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BLOG vom 22.11.2007


Reaktionen auf Blogs (65): Auf US-Gaunereien hereingefallen
Präsentation der Leserzuschriften: Walter Hess, Biberstein CH (Textatelier.com)
 
Das Kollabieren des globalisierten Finanzsystems ist gerade im vollen Gang, was an sich kein Wunder ist, zumal sich die Geldindustrie noch immer nicht vom zerfallenden Dollar abgenabelt hat. Wenn ich mich in ein sinkendes Schiff begebe oder daran angehängt bleibe, kann ich nicht erwarten, dass ich damit zu Höhenflügen kommen werde. Wahrscheinlich werden die Araber demnächst die Ölverkäufe nicht mehr in Dollar abrechnen; das wäre dann der nächste Tiefschlag.
 
Das vordergründige, vorgeschobene Ereignis für die momentane Finanzkrise sind die US-Gaunereien, diesmal auf dem Hypothekenmarkt. Die fauler als faulen Kredite wurden von den US-Finanzinstituten grösstenteils noch rechtzeitig auf die weite Welt abgeschoben – wahrscheinlich mit anderen brutalen Abzockereien garniert. Insinder vermuten, dass weltweit noch weitere 50 biis 70 Milliarden USD an faulen Krediten zum Vorschein kommen werden; bisher sind rund 50 Mia. bekannt. Betrüger haben immer einen Wissensvorsprung. Die Naivität des Westens ist grenzenlos; man hat es sich hier geradezu zum Sport gemacht, darauf hereinzufallen. Lehren werden konsequent verweigert: Seit Jahrhunderten verschaukeln, plündern und unterwerfen diese USA die gesamte Welt, und ausgerechnet an deren Rockzipfel hängt man sich. Und nach wie vor vollziehen fast alle Börsianer alle US-„Vorgaben“ blindlings nach.
 
Der belesene Dr. Konrad Ewald aus CH-4410 Liestal hat mich dieser Tage auf das neue Buch „Putsch! Zur Geschichte des amerikanischen Imperialismus“ (Eichhorn 2007) von Stephen Kinzer aufmerksam gemacht, worin ein Teilaspekt der ständigen US-Welteroberungsbemühungen aufgezeigt sind:
 
„Der Einfall in den Irak im Jahr 2003 war kein Einzelfall. In ihm gipfelte eine hundertzehn Jahre währende Zeitspanne, in der die Vereinigten Staaten aus unterschiedlichen ideologischen, politischen und ökonomischen Gründen vierzehn Regierungen gestürzt haben. Wie bei allen diesen Operationen schien der ,Regimewechsel’ im Irak eine Zeitlang – eine äusserst kurze Zeit lang – funktioniert zu haben. Mittlerweile ist freilich klar, dass auch diese schreckliche, unbeabsichtigte Folgen hat. Das gleiche gilt für die meisten anderen Staatsstreiche, Revolutionen und Invasionen, mittels deren die Vereinigten Staaten Regierungen beseitigten, die sie fürchteten oder denen sie misstrauten.“
 
Wie aus der Massenverhaftung unschuldiger Menschen, denen durch brutale Folterungen „Geständnisse“ abgerungen und als Triumph gegen den von den USA geförderten Terrorismus ausgegeben werden, hervor geht, kennt diese aggressive, auf Eigennutz bedachte Nation keine Ethik. Jedes blinde Vertrauen in US-Produkte oder in die US-Politik zeugt von einer masslosen, von Einfalt geprägten Blindheit. Selbst normales Vertrauen ist durch nichts gerechtfertigt. Und ich gebe dem ehemaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt vollkommen Recht, der anlässlich seines 85. Geburtstags (2003) feststellte: „Für den Frieden der Welt geht von Russland heute viel weniger Gefahr aus als etwa von Amerika. Das können sie ruhig so drucken." So stand es dann auch in einem Interview, das er dem eigenen Blatt gab, der Wochenzeitung „Die Zeit“. Putin sei für ihn kein lupenreiner Demokrat, wohl aber ein „aufgeklärter Potentat“, hiess es dazu (so wiedergegeben von Spiegel online am 19.11.2007, der sich gleich bemühte, Amerika rein zu waschen).
 
