Textatelier
BLOG vom: 04.01.2013

Epidemie in England: Norovirus liebt Massenaufläufe

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Laut Statistik wurden in England bisher 3877 Leute vom hoch ansteckenden Norovirus (ursprünglich als „Kreuzfahrervirus“ bekannt) befallen, das Erbrechen und starke Durchfälle auslöst – 72 % mehr als vor 1 Jahr. Die Gesamtzahl der Betroffenen wird auf 1.1 Mio geschätzt. Die Hochrechnung ist einfach: Pro statistisch erfasstem Fall bleiben angeblich 288 Infektionen verschwiegen. Die Ärzte fordern die Erkrankten auf, zu Hause zu bleiben und viel zu trinken. Nach 2 oder 3 Tagen sind sie vom Durchfall, von den Magenkrämpfen und anderen Begleiterscheinungen (wie Kopfweh oder Fieber) befreit. Rund 590 Virusopfer wurden in Spitälern infiziert. Von Spitalbesuchen wird deshalb abgeraten.
 
Die Leute werden angehalten, ihre Hände häufig zu waschen. Immer wieder stelle ich fest, dass diese Vorsichtsmassnahme in den Toiletten der Restaurants und Pubs vernachlässigt wird. Mangelnde Hygiene in den Küchen von Gaststätten verbreitet die Ansteckungsgefahr zusätzlich. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind weitere Brutstätten für diesen heimtückischen Wintervirus. Nach der Rückkehr von einer lokalen Busfahrt wasche ich sofort meine Hände. Ich mag mich weder ins vorweihnachtliche Gedränge mengen noch Neujahrspartys aufsuchen. Das hat nichts mit dem Norovirus zu tun, sondern mit meiner Abneigung vor Massenansammlungen gleich welcher Art. 
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Als Kind überstand ich, wie alle Kinder, eine Anzahl von Darmgrippen. Über die Terrasse hinweg rief ich nach meinen Spielgefährten im Haus gegenüber. Endlich öffnete sich ein Fenster, und ich hörte seinen Zuruf: Ich kann nicht kommen – ich habe den „Dünnscheisser“. Rasch schloss seine Mutter das Fenster. 
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Sollte mich der Durchfall heimsuchen, werde ich viel Tee trinken. Wenn nicht, geniesse ich einige Gläser Wein.
 
Prosit und ein gutes Neujahr allerseits!
 
 
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