Textatelier
BLOG vom: 12.11.2013

Zwiesprache mit sich. Aphorismen, diffuse Gedanken

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
 
Nach der Reinwäsche bleibt viel Dreck übrig.
 
Was zu viel bedacht wird, verwelkt.
 
Verstehe dich selbst zuerst, damit du verstanden wirst.
 
Gewisses Wissen ist nichtig, wenn es vom Gewissen getrennt ist.
 
Vorsätze sind bloss Ansätze: Sie müssen sich wie Knospen entfalten.
 
Zum Gewissen gesellt sich Weisheit. Möge dieses Zweigespann uns durchs Leben lenken.
 
Singe mir ein Lied, das ich vergessen habe, und ich umarme dich.
 
„Trau’ Gott”, wird gesagt. „Trau’ dir selbst“, sage ich.
 
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, grosse verderben sie.
 
Sind Erfahrungen wegleitend für die Zukunft? Das bestimmt die Erinnerungsfähigkeit.
 
Güte ist des Herzens grösste Würde. Damit entkommt man der Wüste.
 
„Kurzum“ verliert leicht den Weg zum Ziel.
 
Eine kluge Maus ernährt sich zwischen Ratten.
 
Im heiteren Himmel türmen sich Wolken. Dieses Wechselspiel ist auch unserem Leben eigen: Wir müssen es hinnehmen, wie es kommt.
 
Wer an nichts glaubt, wird schliesslich alles glauben.
 
Menschliche Kontakte werden durch elektronische ersetzt.
 
Genügsam bleibt, wer auf sich selbst angewiesen ist.
 
Zwiesprache mit Gott? Zwiesprache mit sich selbst!
 
Alles in allem besagt nichts. Das alles muss gut gesiebt werden. Was zurückbleibt, besagt alles.
 
Schulung: Wer ein Werk vollbracht hat, beginne das nächste.
 
Tabletten gegen Kopfweh; Poesie gegen Herzweh.
 
Wer zu viel klagt, verliert Zuhörer.
 
Der Gipfelstürmer: Hat er den Gipfel erreicht, kann er dort nicht ausharren. Der Abstieg steht ihm bevor.
 
Wer die Tücken der Mücken kennt, lässt sich nicht stechen.
 
Paradox: Auch im Rückwärtsgang kommt man im Kehrum vorwärts.
 
Der Tüftler bleibt in seiner Aufgabe stecken.
 
Tagsüber eine schlechte Tat verübt? Die Nacht bringt es an den Tag – mit Gewissensbissen.
 
 
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