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BLOG vom 15.10.2013


Ein Blick zum Himmel: Sternbilder, Komet und Neutrinos
Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Viersen/Niederrhein D
 
Manchmal stossen verschiedene Ereignisse aufeinander, die irgendwie als zusammenpassend empfunden werden.
 
In unserer Stadtbibliothek stiess ich auf einen Neuerwerb, das Buch Neutrino von Frank Close, eine Übersetzung aus dem Englischen aus dem Jahr 2010, in Deutsch erschienen 2012. Es ist ein interessantes Büchlein über die mühevolle Entdeckung des Teilchens mit Erläuterungen der Versuche, die erforderlich waren, um diese nachzuweisen, mit Namen, die mir früher schon einmal begegnet waren, wie natürlich sowie anderen, von denen ich noch nichts gelesen hatte, von Astronomen, Chemikern, Physikern und Astrophysikern.
 
Ich las etwas über die verschiedenen Kräfte, die für den Aufbau der Atome, Festkörper und der Funktion des Universums als Ganze verantwortlich sind: die starke Kraft, die schwache Kraft, die elektromagnetische Kraft und die Schwerkraft oder Gravitationskraft.
 
Ich erfuhr eine Menge über Atome, die verschiedenen Teilchen und deren Zerfall, radioaktive und andere Strahlung, Ladungen und über die berühmte spezielle Relativitätstheorie, die Entwicklung der Atombombe und vieles andere mehr.
 
Ich entdeckte, dass unablässig Schauer von Neutrinos durch uns und durch die gesamte Materie hindurch rasen, ohne dass wir das Geringste davon merken, und dass wir durch diese Forschung genauer verstehen, warum und wie die Sonne ihre Strahlen zu uns zur Erde schickt.
 
Es geht in diesem Buch also um die vielfältigen Vorgänge in unserem Universum.
 
Meine Tochter mit ihrer Familie kündigte ihren Besuch an. Justus, der ältere unserer Enkelkinder, ist ein aufgewecktes, 5 Jahre altes Kerlchen, sehr interessiert an allem und immer aufgeschlossen gegenüber Neuem. Mir war der Prospekt der Sternwarte und des Stellariums Erkrath in der Nähe des Neandertals in die Hände gefallen. Am Tag der Deutschen Einheit, dem 03.10.2013, wurde dort eine Vorstellung für Kinder ab 4 Jahren gegeben, und deshalb liess ich Karten reservieren.
 
Die Veranstaltung fand im Stellarium statt, in einem Vortragsraum für zirka 60 Personen mit einer grossen Wand und einer runden Kuppel. Die Geschichte handelte von der kleinen Schildkröte Saphira, die ihren Onkel besucht. Dieser weiss sehr viel über die Sterne. Auch Saphira interessiert sich für den Himmel. Und so gibt der Onkel ihr ein Rätsel zu lösen, in dem es um einen Regenbogen, Tiere am Himmel und einen Drachen geht, der beim Baden nicht nass werden will. Die Kinder konnten mit Saphira zusammen viele Sternbilder kennen lernen und natürlich wurde auch das Rätsel um den Drachen gelöst! Die Fragen waren: Wie viele Farben hat ein Regenbogen? Welche Tiere bilden keine Sternbilder? Warum wird der Drache im See nicht nass? Wissen Sie es? Es sind 7 Farben, die Kuh und das Schaf, und das Sternbild des Drachen spiegelt sich nur im Wasser!
 
Justus war sehr beeindruckt, und wenn ich ihn das nächste Mal sehe und es ergibt sich, dass wir einen wolkenfreien Abendhimmel beobachten können, wird er bestimmt daran denken und das eine oder andere Sternbild suchen, zum Beispiel den grossen Bären mit dem grossen Wagen.
 
