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BLOG vom 19.06.2012


Internet: Im nützlichen Werkzeug sind Gefahren verborgen
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
Unter der Schlagzeile „Rettet uns das Internet?“ berichtete das Magazin „PM“ (2012-05) über die zukünftigen Möglichkeiten des Internets. „Erstmals in der Menschheitsgeschichte bestünde dann die Möglichkeit, alle Krisen vorherzusehen, alle Bedrohungen durch Kriege, Epidemien, Hungersnöte oder Klimaveränderungen. Erstmals gäbe es die Möglichkeit, rechtzeitig zu reagieren und das Richtige zu tun“, so die Äusserung von Matthias Weigold in der genannten Zeitschrift.
 
Der Autor betonte noch, wenn man das Internet klug einsetze, dann könnte „es uns vor dem Schlimmsten bewahren“. Hervorgehoben wurde auch das Computerspiel „Second Life“, das heute schon technisch in der Lage ist, eine „realitätsnahe Kunstwelt mit allen kulturellen, zwischenmenschlichen und wirtschaftlichen Aspekten zu simulieren.“ Der Autor wies darauf hin, dass beispielsweise pazifische Zivilisationen, die untergegangen sind, durch eine digitale Nachbildung weiterleben. Aber wem nützt das? Die Menschheit sollte dafür sorgen, dass solche Kulturen durch Klimaveränderungen – ich denke da an Bangladesch oder an die Malediven und die Ausrottung der Naturvölker durch christliche Missionare und Eroberer – nicht untergehen. Aber die Menschheit wird das nicht schaffen, das beweisen ja die zahlreichen aufwändigen Klimakonferenzen der Vergangenheit. Es gab meistens nur Minimalkompromisse, die nichts bringen.
 
Mit Hilfe des Internets werden blitzschnell Nachrichten weitergeleitet. Institute in aller Welt können dann zusammenarbeiten und im Falle von Epidemien schneller Gegenmittel entwickeln oder rascher ein Erregergenom sequenzieren (Beispiel: DNS des Ehec-Erregers). Es gibt weltweit nur wenige Institute, die das Erbgut eines Erregers entziffern können. Wo das möglich ist, können Forscher die Sequenzen mit denen anderer Erreger vergleichen und die Erkenntnisse über Twitter und Blogs verbreiten.
 
Persönlich bin ich immer wieder von den Nutzungsmöglichkeiten des Internets begeistert. Als ich nach Vorträgen bei der Firma Simon Keller in Burgdorf CH am 16.06.2012 von einigen Zuhörern (Podologen) gebeten wurde, doch die Manuskripte per E-Mail an sie zu versenden, tat ich das am nächsten Tag. Innerhalb von wenigen Minuten hatte ich die Manuskripte und eine Power-Point-Präsentation versandt. Vorher erhielt ich von der Firma Gerlach (Gehwol-Produkte) Infos und Fotos per E-Mail zugesandt. Die Fotos konnte ich dann in meine Power-Point-Präsentation übernehmen.
 
Über die Nutzung und den Gefahren mit dem Internet schrieb ich bereits ein Blog (Blog vom 06.02.2009:„Internet: eine grandiose Infoquelle, aber Vorsicht vor Fallen“).
 
Die Meinung von Nutzern des Internets
Aufgrund der Publikation in „PM“ stellte ich die oben erwähnten Aussagen unter Bloggern zur Diskussion (ich scannte den „PM“-Bericht ein und versandte ihn per E-Mail an die Herren). Die Rückmeldungen liessen nicht lange auf sich warten.
 
