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BLOG vom 06.12.2007


Der geheimdienstliche Tiefschlag für den US-Imperialismus
Autor: Walter Hess, Biberstein CH (Textatelier.com)
 
Die Tragikomödie aus Kriegslüsternheit, Lügen, Verdrehungen, Falschinformationen, Uneinsichtigkeit und grenzenloser Dummheit, welche die USA hoch oben auf der Achse des Guten vor der Weltöffentlichkeit abziehen, müsste dem einfältigsten und unkritischsten Erdenbürger allmählich die Augen öffnen. Aber das hat bisher noch nicht in ausreichendem Umfang funktioniert; man wird wohl noch lange darauf warten müssen. Die Regierungen und die Medien behandeln die imperialistische, friedensgefährdende Grossmacht mit Samthandschuhen. Sie zeigen sich unterwürfig, weil sich die USA einer Vielzahl von Methoden bedienen, Länder gefügig zu machen, weit über diplomatische Taktiken hinaus. Wer mitmacht, wird belohnt, wer aber sich widersetzt, bestraft.
 
Im neuen Buch „Putsch! Zur Geschichte des amerikanischen Imperialismus“ von Stephen Kinzer (Eichhorn 2007) sind einige der Machenschaften beschrieben: „In einer Vielzahl von Fällen haben sie (die Amerikaner) stillschweigend Staatsstreiche oder Revolutionen unterstützt, die von anderen angezettelt wurden (…) Das lange ‚Regimewechsel’-Jahrhundert Amerikas nahm 1883 mit dem Sturz der hawaiischen Monarchie seinen Anfang. Dabei handelte es sich um eine ziemlich ungeschickte Premiere, eine als Operette inszenierte kulturelle Tragödie (…). Auf Hawaii und in den Ländern, die sich 1898 gegen Spanien erhoben, erprobten und entwickelten die amerikanischen Präsidenten ihre neue Interventionspolitik (…). Wenn die Vereinigten Staaten einen ausländischen Staatsführer, der solchen Trotz an den Tag legt, absetzen, dann machen sie nicht nur in dem betreffenden Land ihr Recht geltend, sondern schicken auch anderen Ländern eine unmissverständliche Botschaft.“
 
Die kuschende Welt hat Amerika dadurch indirekt zu einer ungeheuren Macht verholfen, die sich auch auf die multinationalen Konzerne erstreckt. Weiter im Buchtext: „John Foster Dulles, der jahrzehntelang für einige der mächtigsten Fimen der Welt arbeitete, um anschliessend Aussenminister (der USA) zu werden (…) war es, der 1953 den Staatsstreich im Iran befahl, der nicht zuletzt dem Zweck diente, den Mittleren Osten für amerikanische Ölfirmen zu sichern.“ Die Geheimdienste halfen mit, die US-Privilegien zu sichern. „Im Iran, in Guatemala, in Südvietnam und in Chile traten als Akteure der amerikanischen Intervention Diplomaten und Geheimagenten an die Stelle des Militärs“ (Kinzer).
 
Die gegenwärtige US-Politik spiegelt die herkömmlichen Muster 1:1, ohne dass die übrige Welt daraus gelernt hätte. Die Feindbilder werden von den amerikanischen Machthabern mit Hilfe raffinierter PR-Methoden aufgebaut. Und die ständig hereinfallende Weltöffentlichkeit, deren kritisches Denkvermögen auf Stecknadelkopfgrösse geschrumpft zu sein scheint, setzt dem nichts entgegen. Sonst würde sie ohne Weiteres erkennen, dass weder vom Irak noch von Iran eine Bedrohung ausgegangen ist bzw. ausgeht, sondern im Gegenteil von diesem absolut unberechenbaren Amerika. Die USA haben ein riesiges Atombombenarsenal, mit dem das Leben auf der Erde gleich mehrfach ausradiert werden könnte, der Iran bestenfalls das Wissen zum Bau von Nuklearwaffen. Quizfrage: Wer ist gefährlicher?
 
Es ist, als ob ein Massenmörder einen kleinkriminellen Ladendieb zurechtweisen würde.
 
Doch vielleicht brechen neue Zeiten an: Selbst die 16 US-amerikanischen Geheimdienste, die überall auf der Welt mitmischen und die US-Interessen wahrnehmen, sahen sich am Montag, 03.11.2007, genötigt, sich vom militanten Kurs der Bush-Kriegsregierung zu distanzieren, welche die Welt bereits in den Irak-Krieg hineingelogen hat. In Afghanistan, wo sich die Anschläge gerade wieder häufen, und im Irak stehen die USA mit abgesägten Hosen als Verlierer da. Offenbar haben die Geheimdienstleute den gefährlichen Unsinn erkannt, dass die USA ein neues Kriegsverbrechen begehen können. Und währenddem die Gewissheit wächst, dass George W. Bush als der dümmste, einsichtsloseste Präsident der USA in die Geschichte eingehen wird, wollen sie sich im letzten Moment noch in Sicherheit bringen, zumal die Gefahr besteht, dass sich das Bush-Cheney-Regime in ein neues Kriegsabenteuer in einem erdölreichen Land in der Nähe des US-Schützlings Israel, der gerade Palästina aushungert, verwickeln könnte.
 
Die amerikanische „Nationale Geheimdiensteinschätzung“ (NIE) gab bekannt, Irans Führung scheine weniger entschlossen zu sein, eine Atomwaffe zu entwickeln, als dies in den 2 vergangenen Jahren angenommen worden war und Teheran habe zudem im Herbst 2003 (vor 4 Jahren also) als Reaktion auf den internationalen Druck sein Atomwaffenprogramm eingestellt. Die Geheimdienste, die wahrscheinlich ursprünglich unverrückbar in Bushs Lügengebäude eingebunden waren, widersprechen sich jetzt selber, vollzogen eine als sensationell anmutende Kehrtwende. Bush ist entlarvt und muss nun zu neuen Verdrehungen Zuflucht suchen, das Gesicht einigermassen zu wahren, sofern überhaupt noch etwas übrig geblieben sein sollte. Er hat Übung darin, mit Fakten Schindluder zu treiben. Die jüngste Einsicht der Geheimdienste kam etwas spät, nachdem der Iran bereits zweimal mit Uno-Sanktionen belegt worden war – zweifellos zu Unrecht. Aber immerhin – sie kam.
 
Bush hat sich und seine Nation heruntergewirtschaftet. Rette, wer sich kann! Mögen die Geheimdienste das Signal für die panische Flucht aus der US-Hörigkeit gegeben haben!
 
Die Badische Zeitung (BZ) zeigte am 05.12.2007 eine Bush-Karikatur. Der verzweifelte Krieger neben der schlaffen US-Flagge wirkt verzweifelt, schockiert über den Verlust eines Grundes für einen Angriffskrieg. Bushs Traum, den 3. Weltkrieg auszulösen, verflüchtigt sich: „Da hat man SECHZEHN Geheimdienste – aber keiner liefert einem das passende Ergebnis.“
 
Der Trottel ist in jeder Hinsicht wirklich zu bedauern.
 
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