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BLOG vom 14.06.2009


USA: Anti-Raucher-Kampagnen und Verhältnismässigkeiten
Autor: Walter Hess, Publizist, Biberstein CH (Textatelier.com)
 
Was doch alles zum Schutze von Rauchern und Nichtrauchern getan wird, besonders seitdem der berühmte Marlboro-Man Wayne McLaren 1992 an Lungenkrebs gestorben ist. Mit ihren Anti-Raucher-Kampagnen haben sich die Gesundheitsbehörden eine permanente Gelegenheit geschaffen, uns ihre Besorgtheit um unser Wohl zu beweisen und von wesentlichen Unterlassungssünden abzulenken.
 
Der US-Senat hat gerade verschärfte Anti-Raucher-Gesetze beschlossen, und das Repräsentantenhaus wird zweifellos auch noch zustimmen; Barack Obama freut sich, den Ukas unterschreiben zu dürfen. So kann dann jene merkwürdige Lebensmittel- und Arzneimittelzulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration), die über das richtet, was die Amerikaner zu schlucken und zu inhalieren haben, den Nikotingehalt von Zigaretten begrenzen (toxikologisch ist Nikotin ein Nervengift), aromatisierende Tabakzusätze verbieten (bei Pfeifentabak sind sie schon seit Jahrzehnten üblich) und die Werbung für Tabakprodukte drastisch einschränken. Irreführende Begriffe wie „light“ oder „mild“ sollen verschwinden. Selbstverständlich haben in den USA die Gerichte das letzte Wort.
 
Das Vorgehen wird mit Schätzungen untermauert, wonach jährlich 400 000 Amerikaner an den Folgen des Rauchens sterben sollen. Das ist ein Schwachsinn: Es ist ja wohl kaum anzunehmen, dass die seligen Raucher im Übrigen zu 100 % gesund lebten, niemals Abgase einatmeten und bei blühender Gesundheit wären, hätten sie bloss das Zigarettenrauchen unterlassen. Todesfälle sind multifaktoriell, und selbstverständlich kann man den Tod eines Rauchers immer mit seinem Laster in eine ursächliche Verbindung bringen, ganz wie’s beliebt. Bei einem Fleischesser kann man sagen, er sei am Fleischkonsum gestorben und ein Coca-Trinker am Coca. So einfach ist das. Die Statistiken sind elastisch genug, und die Menschen glauben ja alles.
 
Jedenfalls wissen die Schweizer Paffer jetzt, was auf sie zukommen wird – die Warnvorschriften auf den Zigarettenpäckchen, 1977 von den USA befohlen, wurden in der Schweiz 10 Jahre später nachvollzogen. Inzwischen sind wir im Nachäffen etwas schneller geworden.
 
Noch kaum habe ich davon gehört, dass man auch das Rauchen genauso kultivieren könnte wie das Kaffee- und Weintrinken. Zurückhaltend genossen kann das Nikotin die Stimmungslage verbessern, beruhigend wirken, gleichzeitig behagliche geistige Anregung bieten und ein Aspekt gemütlicher Geselligkeit sein, wenn Raucher unter sich sind. Aber von einem Land wie den USA, in dem sich nach der niedergemetzelten Indianerkultur, die noch das genüssliche „Tabaktrinken“ kannte, das Kulturbanausentum breit machte, ist nichts zu erwarten, das den Lebensstil zu verbessern vermöchte. Nach einem festlichen Essen eine kubanische Zigarre zu rauchen, ist der Gipfel des Genusses – im Gegensatz zur „schnellen Zigarette“, diesem Symbol der Schnelllebigkeit in einer nervösen Zeit. Den Amerikanern sind kubanische Zigarren schon lange untersagt (Massnahme gegen das Volk Fidel Castros, das sich den USA einfach nicht unterwerfen wollte); doch einige Geniesser, die es auch in den USA gibt, besorgen sie auf dem Schwarzmarkt und betrügen das eigene Land um die Tabaksteuer. Sie machen es gut. Die Herkunft der Zigarren, die zu Bill Clintons Lewinsky-Skandal beitrugen, bleibt ein Staatsgeheimnis.
 
