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BLOG vom 28.01.2008


Kritische Frage: Kann die Menschheit das Klima retten? (1)
Autor: Heiner Keller, Ökologe, Oberzeihen AG (ANL AG, Aarau)
 
Für jedermann, der ein Bild von einem schwimmenden Eisberg sieht, ist heute klar: Es wird wärmer: „Besonders in den nördlichen Polarregionen ist der Klimawandel schon deutlich spürbar“, lautet beispielsweise die entsprechende Bildlegende in der Zeitschrift „Natur und Mensch“ 6/2007. Dabei wäre es ja gar kein Eisberg, wenn das Eis nicht schwimmen würde und zwar unabhängig davon, ob sich das Klima ändert oder nicht. „Alles nur Klimahysterie?“ fragt Stefan Rahmsdorf, einer der weltweit renommiertesten Klimaforscher und Mitautor des viel beachteten 4. Sachstandsberichts des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC rhetorisch im oben erwähnten Artikel (www.rheinaubund.ch/natur+mensch/): Auf 8 Seiten ist alles an Vorwürfen und Unterstellungen enthalten, was die unselige Auseinandersetzung zwischen den „wissenden“ Klimaforschern und „unwissenden“ Skeptikern ausmacht.
 
Zur Sache des Klimawandels schreibt Wikipedia: „Von der überwiegenden Mehrheit der Wissenschafter wird die Meinung vertreten, dass eine vom Menschen verursachte Zunahme der Treibhausgase in der Atmosphäre zum anthropogenen Treibhauseffekt beiträgt, der zur globalen Erwärmung führt. Einen wesentlichen Beitrag zur Erwärmung leistet dasjenige CO2, das durch die Verbrennung der fossilen Energieträger Erdöl, Erdgas und Kohle freigesetzt wird, während die Verbrennung von Biomasse und daraus gewonnenen Kraftstoffen in der Bilanz nur CO2-Mengen freisetzt, die vorher photosynthetisch gebunden worden waren. Die Folgen der globalen Erwärmung sollen durch Klimaschutz gemildert werden.“ Angesichts dieser „überwiegenden Mehrheit der Wissenschafter“ ziemt es sich eigentlich nicht, zum Thema Klimawandel und den daraus abgeleiteten Katastrophenszenarien eine kritische Haltung einzunehmen und sogar noch darüber zu schreiben.
 
Die Klimakonferenz in Bali (2007), tausende von Delegierten (darunter kurzzeitig auch Schweizer Bundesräte), unzählige von Funktionären, die Nobelpreisauszeichnung für Al Gore und alle, die Geschäfte mit Forschung, Prognosen und Klimaschutz machen, können sich doch unmöglich irren. Die Wissenschafter haben sich auf eine Methodik und Forderungen geeinigt: Der Klimawandel ist zu einem politischen Programm geworden. Trotz, oder gerade wegen dieser imaginären Einigkeit braucht es Stimmen, die Fragen stellen, Gedanken äussern und Kritik üben. Die Notwendigkeit der Kritik wird unterstrichen durch die Heftigkeit mit der „Klimaskeptiker“ verbal verunglimpft werden.
 
Politisch festgelegte Wahrheiten
Die Klimadebatte gleicht in Vielem den Auseinandersetzungen im Rahmen früherer Konzile: Wahrheiten werden politisch festgelegt, Abweichler werden verhöhnt, verbannt oder (nach Möglichkeit) bestraft. Kaum jemand kann und will es sich leisten, sich karriere- und einkommensschädigend gegen allgemein gültige Trendmeinungen zu stellen, obwohl sich solche auch in der Vergangenheit nachträglich oft als falsch erwiesen haben. Das Thema ist inzwischen so populär, dass sogar der Schweizerische Bundespräsident, Herr Pascal Couchepin, in seiner Neujahrsansprache (01.01.2008) den Klimawandel als künftige Herausforderung für die Schweiz erwähnte. Die gängige Botschaft lautet zusammengefasst: Der globale Klimawandel findet statt. Er ist von Menschen gemacht und schlecht. Mit harmlosen Massnahmen und Ablasshandel können wir den Klimawandel stoppen, wenn wir sofort handeln. Wenn wir nichts machen, kosten uns die Auswirkungen der prophezeiten Klimaänderungen später noch viel mehr.
 
