gesunder Menschenverstand 3 Viertel!“ (Aus Indien)
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„Beobachtet man die Art, in der man in den Spitälern mit den Kranken umgeht, so möchte man glauben, die Menschen hätten diese traurige Zufluchtstätten nicht erfunden zum Wohl des Kranken, sondern um den Glücklichen den Anblick zu ersparen, der sie in ihrem Vergnügen stören könnte.“ (Vauvenargues, „Unterdrückte Maximen“)
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„Wenns dem Körper übel geht, o wie bleibt die Seele so schön zu Hause und wartet und sorgt! Ihre Wünsche gehen kaum über eine Nacht, und ihre ganze Hoffnung ruht auf einem neu verschriebenen Rezepte.“ (Goethe)
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„Die Ärzte sind unseres Herrgotts Flicker.“ (Luther)
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„Der Arzt sieht den Menschen in seiner ganzen Schwäche, der Advokat in seiner ganzen Schlechtigkeit und der Priester in seiner ganzen Dummheit.“ (Schopenhauer)
 
Das Verschwinden der Kindheit
Evi Gaigg (E-Mail: egaigg.diagnose-funk@hispeed.ch), seit Jahren eine kompetente Kämpferin gegen die ständig anwachsende Verstrahlung, ist neuerdings für die bemerkenswerte Webseite www.diagnose-funk.ch tätig – dabei handelt es sich um eine „Umweltorganisation zum Schutz vor Funkstrahlung“, die in fundierter Art auf die damit zusammenhängenden Folgen aufmerksam macht.
 
Frau Gaigg schrieb ans Blogatelier zum Thema „Das Verschwinden der Kindheit“:
 
Die deutsche Illustrierte „Stern“ Nr. 39 vom 20.9.2007 hat die markanten Veränderungen im Leben der heutigen Kindergeneration in Wort und Bild ausführlich von verschiedenen Seiten beleuchtet. Der Beitrag ist sehr lesenswert, vor allem für Eltern und Erziehungsberechtigte. An dieser Stelle seien nur einige wenige Punkte aus dem zehnseitigen Report herausgegriffen: „Wir bauten Höhlen hinter Hecken und klauten Äpfel von den Bäumen. Wir machten Feuer, was wir nicht sollten und fielen von Mauern, was wir nicht wollten. Die schlimmste Strafe war Hausarrest. Wenn wir eine Uhr brauchten, schauten wir hoch zur Kirche. Wir hatten Zeit. Das ist lange her. 30, 40 Jahre ... Wenn Jungen und Mädchen sich heute verabreden wollen, brauchen sie ein Telefon und in der Küche hängen Terminpläne.“
 
„Das Kind bekommt, was es will, nicht was es braucht. Vergebens klagt ein Vater, er habe sich an einem Elternabend für ein Handyverbot auf der Reise einer fünften Klasse eingesetzt. Er sei überstimmt worden. Die Mehrheit der Väter und Mütter wollten dies ihren Kindern nicht zumuten. Oder sich selbst nicht. Denn das Handy wird zur verlängerten Nabelschnur. Heute besitzt jeder dritte Achtjährige ein mobiles Telefon. Eltern wollen wissen, wo sich ihr Kind gerade befindet. Telefongesellschaften bieten Rundumüberwachung. Kommt das Kind nicht pünktlich aus der Schule, ortet es ein Satellit auf 50 Meter. Ein Kaffeeröster bot jetzt ein ‚kindgerechtes Handy mit Paniktaste’ an.“
 
„Der Bielefelder Soziologe Klaus Hurrelmann sagt, jedes fünfte Kind leide an Stresserscheinungen wie Nervosität, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen. Schon 1996 wurden 15 Prozent aller Psychopharmaka Kindern verschrieben. Vor allem Antidepressiva. Das Medikament der kontrollierten Kindheit heisst Ritalin. Dieser ,Bravmacher’ verändert den Stoffwechsel des Gehirns und stellt das zappelnde Kind ruhig. Nach Angaben des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts stieg die Ritalin-Vergabe in den vergangenen zehn Jahren um das 270-Fache. Mittlerweile werden in Deutschland 150 000 Kinder wegen ,Aufmerksamkeitsstörung’ und ‚Hyperaktivität’ behandelt. 400 000 Kinder gelten als ,verhaltensauffällig’.“
 
Soweit einige Ausschnitte aus dem Stern-Report. Mein Kommentar:
 
Ganz offensichtlich liegt die Aufklärung der Eltern, Erziehungsberechtigten und Schulbehörden über die Gefahren des Handytelefonierens, insbesondere für Kinder, im Argen oder wird schlicht unterdrückt. Anders lässt es sich nicht erklären, dass Kindern immer noch Handys geschenkt werden, die sie zumeist als Spielzeug benützen und überängstlichen Eltern eine falsche Sicherheit vorgaukeln. Die gesundheitlichen Gefahren, wie die Öffnung der Blut-Hirn-Schranke, Stoffwechselstörungen und neurologische Schäden, werden ausgeblendet, weil Informationen darüber entweder fehlen oder schlicht nicht zur Kenntnis genommen werden.
 
Die Ritalin-Verschreibung hat in allen Ländern markant zugenommen und sicherlich nicht rein zufällig – gerade seit der Einführung des Mobilfunks. Die Gewinnerin ist die Pharmaindustrie, die die Profite auf Kosten der Gesundheit der jungen Generation macht. Gemäss einer Untersuchung mit Statistik des Schweizer Bundesamts für Gesundheit (BAG) erhöhten sich die Ritalin-Verschreibungen seit 1996 um 690 Prozent.
 
Die Zahlen von Neuenburg gelten gemäss BAG-Studie auch für die übrige Schweiz:
 
Gewiss: es ist nicht das Handy allein, das für das vom „Stern“ zitierte Verschwinden der Kindheit verantwortlich ist: Es ist z. B. auch der Leistungsdruck in den Schulen. Erfüllen Kinder zudem nicht die Erwartungen ihrer Eltern, dann bekommen sie vielleicht den damals gefürchteten Hausarrest. Doch das stört ein Kind heute kaum mehr. Denn dann kann es in Ruhe mit dem Gameboy spielen.
 
Auch die Ernährung beeinflusst die Gesundheit
Fritz Schäppi (E-Mail: macschappi@freesurf.ch) entdeckte das Blog Johann Georg Schnitzer und die Rückkehr zur Vernunft vom 13.3.2005 und teilte dem Blogatelier dazu eigene Erkenntnisse mit:
 
Bin Jahrgang 1940 und durfte die Schnitzer-Ernährung schon als junger Mann kennen lernen. War Radrennfahrer. Mein Betreuer riet mir, mich nach Schnitzer, Bircher, Kollath zu ernähren, dann würde aus mir was. Habe das getan, war erfolgreicher WM-Teilnehmer (5. Rang 1962 in Mailand). Dann kam die Phase ohne Schnitzer-Philosophie. Ich kriegte Probleme. Heute bin ich zurück bei Schnitzer und top-fit.
 
Das sind Erfahrungen, die mehr Bedeutung als die Pseudo-Wissenschaftlichkeit haben. Aber Erfahrungen und die Erfahrungsmedizin ernten bei der Wissenschaft nur Verachtung. Die Folgen haben dann die Patienten und jene zu tragen, welche die Krankenkassenprämien aufzubringen haben.
 
Hinweis auf die bisher erschienenen „Reaktionen auf Blogs“
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