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BLOG vom 12.09.2013


Die Reiseapotheke mitnehmen: Damit der Urlaub gelingt
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
Während eines Ägypten-Urlaubs wurde ein Bekannter nach dem Genuss eines Abendessens von einem Unwohlsein und Durchfall geplagt. Was tun? In einer Apotheke bekam er Loperamid. Es handelte sich um ein Medikament mit dem Wirkstoff aus der Gruppe der synthetischen Opioide. Apotheker Frank Hiepe hatte dieses Medikament immer bei seinen Reisen in arabischen Ländern dabei. Vor dem Essen trank er prophylaktisch Pfefferminztee. Auch mit Ingwer hat Hiepe gute Erfahrungen gemacht. Auf einer gemeinsamen Reise nach Ägypten hat Prof. Blümle regelmässig Ingwer verteilt, und alle wurden vor Montesumas Rache verschont.
 
In leichteren Fällen von Durchfall bieten sich Alternativen wie Kohletabletten und Heilerde an. Von Bedeutung ist, dass man bei Durchfall ein mineralstoffreiches Wasser oder eine Elektrolytlösung trinkt. Das Wasser sollte im Ausland immer abgekocht getrunken werden. Man kann auch von Firmen abgefüllte Mineralwässer kaufen. Dazu ein Erlebnis: Während eines Spanienurlaubs machten wir Ende der 1970er-Jahre eine private Pkw-Rundreise mit Freunden ins Landesinnere. Als wir vom Durst übermannt wurden, kauften wir in einem kleinen Dorf  in einem nicht gerade sauberen Bistro notgedrungen Coca-Cola in Flaschen. Dies taten wir deshalb, weil die Getränke so ziemlich steril in einer Niederlassung von Coca Cola abgefüllt wurden. Wir bekamen denn auch keinen Durchfall.
 
Jeder Zweite hatte im Urlaub Probleme
Laut einer Umfrage hat jeder Zweite bei Fernreisen schon Unpässlichkeiten erlebt. Wer dann das richtige Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel zur Hand hatte, konnte Schlimmeres verhüten und dann die weiteren Urlaubstage geniessen. Fatal wird es, wenn Reisende mit chronischen Erkrankungen ihre Medikamente vergessen haben. Im Ausland ist es nicht immer möglich, die Medikamente in gleicher Qualität zu beschaffen. Deshalb sollten diese Reisende die benötigten Medikamente in ausreichender Menge mitführen. Wichtig ist es auch zu wissen, ob Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bestehen. Hier ist die Beratung durch einen Therapeuten angebracht.
 
Bei Personen, die sonst vor Gesundheit strotzen, können im Urlaub auf Grund der ungewohnten Ernährung, mangelnden hygienischen Verhältnisse und nicht einwandfreiem Trinkwasser erkranken. Deshalb ist es eminent wichtig, dass wir die richtigen Medikamente mitnehmen.
 
Packen Sie auf jeden Fall diese Produkte ein, die sich bewährt haben und die Sie vertragen. Beachten muss man auch das Verfalldatum. Also keine abgelaufenen Produkte oder schon geöffnete Salben oder Flüssigkeiten mitnehmen. Wichtig ist auch das Beachten der Lagerhinweise.
 
Wie sieht die Grundausstattung aus? In der Tabelle sind die Wichtigsten aufgeführt. Man muss natürlich nicht alle mitnehmen, sondern nur diese, die auch bei mehreren Beschwerden helfen.
 
Hilfreich bei Reisekrankheiten
Die Vorfreude auf den Urlaub wird so manchem Reisenden schon nach kurzer Fahrt vergällt. Der unter einer Reisekrankheit Leidende bekommt eine bleiche Gesichtsfarbe, Schwindel, Schweissausbrüche, Herzklopfen, Druck in der Magengegend, manchmal Hitzewallungen oder ein Zittern am ganzen Körper. Was tun?
 
