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BLOG vom 02.03.2008


Symptombehandlung oder: Die Sicherung des Patientenguts
Autor: Walter Hess, Biberstein CH (Textatelier.com)
 
Ein Einbrecher fand an der Tür des Geldschranks, den er eben knacken wollte, den folgenden Hinweis: „Bitte verwenden Sie kein Dynamit! Dieser Safe ist nicht verschlossen. Sie brauchen nur den Griff zu drücken.“ – In dem Augenblick, in dem er den Griff betätigte, fiel von der Decke ein Sandsack auf ihn herunter. Draussen leuchteten Scheinwerfer auf, und eine Sirene alarmierte die ganze Nachbarschaft. Später, als der Pfarrer das Gefängnis besuchte, traf er dort den besagten Einbrecher, einen verbitterten Mann. Der sagte resigniert: „Wie konnte ich bloss einem anderen menschlichen Wesen trauen.“
 
Wirklich, es ist himmeltraurig, dass das Überzeugtsein von der Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit einer Person oder einer Institution immer wieder erschüttert wird. Allmählich ist das Vertrauen verbraucht, und Skepsis macht sich sogar dort breit, wo es nicht missbraucht würde.
 
In meinen jungen Jahren hatte ich ein vollkommenes Vertrauen zu all den Berufen, die sich des Elends und der Krankheiten der Menschen annehmen. Schon die Tatsache, dass sie sich für das Wohl eines Hilfesuchenden kümmerten, schien mir Beweis für eine ethische Gesinnung genug. Meine eigenen Kontakte beschränkten sich auf das Zwangsimpfen und den gelegentlichen Besuch bei einem wirklich aufopferungsbereiten Hausarzt, nachdem meine Mutter einmal den linken Oberarm gebrochen hatte.
 
Mit der Zeit musste ich aufgrund verschiedener Beobachtungen in meiner Umgebung erkennen, dass das Geschäft mit den synthetischen Medikamenten über allem stand und manchmal sogar brutal war, allein schon, was die zu falschen Erkenntnissen führenden Tierversuche anbelangte. Zudem fiel mir auf, dass die Pharmabranche, in der ich selber einige Jahre tätig gewesen war, im Hinblick auf die Gewinnmaximierung nach den gleichen Kriterien wie jedes andere Unternehmen funktionierte und Krankheiten eher gefördert und dauerbehandelt als geheilt werden. Je kränker die Menschen, desto blühender sind die Geschäfte. Manchmal hatte ich das Gefühl, meine Wahrnehmung sei getrübt.
 
Ich konnte je länger desto weniger begreifen, dass die Kinder selbst gegen normale Kinderkrankheiten geimpft werden, weil das ja das Immunsystem schwächt und den Organismus irritiert, besonders wenn ganze Impfcocktails aufs Mal verabreicht werden. Die Impfmixturen sind inzwischen ständig mit neuen Zutaten angereichert worden. Im Moment wird gerade das Grippeimpfgeschäft mit Hilfe der Medien angekurbelt, obschon dieses den Geimpften (im Gegensatz zur Medizinbranche) mehr schadet als nützt. Die meisten der Bekannten, die in den letzten Wochen die Grippe hatten, waren geimpft. Ich wünsche Ihnen eine gute Genesung, vor allem auch was die Impfbereitschaft anbelangt.
 
Das massgebende Renditedenken
Rezepte zur Stärkung des Immunsystems (der körperlichen Abwehrkräfte) durch eine vollwertige Ernährung, zur Meidung vom Giftstoffen wie synthetischen Medikamenten, Anregungen zu gesunder Bewegung an frischer Luft statt übertriebenem Sport, zur Abhärtung, zum Genussmittelgebrauch statt -missbrauch usw. werden von dieser Seite kaum angeboten. Denn Pharmafirmen und deren Aussenposten sind ins normale Wirtschaftsleben eingebunden, ein Teil des kapitalistischen Systems, das sich im Zeichen des Neoliberalismus US-amerikanischer Prägung ständig intensiviert hat. Wer das einmal zur Kenntnis genommen hat, kann die richtigen Schlüsse für das eigene Verhalten ziehen.
 