Partielle Wahrheiten
Dabei könnte man schon lange wissen: „Die geschichtlichen wie die naturwissenschaftlichen Wahrheiten sind nicht ,relativ’, wie man oft sagt, sondern partiell. Ob der Geist die Geschichte der Menschheit oder Naturphänomene zu ergründen sucht, stets befindet er sich vor Wirklichkeiten, deren Vielfalt er nicht gewachsen ist: er kann sie, obgleich er es möchte, nicht in ihrer Einheit sehen und versucht, diese Wirklichkeit stückweise zu erfassen, zu begreifen, zu deuten. Die widerspruchsvollen Wahrheiten, die der Skeptiker einander gegenüberstellt, um zu beweisen, dass es die Wahrheit nicht gibt, sind Fragmente einer einzigen Wahrheit, die zu kompliziert ist, als dass der menschliche Geist sie in ihrer Gesamtheit erfassen könnte. Die grosse Schwäche der Geschichte liegt darin, dass die Wahrheitstrümmer, die sie erfassen kann, meist durch Leidenschaften und Interessen aus dem Zusammenhang gerissen und umgebildet worden sind“ (Guglielmo Ferrero: Abenteuer, Bonaparte in Italien. Verlag A. Francke AG, Bern, 1950, Seite 9).
 
Ungeachtet der komplexen Wirklichkeit kommt Stefan Rahmsdorf (Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam, www.pik-potsdam.de) im  Artikel in „Natur und Mensch“ 6/2007 rasch zur Sache: Der Klimawandel sei eigentlich vor 15 Jahren schon klar gewesen. Staatschefs hätten 1992 in Rio Gegenmassnahmen beschlossen. Schuld daran, dass die Klimapolitik in den letzten 15 Jahren nicht vorangekommen ist, sind seiner Meinung nach die ewigen Kritiker, die zumeist nicht einmal ausgewiesene Klimaforscher seien. Er bezichtigt sie „eine festgefahrene Meinung zum Thema, das sich durch kein Sachargument erschüttern lässt“ zu haben und schilt sie, das Klimaproblem zu verleugnen und die Öffentlichkeit zu verwirren. Das sind Formulierungen, die aufhorchen lassen und die nach mehr Information verlangen.
 
Statt Informationen folgen im Artikel aber noch mehr Anschuldigungen eines offensichtlich gestressten Wissenschafters. Die korrekten, seriösen und ehrlichen Argumente seien den Klimaskeptikern längst ausgegangen. Mit abstrusen Falschaussagen und Bauernfängerargumenten werde gearbeitet: „Eine Diskussion auf derart niedrigem Niveau, selbst in anspruchsvolleren Medien hätte ich zuvor nicht für möglich gehalten.“ Die Wirksamkeit dieser „Scheindebatte“ erfährt der Professor offenbar in seinem Bekanntenkreis: „Viele Menschen sind verunsichert und wissen nicht mehr, was sie glauben sollen. Sie meinen, die Ursachen des Klimawandels seien unter Experten immer noch umstritten. Diese Fehleinschätzung behindert und verzögert eine effektive Klimaschutzpolitik bis heute. Dabei geht es um viele Menschenleben. Die Hitzewelle in Europa im Sommer 2003 hat über 30 000 Menschenleben gekostet.“ In der Hitze des Schreibens fährt er prognostisch fort: „Ohne rasche Gegenmassnahmen ist dies erst der Anfang eines mehrfach grösseren Klimawandels.“ Woher, Herr Professor, nehmen Sie diese Gewissheit? Was hat der Hitzesommer mit dem Klimawandel zu tun? Aber eben: Solche Fragen stellt nur jemand, der keine Ahnung hat und der seine Verantwortung für die Zukunft nicht wahrnimmt. Ich zähle mich auch dazu und nehme mich vorsorglich an den Ohren.
 