Als Alternative zu den Medikamenten mit synthetischen Wirkstoffen (manche dieser Wirkstoffe machen müde und benommen) haben sich homöopathische Medikamente und Ingwer bewährt. Auf Reisen nehmen wir immer Portionsfläschchen zu 20 ml eines naturreinen Ingwer-Pflanzentrunk (Schoenenberger) mit, zumal der Ingwer den Magen beruhigt, Unwohlsein vorbeugt und die Verdauungssäfte anregt. Besonders hervorgehoben wurde in Studien und durch eigene Beobachtungen die gute Verträglichkeit und weitgehende Freiheit von Nebenwirkungen. Nur sehr wenige Personen litten unter Aufstossen, Durchfall und Magendrücken.
 
Empfehlung: Zur Vorbeugung von Reiseübelkeit sollte man 5 ml und im Akutfall 10 ml des erwähnten Trunkes einnehmen.
 
Wenn der Magen drückt
Im Urlaub leiden nicht wenige Menschen unter Magenproblemen, Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung und Durchfall. In Apotheken und Reformhäusern gibt es sehr gute Produkte für den Magen und Darm. Hier einige Beispiele:
 
Magentropfen: Zur Unterstützung der Magenverdauung und Verhütung von Blähungen.
 
Kräuterbitter und Kräuter-Tonikum: Der alkoholfreie Kräuterbitter (z. B. Gallexier), der neben anderen Kräutern Artischocke und Curcuma enthält, hilft bei Magendrücken, Völlegefühl, Blähungen. Die in diesem Produkt enthaltenden Pflanzenauszüge mit dem Bitterstoffgehalt regen die Gallensaftproduktion an und fördern die Fettverdauung.
 
Fenchel, Anis, Kümmel: Diese können Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe lindern. Der Saft aus frischem Fenchel regt die Bildung von Verdauungssäften an und wirkt wohltuend auf den Darmtrakt.
 
Heidelbeeren: Frische Heidelbeeren vermögen einen verstopften Darm flottzumachen, während sie in getrockneter Form (gut gekaut) Durchfall beheben.
 
Flohsamen, Manna-Feigen-Sirup: Bei Verstopfung hat sich geschrotete Leinsaat, Flohsamen und Manna-Feigen-Sirup bewährt.
 
Darmaktive Inhaltsstoffe: Bei Verstopfung eignet sich auch ein Präparat, das Lactulose, einen prebiotischen wasserlöslichen Ballaststoff, gewonnen aus der Chicorée, und Milchsäurebakterien enthält. Im Handel gibt es auch Kapseln, die 8 Kulturen von Milchsäurebakterien aufweisen, die zum Aufbau einer gesunden Darmflora notwendig sind und auch die Abwehrkräfte verbessern.
 
Einige Universalmittel
Olbas sollte bei keiner Reise fehlen. Es ist ein echtes Multitalent, das bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit und leichten Kopfschmerzen hilft. Das hochkonzentrierte, alkoholfreie Heilpflanzen-Destillat kann auch äusserlich bei lokalen Muskelschmerzen nach Überanstrengung und Fehlbelastung verwendet werden. Es gibt auch Lutschtabletten in einer stabilen Metalldose. Diese eignen sich besonders für unterwegs und speziell auf Reisen. Bei Veranstaltungen, bei denen ein Small-Talk vorherrscht, lutsche ich diese, um einen frischen Atem zu bekommen und auch um der Heiserkeit vorzubeugen.
 
Ein weiteres Universalmittel ist das Kieselsäure-Gel (Hübner). Dieses Gel sorgt für ein gesundes Bindegewebe, straffe Haut, kräftige Haare und fest Fingernägel. Es ist auch ein altbewährtes Naturheilmittel bei Hautreizungen, Schürfwunden, kleineren Verbrennungen, kleinflächigem Sonnenbrand sowie bei Pickeln und unreiner Haut.
 
Nicht gleich rot werden
Bei ausgedehnten Licht- und Sonnenbädern ohne jeglichen Hautschutz ist ein Sonnenbrand vorprogrammiert. Betroffen sind nicht nur Rothaarige und Blonde, sondern alle sonnenhungrigen Menschen aus nördlichen Gefilden, wenn sie sich am Meer oder im Gebirge aufhalten. Je nach Hauttyp stellt sich ein Sonnenbrand früher oder später ein. Wichtig ist die Verwendung von Sonnenschutzmittel, um Sonnenbrand zu vermeiden. Die Sonnenschutzmittel enthalten UVA-/UVB-Filter, welche die UV-Strahlen absorbieren. Sie setzen insbesondere die Lichtempfindlichkeit herab. Je höher der Lichtschutzfaktor ist, umso besser der Schutz!
 
