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BLOG vom 13.06.2012


Reaktionen auf Blogs (121): Spots auf die kollektive Irrfahrt
Präsentation der Leserpost: Walter Hess, Publizist, Biberstein AG/CH (Textatelier.com)
 
Wenn man verfolgt, was uns die Medien Tag und Nacht, an Sonn-, allgemeinen Feiertagen und an Werktage nach ihrem marktwirtschaftlichen Verständnis vorzusetzen geruhen und dürfen, erhält man das Gefühl, man sei ein Teilnehmer an einer kollektiven Irrfahrt. Verhältnismässigkeiten sind ausser Kraft gesetzt, führende Persönlichkeiten, von denen man Wegweisendes erwarten würde, ändern die Meinung, sobald der Wind von einer anderen Seite weht. Fundamentales und Erfahrungen sind ausgelöscht. Die Finanzsysteme werden mit immer mehr Milliarden aufgebläht – die Schweizerische Nationalbank hat mit guten starken, neu produzierten Schweizer Franken, einem Erfolgsmodell, für 300 Milliarden (300 000 000 000) marode Fremdwährungen wie die Auslaufmodelle Euro und US-Dollar gekauft. Der Franken muss mit Gewalt kaputt gemacht werden.
 
Die Proportionen sind nicht allein innerhalb der Finanzarchitektur zum Erliegen gekommen, sondern auch in den kuriosen behördlichen Gesundheitsratschlägen, von denen die Öffentliche Hand besser die Finger lassen sollte, nicht nur aus Kostengründen. Geradezu verheerend ist die Vorbereitung des Impfzwangs. Übertriebene Kampagnen über das Rauchen und den Kochsalzverzehr sind willkürliche Massregelungen, bestenfalls Alibiübungen. Daneben darf für den Verzehr von grilliertem Fleisch mit seinen Benzpyrenen (und bei US-Fleisch mit Hormonen), sodann Medikamenten, die man nicht ohne ständige Warnhinweise auf die kranke Gesellschaft loslassen darf, Zucker und Zucker-Ersatzstoffe, die häufig noch schlimmer sind, bedenkenlos Reklame gemacht werden.
 
Dass den Leuten all dieser blühende Unsinn aus den von Gesundheits- beziehungsweise Krankheitsbehörden bestellten Äckern zum Halse heraushängt, habe ich unmittelbar nach der Publikation des Blogs „Wie es mir gelang, wieder mit dem Rauchen anzufangen“ (06.06.2012) überdeutlich gespürt. Noch nie brandete mir eine derartige Welle von einhelliger Zustimmung zu, obschon mein provokativer Artikel komplett neben den standardisierten Schuhen stand.
 
Ursula Rausser (E-Mail: wegwarte@solnet.ch), in Gesundheitsfragen breit ausgebildet, schrieb einen angenehm differenzierenden Kommentar und zeigte eine anders gelagerte Problematik auf, falls man das Rauchen mit einem Edelbrand paart:
 
Kombinationsgenüsse
Die Bilder von Gartenstuhl, schöner Zigarre, feinem Armagnac, Abendstimmung, gefallen mir. Nur: blockiert Nikotin nicht ein bisschen die Geschmacksknospen im Mund, und der Armagnacgenuss wird getrübt? Oder betäubt der Alkohol die Geschmacksknospen im Mund, und die Zigarre kann weniger genossen werden?
 
So oder so, ich schlage vor: an einem Abend Armagnac (es darf auch Cognac sein), am anderen die Zigarre. So kannst Du auch jeden Abend mit Vorfreude auf das Andere am nächsten Abend denken und - bei schlechtem Wetter kann der Cognac auch im Haus genossen werden, sofern die Frau des Hauses auch einen erhält (bei uns wäre das die Bedingung). In dem Sinn wünsche ich viele laue Sommerabende.
 
