Textatelier
BLOG vom: 07.12.2008

Das endlose Elend: Auftragsforschung an wehrlosen Tieren

Autorin: Lislott Pfaff, Schriftstellerin, Liestal BL
 
Laut einer kurzen Mitteilung in der „Basellandschaftlichen Zeitung“ (bz) vom 17.11.2008 („RCC wird Harlan Laboratories“) hat die Firma RCC Ltd ihren Namen auf Harlan Laboratories geändert. Das in Itingen (Bezirk Sissach, Kanton Basel-Landschaft) domizilierte Unternehmen ist auf die Durchführung von Gifttests an Tieren, u. a. an Beagle-Hunden, im Auftrag von Unternehmen der Pharma-, Biotechnologie- und Agrobranche spezialisiert.
 
Hinsichtlich Behandlung ihrer Labortiere kann sich die ehemalige RCC nicht gerade einer weissen Weste rühmen: Im Jahr 1992 wurden 2 ihrer leitenden Tierärzte von einem Dreiergericht des Kantons Baselland „wegen wiederholter vorsätzlicher Zuwiderhandlung gegen das Tierschutzgesetz“ zu bedingten Haftstrafen verurteilt. Ein Beamter der Untersuchungsbehörde damals: „Mir standen die Haare zu Berge, als ich Einblick in diese Labors bekam“ („Die Weltwoche“, 28.06.1990). Die Überweisungsbehörde von Baselland hielt in einem Pressecommuniqué vom September 1992 fest, dass bei der RCC Itingen Nagetiere ohne genügende Narkotisierung auf Korkplatten gespiesst oder aufgeschnitten und bei Hunden ohne ausreichende Narkotisierung Achselschnitte zur Ausblutung vorgenommen worden waren.
 
Die Nachfolgefirma der RCC Itingen, Harlan Laboratories Ltd., ist weltweit tätig; ihr Geschäftszweck umfasst wie gesagt Dienstleistungen in den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Agrochemie usw. Was diese Dienstleistungen beinhalten, geht aus der Website der Firma hervor: Sie züchtet Labortiere, die nach ihren Worten für die Forschung geeignet sind. Aber nicht nur die Produktion, sondern auch die Verwendung dieser Tiere gehört zum Geschäftszweck der Harlan Laboratories. In der so genannten Auftragsforschung für die Pharmaindustrie sollen Medikamente gegen Krankheiten entdeckt werden, die mit Schmerzen und Behinderungen einhergehen. Mit anderen Worten, die Schmerzen und Behinderungen werden den für diesen Zweck gezüchteten Tieren zunächst zugefügt, bevor sie für Experimente verwendet werden können, wobei im Labor im wahrsten Sinn des Wortes an ihnen herum-„laboriert“ wird. Ob damit die „Entdeckung und Sicherheit neuer Arzneistoffe“ wirklich „optimiert“ werden kann, wie die Harlan Laboratories Ltd auf ihrer Website behaupten, bleibe dahingestellt.
 
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