Im Handel sind auch Sonnenschutztextilien für Erwachsene und Kinder. Bei einem optimalen Schutz muss diese Kleidung chemisch behandelt oder dicht gewoben sein. Wir schützten uns immer bei Strandaufenthalten mittels Sonnenschutzcreme und verbrachten die meiste Zeit unter einem Sonnenschirm oder im Schatten eines Baums. Für Strandwanderer sind das Tragen eines T-Shirts und ein Kopfschutz wichtig.
 
Wer sich den Sonnenstrahlen aussetzt, braucht einen wirksamen Augenschutz. Sonnenbrillen, welche die UV-Strahlen fast vollständig herausfiltern, bieten den besten Schutz. Sie verhindern schmerzhafte Entzündungen der Binde- und Hornhaut.
 
Was kommt mit auf Reisen?
 
Zur Wundversorgung
-- Verbandpäckchen
-- Mullbinden
-- Elastische Binde
-- Pflaster
-- Schere
-- Pinzette
-- Klebestreifen
-- zusätzlich: 1 Fieberthermometer
 
Zum „Schmieren und Salben“
-- Gel, Salbe, Tinktur für Prellungen,
-- Zerrungen, Verstauchungen (z. B. Arnikazubereitungen, Johanniskrautöl)
-- Mittel gegen Insektenstiche (Kieselsäure-Präparate)
-- Salbe bei Entzündungen der Haut (Ringelblumensalbe)
-- Sonnenschutzmittel (Creme, Milch, Fluid)
-- Wunddesinfektionsmittel
 
Zum Einnehmen
-- Kopfschmerzmittel (Olbas Tropfen bei Kopfschmerzen äusserlich anwenden! Eventuell Acetylsalicylsäure-Tabletten)
-- Zahnschmerzmittel (Nelken bzw. Nelkenöl)
-- Präparate gegen Reisekrankheit (Ingwer)
-- Durchfallmittel (Elektrolytgemische, Medizinische Kohletabletten, Heilerde, getrocknete Heidelbeeren, Präparate zum Aufbau der Darmflora)
-- Magenmittel (Heilerde, Fenchel, Kamille, Kräuterbitter mit Artischocke und Curcuma, Basen-Mischung bei Sodbrennen, Aufstossen, Übersäuerung)
-- Beruhigungsmittel (Melisse, Baldrian, Hopfen, Hafersaft)
-- Hustenmittel ( Thymian, Fenchel)
-- Mittel bei Schnupfen (Nasenöl-Spray mit Propolis; Spray mit Meersalz + Dexpanthenol, Schnupfen Kapseln)
-- Husten, Heiserkeit (Olbas-Lutschtabletten, Hals-aktiv Lutschpastillen)
-- Abwehr stärkende Mittel (Echinacea)
                                                                                                                                      
Nun sind wir gut gerüstet für einen Urlaub in fremden Gefilden. Wichtig ist, dass man sich vorher erkundigt, welche hygienischen Verhältnisse in diesen Ländern herrschen und auch welche Nahrungsmittel für uns nicht bekömmlich sind.
 
Literatur
Breden, Heidrun; Scholz, Heinz: „Meine Hausapotheke“, Midena Verlag, Küttigen/Aarau 1995 (das Buch ist vergriffen).
Scholz, Heinz; Hiepe, Frank: „Arnika und Frauenwohl“, Ipa-Verlag, Vaihingen 2013.
Scholz, Heinz: „Damit der Urlaub gelingt“ (Verbandsmittel und Medikamente auf Reisen), „Reform-Rundschau“, 2012-06.
 
Hinweis auf einen Blog über die Hausapotheke von Heinz Scholz
 
Hinweis auf Heilpflanzen-Blogs von Heinz Scholz
 
Hinweis auf Glanzpunkte-Artikel von Heinz Scholz
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