Folgte man der US-Gesundheitslogik, müsste man auch den Kaffee, den Tee, alle alkoholischen Getränke usw. kriminalisieren und ihren Konsum gesetzlich einschränken. Man weiss ja nicht, was mit der systematischen Unterwerfung der Völker noch alles auf uns zukommen wird. Geradezu zum Aberwitz wird die übertriebene Antiraucherkampagne, die ihre Spuren selbst in der freiheitsbewussten Schweiz bis in die letzte Landbeiz hinterlässt, wenn man sich in Erinnerung ruft, was aus den Giftküchen der Pharmaindustrie und insbesondere des Monsanto-Konzerns alles mit FDA-Segen ungestraft auf die Menschheit losgelassen wird. In erster Linie sind die genveränderten Nahrungsmittel zu nennen, mit welchen die USA die Herrschaft über die Ernährung der Erdbevölkerung gewinnen möchten. Die Food-und-Trug-Administration als Propagandaorganisation der Pharma- und Agroindustrie macht mit.
 
Die Gentech-Nahrung kann zu Allergien und anderen immunologischen Störungen, Augenproblemen, Erlahmung, Kopfschmerzen und Krebs führen, ganz abgesehen davon, dass durch genmanipulierte Pflanzen die ökologischen Netzwerke in Richtung eines Rückgangs der Biodiversität dramatisch verändert werden. Biologische Nutzpflanzen, ein Schatz von unermesslichem Wert, werden eliminiert. Genveränderte Organismen und Junkfood gehören in den USA längst zum Alltag. Gentech-kritische Darstellungen von unabhängigen Wissenschaftlern werden mit Wucht heruntergemacht.
 
Nichts wird auch gegen das Monsanto-Produkt Roundup in all seinen Abwandlungen unternommen. Dabei handelt es sich um ein Glyphosat-Herbizid in der Rolle als Alles-Killer, das nicht nur Pflanzen, sondern auch menschliche Zellkulturen zum Absterben bringt und Embryonalschäden herbeiführt. Die Roundup-ready-Pflanzen bleiben ebenfalls unangetastet: Laut Greenpeace umfasst das Patent EP 546090 von Monsanto gentechnisch veränderte Pflanzen, die gegen das firmeneigene Pflanzenvernichtungsmittel Roundup-Ready (Glyphosat) resistent gemacht wurden. Aufgezählt werden folgende Spezies: „Mais, Weizen, Reis, Sojabohne, Baumwolle, Zuckerrübe, Ölsaatenraps, Canola, Flachs, Sonnenblume, Kartoffel, Tabak, Tomate, Luzerne, Pappel, Kiefer, Apfel und Traube.“ Gentechnik-Konzerne verdrängen mit ihren Giftkeulen das konventionelle Saatgut vom Markt und kontrollieren zunehmend die Landwirtschaft und den Lebensmittelmarkt. Durch die Verdrängung der kleinen und mittleren Bauern, die auch in der Schweiz von Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) massiv vorangetrieben wird, wird diese höchst ungemütliche Situation beschleunigt.
 
Die Behörden lassen das nicht nur geschehen, sondern wirken aktiv mit ... und lenken durch die Verfolgung der Raucher ab, die zudem noch brutal abkassiert werden.
 
Zu den üblen, in den USA zugelassenen Giften gehört auch das Rinderwachstumshormon rBST, ein transgenes Hormon; doch die so sehr ums Wohl der Menschheit besorgte FDA lässt auch dieses zu und erlaubt, dass Hormonmilch nicht speziell deklariert werden muss und sogar als „Biomilch“ verkauft werden darf. Das Hormonfleisch, das der ganzen Welt aus den USA aufgedrängt wird und in der Schweiz wenigstens deklariert werden muss, ist im Ursprungsland zum Normalfall geworden. Und dann wundert man sich, dass immer mehr Amerikaner als Fleischlawinen herumlaufen, wenn sie Hormonfleisch gegessen haben und zum unendlichen Wachstum wie die Nutztiere angeregt wurden. Die Wissenschaft hütet sich zwar, solche Zusammenhänge zu ergründen. Doch liegen sie auf der Hand.
 
Im Land der unbegrenzten Dummheiten ist fast alles erlaubt. Aber wehe, wenn sich einer, der die Welt nicht mehr versteht, mit einer Zigarette beruhigen möchte!
 
Hinweis auf ein weiteres Blog zu den Anti-Raucher-Kampagnen
 
Buchhinweis
Robin, Anne-Monique: „Mit Gift und Genen. Wie der Biotech-Konzern Monsanto unsere Welt verändert“, DVA, München 2009.
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