Als „Medienprofi solcher Vernebelung zum Klimathema“ seit vielen Jahren wird Dirk Maxeiner bezeichnet. Informationen findet der Leser unter der Homepage www.maxeiner-miersch.de (Die Achse des Guten):Es macht uns Spass, die ewigen Endzeitpropheten mit einer Welt zu konfrontieren, die sich hartnäckig weigert unterzugehen. (...) Die Gesellschaft sortiert sich neu und im allgemeinen Durcheinander werden zwei gegensätzliche Lager erkennbar. Auf der einen Seite jene, die die Zukunft als Bedrohung empfinden, und ihr im Schutz von Verboten zu entkommen trachten. Um ihr statisches Weltbild zu retten, wollen sie eingrenzen und bevormunden. Ihre Vorstellung vom Morgen hat den Charme einer energieoptimierten Erziehungsanstalt unter der gütigen Führung des Club of Rome. Wir gesellen uns deshalb lieber zu denen, die sich darauf freuen, an einem dynamischen, evolutionären und niemals endenden Veränderungsprozess teilzunehmen. Die Zukunft ist offen und wird spannend. Erfindungsreichtum, Selbstverantwortung und Freiheit sind die beste Ausstattung dafür.
 
Im Buch „Hurra, wir retten die Welt“ (Dirk Maxeiner, wjs Verlag Berlin 2007) legt der Autor in leicht verständlicher Sprache den aktuellen Stand des Wissens, die Wandlungsfähigkeit der Menschheit, die Art, wie Politik und Medien mit der Klimaforschung umspringen und was die Klimaretter alles behaupten und fordern, dar. Die Hitzeopfer in Europa im Sommer 2003 führt er auf schlecht ausgerüstete und mit zu wenig Personal versehene Pflegeheime (Ferienzeit) zurück. In Städten und Ländern, in denen es regelmässig heisser ist, gibt es diese Art der klimabedingten „Hitzeopfer“ nicht. Es ist logisch, dass diese Art der Argumentation ihre Anhänger findet.
 
Die zentralen Fragen
Nach diesen Texten stellen sich folgende Fragen: Stimmt es wirklich, dass schon vor 15 Jahren alles klar gewesen ist? Warum ist dann bis heute nicht mehr geschehen? Und: Wird es wirklich wärmer und gefährlicher?
 
