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BLOG vom 05.11.2008


Der neue Messias aus den USA ist geboren: Barack Obama
Autor: Walter Hess, Publizist, Biberstein CH (Textatelier.com)
 
Ich bin aufrichtig dankbar dafür, dass die US-Wahlen endlich vorbei sind, damit sich auch die europäischen eingebetteten Medien wieder anderen Themen zuwenden können. Die vergangenen Wochen, ja Monate vermittelten den Eindruck, als ob die Welt nur noch aus den USA bestehe. Barack Obamas „Yes, we can“ kann ich bereits auswendig. Nur sein immer wieder heraufbeschworenes Charisma ist an mir spurlos vorübergegangen. Das Wahltheater mit den Hohlheiten unter dem Motto „Die USA wählen und die Welt fiebert mit“ (bei Radio DRS gehört) hängt mir zum Halse heraus.
 
Zugegeben: ich habe mich geirrt. Ich dachte, die mächtige US-Kriegsindustrie werde hinreichend schmutzige Tricks anwenden, damit John McCain gewählt wird. So hat etwa die „New York Times“ gemeldet, dass in hart umkämpften Staaten Zehntausende Wähler unrechtmässig von den Listen gestrichen worden seien. Und der Rechtsprofessor Daniel Tohaji von der Ohio-Universität sagte: „So wie die Wahlmaschinen ein grosser Faktor bei der Präsidentenwahl 2000 und die Briefwahl 2004, stehen die Wahllisten ganz oben auf der Sorgenliste in diesem Jahr 2008.“ Diesmal wurden weniger (zu wenige) Wahlmaschinen aufgestellt, und wenn die Wähler dann stundenlang im Regen gestanden hatten und die Zettel nass waren, verstopften diese die veralteten Geräte, die eigentlich noch nie richtig funktioniert haben. Was ein Indiz dafür ist, dass sie in Amerika gebaut worden sind.
 
Aber diesmal war im Übrigen alles anders. Der republikanische Präsident George W. Bush, ein schreckliches Resultat der US-Bildungsmisere, hat in seinen 8 Amtsjahren ein derartiges umfassendes Debakel angerichtet, dass ein „Change“ mit dem besten Willen nicht zu verhindern war: 2 verlorene Kriege, die noch nicht abgeschlossen sind und in Afghanistan und im Irak ein grenzenloses Elend angerichtet haben, die Terrorismusförderung, um innerhalb des Raums des Kriegsrechts beliebig schalten und walten zu können, die Wiedereinführung der Folter, das desolate Bildungs- und Krankheitswesen, eine gigantische Schuldenanhäufung beim Staat und bei Privaten in den USA, welche die gesamte Weltwirtschaft in eine tiefe Krise gestürzt haben, usw. Dass man vor solch einer Vergangenheit einen alten, unberechenbaren Krieger wie John McCain aus dem Bush-Klüngel nicht haben wollte, ist nachvollziehbar. Ich hätte keinen von beiden wählen mögen.
 
Barack Obama, der neue Gesalbte, dem die Welt zu Füssen liegt, wird uns Nicht-Amerikanern sehr teuer zu stehen kommen. Denn verschiedene seiner allgemeinplätzig-schwammigen Äusserungen lassen darauf schliessen, dass er insbesondere das alte Europa in Pflicht nehmen wird, damit für Amerika überhaupt eine Möglichkeit besteht, aus dem hausgemachten Schlamassel herauszufinden. Genau wie bei der Hypo- und der Kreditkartenkrise, die zur Weltwirtschaftskrise geworden sind, wird noch einmal versucht werden, den politisch veranstalteten Sondermüll auf die weite Welt auszulagern, auf dass die Mitläuferstaaten geschwächt werden und das imperiale Amerika erblühe. Europäer sind bereits auf dem von den USA eingerichteten Kriegsschauplätzen als Nato mit der Folgenbewältigung beschäftigt, auf eigene Kosten, versteht sich.
 
Der Obama-Kult, den unsere schweizerischen Mainstreammedien selbstverständlich mittragen, ist ein Indiz, dass wir auch in Zukunft auf jeden Schachzug aus den USA blindlings hereinfallen werden, gerade noch von der Hoffnung beseelt, Gutes zu tun. Die Mächtigen der Welt haben Obama bereits „überschwänglich“ gratuliert, wie es in den Radio-Nachrichten nach der Meldung von McCains Niederlage hiess. Schweizer Grossfirmen haben den demokratischen Präsidenten mit Hunderten von Millionen aufbauen geholfen, den Metzger selber fütternd. Von dummen Kälbern möchte ich nichts schreiben, da Kälber nicht dumm sind.
 
Die Millionenwahlspenden (rund 700 Mio. USD), die Barack Obama auch von Unternehmen zuflossen oder die er zusammenbettelte, gehören für mich in den Bereich der Korruption, die offenbar in der US-Politik erlaubt, ja üblich ist, im ausseramerikanischen Wirtschaftsbereich aber mit Milliardenstrafen geahndet wird. Damit spreche ich die Grossspender an. Es mag in der US-Politik wie beim Aufträgesammeln in Drittweltstaaten sein: Wir nicht schmiert, lebt gefährlich, wird bestraft, erhält keinen Auftrag.
 
Wie soll sich denn Obama seinen Geldgebern erkenntlich zeigen? Wie kann ein Gewählter, der seinen Wahlkampf mit Millionenbeträgen fremdfinanzieren liess, unabhängig regieren? In den USA steht ein ganzer Machtklüngel hinter jedem Präsidenten („Berater"), der im Prinzip weitgehend bloss ein Vollzugsorgan und ein medial wirksames Instrument zur Bekanntmachung US-amerikanischer Interessen und der daraus abgeleiteten Beschlüsse ist. Dass Obama auch wieder den Schlachtruf „God bless America!“ und nicht etwa „God bless the world!“ von sich gibt, ist ein weiterer Hinweis auf die Fortsetzung einer rein US-eigennützigen Politik zulasten der Mitläufer.
 
Obama, dessen Wahl die euphorisierten Medien in Anlehnung an den abtretenden Bush bereits als „historisch“ bezeichnen, wird sich mit seiner Politik und seinen Ansprüchen beim Ausmisten der gesammelten unglaublichen Dummheiten und Schulden – den moralischen und pekuniären – aus der Zeit der Bush-Regierung vermehrt der Aussenwelt zuwenden und Ausgaben und Kosten an sie delegieren. Auf deren Hereinfallen ist Verlass, wie schon immer.
 
Das Jubelgeschrei nach der Obama-Wahl ist ausserhalb der Vereinigten Staaten unberechtigt. McCain als Präsident wäre eine Katastrophe gewesen. Obama ist zumindest für Europa eine.
 
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