Startseite 
Kontakt  °  Inhaltsübersicht  
Seite weiterempfehlen
     22. Oktober 2018, 10:07 Uhr
 


Schlossportal
 Kundeneingang

 
 
BLOGs nach Datum sortiert Alle BLOGS zum Zurückblättern
BLOG vom 26.11.2008


Lachen: Die kostenlose Medizin für den Leib und die Seele
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
„Je mehr der Mensch des ganzen Ernstes fähig ist, desto herzlicher kann er lachen.“
(Arthur Schopenhauer)
*
„Das Lachen erhält uns vernünftiger als der Verdruss.“
(Gottholf Ephraim Lessing; Minna von Barnhelm)
*
„Wer singen und lachen kann, der erschreckt sein Unglück.“
(Sprichwort)
*
„Man muss lachen, bevor man glücklich ist, weil man sonst sterben könnte, ohne gelacht zu haben.“
(Le Bruyére, Charaktere 4)
*
„Das Lachen aus heiterem Herzen ist mehr wert als die längste und schärfste Predigt.“
(Adolf Kolping)
*
„Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.“ Dieser Ausspruch des französischen Moralisten Nicolas Chamfort (1741–1794) gilt besonders in unserer Zeit, wo viele Menschen im wahrsten Sinne des Wortes nichts zu lachen haben. Kinder sind da ganz anders. Sie lachen etwa 400 Mal am Tag, während wir Erwachsenen uns nur 15 Mal erheitern.
 
Lachen ist ein Lebenselixier, ein Zaubertrank. Wer sich freuen und lachen kann, der denkt positiv. „Fröhliche Menschen sind nicht bloss glücklich, sondern in der Regel auch gute Menschen“, sagte einst Karl-Julius Weber.
 
Bevor ich auf die gesundheitliche Wirkung des Lachens eingehe, eine Anmerkung: Zurzeit ist in Schopfheim D der indonesische Austauschpraktikant Bongga Paillin Kumban zu Gast. Er sammelt bei der evangelischen Bezirksjugendarbeit neue Erfahrungen. Ein Problem war für ihn anfangs, dass die Deutschen kaum lächeln. Er vermutete, die Deutschen hätten ernsthafte Probleme. In Indonesien wird dagegen viel gelacht und gelächelt. Man begrüsst sich dort überschwänglicher. Da muss ich dem Indonesier Recht geben. Viele laufen in der Tat mit ernsthaften Mienen herum. Sind das alle Anleger, die viel Geld durch die Bankenkrise verloren haben? Nun, die Missmutigen waren schon vor dem Platzen der Blase auf den Strassen zu sehen.
 
Herzhaft lachen ist angesagt
Aber es gibt einen Lichtblick: Bei Partys, Ausflügen und Wanderungen wird oft gelacht, besonders dann, wenn ein guter Witz erzählt wird. Mir geht es auch so. Besonders herzhaft muss ich über lustige Filme, kuriose Meldungen und gute Karikaturen lachen. Das tut mir gut.
 
Wenn Sie einmal so herzhaft lachen wollen, lesen Sie meinen Artikel „Badische Witze, auch für Schweizer geeignet“ (unter „Artikel nach Autoren“ im Textatelier.com).
 
Als ich kürzlich aus dieser Sammlung einige Witze Besuchern vorlas, war ein herzliches Lachen der Zuhörenden zu vernehmen. Dann passierte mir ein Malheur. Als ich den Witz vom Schweizer Fallschirmspringer vorlas, musste ich vor der Schlusspointe so lachen, dass ich nicht mehr weiterlesen konnte. Meine Frau beendete dann den Witz, und das Lachen der anderen war wieder da. Peinlich wird es, wenn einer einen Witz erzählt und die Pointe vergessen hat. Aber das passiert den guten Witzeerzählern wohl sehr selten.
 
Wenn ich mit meiner 2,5 Jahre alten Enkelin Melina durch die Strassen von Schopfheim schlendere, zeigen sonst mürrische Einheimische beim Anblick der Kleinen ein Lächeln. Oder sie beginnen zu lachen, wenn Melina etwas Lustiges von sich gibt oder ein Liedchen trällert.
 
