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BLOG vom 26.03.2008


Autogeschichten (02): Blinder wurde mit 154 km/h geblitzt
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
Am 19.11.2006 publizierte ich bereits das Blog „Autogeschichten: Selbst das Schwein hatte kein Schwein.“ Nun bringe ich in einer weiteren Folge Geschichten, in denen das Auto eine wichtige Rolle spielt. So wurde beispielsweise ein blinder Spanier mit 154 km/h am Steuer geblitzt, dann flog eine Kuh auf ein Auto, und ein Wurstwerfer verursachte einen Autocrash. Aber lesen Sie darüber ausführlicher selbst!
 
US-Polizistin vom eigenen Ehemann überführt
Eine Autofahrerin und Polizistin aus Elko bei Los Angeles hätte nie im Traum daran gedacht, dass sie eines Tages von ihrem eigenen Ehemann angezeigt würde. Dieser war jedoch unerschrocken und pflichtbewusst. Mike Moor, seines Zeichens stolzer Vize-Sheriff von Elko, erwischte nämlich seine Frau betrunken am Steuer. Die 36-jährige Charlotte Moore schaute, wie die Lokalzeitung „Elko Free Press" berichtete, während eines Empfangs zu tief ins Glas und hatte danach eine gehörige Portion Alkohol im Blut. Die Berauschte war nach dem unfreiwilligen Stopp durch ihren Mann uneinsichtig. Sie weigerte sich zu pusten. Der Ehemann wusste sich zu helfen. Er forderte Verstärkung an. Letztendlich wurde der Frau Blut abgezapft und untersucht. Das Blut enthielt erhöhte Alkoholwerte. Der Alkoholexzess war für die Frau sehr unerfreulich: Sie wurde vom Dienst suspendiert.
(AFP und „Badische Zeitung“ vom 16.08.2007.)
 
Eigenes Autoradio war ihm zu laut
Jeder von uns kennt die Halbverrückten, die mit einer unglaublich lauten Beschallung aus Lautsprechern ihrer Anlagen mit dem Auto durch die Gegend fahren. Es ist kein Wunder, wenn diese Krachmacher bald unter Hörschäden zu leiden haben.
 
Wie dpa am 31.08.2007 berichtete, rief in der Nacht ein Autofahrer die Polizei in Münster an und beschwerte sich wegen lauter Radiomusik. Er betonte, die Musik stamme von einem Fest in der Umgebung seiner Wohnung. Und eine solche Ruhestörung wolle er sich nicht gefallen lassen. Die Polizei rückte an und fand bald darauf die Lärmquelle: Es war das Autoradio des Anrufers. Er hatte vergessen, sein Radio auszuschalten.
 
Ein Blinder wurde geblitzt
Der Spanier Domingo Merino wurde kurz nach seiner Erblindung am Steuer seines Autos im Januar 2007 mit einer Stundengeschwindigkeit von 154 km/h geblitzt. Als die Versicherungsgesellschaft davon erfuhr, wollte sie dem Blinden keine Entschädigung für seine Behinderung, die er nach einem Unfall bekam, zahlen (es ging schliesslich um eine Versicherungsprämie von rund 500 000 Euro). Die Versicherungsgesellschaft argumentierte, da er als Blinder noch Auto fahren könne, bekomme er auch keine Entschädigung.
 
Der Blinde hatte jedoch eine Erklärung. Auf einer geraden Strecke, die der Mann wie seine Westentasche kannte, bat er seine Frau, ihn doch ans Steuer zu lassen. Die Frau willigte ein und die gab ihm während der Fahrt laufend Hinweise über den Streckenverlauf. Die Richter am Gericht zu Barcelona bescheinigten dem Fahrer, dass er zwar blind ist, aber eine solche halsbrecherische Fahrt durchaus machen könne. Ausschlaggebend für dieses Urteil waren medizinische Befunde des Blinden.
 
Autounfälle durch Wurstwerfer und Kühe
Eine 270 Kilogramm schwere Kuh stürzte über einen Steilhang im US-Staat Washington 60 Meter in die Tiefe auf ein vorbeifahrendes Auto. Das im Auto befindliche Ehepaar wurde glücklicherweise nicht verletzt. Wäre die Kuh einige Zentimeter anders auf das Auto gefallen, hätte es wohl Tote gegeben. Aber die arme Kuh musste ihre Unachtsamkeit mit dem Leben bezahlen. Das Tier wurde eingeschläfert.
(jd/dpa und „Spiegel online“, 31.08.2007.)
 