Walter Hess schrieb per E-Mail am 12.06.2012 dies: „Sicher bringt das Internet Nutzen und Gefahren (Facebook-Verblödung). Es ist ein fantastisches, hochtechnologisches Werkzeug, und die Frage ist, was man daraus macht. Ein Allheilmittel ist es sicher nicht, aber es enthält viele Ansätze zu wertvollen Lösungen. Eine davon wäre die vermehrte Netz-Nutzung für die Heimarbeit, was den Verkehr auf Schienen und Strassen reduzieren könnte.“
 
In der Tat musste man früher für Recherchen zu Bibliotheken fahren oder bei Instituten vorsprechen oder schriftlich Auskünfte einholen. Bis man dann per Post Antworten bekam, vergingen 1 bis 2 Wochen. Für Publizisten war dies unbefriedigend. Als ich Artikel für „Natürlich“ und für andere Zeitschriften schrieb, war ich immer an einem Abgabetermin gebunden. Deshalb musste ich mit Recherchen rechtzeitig beginnen. Es kam schon mal vor, dass ich den Artikel wegen noch nicht vorhandenen Daten etwas später versenden konnte. Walter Hess, ehemaliger Chefredaktor des „Natürlich“, zeigte dann in seiner grenzenlosen Geduld immer Verständnis. Dafür danke ich ihm heute noch.
 
Richard Gerd Bernardy betonte, dass das Medium Internet gute Seiten hat. Er nannte als Beispiel die Website www.textatelier.com. Da dürfte Walter Hess hocherfreut sein. Aber jeder Blogger und Leser profitiert von einer qualitativ hochwertigen Berichterstattung.

Des Weiteren schrieb Gerd Bernardy in einer E-Mail vom 12.06.2012: „Wissen wird schneller verbreitet als es je möglich war. Aber: Die Heilserwartungen erinnern mich an die erste Euphorie, die auftrat, als es möglich wurde, Atomkraft zur Stromerzeugung zu benutzen. Es gibt bestimmt noch andere Beispiele. Das Simulieren von Lebenswelten wurde auch schon ausprobiert, man denke an entsprechende Versuche, ohne Hilfe und Kontakt aus der ,Aussenwelt’ in einem künstlichen Gelände zu überleben, was gescheitert ist.
 
Ich meine, das Internet ist eine Erfindung, die ‒ wie alles vom Menschen Erfundene ‒ in positiver und in negativer Hinsicht benutzt werden kann, siehe Hackerangriffe, Terrorvorbereitungen etc.
 
Also: PM-Artikel fehlt der Faktor Mensch! Das Ende des Internets wurde auch schon vorhergesagt. Zu einem Ersatz für den Menschen wird es nie werden, und, was viele vergessen: man kann immer noch den Stecker herausziehen!
 
Nicht zu vergessen, dass auftretende Sonnenaktivitäten wie Sonnenwinde etc. möglich sind, die alle Elektronik beeinträchtigen könnten.
 
Fazit: Das Internet wird die Welt nicht retten, wenn die Menschheit unfähig zu Veränderungen ist, die ausreichend sind!“
 
Das sehe ich ebenfalls so. Der Mensch ist für seine Absurditäten und Entscheidungen selbst verantwortlich. Ich bin überzeugt, dass Kriege und Hungersnöte durch das Internet nicht verhindert werden können. Da nützen die Versendung von frommen Botschaften und Heilsversprechungen nichts. Die US-Militärs planen jetzt schon Cyber-Spiele per Internet. In Zukunft werden Kriege, so ihr unbegrenzter Glaube ans Machbare, von Kampfrobotern und Computern geführt. Aber die Bedienung wird immer von einem Menschen erfolgen. Vielleicht gibt es in Zukunft Roboter, die ein intelligenteres Wesen an den Tag legen und dann Kriege ablehnen und dann die Kriegstreiber selbst angreifen ...
 
Prof. Dietrich Schwägerl teilte mir in einer E-Mail am 13.06.2012 das Folgende mit:
 
"PM ist ja schon gern etwas reisserisch-zukunftseuphorisch. Das ist nicht illegitim und bewirkt einen grossen Teil seines Erfolgs. Aber wäre es im Sinn pazifischer Völker, nur noch virtuell - als Computer-Simulation, die man übers Internet abrufen kann - ,weiterzuleben’??? So optimistisch, wie das PM vielleicht manches sieht, bin ich nicht.
 
Herr Bernardy schreibt: ,Das Internet wird die Welt nicht retten, wenn die Menschheit unfähig zu Veränderungen ist, die ausreichend sind!’ Da stimme ich ihm vollinhaltlich zu. Andererseits schliesse ich nicht aus, dass das Internet in zunehmend stärkerem Mass an einer ausreichenden Bewusstseinsbildung mitwirken kann.
 
