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BLOG vom 16.11.2013


Reaktionen auf Blogs (138): Zitate, die Bedeutung haben
 
Zusammenstellung der Blog-Reaktionen: Walter Hess, Publizist, Biberstein AG/CH (Textatelier.com)
 
Der verstorbene Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (MRR) war eine schillernde und im literarischen Geschehen einflussreiche Persönlichkeit. Auf einem beschränkten Platz ist eine umfassende Würdigung all seiner Facetten unmöglich. Im Blog vom 02.10.2013 („Marcel Reich-Ranicki: Saftwurzel, Diktator der Literaturkritik") hat der Schweizer Schriftsteller Pirmin Meier bei aller Wertschätzung von MRR einige kritische Bemerkungen eingefügt, die anschliessend von Martin Eitel aus Berlin noch ergänzt worden sind:
 
Zu der kritischen Würdigung des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki durch Herrn Dr. Pirmin Meier und der Anmerkung des namentlich nicht benannten Lesers H. K. ist der Hinweis geboten, dass MRR nicht nur bezüglich bestimmter Literatur über einen „blinden Fleck“ verfügte. Sondern es sind auch in seiner eigenen Biographie ausweislich der in Polen über ihn geführten und 2002 von einem WELT-Redakteur dort eingesehenen Personalakte Lücken, die in den Würdigungen des MRR nicht angesprochen wurden, aber bei einer Gesamtwürdigung seiner Person nicht unterschlagen werden dürften.
 
Konkret geht es um die Geheimdiensttätigkeit des MRR für den polnischen Geheimdienst ab 1944 und seine diskutierte Rolle bei der Verfolgung deutscher Häftlinge in polnischen Lagern ab 1945. Über die unter anderem von Tilman Jens enthüllte Tätigkeit des MRR für den polnischen Geheimdienst wurde von den meisten deutschen Medien, im Wesentlichen politisch korrekt, der Mantel des Schweigens ausgebreitet. Zu erinnern ist auch daran, dass ein Strafverfahren wegen Beleidigung gegen einen Kritiker des MRR, der in einem Lager für Deutsche nach 1945 in Polen inhaftiert war, von dort entkommen konnte und in seiner nach wie vor frei verkäuflichen Dokumentation „Marcel Reich-Ranicki – Der Eichmann von Kattowitz“ über die Terrorisierung und Ermordung deutscher Bürger in Oberschlesien und die Geheimdienst-Tätigkeit und Aktivitäten des MRR berichtete, von der Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Hamburg unter dem Aktenzeichen 7101 Js 663/98 am 09.03.1999 eingestellt wurde. Denn die Ermittlungen hatten keinen Anhaltspunkt für eine Anklageerhebung ergeben, also keinen Anhaltspunkt für eine Beleidigung zum Nachteil des MRR.
 
Am 13.08.2002 hatte z. B. auch Andreas Breitenstein in der NZZ unter dem Titel „Ein Mann bewährt sich. Marcel Reich-Ranickis Jahre im polnischen Geheimdienst“ über MRRs Geheimdiensttätigkeit berichtet. Die von Breitenstein nicht näher beschriebene Tätigkeit des MRR als Leiter einer Kattowitzer „Operationsgruppe“ hat ein entkommener Häftling später in der Dokumentation „Der Eichmann von Kattowitz“ beschrieben. Das zu erwähnen mag politisch nicht korrekt sein, gehört aber auch zu einer vollständigen Würdigung des MRR.
 
 
Martin Eitel
 
Zitate von Zitante Christa
Schriftliche Aufzeichnungen sind eine wertvolle Quelle beim Aufarbeiten von dem, was früher geschah. Was zitiert man? Was lässt man weg? Solche Fragen stellen sich bei der Darstellung komplexer Themen und Persönlichkeiten. Eine andere Funktion haben auf einzelne Sätze komprimierte Gedanken, die vielleicht aus längeren Textquellen stammen, die zu Worten mit Flügeln wurden und oft und gern zitiert werden. Es können auch in sich geschlossene Sinnsprüche wie Aphorismen sein, wie sei von unserem bloggenden Autor Emil Baschnonga immer wieder ausgedacht und weitergegeben werden.
 
