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BLOG vom 21.03.2010


Und wenn der CH-Armeechef halt doch Recht haben sollte?
Autor: Walter Hess, Publizist, Biberstein/AG CH (Textatelier.com)
 
Der Chef der Schweizer Armee, André Blattmann, hat in einem Vortrag zum Thema „Bedrohungslage/Risiken für die Schweiz“ unter anderem EU-Länder wie Frankreich, Italien und Spanien als mögliche Unruhegebiete erwähnt. Man müsse nur „an die wirtschaftliche Situation in Griechenland“ denken, erklärte Blattmann. „Plötzlich steht in einem EU-Land der Staat vor dem Bankrott“, hatte der Referent zur Erläuterung seiner Annahmen hinzugefügt. Dann könnten grosse Migrationsbewegungen ausgelöst werden und allenfalls einen Armeeeinsatz nötig machen.
 
Die Politiker und der Medien-Mainstream verurteilten solche Gedanken in der üblichen Einhelligkeit scharf. Denn – falls sie stimmen sollten –, dürfe man sie nicht laut äussern (der potenzielle Feind hört mit).
 
Wenn ich das alles richtig verstanden habe, geht es allerdings nicht um eine militärische, sondern sozusagen um eine völkerwanderische Bedrohung. Doch der ETH-Professor Kurt Spillmann interpretierte das anders. Zum nationalen Leitmedium „Blick“ sagte er: „Das ist ein rabenschwarz überzeichnetes, völlig unrealistisches Szenario. Wir haben doch vor unseren Nachbarn militärisch nichts zu befürchten!“
 
Migrationsströme kommen doch meistens nicht mit Panzern unter dem Dach einer unterstützenden Flugwaffe daher, sondern unbewaffnet. Verständnisvoller tönte eine Aussage des Zürcher Universitätslehrers Albert Stahel zum Blattmann-Szenario: „Es ist seine (Blattmanns) Aufgabe, die Lage in Europa zu analysieren – und dazu gehört es auch, sich mit den Folgen der Finanzkrise und der Schuldenwirtschaft in Ländern wie Griechenland zu befassen.“ Genauso würden die Ereignisse in der Schweiz durch die ausländischen Nachrichtendienste genau beobachtet.
 
Angesprochen waren Geheimdienste, die im Geheimen arbeiten und ihre Gedanken und Erkenntnisse nicht öffentlich aussprechen. Deshalb wird Blattmann nun für seine Offenheit offen kritisiert.
 
Als Normalbürger und Normalinformationsempfänger stört es mich überhaupt nicht, einigermassen umfassend informiert zu werden – im Gegenteil: Mich ärgert vielmehr, wie sich Politik und die eingebetteten Medien um grundlegende Probleme herumdrücken und das Volk mit billigen Unterhaltungsshows, Ratespielen, dem hochgespielten Sport und nichtssagenden Geplauder hinhalten, vom Wesentlichen ablenken und damit verwirren (solche Ablenkungsstrategien kommen auch militärisch zum Einsatz). Eine wichtige Rolle spielt dabei das Totschweigen.
 
So wird zum Beispiel heute weitgehend totgeschwiegen, dass die Mutter aller Finanzblasen wegen der gigantischen Staatsverschuldungen nach USA-Muster noch bevorsteht. Von wenigen Experten abgesehen, übt sich der westliche Mainstream in Schönwetterverbreitung. Und jene wichtigen Gedanken, wie sie der ranghöchste Schweizer Soldat äusserte, stören natürlich die Gottesdienst-Ruhe.
 
Sicher ging er etwas weit, wenn er angeblich verlauten liess, die Taliban könnten in der Schweiz mit Atomwaffen aktiv werden. Das glaube ich auch nicht. Sie haben in Afghanistan und Umgebung, wo ihnen ferngesteuerte Drohnen um die Ohren fliegen und auch viele Zivilisten bombardieren, gerade anderes zu tun. Aber vielleicht sagte Blattmann nur „Taliban“ und meinte „USA/Israel“, wohlwissend, dass man solche geografischen Begriffe im gegebenen Zusammenhang nicht nennen darf. Denn die wirklichen Gefahren für die Sicherheit gehen, global betrachtet, meiner persönlichen Ansicht nach von diesen beiden Atommächten aus, die ständig kriegerische Handlungen provozieren und Kriege anzetteln.
 
