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BLOG vom 21.03.2013


Kuriose Fragen 2: Windei, Hodometer, blauer Zipfel, Rödern
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
Im 2. Teil des Frage- und Antwortspiels bringe ich weitere kuriose Begriffe und die dazugehörigen Antworten.
 
Was ist ein „Windei“?
 
Antwort: Bei der Bildung eines Eis durchläuft ein schalenloses Ei (Windei) den Eihalter zu schnell.
 
Was versteht man unter „Nickschwimmen“?
 
Antwort: Die Paarbildung bei Enten beginnt im Herbst. Auf dem Wasser vollführen die Erpel eine Gesellschaftsbalz, vielfach durch ein Weibchen dazu angeregt, das in flacher Haltung und mit raschen Nickbewegungen des Kopfes zwischen den Männchen dahinschiesst.
 
Was versteht man unter „Suchmäuseln“?
 
Antwort: Eine Methode der Nahrungssuche von Füchsen. Der Fuchs stösst dabei seine Schnauze rasch hintereinander ins Gras, oder er erwischt die Maus durch behändes Scharren mit den Vorderbeinen.
 
Was versteht man unter einer „Scheibenstellung“?
 
Antwort: Nicht was sie vielleicht denken. Es ist ein Begriff aus der Tierwelt. Um auf seine „Braut“ Eindruck zu machen und möglichst stattlich zu erscheinen, nimmt das Eichhörnchen die Scheibenstellung ein. Er dreht ihr die Breitseite zu und legt den auffälligen Schwanz betont langsam auf den Rücken.
 
Was ist eine „Schwanzautotomie“?
 
Antwort: Es ist eine eigenartige Schutzanpassung gegen Raubfeinde bei allen Siebenschläfern. Werden sie von einem Räuber am Schwanz erwischt, reisst hier die Haut an einer vorgegebenen Stelle auf, streift sich ab, und der Siebenschläfer kann fliehen.
 
Was ist ein „Begrüssungsgesicht“?
 
Antwort: Denken Sie ja nicht an ihren nächsten Besucher. Ist er gut drauf, oder hatte er Ärger. Nichts davon ist hier gemeint.
 
Es ist nämlich eine Begrüssungszeremonie unter Steppenzebras. Es dient zur Befriedung. Mehrere Mal am Tag läuft der Familienvater zu Hengsten anderer Harems, die in der Nähe grasen. Sie beschnuppern sich an der Nase, am Bauch und reiben den Kopf an der Flanke. Dabei machen sie das Begrüssungsgesicht. Das Zebra zeiht die Mundwinkel stark zurück und öffnet mehr oder weniger stark das Maul, manchmal unter kauenden Bewegungen.
 
Zum Glück müssen wir Menschen ein solches Begrüssungsgesicht nicht machen. Es wäre doch zu viel der Schnupperei.
 
Quelle der vorhergehenden Fragen: „Verhaltensformen der Tiere“ von G. und K. Deckert, Aulis Verlag, Köln 1974.
 
Was ist das „Schlittenrecht“?
 
Antwort: So nennt man in einigen Gegenden Deutschlands das Recht der jungen Männer, die Mädchen zu küssen, nachdem sie sie im Schlitten gefahren haben. Heute braucht man nicht mehr unbedingt mit dem Schlitten zu fahren!
Quelle: „Zitatenschatz der Weltliteratur“ von Richard Zoozman, Fourier Verlag, Wiesbaden 1986.
 
Welches Heilmittel empfahl der Basler Stadtarzt Felix Platter 1614 einer Jungfrau, die an Veitstanz (Muskelzuckungen) litt?
 
Antwort: Der Arzt empfahl das Tanzen. Starke junge Männer mussten abwechselnd mit der Kranken Tage und Nächte im Saal herumtanzen. Nach einem Monat wurde die völlig Erschöpfte in ein Spital geführt, wo sie „durch verschiedene Beihilfe erquickt und von Stund an gesundete.“
Quelle: „Anno dazumal – Ein Basler Heimatbuch“ von Paul Kölner, Lehrmittelverlag des Erziehungsdepartements Basel-Stadt 1929.
 
Was empfahl Frau Dr. Frenzel ihren Patientinnen, die einen unausstehlichen Mann hatten?
 
Antwort: Zu einer Patientin sagte die Ärztin das Folgende: „Ziehen Sie ihm die Socken von den Füssen und geben Sie ihm Borretschsaft. Das macht ihn wieder heiter.“ Frau Frenzel meinte, was früher der Liebestrank war, das ist heute der Borretschsaft.
 
Weitere Empfehlungen: Eine 35-jährige Frau, berufstätig, 2 Kinder, kam aufgelöst in die Praxis der erwähnten Ärztin. Sie war mit den Nerven völlig am Ende. Die Patientin war mit der Doppelbelastung Hausfrau und Beruf überfordert. Die Frau war für Mann und Kinder unausstehlich. Die Ärztin verordnete Weissdorn- und Johanniskrautsaft. Schon nach kurzer Zeit wurde die Frau ruhiger und ausgeglichener.
 
Einen unausstehlichen Chef, der öfters seine Angestellten anbrüllte, bekam auch eine Empfehlung. Als der Vorgesetzte wieder einmal einen Angestellten – dieser war der Ehemann der oben erwähnten Frau − anschrie, schrie dieser zurück: „Nehmen Sie Weissdornsaft, damit Sie endlich wieder ein Mensch sind!“ Eisiges Schweigen folgte diesem Gefühlsausbruch. Der Chef jedoch befolgte den Rat und siehe da, er wurde verträglicher.
 
Quellen: „Gesund durch natürliche Säfte“ von Walther Schoenenberger, Econ Verlag, Düsseldorf 1976; „Arnika und Frauenwohl“ von Heinz Scholz und Frank Hiepe, Ipa-Verlag, Vaihingen 2002.
 