Wer Enkelkinder betreut, wird sich wundern, wie oft die Kleinen den Grosseltern Freude bereiten. Schon am Morgen, wenn Melina mit ihrer Mutter bei uns auftaucht, lacht sie bei der Begrüssung. Dabei wird einem warm ums Herz.
 
Was das Lachen bewirkt
Nun wollen wir einmal betrachten, was das Lachen in unserem Körper bewirkt: Das Zwerchfell wird in Bewegung gesetzt, die inneren Organe massiert und die Verdauung gefördert. Das Lachen erweitert das Lungenvolumen, und es kommt zu einem erhöhten Gasaustausch und zu einer Sauerstoffanreicherung im Blut. Der Puls beschleunigt sich. Es erfolgt eine Anregung des Kreislaufs. Lachen aktiviert auch die natürlichen Abwehrzellen. Diese Zellen sind befähigt, Krebszellen und eingedrungene Mikroorganismen anzugreifen. Lachen stärkt das Immunsystem, indem es die T-Lymphozyten und T-Helferzellen aktiviert. Menschen, die ihr Leben fröhlicher verbringen, haben einen niedrigeren Blutdruck als Griesgrame oder Stressgeplagte.
 
Beruflicher und anderweitiger Stress kann durch ein befreiendes Lachen abgebaut werden. Durch die Ausschüttung von Glückshormonen wird ein Wohlgefühl erzeugt. Wer lächelt oder lacht, wirkt auf andere Menschen sympathischer.
 
Lachforscher und Medi-Clowns
Inzwischen gibt es immer mehr Mediziner, die die Wirkung des Lachens erforschen (Lachforscher nennt man Gelotologen). Der amerikanische Arzt Patch Adams konnte vor Jahren schon nachweisen, dass Patienten schneller genesen, wenn sie regelmässig lachen. Er erfand auch die Medi-Clowns. Der französische Arzt und Wissenschaftler Henri Rubinstein erreichte mittels Lachtherapien Erfolge bei Herzkranzgefässverengung, Muskelverspannungen und Depressionen. Und Norman Cousins, ein Wissenschaftsjournalist, konnte die Schmerzen bei seiner Wirbelsäulenerkrankung durch eine Lachkur reduzieren.
 
Der Verhaltenspsychologe Prof. Dietmar Todt, Berlin, fordert das Lachen in der Gruppe. Er testete die ansteckende Wirkung des Lachens. Er fand heraus, dass 2 Aspekte entscheidend sind, nämlich die abfallende Tonhöhe der einzelnen Lachlaute und zum Anderen muss die Lachmelodie in möglichst unregelmässigen Variationen wiederholt werden, um ansteckend zu wirken. Dietmar Todt ist überzeugt, dass man zukünftig gewaltbereite Gruppen durch gezielte Lachgeräusche besänftigen wird. Denn Lachen, so Todt, zehrt an den Kräften. Wer lacht, hat keine Lust zum Kloppen. Demnach dürfte die „Droge Lachen“ eine grosse Zukunft haben.
*
Fazit: Jeder sollte sich die positiven Eigenschaften der Freude und des Lachens zunutze machen, aus jedem Tag einen Freudentag machen und dabei des Öfteren die Lachmuskeln in Bewegung setzen – das wäre der richtige Weg zur inneren Zufriedenheit und Gesundheit. Und damit können auch schwierige Probleme gelöst werden.
 
Ein Beispiel gefällig? Kürzlich rief die Schwiegermutter an und fragte den Schwiegersohn: „Hast Du eine Ecke für mich frei in Deinem neuen Haus?" Antwort des Schwiegersohns: „Tut mir leid, wir haben keine Ecke frei, wir haben nur runde Zimmer."
 
Hinweise
Infos über Lachseminare unter: www.lachseminare.de
 
Ihre Meinung dazu?

 
Nach oben  
Alle Blogs
Liste der bisher erschienenen Tagebuchblätter
Blogs nach Autoren
Blogs nach Autoren
Artikel nach Autoren
Wer was geschrieben hat
  Twitter
Wir sind auch auf Twitter, ebenso unsere Gedankensplitter
 
   
  © 2002-2017 Textatelier