Textatelier
BLOG vom: 06.11.2011

Aphorismen und Einfälle: Die Welt ist keine Kristallkugel

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Sanftes oder grelles Licht? Eine Temperamentsfrage.
 
Kristall hascht das Licht und wirft es als Reflexionen zurück. Leider ist die Welt keine Kristallkugel.
 
Was man nicht tun sollte, ist wesentlich wichtiger, als was man tun sollte.
 
Im Alter ersetzen Erinnerungen die Jugendträume.
 
Verleugnete Gerüchte bleiben hartnäckig kleben.
 
Das Original übertrifft allemal die Kopie.
 
Der Ausspruch „einfach gesagt“ verführt zum langatmigen Redeschwall.
 
Liebe – ungleich Hass – kann leicht vorgetäuscht werden.
 
Manche Tugenden entstehen aus Defekten.
 
Jede Aufregung vergisst leicht ihre Ursache.
 
Wer Zeit vergeudet, ist auf seine Kosten grosszügig.
 
Unbestechlicher Rat ist teuer. Eigener ist gratis und verlässlicher.
 
Preise nicht das Licht vor dem Schatten.
 
Im Andenken bleibt man eng mit den lieben Verstorbenen verbunden.
 
Des Schweizers Mundart ist in der Landwirtschaft beheimatet.
 
Ein Einfall? Es braucht ihrer viele, um einen zu verwirklichen.
 
Kapital ist kein Vermögen wert.
 
Die Spannweite des Denkens ist unendlich ‒ beschränkt.
 
Kapitalsünder sind Blutegel der Armen.
 
Durstlöscher. Der Drang nach Wissen täglich gestillt.
 
Wer schon kann das Gewissen aus dem Tiefschlaf reissen?
 
Ein Reicher trug schwer an einem Sack Korn. Ein Armer erbarmte sich seiner und schlitzte den Sack auf.
 
Permanenz ist kein Dauerzustand.
 
Lichteinfälle bewirken und erbringen lichte Einfälle.
 
Selbst das Erbarmen hat Grenzen.
 
Distanzen sind belanglos, solange man sich dem Ziel nähert.
 
In der Armut wird alles geteilt, begonnen mit der Not.
 
Lass ab, wo du nichts ausrichten kannst.
 
Lichterloh entflammt? Temperatur und Temperament gedrosselt sind bekömmlicher.
 
Auf gut Treu und Glauben? Ja, aber mit dem Zusatz: Trau, schau, wem!
 
Das Kapital. Die letzten Kapitel des perfiden Kapitalismus haben begonnen.
 
 
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