Die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro (1992) hat unter Beteiligung von 178 Staaten Themen der Umwelt- und Entwicklungspolitik erörtert. Mit den Konventionen zu Klima und biologischer Vielfalt (Biodiversität), mit der Walderklärung, dem Aktionsprogramm Agenda 21 und dem Beschluss zur Einrichtung einer Kommission der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (CSD) wurden papierene Grundlagen für lokale (staatliche) Aktionsprogramme und eine weltweite Zusammenarbeit in der Umwelt- und Entwicklungspolitik geschaffen. und () in Rio de Janeiro (1992) hat unter Beteiligung von 178 Staaten Themen der Umwelt- und Entwicklungspolitik erörtert. Mit den Konventionen zu und biologischer Vielfalt (Biodiversität), mit der Walderklärung, dem Aktionsprogramm und dem Beschluss zur Einrichtung einer Kommission der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung () wurden papierene Grundlagen für lokale (staatliche) Aktionsprogramme und eine weltweite Zusammenarbeit in der Umwelt- und Entwicklungspolitik geschaffen. und () in Rio de Janeiro (1992) hat unter Beteiligung von 178 Staaten Themen der Umwelt- und Entwicklungspolitik erörtert. Mit den Konventionen zu und biologischer Vielfalt (Biodiversität), mit der Walderklärung, dem Aktionsprogramm und dem Beschluss zur Einrichtung einer Kommission der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung () wurden papierene Grundlagen für lokale (staatliche) Aktionsprogramme und eine weltweite Zusammenarbeit in der Umwelt- und Entwicklungspolitik geschaffen. und () in Rio de Janeiro (1992) hat unter Beteiligung von 178 Staaten Themen der Umwelt- und Entwicklungspolitik erörtert. Mit den Konventionen zu und biologischer Vielfalt (Biodiversität), mit der Walderklärung, dem Aktionsprogramm und dem Beschluss zur Einrichtung einer Kommission der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung () wurden papierene Grundlagen für lokale (staatliche) Aktionsprogramme und eine weltweite Zusammenarbeit in der Umwelt- und Entwicklungspolitik geschaffen. der Vereinten Nationen für und () in Rio de Janeiro (1992) hat unter Beteiligung von 178 Staaten Themen der Umwelt- und Entwicklungspolitik erörtert. Mit den Konventionen zu und biologischer Vielfalt (Biodiversität), mit der Walderklärung, dem Aktionsprogramm und dem Beschluss zur Einrichtung einer Kommission der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung () wurden papierene Grundlagen für lokale (staatliche) Aktionsprogramme und eine weltweite Zusammenarbeit in der Umwelt- und Entwicklungspolitik geschaffen.
 
Das Rahmenübereinkommen im Wortlaut
Mit Erstaunen habe ich gelesen, was im „Rahmenübereinkommen
der Vereinten Nationen über Klimaänderungen“, abgeschlossen in New York am 9. Mai 1992, von der Schweizerischen Bundesversammlung am 23. September 1993 genehmigt und am 21. März 1994 für die Schweiz in Kraft getreten, steht (www.admin.ch/ch/d/sr/c0_814_01.html - 13k):
 
Die Vertragsparteien dieses Übereinkommens,
in der Erkenntnis, dass Änderungen des Erdklimas und ihre nachteiligen Auswirkungen die ganze Menschheit mit Sorge erfüllen, besorgt darüber, dass menschliche Tätigkeiten zu einer wesentlichen Erhöhung der Konzentrationen von Treibhausgasen in der Atmosphäre geführt haben, dass diese Erhöhung den natürlichen Treibhauseffekt verstärkt und dass dies im Durchschnitt zu einer zusätzlichen Erwärmung der Erdoberfläche und der Atmosphäre führen wird und sich auf die natürlichen Ökosysteme und die Menschen nachteilig auswirken kann, in Anbetracht dessen, dass der grösste Teil der früheren und gegenwärtigen weltweiten Emissionen von Treibhausgasen aus den entwickelten Ländern stammt, dass die Pro-Kopf-Emissionen in den Entwicklungsländern noch verhältnismässig gering sind und dass der Anteil der aus den Entwicklungsländern stammenden weltweiten Emissionen zunehmen wird, damit sie ihre sozialen und Entwicklungsbedürfnisse befriedigen können,
 
im Bewusstsein der Rolle und der Bedeutung von Treibhausgassenken und –speichern in Land- und Meeresökosystemen, in Anbetracht dessen, dass es viele Unsicherheiten bei der Vorhersage von Klimaänderungen gibt, vor allem in Bezug auf den zeitlichen Ablauf, das Ausmass und die regionale Struktur dieser Änderungen
 
in der Erkenntnis, dass angesichts des globalen Charakters der Klimaänderungen alle Länder aufgerufen sind, so umfassend wie möglich zusammenzuarbeiten und sich an einem wirksamen und angemessenen internationalen Handeln entsprechend ihren gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten, ihren jeweiligen Fähigkeiten sowie ihrer sozialen und wirtschaftlichen Lage zu beteiligen,
 