Was mich im Rahmen meines Reifeprozesses aber erstaunte, ist der Umstand, dass sich viele Ärzte in dieses System einbinden liessen, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Sie wurden zu Vertriebsorganisationen der Synthetikmedikamente, wurden zu Therapeuten (Behandlern), nahmen Nebenwirkungen zunehmend in Kauf und waren keine Heiler mehr. Die chronischen Krankheiten nahmen und nehmen ständig zu, und Chronischkranke sind die besten Kunden der Krankheitsgeschäftemacher, also sehr erwünscht. Etwa jeder Fünfte gehört dazu.
 
Ich konnte es kaum glauben, aber alle Beobachtungen von Einzelfällen und der branchentypischen Entwicklungen lieferten mir so viele Indizien, dass keinerlei Zweifel mehr möglich waren. Und dann hatte ich als für Gesundheits- und Umweltfragen zuständiger Redaktor besonders tiefe Einblicke in ein Gewerbe, das die Konsumgesellschaft nach eigenen Interessenlagen manipulierte und die Kosten für Krankheitsbehandlungen zu einem überproportionalen Ansteigen brachte. Und irgendwie habe ich mich gewundert, dass die nach ethischen Prinzipien wirkenden Ärzte, die es auch gibt, nicht aufschrieen, weil doch das Ansehen eines ganzen Berufsstands in Misskredit geriet. Offenbar wird hier kein Ausscheren geduldet.
 
Einzelorganismen reagieren in ihrer Komplexität ähnlich wie grosse Ökosysteme; doch davon schien niemand Notiz zu nehmen; an beiden Orten sind ähnliche Heil- und Lebenskräfte wirksam, und wenn immer etwas ausser Kontrolle gerät, müssen Selbstheilungskräfte aktiviert und eine Harmonisierung aller Einflüsse angestrebt werden, wenn es schon nicht gelungen war, beginnende Leiden abzuwenden; denn theoretisch sind alle nicht angeborenen Krankheiten vermeidbar.
 
Aus persönlichem Interesse und aus beruflichen Gründen nahm ich mich häufig der Naturmedizin in aller Welt an, vor allem den asiatischen, und ich lernte, dass es verschiedene Methoden gibt, mit Krankheiten umzugehen: Man kann den ganzen Menschen als ein System mit den darauf einwirkenden und in ihm zirkulierenden Energieflüssen verstehen oder aber als eine Ansammlung von auswechselbaren Einzelbestandteilen wie ein technisches Gerät. So wie es keinem Automechaniker in den Sinn kommt, mich nach meinem Umgang mit dem Auto zu fragen, so wird auch kein moderner Schulmediziner die Ursachen von Schäden, die bis zum Tod führen können, zu ergründen suchen; das analytische Denken gehört nicht zu seinem Kerngeschäft. Sondern es wird geflickt und wenn immer möglich ausgewechselt. Das bringt Verdienst. Wie der Bestandteilhandel wird auch der Organhandel zu einem blühenden Geschäft. Und an die Operationen schliesst sich in der Regel eine Dauerüberwachung an. Kundenbindung. Einer der bekanntesten Kritiker der Schulmedizin war ein Insider: Prof. Dr. med. Julius Hackethal (1921‒1997), mit dem ich während meines Berufslebens oft Kontakt hatte und der von einem „Meineid des Hippokrates“ (Buchtitel) sprach. Schade, dass seine warnende Stimme verstummt ist.
 