Den Amerikanern ging es beim Irak-Feldzug und auch in Afghanistan in erster Linie um die Sicherung fossiler Rohstoffe. Das ist ja kein Geheimnis, sondern jedermann bekannt. Aus dem gleichen Grund steht auch der Iran auf der Traktandenliste. In Zukunft vergrössern sich solche Kriegsgefahren eindeutig. Das in Hamburg domizilierte Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien schrieb dazu: „Wenn die Konkurrenz um die strategische Ressource Öl nun wächst, dann wird wahrscheinlicher, dass darauf angewiesene Staaten bereit sind, deren Zufuhr auch mit militärischen Mitteln zu sichern, oder dass eine Konkurrenzsituation militärisch eskaliert. Entsprechende Prognosen sehen daher auch einen ,Kampf um Rohstoffe’ (Der Spiegel 2006), ein ,Zeitalter dramatischer Verteilungskämpfe’ (Follath/Jung 2006) oder gar einen ,globalen Krieg ums Öl’ (Ritz/Wiesmann 2007) heraufziehen“ (Giga-Focus 2007-6).
 
Diese Gedanken können auch beliebig auf andere Rohstoffe bis zur Mangelware Wasser ausgedehnt werden ... und vor allem auch aufs Geld, das zunehmend zur Mangelware wird. Wo denn besteht der Unterschied zwischen Erdöl und Geld, wenn beides fehlt, aber dringend gebraucht wird? Neben Erdölkriegen werden von den verschwenderischen USA bereits notgedrungen Wirtschaftskriege angezettelt. Schon immer ist es zu Kriegen gekommen, wenn die Politik am Ende des Lateins war und die Politiker dennoch ihre Macht erhalten und gar vergrössern wollten. Das Kriegsrecht gibt ihnen mehr Handlungsfreiheit, was schon George W. Bush zu nutzen wusste und die Geschichte lehrt.
 
Die Entwicklung zu mehr Kriegen ist bereits im Gang, seit dem Amtieren des glücklosen US-Präsidenten Barack Obama noch akzentuiert, der die USA in eine noch nie dagewesene, höchst dramatische Schuldenkrise hinein gewirtschaftet hat und keine Sparmassnahmen trifft, sondern einfach Geld aus dem Ausland eintreiben will. Schritt für Schritt. So hat der Spendensammler Obama, der während seines Wahlkampfs Hunderttausende von Banken-Dollars gern entgegengenommen hat, am 17.03.2010 unverdrossen ein neues Gesetz unterzeichnet, das Finanzgesellschaften im Ausland und damit auch in der Schweiz dazu zwingen wird, ihre amerikanischen Kundenverbindungen bei der US-Steuerbehörde melden. Tun sie dies nicht, fallen hohe Quellensteuern an.
 
Geheimhaltungsversuche haben in diesem Falle nichts genützt: Die Bestimmungen übers Bankdaten-Eintreiben sind im erwähnten Gesetz, das Steuerkredite für kleine Firmen vorsieht, damit diese vermehrt Arbeitsplätze schaffen, schön versteckt. Jemand muss den Ukas gründlich gelesen und breitgeschlagen haben. Die „Foreign Account Tax Compliance Act“ wird vom bankrotten Staat deshalb dringend benötigt, weil Milliarden an Steuermehreinnahmen zur Gegenfinanzierung der „jobs bill“ benötigt werden. Wahrscheinlich wird jede neue Ausgabenposition in Zukunft von entsprechenden Raubzügen im Ausland begleitet werden, um das US-Finanz-Tschernobyl noch etwas hinauszuzögern. Die USA, die gottähnlichen Weltherren, können sich erfahrungsgemäss jeden beliebigen Beutezug leisten, und wer Widerstand ankündigt, wird erpresst. Sie konnten es sich schliesslich auch erlauben, der ganzen Welt Schrottpapiere für Milliarden zu verkaufen und den Zerfall der Lehmann-Brüder zu vertuschen, dessen Ankunft in der US-Hochfinanz inklusive US-Finanzminister Tim Geithner schon lange vorher bekannt war (Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32282/1.html).
 
Solche Gesetzesverstösse und Betrügereien werden nicht geahndet, weil im Staate Amerika die Immunität alles gestattet, deckt und die Gefängnisse ohnehin überfüllt sind. Die Folgen erfassen krakenarmig die ganze Welt. Selbst die Abzockereien der US-Finanzjongleure, die Schrittmacherdienste leisten, müssen alle Grossbanken mitmachen, um (vermeintlich) nicht ins Hintertreffen zu geraten, auch wenn am bitteren Ende nur Bankenzusammenbrüche resultieren. Die bis über ihr Versagen und ihren unrühmlichen Abgang hinaus vergoldeten Geldvernichter haben bisher jedenfalls keinen überzeugenden Fähigkeitsausweis hingelegt.
 
