Textatelier
BLOG vom: 09.10.2010

Strahlefrau Doris Leuthard mit Säuli an der Olma in St. Gallen

Autorin: Lislott Pfaff, Schriftstellerin, Liestal BL/CH
 
Durch die Medienwelt geistert ein Foto von der „Strahlefrau“ und Bundesrätin Doris Leuthard, die sich an der Olma in St. Gallen mit einem neugeborenen Ferkel zur Schau stellt. Dazu lacht sie – wie meist auf den Fotos – mit aufgesperrtem Mund. Das kleine Schwein, das wie ein vergessener Lumpen vor dem Hintergrund einer eleganten Jacke irgendwie auf ihrem Arm hängt, scheint sich über das Familienporträt weniger zu freuen.
 
Begreiflich: Meines Wissens hat sich die Vorsteherin des Volkswirtschafts-Departements bisher nicht besonders für den Tierschutz in der Landwirtschaft hervorgetan. Immer noch ist zum Beispiel für Schweine – bekanntlich sehr intelligente Tiere ‒ Stallhaltung ohne Auslauf ins Freie die Regel, mit einer Liegefläche für Ferkel von 0,20–0,35 m2 und für Schweine von 0,60– 1,65 m2 je nach Gewicht, wobei dieses bis zu 160 kg betragen kann. Einzeln gehaltene Sauen dürfen sich auf einer luxuriösen Fläche von 1,30 m2 im eigenen Kot wälzen. Auch die für Tiere sicher nicht artgerechten Vollspaltenböden ohne Einstreu sind immer noch erlaubt und in der Schweinehaltung die Norm.
 
Bundesrätin Leuthard hatte in ihrem bisherigen Departement nochmals Schwein. Sie konnte sich so ‒ wohl zum letzten Mal ‒ als Vorsteherin des Volkswirtschafts-Departements profilieren. Im Umwelt-, Verkehrs- und Energie-Ministerium wird sie zum Glück nicht mehr über das Schicksal von Tieren verfügen können. Dafür wird sie beim Bau von AKWs, Strassen und Bahnlinien mit Leuten zu tun haben, die sich nicht so leicht auf den Arm nehmen lassen wie das Säuli an der Olma.
 
 
Hinweis auf ein weiteres Blog mit Bezug zur Schweinehaltung
 
Hinweis auf ein Blog über Doris Leuthards Landwirtschaftspolitik
29.07.2008: Wie Doris Leuthard CH-Bauern ins WTO-Messer laufen lässt
Hinweis auf weitere Blogs von Scholz Heinz
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