Eine Zitate-Sammlung baut die bekannte Christa Moll („Zitante Christa“) aus D-46485 Wesel auf, die sie täglich an ihre Fangemeinde per E-Mail oder Tweet weitergibt. Ich habe sie im Blog Frage nach dem RSS-Reader: Auf Verbreiter zugeschnitten" vom 08.11.2013 im Zusammenhang mit dem digitalen Verbreitungswerkzeug RSS-Reader erwähnt. Während dieser „Lektor“ (so eine mögliche Übersetzung des englischen Begriffs Reader) beim Textatelier.com kaum bekannt ist, ist Frau Moll davon überzeugt. Sie schrieb uns:
 
Schade, dass Ihre IT-Berater das Potenzial eines Angebots, die Artikel mit dem RSS-Reader abonnieren zu können, nicht erkennen. Ich lese mittels dieses Tools mehr und auch intensiver, was die internette Welt so zu bieten hat, als über Twitter. Und erkenne anhand der Statistiken zu meinem Blog, dass über 30 % meiner Besucher aufgrund des Abonnements, das meine LeserInnen mit dem FeedReader haben, die Zitantenseite besuchen.
 
Passend dazu bekam ich gerade heute den Bericht (natürlich über RSS ausgeliefert), dass einer der grössten RSS-Anbieter eine neue Funktion, die in den letzten Tagen ausgerollt wurde, wieder rückgängig gemacht hat ‒ aufgrund der massiven Proteste der Anwender. Und es wird darauf hingewiesen, dass in den nächsten Wochen an erweiterten Funktionen gearbeitet werden soll:
http://www.golem.de/news/rss-reader-feedly-sperrt-seine-nutzer-aus-1311-102647.html

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit, und freue mich auf die weiteren Kontakte!
 
Herzliche Grüsse von Ihrer
Zitante Christa
Schreibdienst, Sekretariat, Fremdsprachen
 
Dasselbe in Grün ...
Die anregende Zeitschrift „Sprachspiegel“, herausgegeben vom Schweizerischen Verein für die deutsche Sprache (SVDS), befasste sich in der Ausgabe 5-2013 ausführlich mit der Redensart „Dasselbe in Grün“ (Autor: Gerhard Müller, Rastatt D). Ich machte darüber im Twitter in der gebotenen 140-Zeichen-Kürze aufmerksam:
 
„Selbst der Sprachverein.ch konnte den Ursprung der Redensart ,Dasselbe in Grün’ nicht finden. Kein Grund, um sich grün und blau zu ärgern.“
 
Die Herkunft dieser Redewendung ist tatsächlich nicht genau geklärt, wie mir Johannes Wyss, der die SVDS-Geschäftsstelle in CH-8050 Zürich betreut, nachdoppelnd bestätigte. Er schrieb im Weiteren:
 
Es soll aber ein Zusammenhang mit dem Opel „Laubfrosch“, dem ersten in Deutschland am Fliessband gebauten Auto, bestehen. Der Opel 4/12 war im Gegensatz zu den damals üblichen Autos klein und grün statt gross und schwarz und wurde vom Volksmund liebevoll Laubfrosch genannt. Dieses Modell war ein grün lackiertes Plagiat des zitronengelben französischen Citroën 5CV bzw. 5HP. Für Autofans und Kunden war es also „dasselbe in Grün“.
 
Eine weitere Interpretation kommt aus dem Eisenbahnwesen: Die Fahrscheine der ersten Klasse waren braun, die der zweiten Klasse grün. Am Bahnschalter hiess es daher: „Das Gleiche in Grün bitte!“
 
Im „Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten“ von Lutz Röhrich, Herder Verlag 1973, habe ich Folgendes gefunden:
 
„Das ist dasselbe in Grün: das ist fast genau dasselbe, ähnlich wie ‚Das ist Jacke wie Hose’; die Redensart mag sich von der Gleichheit zweier Kleidungsstücke herleiten, die sich nur in der Farbe unterscheiden.“
 
Wikipedia haben Sie bestimmt schon konsultiert:
 
Dasselbe in Grün ist eine Redewendung, die besagt, dass zwei Dinge fast gleich sind, bzw. sich nur in einem Merkmal unterscheiden. Eine sichere Erklärung liegt bislang nicht vor; es gibt mehrere Deutungsversuche dieser Redewendung:
 
Der ab 1924 gefertigte Opel Laubfrosch war eine Kopie des Citroën 5CV, die sich fast nur in ihrer grünen Farbe vom gelben Original unterschied.
 