Ursula Rausser
 
Wie man sieht, geht es um die hohe Kunst des Geniessens, und genau darüber sollte man sich Gedanken machen. Natürlich hat Ursula Raucher vollkommen Recht, wenn sie darauf hinweist, dass bei der Kombination des Rauchen mit dem Armagnac/Cognac-Genuss etwas viel zusammenkommt. Zwar fügt sich Eines wunderbar ins Andere, aber es gilt, zu bedenken, dass das vorherrschende Raucharoma die Cognac-Feinheiten tatsächlich überdeckt. Wahrscheinlich ist der Vorschlag des zeitlich getrennten Genusses intelligenter, sinnvoller, oder aber man wählt einen kuranten und gleichwohl guten Cognac. Das gleiche Problem stellt sich bei der Kombination von Käse und Wein. Ich würde nie einen Grand Cru Classé aus dem Medoc zu einem würzigen Käse trinken. Dem Brot als Neutralisator kommt hier eine wesentliche Bedeutung zu.
 
An solchen Genüssen dürfen und sollen auch die (Ehe-)Frauen teilhaben dürfen, wenn immer sie es wünschen. Das gemeinsame Geniessen hat seinen besonders grossen Reiz.
 
Das Wissen um den Genuss
Heinz Scholz aus Schopfheim D (E-Mail: heinz-scholz@online.de) wurde zu einer Philosophie über den Genuss angeregt:
 
Lieber Walter,
beim Lesen Deines ausgezeichneten Raucherblogs weiss ich nun, was Genuss ist. Du bist im wahrsten Sinne des Wortes ein Genussmensch.
 
Und was sagte einst Oscar Wilde? Hier ein Zitat von ihm: „Der Kultivierte bedauert nie einen Genuss. Der Unkultivierte weiss überhaupt nicht, was ein Genuss ist.“
 
Da Du ja genussvoll rauchst, auf Zigaretten verzichtest und genussvoll den einen oder anderen Cognac schlürfst, brauche ich mir keine Sorgen über Deine Gesundheit zu machen. Weiter so!
 
Das Lesen von solchen Blog-Texten ist für mich auch ein Genuss.
 
Herzliche Grüsse
 
Heinz
 
Sprachreiniger Mürbgebäck statt „Amerikaner“
Die Gegenwart gibt sich offen, gelöst, befreit und ist dabei in Tat und Wahrheit kontrollierter und verklemmter denn je. Wie die Welt der Genüsse musste auch die Sprache gereinigt werden. Heinz Scholz bloggte am 22.01.2012 darüber: „Aus einem Negerkuss wurde Schaumkuss oder Schokokuss“.“.
 
Helga Schöler (E-Mail: marocc@t-online.de) stimmte der Blogaussage zu:
 
Ich finde all diese Umformulierungen schwachsinnig. Ich bin mit Begriffen wie Negerkuss usw. aufgewachsen, und keiner hat sich etwas dabei gedacht. Heute ist es anders: „Rassistische Ausdrücke“ dürfen nicht mehr benützt werden, aber die Gedankengänge sind rassistischer denn je.
 
Nur zur Kenntnisnahme: „Amerikaner“ sind ab sofort als „Mürbegebäck mit Zuckerguss“ zu bezeichnen.
 
Meine Enkelin hatte Amerikaner mit in die Schule genommen und kam mit einer entsprechenden schriftlichen Belehrung nach Hause. Dennoch ist mir das alles egal. Ich bin ein kleiner Rassist und esse nach wie vor Negerküsse, Mohrenköpfe und damit keiner benachteiligt ist, auch weisse Amerikaner. (:
 
Helga Schöler
 
Soweit die Zuschrift. Wahrscheinlich darf man bald auch nicht mehr von „Amerika“ reden, sondern man muss „Mürbland mit Zuckerguss“ sagen – weil es ja die ganze Welt mürbe gemacht hat; nur vom Zuckerguss war nichts zu spüren.
 
