Textatelier
BLOG vom: 19.03.2012

Aphorismen-Nachschub: Von der Lauf- zur Rutschbahn

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schrifsteller, London
 
 
Der Laufbahn folgt die Rutschbahn.
 
Im Irrtum schlummert die Wahrheit. Wenige bemerken das.
 
Wenig lässt sich erzwingen. Gelassenheit erreicht mehr.
 
Die Vorfreude ist der Morgentau im Gemüt.
 
Die Kunst gebärt im Unterschlupf.
 
Lasse dich nicht mit der Ewigkeit abspeisen. Das tägliche Brot hat Vorrang.
 
Was du sagst, gilt weniger als wie du das sagst.
 
Alle Sorgen löscht der Tod. Aber das tröstet niemand.
 
Grosse Sorgen fressen die kleinen.
 
Ein Narr bewundert sich in anderen.
 
Wenn Kleider Leute machen, enthüllt sie die Sprache.
 
Echte Freude gedeiht von selbst.
 
Die besten Gedanken erhascht man allein.
 
Das Wetter ist der Rede nicht wert.
 
Der beste Ansporn: tadle wenig, lobe viel.
 
Jedes Erlebnis ist nichtig, wenn es nicht als solches empfunden wird.
 
Es ist ein Wahn, zu glauben, dass mit Fleiss und Schweiss, mit Zwang und Drang alles erreicht werden kann.
 
Es ist gut, die Besuchszeit zu beachten, ehe sich die Langeweile einschleicht.
 
Die angenehmsten Düfte sind gegen höllischen Gestank machtlos.
 
Ach! 2 Herzen schlugen in seiner Brust – und erschlugen einander.
 
Im Leben gibt es keine Fahrkarte „hin und zurück“.
 
Auch die Tugend kann wie ein Wildwuchs wuchern.
 
Dem Faulen ist der Tag zu lang, dem Fleissigen zu kurz.
 
Ein Lied, vom Leid gefühlsvoll angestimmt, erweckte bloss Heiterkeit.
 
Mute dir getrost zu viel zu – denn du wirst längst nicht alles erreichen.
 
In der Abflugshalle des Lebens sind die kleinsten Verzögerungen willkommen.
 
„Das lohnt sich nicht“, ist eine Redensart mit abwinkender Gebärde, von jenen ausgesprochen, die jede Mühe scheuen.
 
Am Sonntag Gottesdienst, während der Woche Götzendienst.
 
Ein Stein, der ihm vom Herzen auf die Zehen fiel …
 
Die Wirklichkeit konjungiert nicht im Konditionalis.
 
Die Einsicht tut sich wie eine Blüte auf – und verwelkt wie diese.
 
 
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