unter Hinweis auf die einschlägigen Bestimmungen der am 16. Juni 1972 in Stockholm angenommenen Erklärung der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen, sowie unter Hinweis darauf, dass die Staaten nach der Charta der Vereinten Nationen und den Grundsätzen des Völkerrechts das souveräne Recht haben, ihre eigenen Ressourcen gemäss ihrer eigenen Umwelt- und Entwicklungspolitik zu nutzen, sowie die Pflicht, dafür zu sorgen, dass durch Tätigkeiten, die innerhalb ihres Hoheitsbereichs oder unter ihrer Kontrolle ausgeübt werden, der Umwelt in anderen Staaten oder in Gebieten ausserhalb der nationalen Hoheitsbereiche kein Schaden zugefügt wird,
 
in Bekräftigung des Grundsatzes der Souveränität der Staaten bei der internationalen Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Klimaänderungen,
 
in Anerkennung dessen, dass die Staaten wirksame Rechtsvorschriften im Bereich der Umwelt erlassen sollten, dass Normen, Verwaltungsziele und Prioritäten im Bereich der Umwelt die Umwelt- und Entwicklungsbedingungen widerspiegeln sollten, auf die sie sich beziehen, und dass die von einigen Staaten angewendeten Normen für andere Länder, insbesondere die Entwicklungsländer unangemessen sein und zu nicht vertretbaren wirtschaftlichen und sozialen Kosten führen können, unter Hinweis auf die Bestimmungen der Resolution 44/228 der Generalversammlung vom 22. Dezember 1989 über die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung sowie der Resolutionen 43/53 vom 6. Dezember 1988, 44/207 vom 22. Dezember 1989, 45/212 vom 21. Dezember 1990 und 46/169 vom 19. Dezember 1991 über den Schutz des Weltklimas für die heutigen und die kommenden Generationen, sowie unter Hinweis auf die Bestimmungen der Resolution 44/206 der Generalversammlung vom 22. Dezember 1989 über die möglichen schädlichen Auswirkungen eines Ansteigens des Meeresspiegels auf Inseln und Küstengebiete, insbesondere tiefliegende Küstengebiete, sowie die einschlägigen Bestimmungen der Resolution 44/172 der Generalversammlung vom 19. Dezember 1989 über die Durchführung des Aktionsplans zur Bekämpfung der Wüstenbildung, ferner unter Hinweis auf das Wiener Übereinkommen von 1985 zum Schutz der Ozonschicht sowie das Montrealer Protokoll von 1987 über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, in seiner am 29. Juni 1990 angepassten und geänderten Fassung,
 
in Anbetracht der am 7. November 1990 angenommenen Ministererklärung der Zweiten Weltklimakonferenz, im Bewusstsein der wertvollen analytischen Arbeit, die von vielen Staaten im Bereich der Klimaänderungen geleistet wird, und der wichtigen Beiträge der Weltorganisation für Meteorologie, des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und anderer Organe, Organisationen und Gremien der Vereinten Nationen sowie anderer internationaler und zwischenstaatlicher Gremien zum Austausch der Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung und zur Koordinierung der Forschung,
 
in der Erkenntnis, dass die für das Verständnis und die Behandlung des Problems der Klimaänderungen notwendigen Schritte für die Umwelt sowie sozial und wirtschaftlich am wirksamsten sind, wenn sie auf einschlägigen wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Erwägungen beruhen und unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse in diesen Bereichen laufend neu bewertet werden,
 
in der Erkenntnis, dass verschiedene Massnahmen zur Bewältigung der Klimaänderungen ihre wirtschaftliche Berechtigung in sich selbst haben und ausserdem zur Lösung anderer Umweltprobleme beitragen können,
 
sowie in der Erkenntnis, dass die entwickelten Länder auf der Grundlage klarer Prioritäten in flexibler Weise Sofortmassnahmen ergreifen müssen, die einen ersten Schritt in Richtung auf eine umfassende Bewältigungsstrategie auf weltweiter, nationaler und, sofern vereinbart, regionaler Ebene darstellen, die alle Treibhausgase berücksichtigt und ihrem jeweiligen Beitrag zur Verstärkung des Treibhauseffekts gebührend Rechnung trägt,
 