Abzocker-Mentalität statt Zuckerguss
Man kann durch Fleiss und eine anständige Arbeit sein tägliches Brot und etwas Käse dazu verdienen, oder aber man kann das Geld durch erpresserische Art eintreiben. Das erwähnte Mürbgebäckland bildet eine Überfülle von Advokaten aus, die sich selber und dem desolaten Land, dessen Bedeutung sich allmählich in Rauch auflöst, zu zusätzlichen Millionen-Einnahmen verhelfen wollen. Dagegen muss man sich absichern. Im Blog Disclaimers: Hilfloser Versuch, Juristenfutter zu vermeiden vom 27.04.2012 habe ich dazu aufgerufen.
 
Heinz Scholz doppelte nach:
 
Es ist unglaublich, was die US-Amerikanischen Anwälte verdienen und wie sie immer wieder nach Möglichkeiten für einen Schadenersatz suchen.
 
Beispiel: Viele wundern sich, dass auf den Beipackzetteln von Arzneimitteln (auch bei Naturarzneien) viele Nebenwirkungen aufgeführt sind. Das haben wir auch den US-Amerikanern zu verdanken. Da muss jede kleine Nebenwirkung im Beipackzettel erscheinen.
 
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben gelegt:
- Sehr häufig: Mehr als 1 Behandelter von 10
- Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
- Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1000
- Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10 000
- Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10 000.
- Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar. 
Da hört der Spass auf. Unglaublich, was sich die Gesetzgeber ausgedacht haben. Die Pharmafirmen sichern sich damit ab, sonst drohen Anwaltskosten!
 
Heinz Scholz
 
Spass an der Arbeit?
Das Thema Arbeit beschäftigt Menschen in aller Welt. Aus Indien schrieb Kale Shiwangi (E-Mail: shiwangi.kale@gmail.com) zum Blog „Haben wir wirklich jederzeit Spass an unserer Arbeit? (22.01.2011, Autor: Ernst Bohren):
 
Diesen Artikel habe ich ganz interessant gefunden. Die Mehrheit der Leute in der heutigen Welt klagen über ihre Arbeit. Fast alle meine Freunde und Bekannten sind unzufrieden, entweder mit der Firma oder mit dem Chef. Fast alle möchten sich selbstständig machen.
 
Ich zum Beispiel, ein Banker seit 6 Jahren, lerne eine Fremdsprache (Deutsch), weil ich keine Kreativität in meinem Job finde, weil ich einen anderen Beruf wählen möchte. Ich glaube, dass diese Tendenz überall so ist.
 
Meiner Meinung nach finden nur jene Leute, die ihren Job oder Beruf mit Interesse und aus Neigung gewählt haben, Spass an ihrer Arbeit. Es kann aber auch sein, dass das, was man heute interessant findet, einen morgen langweilt.
 
Wenn man sich an eine Arbeit festklammern muss, obschon diese keinen Spass macht und keine Befriedigung bringt, kann man durch den Ausgleich zwischen dem Privatleben und der Arbeit diese doch finden. Die Freizeit ist dafür da, jene anderen Dinge zu tun, die einem zu einem erfüllten Leben verhelfen.
 
Kale Shiwangi
 
Überfüllte Büchergestelle
Dem Thema der konstant überfüllten Büchergestelle habe ich das Blog vom 02.05.2012 („Warum in den Büchergestellen die Unordnung Programm ist“) gewidmet. Richard Gerd Bernardy (E-Mail: g.richard.b@googlemail.com) steuerte wertvolle Ergänzungen aus weltmännischer Sicht bei:
 
Als Bücherfreund und stolzer Besitzer eines Bücherregals, das immer mal wieder umgeschichtet und anders geordnet wird, was sehr zeitaufwändig ist, da ich dann garantiert auf Schätze stosse, die ich entweder vermisst habe oder schon lange noch einmal lesen wollte, verstehe ich Ihr Blog vollkommen.
 
