Textatelier
BLOG vom: 27.10.2011

Stimmgabel mit Nachklang: Das Ungesagte angetönt

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Die Stimmgabel, einmal angeschlagen, verklingt rasch. So seien einige Gedanken hurtig und fragmentarisch aufgegriffen, die sich unterschiedlich auslegen lassen, gefolgt von einigen rezitativen Nachklängen.
*
Lasst Vögel den Tag anstimmen – und hört zu.
 
Die Kakaphonie ist vielstimmig unstimmig.
 
Lasst die Kantilene das Gefühl anstimmen.
 
Mancher Lobgesang verstimmt.
 
Wie kommt die Stimmung in Schwung?
 
Die Stimmung wird von der Strömung getragen.
 
Wer zielbewusst die richtige Stimmlage trifft, ist hellhörig.
 
Schale Rhetorik wird stimmgewaltig verfolgt.
 
Wer von der Stimmung hingerissen, treibt stromabwärts.
 
Über jede Stimmung hinweg urteilsfähig bleiben.
 
Mit Stimme klar und wahr überzeugt.
 
Unbestimmt bleibt das Ziel der Lebensreise ‒
So viele Laute, so viele Dissonanzen.
 
Den Takt mit dem Taktstock angeben.
 
Das Rezitativ füllt Gesangspausen der Kantilene.
 
Vielsagend versagt viel.
 
Verständnis glitzert wie Morgentau.
 
Unbestimmt bleibt das Ziel in der Lebensreise.
 
Vom Schmuck behangen ... Güte schmückt besser.
 
Freundlich nicken ist ein Gruss wert.
 
Besser wie Schwalben segeln als flattern.
 
Das Schlängeln bleibe den Schlangen vorbehalten.
 
Geiz zeichnet den Mund schmallippig.
 
Schweigend lassen sich Spuren verfolgen.
 
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