Eine Zeichnung von Joseph Herrmannsdörfer (1867–1936) in den Fliegenden Blättern aus dem Jahr 1903 zeigt einen Reisenden am Fahrkartenschalter, der eine Fahrkarte zum selben Bestimmungsort erwerben möchte wie der Passagier vor ihm, der eine Fahrkarte dritter Klasse in Händen hält. Mit den Worten „Dasselbe in Grün!“ zeigt er an, dass er jedoch eine (grün markierte) Fahrkarte für die teurere zweite Klasse erwerben möchte.
 
Farblich gekennzeichnete Fahrkarten gab es bei der Österreichischen Staatsbahn kurz nach der Regelung von 1854, die vorsah, die Wagons der 1. bis 3. Klasse farblich zu streichen. 1874 zog die Preussische Staatsbahn mit einem Erlass nach, der dieselben Farben für Wagen und Fahrkarten wie Österreich vorsah: Gelb für die 1. Klasse, Grün für die 2. Klasse und Braun für die 3. Klasse.
 
Laut einer Anekdote übergab eine Hausangestellte mit den Worten „Dieselbe Couleur, aber in Grün“ einem Verkäufer ein rosarotes Band als Muster. Diese Anekdote wird bereits um 1800 von Johanna Schopenhauer erwähnt. Sie beschreibt in diesem Zusammenhang einen Aufenthalt bei Johann Georg Zimmermann in Bad Pyrmont, bei dem zwar ihre Erwartungen erfüllt worden waren, aber doch auf gänzlich andere Art, als sie es gedacht hatte.
 
Denkbar wäre auch ein Bezug zum alten deutschen Kartenspiel, in dem „Grün“ als Farbe (...) vorkommt.
 
„Dieselbe Couleur, aber in Grün“, forderte, wie eine bekannte Anekdote erzählt, ein Dienstmädchen einst in einem Laden, und reichte ein Pröbchen rosenrothes Band dem Kaufmanne hin; was das Mädchen eigentlich meinte, war ungefähr das, was ich in Pyrmont gefunden: Alles wie ich es mir gedacht hatte, nur ganz anders: Gott versteht mich, tröste ich mich mit dem ehrlichen Sancho Pansa, wenn man mich hier etwas unbegreiflich finden sollte."
 
 
Es scheint somit keine eindeutige Erklärung zum Ursprung der Redensart zu geben. Die Kollegen vom Schweizerdeutschen Wörterbuch Idiotikon, die sich am Radio oft zur Herkunft von Wörtern oder Wendungen äussern, könnten Ihnen vermutlich weiterhelfen. http://www.idiotikon.ch/
 
Herzliche Grüsse, Johannes Wyss
 
Eine erschöpfende Antwort, für die ich dem sprachkundigen Herrn Wyss sehr dankbar bin.
 
Von Quitten ...
Unsere Blogs sind oft zeitlos, so auch der Lobgesang auf die Quitte („Äpfel der Hesperiden“: Köstliches aus der goldenen Quitte“) vom 17.11.2012 von Heinz Scholz.
 
Franz van der Beck (E-Mail: fvdbeck@aol.com) bereicherte die Rezepte-Sammlung:
 
Besonders zu empfehlen ist der Quittenwein, der nach etwa einem Jahr in der Flasche einen guten Reifegrad erhält. Der Geruch – echt Quitte – rundet den Geschmack des Weins ab.
 
Der Wein kann an „normale“ Weissweine erinnern, die spritzig, würzig und sehr abgerundet im Geschmack sind. Gerne setze ich diesen Wein auch mit Birnensaft an. Dabei ist natürlich eine Säureeinstellung, z. B. mit destilliertem Wasser, unabkömmlich. Diese Mischung finde ich persönlich vorzüglich.
 
Ein kurzes Aufkochen der Quitten für die Weinherstellung bringt dabei nicht nur Vorteile bezüglich der Saftgewinnung, sondern ist dem Geschmack sehr zuträglich. Probieren Sie es ruhig aus und kurbeln Sie damit auch einfach die Nachfrage nach dieser Frucht an. Nur wenn die vielen Möglichkeiten der Verarbeitung, gekoppelt mit den Vorzügen gegenüber anderen Früchten, besser herausgearbeitet wird, stirbt diese nicht leicht zu verarbeitende Frucht nicht aus. Es wäre schade um die Quitte.
 