ferner in der Erkenntnis, dass tiefliegende und andere kleine Inselländer, Länder mit tiefliegenden Küsten-, Trocken- und Halbtrockengebieten oder Gebieten, die Überschwemmungen, Dürre und Wüstenbildung ausgesetzt sind, und Entwicklungsländer mit empfindlichen Gebirgsökosystemen besonders anfällig für die nachteiligen Auswirkungen der Klimaänderungen sind,
 
in der Erkenntnis, dass sich für diejenigen Länder, vor allem unter den Entwicklungsländern, deren Wirtschaft in besonderem Mass von der Gewinnung, Nutzung und Ausfuhr fossiler Brennstoffe abhängt, aus den Massnahmen zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen besondere Schwierigkeiten ergeben, in Bestätigung dessen, dass Massnahmen zur Bewältigung der Klimaänderungen eng mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung koordiniert werden sollten, damit nachteilige Auswirkungen auf diese Entwicklung vermieden werden, wobei die legitimen vorrangigen Bedürfnisse der Entwicklungsländer in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaftswachstum und die Beseitigung der Armut voll zu berücksichtigen sind,
 
in der Erkenntnis, dass alle Länder, insbesondere die Entwicklungsländer, Zugang zu Ressourcen haben müssen, die für eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung notwendig sind, und dass die Entwicklungsländer, um dieses Ziel zu erreichen, ihren Energieverbrauch werden steigern müssen, allerdings unter Berücksichtigung der Möglichkeit, zu einer besseren Energieausnutzung zu gelangen und, die Treibhausgasemissionen im allgemeinen in den Griff zu bekommen, unter anderem durch den Einsatz neuer Technologien zu wirtschaftlich und sozial vorteilhaften Bedingungen, entschlossen, das Klimasystem für heutige und künftige Generationen zu schützen – sind wie folgt übereingekommen“:…
 
Schon in dieser ausschweifenden Einleitung wimmelt es nur so von Erkenntnissen. Das Abkommen, das bisher von rund 200 Staaten ratifiziert wurde, geht im gleichen Stil weiter. Begriffe werden bestimmt, Grundsätze und Verpflichtungen werden festgelegt. Als Ziel wurde formuliert: Das Endziel dieses Übereinkommens und aller damit zusammenhängenden Rechtsinstrumente, welche die Konferenz der Vertragsparteien beschliesst, ist es, in Übereinstimmung mit den einschlägigen Bestimmungen des Übereinkommens die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf einem Niveau zu erreichen, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird. Ein solches Niveau sollte innerhalb eines Zeitraums erreicht werden, der ausreicht, damit sich die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können, die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird und die wirtschaftliche Entwicklung auf nachhaltige Weise fortgeführt werden kann.“
 
Wachstum über alles
Seit 1992 ist die reale Entwicklung der Erdbevölkerung „auf nachhaltige Weise“ ganz gewaltig fortgeschritten – und zwar ziemlich ohne Rücksichtnahme auf die Absichtserklärungen und Programme von Rio. Das ungebremste globale Wachstum von Menschheit und Wirtschaft dokumentiert die Wirkungslosigkeit aller bisherigen Bemühungen für eine erfolgreiche und vernünftige Lenkung der Entwicklung. Wachstum ist nach wie vor das scheinbar einzige erstrebenswerte Ziel jeder Realpolitik, jedes Landes und jeder Unternehmung. Wachstum im Alltag wird als Notwendigkeit zur Erhaltung (Mehrung) des Wohlstands und als absolute Voraussetzung zur Lösung aller absehbaren Probleme deklariert. Das Wachstum kann von aussen nicht gebremst werden. Der Vorwurf, dass daran die Skeptiker (z. B. die Klimaskeptiker) Schuld seien, scheint mir etwas sehr einfach zu sein. Was ich verstehe ist die Frustration der Forscher, die die „Erkenntnisse“ formuliert haben und die aus den Unterschriften der vielen Staaten Hoffnungen schöpfen. Die wenig begründeten Hoffnungen und die harten Realitäten klaffen weit auseinander: Das Wachstum kann nur durch innere Krisen in sich selber zusammenbrechen.
 