Vieles ist von Politikern und Vertretern anderer Ideologien nicht gewollt und wird (selbst wenn es von ihnen verstanden wird, was natürlich immer stark zu bezweifeln ist!) unter Verschluss gehalten. Im Internet bricht es sich dann Bahn. Ein Beispiel ist die immer stärker werdende Wachstumskritik, die endlich auch bereits auf einer recht grossen Zahl von Internetseiten das Bevölkerungswachstum umfasst.
 
Dass das Internet viele Hilfestellungen bei einer grossen Anzahl von Problemen (zu denen durchaus schon recht grosse gehören; siehe Bericht über die Bienen!) bietet, ist ja bekannt.“
 
Anmerkung von H. Sch.: Über das Internet werden zum Beispiel schon heute Massnahmen verbreitet, die das Bienensterben verhindern. So wurde von Schweizer Hanffreunden beobachtet, dass Bienenvölker in der Nähe von Hanffeldern überlebten. Auch die Fütterung der Bienen mit Hanfsirup brachte diesen Erfolg. Offenbar enthält der Hanf ein Antibiotikum, das die Varroamilben abtötet.
 
Zurück zu Prof. Schwägerl: „Ganz unabhängig vom Internet spielen Modellsimulationen eine immer grössere Rolle in der Systemanalyse. Durch die Steigerung der Rechenkapazität (Zunahme der Rechengeschwindigkeit und der erfassbaren Systemkomponenten) können sie die Realität inkl. zukünftiger Entwicklungen immer genauer abbilden. Insofern ist der Living Earth Simulator nicht primär ein Internet-Thema. Entscheidend wichtig wird dann aber das Internet auch hier für die Vernetzung der Institute, die daran arbeiten ‒ und natürlich für die Publizierung der Resultate, wenn sich die Politiker nicht wieder querstellen!
 
Ja, der Missbrauch der Möglichkeiten, die das Internet bietet, ist oft grauenerregend. Seinen Chancen, Zustände auf der Erde zum Besseren zu wenden, tut das keinen Abbruch.“
 
Rolf P. Hess meldete sich auf meine Anfrage hin ebenfalls zu Wort. Er ist der Meinung, dass „das Internet eine Riesenbibliothek und ein prima Shopping Centre“ für ihn ist. Er betonte, dass es eine tolle Alternative zum TV und ein fantastischer Ersatz fürs Post Office sei. Er schrieb mir in einer E-Mail am 16.06.2012 das Folgende: „Es verbessert unsere Lebensqualität schon, wenn man es richtig einsetzt.“ Dann hatte er noch eine witzige Bemerkung in petto:
 
„Ich hatte meinem Bruder Walter 1986  den 1. Laptop in Hongkong beschafft und eingerichtet. Wir kommunizierten mühsam via CompuServe. Irgendwann danach öffnete sich die Internetwelt. Die Programme aber standen noch in den Kinderschuhen, viele Abstürze geschahen. Meistens fanden wir nach stundenlangem Suchen die Lösung in einem Internetbeitrag. Walter schrieb dann dies: ,Es ist schon fantastisch, wie man mit diesen Computern und dem Internet alle Probleme, die früher nie existierten, lösen kann’.“
 
Ein kleines Fazit
Das Internet bietet für jeden Nutzer viele Informationen aus allen Wissensgebieten und brandaktuellen Ereignisse aus aller Welt. Natürlich muss man auch hier Vorsicht walten lassen, da es immer wieder Fälschungen aller Art gibt. Ich nutze deshalb bei meinen Ausarbeitungen für Publikationen mehrere Quellen (Bücher, Artikel aus Fachzeitschriften, aber auch Informationen aus der Praxis von Therapeuten und Podologen).
 
Wie aus den Zuschriften ersichtlich ist, sind die Nutzer mit dem Internet in der Regel zufrieden, warnen aber auch vor den Gefahren.
 
Vielen Dank an die Diskussionsteilnehmer und an unsere Leser für ihre Aufmerksamkeit.
 
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