Zusätzliche Informationen zu den Weinvarianten: Quitte trifft Brombeere, Quitte-Holunderbeerwein (auch selbst probiert) und auch andere Spielarten sind gelungene Cuvée-Variationen.
 
Franz van der Beck
 
... und von Kurkuma
Von einer Paella, die mit etwas Kurkuma mit seiner verhaltenen, leicht ins Bittere abschweifenden Würzkraft und der intensiven Gelbfärbung angereichert worden war, habe ich im Blog vom 23.10.2013 Die Entraco in Biberstein, die den Lärm in Schranken weist berichtet. Damit kam ich nicht eben gut an. peter.schoeffel@gmx.ch) schrieb:
 
Kurkuma in der Paella? Nicht einmal mein Hund würde das fressen. Wenn sie mir’s nicht glauben, probieren sie’s mal aus. Schade um die nicht billigen Zutaten.
 
Peter Schoeffel
 
Soweit der gastrosophische Tiefschlag, den ich problemlos verkraftet habe. Denn ich hatte die Kurkuma-Paella schliesslich ausgiebig probiert, meiner Sorgfaltspflicht also hinlänglich Genüge getan. Ich fühlte mich dementsprechend zu folgender Antwort genötigt:
 
„Sehr geehrter Herr Schoeffel,
vielen Dank für diese temperamentvolle Rückmeldung. Wir verwenden in unserer eigenen Küche oft Kurkuma (haben allerdings keinen Hund); der Geschmack ist angenehm (im Nahen Osten verkauft man das Gewürz unter dem Begriff Safran, das allerdings schon einige Stufen höher oben anzusiedeln ist ...). Kurkuma gilt als ausserordentlich gesund, ein Mehrzweck-Heilmittel, ein kräftiges Naturfärbemittel.
 
In der Paella verwendet es sogar der chefkoch.de nötigenfalls:
 
Die beschriebene Paella habe ich übrigens lustvoll verzehrt, wobei ich in aller Bescheidenheit darauf hinweisen möchte, dass ich einen ausgezeichneten, trainierten Geschmackssinn habe.
 
Es würde mich freuen, Sie trotz unterschiedlicher Beurteilungen weiterhin zu unseren Lesern und Kritikern zählen zu dürfen. Mit den besten Sonntagsgrüssen.
 
Walter Hess“
 
Die Tumas von Ems GR
Mit dem Frauenverein Ems GR durfte ich Ende August 2007 eine Exkursion zu den rätselhaften Hügeln in der Rheinebene unternehmen. Die sogenannten Tumas, welche auf dem Talboden wie abgestellt verharren, habe ich am 02.09.2007 im Blog Die rätselhaften Hügel: Mit Emserinnen von Tuma zu Tuma beschreiben. Das war offenbar eine nachhaltige, nachhallende Arbeit. Denn dieser Tage erhielt ich E-Post von Mathias Camenisch, Via Ritschas 6, CH-7013 Domat/Ems (E-Mail: mcamenisch@postmail.ch):
 
Sehr geehrter Herr Hess
Auf der Suche nach Informationen zu den Emser Tumas bin ich auf Ihr Blog gestossen.
 
Mit meiner Familie zusammen bin ich dabei, auf den Tumas von Ems je ein Geocache anzulegen. Das ist eine GPS basierte Schatzsuche (www.geocaching.com).
 
Um zu jedem Schatz, respektive Tuma, etwas Wissenswertes dazu zu schreiben, bin ich ein bisschen am Recherchieren.
 
Darf ich Auszüge aus Ihrem Blog für diese Beschreibungen verwenden?
 
Danke im Voraus.
Mathias Camenisch
 
Selbstverständlich habe ich die Bewilligung gern erteilt – um einen kleinen Beitrag an ein Freizeitvergnügen bei heimatkundlicher Wissensvermittlung zu leisten. Und so hat man denn immer wieder das bestimmte Gefühl, man schreibe nicht ins Leere hinaus. Ein schöner Lohn.
 
Hinweis auf die bisher erschienenen Reaktionen auf Blogs
 
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