Die kleinen und grossen Finanzkriege werden vorerst noch nicht mit Drohnen und Streubomben geführt; ihr Einsatz ist vorläufig auf Afghanistan beschränkt. Aber verzweifelte Staatsbankrotteure sind eine immense Gefahr, wo immer sie auch domiziliert sein mögen. Das haben schon die Jahre vor 1939 gelehrt. Die breiten Massen, die am Ende alles bezahlen müssten, wenn sie könnten, werden bis aufs Hemd ausgenommen. Der Überdruck im Gefühlskessel des Volks steigt und steigt. Vorerst kommt es zu Protesten, Demonstrationen (wie gerade in Russland), Streiks (in England streiken momentan etwa 10 000 Flugbegleiter, und bei Coca-Cola Deutschland sind Streiks angekündigt) – man darf in diesem Zusammenhang wohl auch das Beispiel Griechenland heranziehen. Solche Arbeitsausfälle schaden der Wirtschaft zusätzlich. Werden die Massnahmen noch einschneidender, blutet ein Volk aus. Und überall, wo solche voraussehbaren, fast unlösbaren Zustände herrschen, kann es zu Fluchtbewegungen in Länder kommen, die noch eine Existenzmöglichkeit bieten.
 
Neben den Menschen flieht auch das Kapital über Landesgrenzen hinaus, wenn die Steuererträge unerträglich werden, ob auf legale oder illegale Weise – wir kennen das ja. In jedem Fall werden sichere Häfen gesucht. Bankdaten-Diebstähle blühen und werden von den Ländern ausgeschlachtet, Illegalität hin oder her. Wer steckt dahinter? Diese kriminellen Akte, an denen sich marode Staaten beteiligen, sind ebenfalls ein Merkmal des Wirtschaftskriegs.
 
Wenn sich angesichts solcher Zustände die Hafenbehörden im Hinblick auf sich am Horizont abzeichnende Notfälle ihre Gedanken machen – wer mag es ihnen verargen? Der Medienklüngel in der Schweiz, der gedankliche Abschweifungen ahndet, wäre sich hinterher nicht zu blöd, die Verantwortlichen nach gravierenden Überfällen irgendwelcher Art anzugreifen, hätten sie keine Vorbereitungen getroffen. Dies würde wiederum beinahe einhellig geschehen.
 
Die Globalisierung unter USA-Führung zeigt ihre Fratze mit zunehmender Deutlichkeit – auch diese wird heruntergelogen. Der Wirtschaftskrieg gegen die Schweiz als Finanzplatz ist nach der schäbigen Ausbeutung unter dem Holocaust-Vorwand vor rund 10 Jahren aufs Neue aufgeflammt.
*
Ich möchte keinen Armeechef haben, der sich nicht um solche Zusammenhänge kümmert. Statt Herrn Blattmann als „Buhmann in Grün“ abzustempeln, ihn ins Gebet zu nehmen und wie einen unbedarften Plauderer zurückzubinden, müsste man ihm dankbar sein. Der „Blick“ lässt das nicht zu: „Hat die Armee wieder den falschen Chef?“, titelte und signalisierte er. Und weiter: Bundesrat Ueli Maurer täte gut daran, den Chef der Armee rasch in die Schranken zu weisen – sonst ist Blattmann schnell nicht mehr tragbar.“
 
So wird bereits der Abschuss vorbereitet, womit man auch gleich dem SVP-Bundesrat Maurer eins auswischen könnte. Die publizistischen Nachahmer, treue Mitglieder des von Schwindsucht befallenen Tendenzkartells, wissen jetzt, was zu tun ist.
 
Und wiederum scheint sich die Schweiz im Abseits zu verirren, weil ungeschönte Informationen mit einem hohen Wahrscheinlichkeitsgehalt so schwer zu ertragen und deshalb unbeliebt sind. Was sich abspielt, geht auf keine Kuhhaut beziehungsweise auf keine CD-R.
 
Literatur zum Thema
Hess, Walter: „Kontrapunkte zur Einheitswelt. Wie man sich vor der Globalisierung retten kann“, Verlag Textatelier.com, CH-5023 Biberstein 2005. ISBN 3-9523015-0-7.
 
Hinweis auf weitere Blogs zum Thema Globalisierung
31.12.2004: Bilanz 2004: Überhaupt nichts im Griff
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