Das Übersehen der Ursachen
Bemerkenswert ist, dass sich die westliche Hochschulmedizin (kurz: Schulmedizin) nicht um die Ursachen kümmert, sondern mit all den Antimitteln wie den Antibiotika einfach Symptome unterdrückt statt die Gesundheit wiederherstellt, das Kausalitätsprinzip von Ursache und Wirkung also kaum zur Kenntnis nimmt. Ein Beispiel: Wenn ich fast jeden Morgen zum Frühstück ein kräftig gebratenes Spiegelei verzehre und ich jeden Morgen, an dem ich solch ein Ei genossen habe, Magenschmerzen bekomme, dann wäre doch die einzig vernünftige Reaktion, das Ei wegzulassen und durch etwas Bekömmlicheres wie eine Frucht zu ersetzen. Anders in der Schulmedizin: Da wird zuerst einmal ein Schmerzmittel verabreicht, um die Magenschmerzen zu unterdrücken, und das Problem scheint gelöst zu sein. Wenn durch den Dauergebrauch von Schmerzmitteln die Magenschleimhaut beschädigt wird und sich ein Magengeschwür entwickelt, wird zu einer medikamentösen Blockade der Magensäureproduktion in Verbindung mit einer Antibiotikatherapie gegriffen. Und wenn es dann zu gefährlichen Blutungen kommt, muss eben operiert werden; und manchmal muss dann ein Teil des Magens entfernt werden. Hat das Geschwür die Magenwand bereits durchbrochen, kommt es zu einer Bauchfellentzündung, was dann zur Behandlung auf der Intensivstation und allfälligen Nachfolgeoperationen führt.
 
Nun möchte ich dem Gesundheitswert der ehrenwerten Hühnereier nicht nahe treten. Das Ei-Beispiel ist frei erfunden – ich erachte Bioeier als gesunde Lebensmittel. Ich erfand das Beispiel nur als Aufhänger für die Illustrierung des normalen Ablaufs innerhalb der Symptombehandlungsmedizin. Jedermann ist klar, dass es sinnvoll wäre, Krankheiten durch eine vernünftige Lebensführung zu verhindern; die Unfallprävention hat hier gewisse Massstäbe gesetzt. Allerdings wirkt dem der ausser Rand und Band geratene Sportbetrieb entgegen, so dass also in den Knochenschlossereien kein Auftragsmangel herrscht. In der Allgemeinmedizin aber ist die reine Symptomunterdrückung nach wie vor Standard.
 
Krankheiten werden von den meisten Menschen noch heute als eine Art Strafe Gottes empfunden; die meisten Menschen und die Ärzte tun so, als ob sie nicht wüssten, dass jede Krankheit, sofern sie nicht angeboren ist, eine Ursache hat (sie muss nicht immer selbstverschuldet sein). Wäre die Einsicht vorhanden, ergäbe sich daraus automatisch, dass eine Krankheit nur dann geheilt werden kann, wenn man ihre Ursache beseitigt. So können die rheumatischen Erkrankungen und die Zuckerkrankheit – beides Fehlernährungsfolgen – nur geheilt werden, wenn die Übermast mit Fleisch, Zucker und Auszugsmehlen durch eine vollwertige Nahrung ersetzt würde. Ich glaube nicht, dass man darüber unterschiedlicher Meinung sein kann.
 
Auf diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob denn die Ärzte und anverwandte Berufe ebenso dumm wie grosse Teile des gewöhnlichen, hereingelegten Volks seien oder ob schlicht und einfach die Ausbildung der Ärzte an den Universitäten katastrophal falsch sei. Sind denn die Hochschullehrer so dumm? Und wenn ja, warum werden sie denn nicht durch unverbildete Studenten auf den rechten Weg gewiesen, wenn sie professoral geheiligten Nonsens verzapfen?
 
Bis heute habe ich es nicht fertig gebracht, die Medizinalpersonen als besonders einfältig zu betrachten, zumal sich ja aus dieser Gruppe auch grosse Denker und Gesundheitspioniere hervorgetan haben (Hippokrates, von Kós, Max Bircher-Benner, Max-Otto Bruker, Johann Georg Schnitzer usf.). Selbst der scharfsinnige Schriftsteller Arthur Conan Doyle (der „Sherlock-Holmes“-Autor) war britischer Arzt. Und so kam ich dann auf die relativ neue Einsicht, dass die verhängnisvolle Ausrichtung auf die Symptomunterdrückung nichts anderes als ein fieser Geschäftstrick sein kann: Man behandelt, unterdrückt Symptome, die Alarmzeichen sind und Änderungen im Lebensstil erzwingen wollen, aber man heilt nicht. Denn ein geheilter Patient ist ein mindestens vorübergehend verlorener Kunde.
 