Die eingebetteten West-Medien haben noch nichts begriffen und bewirken dadurch auch, dass die höchstbezahlten Bankers auf den US-Schrott hereinfallen und damit ihre Kunden schädigen. Das sind unglaubliche Vorgänge. Die Verblendung, die jede kritische Beurteilung der USA verhindert, scheint grenzenlos zu sein. Auch die masslos überrissenen Managerlöhne sind eine US-Erfindung; ein Manager mit Feingefühl und Sinn für Wesentliches würde da gewiss nicht mitmachen, nicht seinen Ruf opfern.
 
Kollabierende Systeme
Auf das US-Finanzgebaren zur globalen Ausplünderung habe ich mehrmals hingewiesen (was sind da die handwerklichen Einbrecher dagegen?), letztmals im Blog „Sorry! Wenn Systeme kollabieren: Blogatelier und der Dollar“  vom 09.11.2007, und dabei war auch vom Ausfall des Internet-Providers die Rede, der unsere Webseite www.textatelier. com verwaltet hat und inzwischen ausgewechselt worden ist. Dr. Rainer Meyer (E-Mail: ingrid.im@teleport.chberichtete von weiterem Ärger mit dem Computer – mit originellen Bezügen zum US-Dollar:
 
Lieber Herr Hess,
sowas (ein Absturz) passiert nicht nur Profis. Mir ist es auch schon zweimal passiert. Beide Male aber auch auf Grund meiner eigenen Dummheit:
1.) zu glauben, dass man mit „Recovery“- Programmen zu vernünftigen Ergebnissen kommt.
2.) Durch Nachladen von früheren Versionen gewinnt man nichts. Im Gegenteil, man verliert die bisher heruntergeladenen Updates.
3.) Durch Wiederaufladen von gestern gesicherten Versionen gewinnt man auch nichts, denn diese betreffen den Systembereich nicht (Windows etc.).
 
Summa: Die auf Servern gespeicherten DATEN plus SYSTEMDATEN können nur mit Hilfe von ziemlich ausgeklügelten und teuren und langsamen Techniken (RAID I, II, IIII, IV) wiederhergestellt werden.
 
Für uns Kleine: Wir übergeben uns einer Technik, deren Konsequenzen wir nicht erkennen können. Das ist genau die Parallele zum Dollar: Wohin geht die Reise?
 
Ein Messer ist ein gutes Beispiel: Wenn es scharf ist, können wir uns in den Finger hauen. Wenn es nicht scharf ist, dann umso mehr. Was aber, wenn keiner mehr mit einem Messer umgehen kann?
 
Die Lehrstücke für einen PC, Windows und amerikanischer Logik mag sich jeder selber vor Augen stellen.
 
Ende des Briefs.
 
Ja, allenthalben kommt es zunehmend zu Vernetzungen und Komplizierungen, und die Systeme werden immer labiler. Zudem kommt es ständig zu „Innovationen“, zu abenteuerlichen Veränderungen. Macht man nicht mit, geht nichts mehr (man ist nicht mehr kompatibel); macht man mit, lädt man sich grosse Schwierigkeiten auf. Ich erfahre das gerade wieder beim Einfahren eines DELL-Computers XPS 720 für gut 7300 CHF, der bis zum 1. Absturz mit dem Verlust wichtiger Daten nur gerade 3 Tage brauchte.
 
Nur nicht aufgeben!
Auch der Hochleistungssport ist von gravierenden Pannen begleitet. Am 01.11.2007 fand ich zu einigen kritischen Bemerkungen: Triathlonunfall: Wurde Natascha Badmann zu Fall gebracht? Auf Untersuchungsergebnisse, wie es zu dem folgenschweren Unfall kommen konnte, der eine Karriere zerstört hat, wartet man bisher vergebens.
 