Was heisst „Klima“ überhaupt?
Im oben zitierten Übereinkommen wird der Begriff „Klimaänderungen“ wie folgt definiert: „Änderungen des Klimas, die unmittelbar oder mittelbar auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen sind, welche die Zusammensetzung der Erdatmosphäre verändern, und die zu den über vergleichbare Zeiträume beobachteten natürlichen Klimaschwankungen hinzukommen.“ Der viel zitierte Klimawandel setzt sich also aus natürlichen Klimaschwankungen und einem „unnatürlichen“, auf menschliche Aktivitäten zurückzuführenden Anteil zusammen. Das muss man wissen und in Diskussionen genau so beachten, wie: Was heisst Klima eigentlich? Die Definition von Klima ist etwa gleich unverständlich wie eine einleuchtende Definition von Landschaft. Ich verweise wiederum auf Wikipedia:
 
„Das geographische Klima ist die für einen Ort, eine Landschaft oder einen grösseren Raum typische Zusammenfassung der erdnahen und die Erdoberfläche beeinflussenden atmosphärischen Zustände und Witterungsvorgänge während eines längeren Zeitraumes in charakteristischer Verteilung der häufigsten, mittleren und extremen Werte.
 
Klima ist die örtlich charakteristische Häufigkeitsverteilung atmosphärischer Zustände und Vorgänge während eines hinreichend langen Bezugszeitraums, der so zu wählen ist, dass die Häufigkeitsverteilung der atmosphärischen Zustände und Vorgänge den typischen Verhältnissen am Bezugsort gerecht wird.
 
Das Klima steht als Begriff für die Gesamtheit aller meteorologischen Ursachen, die für den durchschnittlichen Zustand der Erdatmosphäre an einem Ort verantwortlich sind. (...) Klima ist die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände, einschliesslich ihrer typischen Aufeinanderfolge sowie ihrer tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Das Klima wird dabei jedoch nicht nur von Prozessen innerhalb der Atmosphäre, sondern vielmehr durch das Wechselspiel aller Sphären der Erde (Kontinente, Meere, Atmosphäre) sowie der Sonnenaktivität geprägt. Es umfasst zudem unterschiedlichste Grössenordnungen, wobei vor allem die zeitliche und räumliche Dimension des Klimabegriffs von entscheidender Bedeutung für dessen Verständnis ist.“
 
So, jetzt wissen wir es wieder: Klima ist Statistik für einen Ort. Statistik bedient sich definierter Mess- oder Zählwerte (z. B. Temperatur, Niederschlag, Wind, Luftdruck), einer Zeitreihe und Mathematik. Die Diskussion um Klima ist also eine Diskussion um statistische Werte für einen Ort und für einen Zeitabschnitt. Jedermann weiss, dass Statistiken sehr viele Möglichkeiten der Darstellung und der Interpretation bieten. Tägliche Beispiele liefern die Wirtschaftsseiten der Presse, wenn sie über Börsen und Prognosen berichten. Ich behaupte: Es ist schlicht unmöglich, eine widerspruchsfreie (nicht wertende) Statistik für das aktuelle „globale“ Klima zu machen. Damit ist es auch unmöglich, einen allfälligen menschengemachten Anteil an einem möglichen (normalen) natürlichen Wandel eines Klimawerts (z. B. Temperatur, Niederschlag, Wind, Luftdruck) zweifelsfrei zu dokumentieren. Der Willkür sind Tür und Tor geöffnet.
 