Im Stellarium konnte man sich ein Büchlein der Autoren Daniel Fischer und Frank Gasparini mit dem Titel Komet ISON – Alles zum grossen Kometen 2013 mitnehmen, und daraus erfuhr ich, dass Ende 2013 ein noch wenig erforschter Komet vom Rand des Sonnensystems von der Erde aus sichtbar wird. Das Büchlein berichtet einiges über Kometen, die in den letzten Jahrhunderten zu sehen waren, den Aufbau der Kometen und den 3 Bahntypen der langperiodischen, mittelperiodischen und kurzperiodischen Kometen. Es sind die 5 bisher aus der Nähe beobachteten Kometenkerne fotografisch abgebildet und einige Lichter auf einem Foto, das das Zerbrechen des Kometen Shoemaker-Levy 9 zeigt. Natürlich sind auch die spektakulären Bilder von Kometenschweifen zu sehen.
 
Es war zu erfahren, dass der Komet ISON (International Scientific Optical Network; so nennt sich eine Gruppe von astronomischen Observatorien aus 10 Ländern) wahrscheinlich am besten in der ersten Dezemberwoche zu sehen ist und Anweisungen dazu, was man tun muss, um einen Blick darauf zu erhaschen. Das Büchlein selbst ist von den Sternwarten und den Herstellern von Büchern über Astronomie und Teleskopen finanziert, die darin ihre Anzeigen platziert haben.
 
ISON kommt also in die Nähe der Erde, das heisst, er wird zwischen 7 und 1.9 Millionen km von der Sonne aus entfernt sein. Dass ein Komet sichtbar wird, ist auch den Endzeitgläubigen nicht entgangen. Die Website der GWUP, der Gesellschaft für Wissenschaft und kritisches Denken, genannt Skeptiker, auf deren aktuelle Informationen ich abonniert bin, weist darauf hin, dass sie wieder ein Objekt gefunden haben, mit dem man Weltuntergangsstimmung erzeugen kann. Die zuletzt angekündigte, man erinnere sich an das Ende des Mayakalenders vor knapp einem Jahr, hat ja nun (leider?) nicht stattgefunden. Was nicht heissen soll, dass nicht wieder ein Termin bevorsteht, nämlich das Auftauchen des Kometen ISON. Die Weltuntergangs-Apologeten identifizieren den Kometen  nämlich mit dem todbringenden Planeten Nibiru, der es wohl nicht rechtzeitig zum Ende des letzten Jahres geschafft hat.
 
„Ufo-Gläubige wiederum (...) wollen sichere Informationen haben, dass das Objekt selbst, das offiziell als Komet geführt wird, ein Raumschiff voller Ausserirdischer sei, die freundliche Kontakte mit der Erde knüpfen wollen."
 
Von Wissenschaftlern und den Medien kommt die Entwarnung: „Das perfekt umgesetzte Horrorszenario, in der die Welt von einem Kometen bedroht wird, der nur teilweise zerstört werden kann und deshalb durch einen Einschlag einen Tsunami auslöst, der New York dem Erdboden gleichmacht, hat nichts mit der Realität des Kometen zu tun …"
 
Ich muss wieder an das anfänglich erwähnte Buch denken. Einige der dort genannten Wissenschaftler werden sich sehr für den Kometen und die von ihm ausgehende Strahlung interessieren, so wie ihnen die Entdeckung einer Supernova 1987 in der Grossen Magellan’schen Wolke, 170 000 Lichtjahre von uns entfernt, bei der Erforschung der Neutrinos geholfen hat.
 
Quellen
Close, Frank: „Neutrino“, Springer Spektrum, Berlin Heidelberg 2012.
 
Fischer, Daniel, und Gasparini, Frank: „Komet ISON – Alles zum grossen Kometen 2013“, Oculum Verlag, Erlangen, 2013.
 
 
 
 
 
Hinweis auf ein Blog über Planetenmusik
21.06.2013: Planetenmusik des 20. Jahrhunderts: Konzertimpressionen
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