Dazu äusserte sich der sportkundige Heinz Scholz aus Schopfheim D:
 
Lieber Walter,
es ist gut, dass Du den Sportunfall näher beleuchtet hast. Bei der Untersuchung des Unfalls sollte der Leitspruch „Gib niemals auf“, der auf der Internetseite www.3athlon.de auftaucht, gelten. Aber eine vollständige Aufklärung wird es wohl nie geben. Wenn eine Amerikanerin (statt die Schweizerin Natascha Badmann) gestürzt wäre, dann hätte der Verband alles daran gesetzt, den Unfall aufzuklären und danach eine Schadensersatzklage anzustreben. Man sollte solche Veranstaltungen boykottieren oder entsprechende Beobachter auf die Strecke schicken.
 
Elli Keller aus CH-5079 Oberzeihen (E-Mail: fusspflege@doracher.ch) äusserte sich in ähnlichem Sinne:
 
„Ich bin auch Deiner Meinung. Als der Badmann-Unfall in den Medien publik geworden war, wurde war mir klar, dass dieser Unfall kein Zufall war.
 
Herzliche Sonnengrüsse aus dem Fricktal
Elli
 
Von Pfarrer Künzle und von der EU
Erfreuliche Post erhielt Heinz Scholz auf seine Blogs Johann Künzle: Förderer der Kräuterheilkunde in der Schweiz  vom 12.11.2007 und EU-Blödsinn: Brüsseler Salat rund um den Namen Apfelwein vom 05.11.2007 von Dr. Johann Georg Schnitzer (E-Mail: Dr.Schnitzer@t-online.de):
 
Ihr Blog über Pfarrer Johann Künzle habe ich mit Genuss und Gewinn gelesen (Wie recht hatte dieser mit seinen Warnungen vor dem Fleischverzehr!) und auch Ihr neuestes Tagebuchblatt über die EU-Bürokraten. Die haben echt „zu viel Sonne abbekommen“. Sie werden darin nur übertroffen von der europäischen Bevölkerung, welche sich diese Verwaltungsdiktatur weitgehend untätig gefallen lässt. Das könnte nur durch „ein etwas anderes Gehirntraining“ geändert werden, wie ich es eben in meinen neuesten E-Mail-Nachrichten als Massnahme gegen die sich endemisch ausbreitende Gehirninsuffizienz empfohlen habe:
 
„Ein etwas anderes Gehirntraining: Wahr oder unwahr?“
 
Mit freundlichen Grüssen
Dr. Johann Georg Schnitzer
 
Auf Walnuss-Spuren
Heinz Scholz lieferte mir noch eine köstliche Ergänzung zum Bericht Slow Food: Ehrerbietung an charaktervolle Walnussbäume vom 20.11.2007:
 
Im „Appetit-Lexikon“ ich besitze die Neuauflage des Buches von 1894 - las ich Folgendes:
 
„Die alten Griechen waren (unter uns gesagt) nur zu faul, sich um die Kultur des prächtigen Baumes zu bemühen, und warteten daher, bis ihnen Alexander der Grosse den kultivierten Stamm fix und fertig aus Persien mitbrachte.“
 
Zum Nachdenken
Zum Abschluss dieser Reaktionen-Sammlung füge ich noch einige Sprüche an, die Heinz Scholz freundlicherweise zusammengestellt hat:
 
„Nichts wird so leicht für Übertreibung gehalten wie die Schilderung der reinen Wahrheit.“
(Joseph Conrad)
*
„Manchmal habe ich so das Gefühl, eine Pulle Wein sei mehr wert als die ganze Dichterei.“
(Gottfried Keller)
*
„Der Fortschrittsgedanke der Zivilisation hat sich als ein Übermut des Menschen entschleiert.“
(Karl Jaspers)
*
„Fliehe die Lehren jener Forscher, deren Beweisgründe nicht bestätigt werden durch Erfahrung.“
(Leonardo da Vinci)
 
Hinweis auf die bisher erschienenen „Reaktionen auf Blogs“
03.11.2007: Reaktionen auf Blogs (64): Wie man Schlappen inszeniert
Ihre Meinung dazu?

 
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