Es ist tatsächlich wärmer
Unbestritten ist, dass es in den letzten 30 Jahren in der Schweiz (in Mitteleuropa) wärmer geworden ist. Jeder Reb- und Obstbauer weiss, dass die früher gefürchteten Spätfröste, die regelmässig Ernteausfälle bescherten, in den letzten Jahren weitgehend ausgeblieben sind. Rasen müssen früher und später im Jahr noch geschnitten werden. Die Vegetationszeit ist länger geworden. Blumen blühen früher im Jahr, Früchte werden früher reif. Aber: War es dann vorher, als es kälter war „normaler“ (natürlicher) als heute? Und: Ist es nicht so, dass uns die wärmeren Jahre doch in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen Vorteile gebracht haben?
 
Weil die Klimastatistiken nicht geklärt werden können, wenden sich die Bewahrer des Klimas rasch und direkt den messbaren Tätigkeiten der Menschen zu (WWF-Schweiz): „Die Erhöhung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre und damit die globale Klimaveränderung werden hauptsächlich durch den Menschen verursacht. Das Kyoto-Protokoll legt für die industrialisierten Länder verbindliche Reduktionsziele fest, um auf internationaler Ebene gegen den Klimawandel anzukämpfen.“
 
Als Hauptsünder wird das CO2 (Kohlendioxid) dingfest gemacht: Kohlendioxid ist ein farb- und geruchloses Gas, welches ein natürlicher Bestandteil der uns umgebenden Luft ist. Bedingt durch die Aktivität der Menschen, hat sich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung aber um 36 Prozent erhöht. CO2 ist damit das wichtigste Treibhausgas und Hauptgrund für die globale Klimaveränderung. CO2 wird durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle freigesetzt. Seit Beginn der Industrialisierung hat der Verbrauch der fossilen Energieträger um das Sechzigfache zugenommen ‒ der starke Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist eine direkte Folge davon.(…) In der Schweiz macht der Verbrauch von fossilen Treib- und Brennstoffen 80 Prozent der Klimawirkung aus. Ein grosser Teil davon geht auf das Konto des motorisierten Verkehrs.“ Mittels medienwirksam aufbereiteter extremer Wetterereignisse werden „Beweise“, „Hinweise“ oder „Erkenntnisse“ zu anthropogenen Einflüssen und Störungen des Klimasystems konstruiert. Dabei weiss jeder Statistiker, dass Extremereignisse (Ausreisser) auf die langfristigen Durchschnittswerte wenig Einfluss haben und dass mathematische Beziehungen zwischen einzelnen Faktoren nichts über deren Zusammenhänge aussagen. Der Storch beispielsweise starb in gewissen Regionen Europas aus, als die Antibabypille eingeführt wurde.
 
Weil Begriffe, Zusammenhänge, politische Abmachungen, Prognosen, Trends und aktuelle Ereignisse nach eigenem Gutdünken gemischt werden, spricht kein Grund dagegen, dass sich jedermann zur Klimadebatte vernehmen lässt. Es verwundert nicht, dass Axpo und BKW ,überzeugt sind’, dass die Kernenergie angesichts der Klimaproblematik ein wichtiger Pfeiler einer CO2-freien und die Ressourcen schonenden Stromversorgung bleiben werde. Diese Kampagne des Nuklearforums Schweiz wird ja auch von der Werbeagentur Burson Marsteller gemanagt, die sich mit ,Klimafragen’ auskennt. Jahrelang hat sie im Auftrag von Kohle- und Ölfirmen werbewirksam die Kampagne ,Es gibt keine menschengemachte Klimaveränderung’ gefahren und verkündet jetzt für die Atomlobby das Gegenteil“ (BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein).
 
Das Wetter findet weltweit statt. Die Freiheit der Gedanken wird so lange bestehen bleiben, wie der Mensch das Wetter messen, interpretieren und in Statistiken darstellen kann.
 
Fortsetzung folgt.
 
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