Dies war kein unzufriedener McDonalds-Kunde: Ein Mann biss herzhaft in der Nähe eines Supermarktes in Kaufbeuren in ein Brötchen, das mit einer Bratwurst bestückt war. Anscheinend schmeckte ihm die Fast-Food-Kreation nicht. Er schleuderte Brötchen samt Wurst weg. Die ungeliebte Speise flog jedoch auf das Auto einer 19-jährigen Fahrerin. Die Frau erschrak fürchterlich und steuerte ihren Wagen frontal gegen einen Baum. Zum Glück blieb die Fahrerin unverletzt. Der feige Wurstsemmelwerfer flüchtete unerkannt.
(dpa und „SZZ“ vom 11.04.2007.)
 
Es gibt Eltern, die mit ihren Hunden oder sogar Kindern auf dem Schoss mit dem Auto herumfahren (dies habe ich selbst schon gesehen!). Diese Autofahrer sind sich nicht bewusst, dass die Kinder und Tiere bei einem Unfall zerquetscht würden. Aber da setzt das Hirn so mancher Erwachsenen aus.
 
Es gibt jedoch noch ganz andere Dinge, die man auf seinem Schoss setzen kann. So hatte eine 26-jährige Autofahrerin nahe Freudenstadt einen Unfall. Ihr Wagen prallte gegen einen Baum. Der Airbag und die auf dem Schoss befindliche Torte schützten die Fahrerin, so dass sie nicht verletzt wurde. Der Wagen und natürlich auch die Torte wurden total beschädigt.
(dpa und „Badische Zeitung“ vom 22.03.2008.)
 
Zahnlos in Kassel D
Pech gehabt: Ein Dieb klaute einem niederländischen Fernfahrer in Kassel einen Koffer, in dem dessen künstliches Gebiss verstaut war.
 
Bevor der 69-jährige Fahrer in einem Betrieb Waren aus- und einlud, hatte der Fahrer eine fatale Idee gehabt: Er nahm seine Unterkieferprothese aus dem Mund, steckte sie in einen schwarzen Koffer und stellte diesen im Führerhaus ab. Nach getaner Arbeit entdeckte er den Diebstahl. Die herbeigerufene Polizei konnte dem Zahnlosen nicht helfen. Warum er die Prothese aus dem Mund genommen hatte, wurde nicht bekannt. Vielleicht drückte diese gewaltig oder sass nicht fest genug, und er befürchtete, sie würde bei der anstrengenden Arbeit ihm aus dem Mund fallen.
(Quelle: www.stern.de vom 23.06.2007.)
 
Knoblauchgeruch und Fitnesskur
Und hier einige Anekdoten, die mir Walter Hess übermittelte: Früher fuhr ich immer mit dem BBA-Bus (heute: Aar) von Biberstein AG nach Aarau zur Arbeit. In Rombach (Gemeinde Küttigen) stieg jeweils ein grosser, kräftiger, etwas korpulenter Mann zu, der bei der Bahn arbeitete, wie von seiner Kleidung abzulesen war. Er verströmte meistens einen kräftigen Knoblauch-Dunst und wirkte kerngesund. Viele Leute störte das markante Fluidum, das sich im ganzen Bus ausbreitete. Sie brachten sich unauffällig in eine einigermassen sichere Distanz. Ich aber freute mich an dieser indirekten Aufforderung zum vermehrten Knoblauch-Genuss und nahm den Bähnler zum Vorbild.
 
Das Busfahren wurde für mich häufig zu einer Fitnesskur. Ich ging jeweils möglichst spät zur Haltestelle, um keine Zeit durch Herumstehen zu vergeuden. Oft konnte ich das öffentliche Verkehrsmittel nur noch durch einen Schnelllauf erreichen. In Aarau stieg ich am Holzmarkt in den Bus. Wenn er kurz vor meiner Ankunft abfuhr, raste ich durch die Altstadt, die der Bus durch den „Graben“ etwas umfahren musste, und erreichte ihn dann gerade noch keuchend bei der Alten Post. Oder auch nicht. Dann ging ich zu Fuss Biberstein entgegen und stieg irgendwo im Rombach oder Wissenbach in den nächsten Bus ein. Folglich: Busfahren ist gesund.
 
Das Dach flog nach hinten
In den 1970er-Jahren hatte ich einen 2CV („Döschwo“, Citroën), ein luftiges Auto mit einem Kunststoffdach, das nach hinten gerollt werden konnte und das Auto zu einem Kabriolett machte. Einmal fuhr ich mit meiner Familie von St. Gallen nach Rorschach auf der abfallenden Autobahn. Das Auto legte bei diesen günstigen Umständen an Geschwindigkeit zu – und plötzlich ertönte ein gewaltiger Knall. Das Dach, das geschlossen gewesen war, wurde vom Wind aufgerissen und flatterte hintendrein. Ich war froh, dass sich das leichte Fahrzeug nicht als Flugzeug fühlte … obschon der Flugplatz Altenrhein nahe war. Ich liess dann ein neues Dach montieren, das aber nicht mehr richtig passte und ständig für eine Naturbelüftung mit Abgasen sorgte. Als das Auto zu rosten anfing, war ich froh, es abschieben und durch ein stabileres Modell ersetzen zu können.
 