Was versteht man unter „Rödern“?
 
Antwort: Darunter versteht man das Absaugen vereiterter Gaumenmandeln mit einem metallenen oder gläsernen Saugkopf. Die Methode wurde vom Arzt Heinrich Röder (1866−1918) eingeführt. Der HNO-Arzt muss von Fall zu Fall entscheiden, ob dem wiederholt notwendigen Rödern nicht die operative Entfernung der Mandeln vorzuziehen ist.
Quelle: „Der Gesundheits-Brockhaus“, Brockhaus Verlag, Wiesbaden 1984.
 
Was ist ein „Langschwein“?
 
Antwort: Die Maori bezeichneten in ihrer Kannibalenzeit einen europäischen Seemann als „Langschwein“. Bevor sie ihn verspeisen wollten, erschlugen sie ihn, schlachteten ihn und steckten ihn in eine Kochgrube.
Quelle: „Kochkünste und Tafelfreuden“ von Hannsferdinand Döbler, Orbis Verlag, Sonderausgabe 2000.
 
Anmerkung: Es ist verwunderlich, dass diese Schlachterei unter Kochkünste und Tafelfreuden verzeichnet war. Aber für die Maori war ja der Seemann eine „Tafelfreude“.
 
Früher berichtete ein Missionar, der uns Schülern Religionsunterricht in der Knabenmittelschule in Donauwörth gab, das Folgende: Er konnte sich vor den Eingeborenen in Afrika vor dem „Kochtopf“ retten, indem er sein künstliches Gebiss herausnahm und es den Burschen zeigte. Die waren so konsterniert, sich vor ihm niederknieten und ihn verschonten. Dann sagte er noch, dass bei der Missionierung immer Geschenke an die Eingeborenen verteilt wurden.
 
Was ist ein „ blauer Zipfel“?
 
Antwort: Es ist eine rohe Bratwurst, die in einem Sud aus Estragonessig, Karotten, Petersilie, Senf, Pfeffer, etwas Weisswein und viel Zwiebeln gegart wird. Es ist eine Spezialität aus der Taubenländer Küche.
 
Quelle (auch für den „Gerupften“): „Blick in Taubenländer Kochtöpfe“ von Carlheinz Gräter, in der Schrift „Baden-Württemberg“, Heft 3, 1980, Verlag G. Braun, Karlsruhe 1980.
 
Was ist ein „Gerupfter“?
 
Antwort: Es handelt sich um einen reifen Camembert, der mit Butter, Eigelb, feingehackter Zwiebel, Kümmel, Paprika, weissem Pfeffer und einem Schuss Weisswein angemacht ist. Dieses Rezept werde ich demnächst ausprobieren!
 
Was ist eine „Posaunentorte“?
 
Antwort: Der Volkswitz bezeichnet den Zwiebelkuchen in Baden-Württemberg als „Posaunentorte“. Wer ihn einmal versucht hat, weiss, was hier gemeint ist. Er schmeckt zweimal, beim Essen und einige Stunden später erst recht.
 
Quelle: „Bemerkungen zum Zwiebelkuchen“ von H. Heimberger, in der Zeitschrift „Baden-Württemberg, Heft 3, 1980 (S. 15).
 
Was ist ein „Hodometer“?
 
Antwort: Ein Schrittzähler oder Wegmesser.
 
Woher stammt die Redensart „Einem den Garaus machen“?
 
Antwort: Die Redensart hatte früher eine mildere Bedeutung als heute. Wollte man im Wirtshaus den Zechbruder zum Austrinken veranlassen, prostete man ihm mit den Worten „Gar aus!“ zu. Daher der Sinn „Schluss machen“, „etwas zu Ende bringen“. In einigen Schenken wurde die Polizeistunde mit dem „Garaus-Ruf“ angekündigt.
 
Quelle: „Deutsche Redensarten – und was dahinter steckt“ von Krüger-Lorenzen, VMA-Verlag, Wiesbaden 1960.
 
Warum zogen sich die Mongolen nach der gewonnenen Schlacht 1241 bei Liegnitz plötzlich zurück?
 
Antwort: Sie kehrten deshalb um, weil der Grosskahn gestorben war und der Heerführer bei der Regelung der Nachfolge übergangen zu werden fürchtete.
 
Quelle (auch für die folgenden Begriffe und Antworten): „… dass zum Zwecke Wasser fliesse“ von Udo Pfriemer und Friedemann Bedürftig, ABW Wissenschaftsverlag, Berlin 2001.
 
Was ist ein Jungfernglas?
 
Antwort: Im Mittelalter bezeichnete man die durchscheinenden Kristallgipsplatten, die als Fensterscheiben Verwendung fanden, als Jungfernglas, Katzenspat oder Spiegelstein.
 
Welche Pioniertat vollbrachte der Hotelier Cäsar Ritz?
 
Antwort: Der Schweizer Cäsar Ritz (1850−1918) liess in seinen Hotels in Europa erstmalig in jedem Appartement ein Badezimmer mit einer modernen Wasserversorgung einrichten. Er hat so den ersten Anstoss für die Entwicklung einer modernen Wohnhygiene gegeben.
 
Mit welcher bahnbrechenden Entdeckung drang die sehr reinliche Madame Benoist 1823 in die Männerdomäne Technik ein?
 
Antwort: Sie erfand einen Abortsitz mit Wassergeruchverschluss. Ihre Konstruktion war eine deutliche Verbesserung des Wassergeruchverschlusses, wie ihn Cummings schon 1775 erfunden hatte. Frau Benoist nämlich baute den Verschluss direkt ans Becken an, so dass ein Entweichen von unliebsamen Düften verhindert wurde.
 
 
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