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BLOG vom 02.09.2012


Kleine Genüsse: Das 3-Pfeifen-Problem und der Rauch
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Als 18-Jähriger wurde ich zum Pfeifenraucher. Da ich gern sammle, erwarb ich Pfeifen aus Bruyèreholz, Meerschaum, langstielige Tonpfeifen und auch eine Wasserpfeife. Ich rauchte meine eigene Tabakmischung, einem bauchigen Tabaktopf entnommen. Dieser Keramiktopf trug die holländische Inschrift: „Mijn Pipke is mijn Troost“.
 
Ich hielt der Pfeife meine Treue bis Mitte 30. Wie sich der Zeitdruck erhöhte, wechselte ich zur Zigarette über. Das hätte ich nicht tun sollen. Aber es ging nicht mehr an, bedächtig eine Pfeife zu stopfen – locker die ersten 2 Prisen, die 3. härter mit dem Pfeifenstopfer nachgestopft. Eine Schachtel Zündhölzer waren stets in Griffnähe; denn der Tabak erlischt leicht, wenn man nicht regelmässig zieht.
 
Heute ist der Raucher verpönt. Das Rauchverbot herrscht vor, noch ausgeprägter als das Parkverbot. Ende mit der Zigarettenpause. Selbst ins eigene Auto soll das Verbot ein- und vordringen. In vielen Autos fehlt heute der Aschenbecher. So werden die kleinen Freiheiten mehr und mehr beschnitten. Soll ja keinem einfallen, den Zigarettenstummel in eine Dohle zu spicken. Selten sieht man auf der Strasse noch einen Pfeifenraucher. Wer über das Laster lästert, mit dem möchte ich eine Friedenspfeife reichen.
 
Mit der Pfeife in der Hand konnte man die Antwort auf eine knifflige Frage verzögern. Man gewann damit Zeit zur bedächtigen und abwägenden Antwort. Ich rauchte meine Pfeife gern beim Schachspiel, denn der nächste Zug musste bedacht werden. Sherlock Holmes, ein eingefleischter Pfeifenraucher, verdankte seinem Ritual mit der Pfeife scharfsinnige Denkanstösse. Jetzt weiss ich, was er mit seinem Zitat: „Dies ist durchaus ein Drei-Pfeifen-Problem“ sagen wollte. Anna Magdalena Bach hatte ein Tabakliedlein komponiert, denn Johann Sebastian Bach war ebenfalls ein Pfeifenraucher.
 
Wieder einmal nehme ich mich vor, meine lasterhafte Sucht wenigstens einzudämmen. Jemand hat mir 5 „Half Corona“ von Henri Wintermans geschenkt. Damit inhaliert man weniger. Oder soll ich auf die elektronische Zigarette ausweichen? Meine Frau hat mir inzwischen vorsorglich ein „Starter Kit“ besorgt …
 
Mark Twain sagte: „Es gibt nichts Leichteres als mit dem Rauchen aufzuhören. Ich selbst habe es schon 137 mal geschafft.“ Das werde ich mir hinter die Ohren schreiben.
 
 
Hinweis auf weitere Blogs über das genussvolle Rauchen
07.09.2005: Hubble-Bubble: Lasst ihnen und mir doch die Wasserpfeife!
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