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine Aussage des am 7. Januar 2008 verstorbenen Dr. Hansjörg Huber (76) aus der Zeit, als er noch Gesundheitsdirektor des Kantons Aargau (CVP) war (1976‒1988). Die Aussage, die ich mir anhören und die ich als Grossratsprotokollführer fürs Aargauer Tagblatt schriftlich festhalten musste: „Die Naturheiler dürfen im Aargau praktizieren, aber nicht heilen.“ Diese ärztefreundliche Politik ist bezeichnend: Nicht das (unnütze) Praktizieren, aber das Heilen ist verboten. Merkwürdigerweise war ich der Einzige, der an dieser Aussage Anstoss nahm und sich darüber aufregte.
 
Die Naturheilkunde setzt Massstäbe
Im weiteren Verlauf meines Berufslebens habe ich mich dann als „Natürlich“-Redaktor 2 Jahrzehnte lang mit der Naturheilkunde befasst und festgestellt, dass es dort praktisch immer um die Ermittlung und Beseitigung der krank machenden Einflüsse geht. Entsprechend sympathisch sind mir die überlieferten Methoden, die zum grössten Teil auf Erfahrungen basieren. Hier wird die Medizin dem Menschen und nicht der Mensch der Medizin angepasst. Selbst einige einsichtige Schulmediziner haben sich entsprechendes Wissen angeeignet, grenzen ein erweiterndes Denken also nicht mehr aus.
 
Aber genau die Vernichtung des Patientenguts durch Heilung wird der Naturheilkunde in einer kapitalistisch und gar neoliberal ausgerichteten Gesellschaft zum Verhängnis. Pharmaindustrie und die etablierte Schulmedizin sägen mit allen Mitteln an allen Stuhlbeinen, auf denen die Naturärzte sitzen. Sie zerlegen Heilpflanzen, suchen nach einem Inhaltsstoff, der ausserhalb des Gefüges toxische Eigenschaften hätte, erschweren das Zulassungsverfahren für Naturheilmittel so, dass diese vom Markt verschwinden. Es wird alles getan, um den Naturheilkundigen das Handwerk zu legen, obschon diese gerade im diesbezüglich liberalen Appenzellerland eine Erfolgsstory sind, die seit Jahrhunderten andauert und die Appenzeller zu den gesündesten Schweizern gemacht hat. Nirgends sind die Krankheitskosten kleiner als im Appenzellerland – aber genau das darf nicht sein. Der zuständige Schweizer Gesundheitsminister Pascal Couchepin hat sich auf die Seite der allmächtigen Pharma/Schulmedizin-Diktatur, zu der auch die Apparatemedizin gehört, gestellt und wirkt tatkräftig an der Zerstörung des naturheilkundlichen Wissens und Wirkens mit; für die dabei entstehenden Depressionen hat die Pharma vorgesorgt. Das Krankheitsgeschäft darf durch die Politik nicht gestört werden (denn der Staat partizipiert über Steuern an den florierenden Firmen).
 
Wenn es der Allgemeinheit wirklich daran gelegen wäre, dass die Menschen gesünder und die Krankheitskosten tiefer wären, müsste man das gesamte etablierte, schwer kranke schulmedizinische System von Grund auf reformieren. Aber weil der grösste Teil der Menschheit Medizin-hörig ist und alles schluckt, was verschrieben wird, ohne Packungsbeilagen zu lesen, und auch überflüssige Operationen über sich ergehen lässt, wird nichts geschehen. Der Schulmedizin-Terror, der von der Pharmaindustrie über die Hochschulen in Arztpraxen, Spitäler und Heime getragen wurde, wird weiterblühen.
 
Die Schulmedizin ist ebenso dogmatisiert und mächtig wie die Kirche im Mittelalter. Was aus geschäftlichen Gründen nicht sein darf, kann nicht sein.
 
Und viele einfältige Menschen begehren nicht auf und freuen sich sogar, wenn sie eine möglichst teure Patientenkarriere durchlaufen dürfen. Sie sind darauf mit medialer Hilfe dressiert worden. Sie haben zu viel Vertrauen – wie der eingangs erwähnte Einbrecher. Und die Folgen haben sie selber zu tragen.
 
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