Ich bin aus Platzmangel öfters gezwungen, Bücher auszusortieren, die ich, jedenfalls so vermute ich in diesem Moment, wohl nicht wieder lesen würde, da mein Interesse für diesen Schriftsteller oder dieses Thema nicht mehr aktuell ist. Es kommt vor, dass ich das dann später bereue, weil ich dann doch wieder in einer Schrift darauf gestossen werde.
 
Jedenfalls habe ich einen dankbaren Abnehmer für meine Bücher in den Niederlanden: Ein gemeinnütziger Verein und mit ihm eine grössere Zahl meist pensionierter Damen und Herren veranstaltet einmal im Jahr eine riesige „boekenbeurs“, auf der die Bücher für einen guten Zweck verkauft werden. (Es kommt vor, dass ich dann meine eigene Spende wieder zurück kaufe!)
 
Um auf Ihr Blog zurückzukommen: Ich habe in Bangalore (Indien) ein Antiquariat mit dem Namen „Blossom“ entdeckt, das vom Erdgeschoss bis zum 3. Stockwerk Tausende von Büchern anbietet. Diese liegen in den Regalen, mit dem Buchrücken lesbar nach vorn, 20‒30 Stück übereinander gestapelt. Sie sind nach Genre sortiert, also „Fiction“, „Nonfiction“, „Childrens Books“ usw. Auf jeder Etage läuft Personal herum. Das Überraschende ist, dass die jungen Damen und Herren jedes Buch trotz der Unmengen und der nicht nach Alphabet sortierten gestapelten Bücher auch finden, das man sucht.
 
Natürlich macht auch das Stöbern einen riesigen Spass, und so bin ich vor einigen Wochen auf ein ganz kleines dünnes Bändchen mit Namen „Books“ und dem Untertitel „Quotable Quotes“ gestossen; der Untertitel wird auf einer Online-Übersetzungsseite mit „Zitierfähige Anführungsstriche“ übersetzt. Dort werden Schriftsteller zitiert, die sich mit dem Thema „Buch und Wörter“ auseinandergesetzt haben, z. B. James Bryce („The worth of a book is to be measured by what you can carry away from it“) oder Thomas Jefferson, der zugibt: „I cannot live without books.“ Und da ich weiss, dass Sie auf dem Land wohnen und auch Ihren Garten geniessen, weise ich auf Alexander Smith hin: „In my garden I spend my days; in my library I spend my nights. With the flowers I am with the present; with my books I am in the past. I go into my library, and all the history unrolls before me.“ Das passt sehr schön auf den Namen des Antiquariats, „Blossom“ – und auch in meiner Bibliothek finde ich sehr schöne Blüten!
 
Zugang zu Bakelit-Wissen
Ja, man muss wissen, wo man die richtige Literatur und Informationen findet – natürlich in unserem Textatelier.com. Darin gibt es unter unendlich viel anderem auch über Bakelit zu lesen: Blog vom 30.03.2012: Bakelit im Museum (2): So eroberte Kunststoff den Alltag..
 
Dazu erhielten wir von Jörg Josef Zimmermann den folgenden Hinweis:
 
Sehr unterhaltsames Blog. Man wähle sich vielleicht in meine Sammlung ein, möchte man über Bakelit mehr erfahren oder sehen.
 
J. J. Zimmermann
 
Fürwahr: Dort wird einem frühen Vertreter des Kunststoff-Zeitalters viel Ehre angetan, ein Bestandteil der Technologiegeschichte.
 
Und wer sich im Textatelier.com verewigen will, schreibe uns doch! Wir danken allen aufmerksamen Lesern und allen „Reaktionären“ ... wir schätzen unangepasste, persönliche Ansichten.
 
Hinweis auf die bisher erschienenen „Reaktionen auf Blogs“
12.08.2011: Reaktionen auf Blogs (111): Suchaktionen nach dem Verstehen
23.04.2012: Reaktionen auf Blogs (120): Dummheiten und Weisheiten
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