Gewichtiger Staatsmann fuhr in einem 2CV mit
Bei einer Besichtigung der N1-Baustelle (heute: A1) im Raume Baden‒Wettingen, zu welcher die Aargauer Kantonsregierung die Journalisten eingeladen hatte, erschien ich mit meinem Döschwo, den ich aus Gründen der Benzineinsparung fuhr. Der damalige Aargauer Baudirektor, Dr. Jörg Ursprung, der mit einer grossen schwarzen Staatskarosse herbeichauffiert worden war, stieg demonstrativ um: Er bat mich, in meinem 2CV mitfahren zu dürfen, der ob des Gewichts des gewichtigen Staatsmanns ordentlich in die Knie ging. Ich sagte ihm bei der Fahrt auf der weiträumigen Baustelle, die Strasse müsste weit weniger breit sein, wenn alle, unserem gemeinsamen Beispiel folgend, 2CV fahren würden ... Er schien das zu überhören, zumal wir gerade den nächsten Orientierungsposten erreicht hatten und zwängte sich erlöst aus Sitz und Auto, das für ihn schon eine Nummer zu klein war.
 
Rasante Fahrweise mit dem Toyota Prius
Seit 2 Jahren habe ich einen Toyota Prius. Das Geld, das ich an Benzinkosten einsparte, ging anfänglich für Bussen wegen minimer Geschwindigkeitsübertretungen drauf. Das Fahrzeug, das häufig nur mit dem Elektromotor fährt, ist derart leise (nur die Reifen sind zu hören), dass man die Geschwindigkeit unterschätzt. Ich musste schmerzlich lernen, häufiger auf die Geschwindigkeitsanzeige zu schauen oder den Tempomaten zu gebrauchen. Denn offensichtlich beurteilt der Normal-Autofahrer die Geschwindigkeit mit dem Gehör, das heisst nach der Lärmintensität. Bereits beschweren sich Blindenorganisationen, der Prius sei gefährlich, weil man ihn kaum noch höre. Vielleicht muss man gelegentlich von einer CD via Aussenlautsprecher künstlich für das zum Teil überwundene Motorengeräusch sorgen. Dann wäre der Lärm wieder salonfähig.
 
Augen schliessen bei einem Abgrund
Gérard Aellen aus Biberstein AG übermittelte mir folgende Anekdoten: Die Seniorengruppe „Graue Biber“ aus Biberstein benutzte für eine Wanderung durch das Engstligental im Berner Oberland nach Adelboden als Abkürzung eine Fahrt mit einem historischen Postauto von Frutigen nach Elsigbach. Die alte Strasse erklimmt den nicht unbedeutenden Höhenunterschied der Westflanke des Elsighorns entlang, hoch über dem Engstligenbach im Talgrund. (Die neue Zufahrtsstrasse nach Adelboden führt heute im Talgrund des Engstligentals.)
 
Eine mit zahlreichen Kurven versehene, ziemlich schmale Strasse – es war viel früher die erste Zugangsstrasse nach Adelboden – schlängelt sich der ziemlich steilen Westflanke des Elsighorns auf der rechten Talseite des Engstligentals entlang. Sie gewinnt mit ununterbrochener Steigung Frutigen (750 m ü. M.) im Kandertal das auf 1319 Höhenmetern gelegene Elsigbach. Im Mittelabschnitt durchschneidet die Strasse mehrere Abschnitte mit hohen Steilwänden, welche sich sowohl oberhalb als auch unterhalb der Strasse erstrecken. Der Fahrer empfahl den mitfahrenden Fahrgästen, im Falle, dass sie bei Anblick des Abgrundes auf der Talseite durch ein Unwohlsein befallen werden sollten, einfach ruhig die Augen zu verschliessen, schlussendlich mache er es auch so… Als Reaktion war ein Gemurmel im Wagen, welches nicht zu überhören war!
 
Motor austauschen bei Müdigkeit
Nach halber Fahrt wurde ein grösserer Stall erreicht. Nach den Informationen des Fahrers wurde dieser Stall damals, als die Strecke noch mit Pferdekutschen befahren wurde, als Unterkunft für die Pferde benutzt. An dieser Stelle wurden somit die ermüdeten Pferde durch ausgeruhte ausgetauscht.
 
Eigentlich müssten wir hier den Motor austauschen, erklärte der Fahrer mit einem verschmitzten Lächeln, doch der Motor zeige heute noch keine Anzeichen von Müdigkeit. Somit könnten wir uns heute diese Aktion ersparen.
 
Hinweis auf das weitere Blog mit Autogeschichten von Heinz Scholz
 
Hinweis auf einen Beitrag unter „Glanzpunkte“ mit Autogeschichten
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