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BLOG vom 02.05.2014


Bewährte Tipps (1): Seien Sie gut zu Ihren Füssen!
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim
 
Sobald die Freiluftsaison ins Land zieht, sollte man den wintergestressten Füssen und der Haut mehr Aufmerksamkeit schenken. Dies ist wichtig, da jeder gerne in dieser Zeit besonders gepflegt und schön aussehen möchte. Wir sollten auch die „Kosmetik von innen“ beherzigen. So sind eine Vollwertkost oder eine gut ausgewählte vegetarische Ernährung besonders für die Haut von Vorteil. Bei Anwesenheit von Vitalstoffen wird auch das Immunsystem gestärkt. Das kommt auch der Haut zugute (Verhinderung von Pilzinfektionen).
 
Kürzlich wurde mir von einer Bekannten die Frage gestellt: „Wie pflegt man die Füsse richtig im Frühjahr?“ Sie wollte unbedingt schöne Füsse in der Freiluftsaison und dem bevorstehenden Sommerurlaub haben. Sie betonte auch, dass viele zwar ihr Gesicht pflegen, aber die Füsse vernachlässigen. Das kann ich bestätigten. So sah ich immer wieder Leute im Urlaub mit unansehnlichen Füssen. Auch der Podologe Günter Eckle von Göppingen beobachtete immer wieder im Urlaub, in welch schlechtem Zustand die Füsse der Strand- oder Badegäste sind. Er sieht oft Füsse mit Schwielen, Hornhaut, Druckstellen und unbehandeltem Fuss- und Nagelpilz. Verwundert ist er jedes Mal, wenn kosmetisch aufgepeppte Frauen mit ungepflegten Füssen unangenehm auffallen.
 
Shanti C. Wetzel, Schweizerische Ganzheitsmedizinerin und Fusszonentherapeutin, sagte Treffendes über die Füsse: „In den Füssen spiegelt sich unsere komplette Persönlichkeit – sowohl auf geistig-seelischer als auch auf körperlicher Ebene. Ich brauche bloss auf die Füsse zu schauen, um zu wissen, wen ich vor mir habe.“
Imre Somogyi, der sich auf die Sprache der Zehen spezialisiert hat, beobachtete Ähnliches. Er verfasste ein Buch, mit dem jeder die Sprache der Zehen verstehen lernen und mehr über sich und andere erfahren kann.
 
Füsse mehr Beachtung schenken
Unsere armen Füsse müssen unglaublich viel leisten und führen trotzdem die meiste Zeit in Socken und Schuhen ein klägliches Dasein. Aber mit der Freiluftsaison, wenn man wieder barfuss oder mit Sandalen herumläuft, bekommen auch die Füsse wieder mehr Aufmerksamkeit. Meist ist dies auch dringend nötig, weil nun oft gelbe, verformte und blau unterlaufene Nägel ans Tageslicht kommen. Oder es bildete sich auf den Fusssohlen oder der Ferse eine verdickte Hornhaut. Eine verdickte Hornhaut entsteht durch falsches Schuhwerk oder durch Fehlbelastungen.
 
Podologen oder Medizinische Fusspfleger empfehlen bei übermässiger Schwielenbildung die Verwendung einer fettreichen, mit Harnstoff angereicherten Creme (Schrundencreme). Die Schweizer Wickelexpertin Maya Thüler hat ein probates Mittel bei Schrunden und Schürfungen: eine Ölkompresse mit Johanniskrautöl. Das Öl wirkt wundheilungsfördernd, entzündungshemmend und schmerzlindernd.
 
Der oben erwähnte Günter Eckle betonte in einem Schreiben an den Autor, dass heute nicht nur der Fusspilz, sondern auch der Nagelpilz an den Füssen ein weit verbreitetes Übel ist. Aber den Nagelpilz trifft man auch an den Fingernägeln immer häufiger an. Hauptgrund ist, dass Frauen künstliche „Krallen“ auf die Fingernägel kleben und damit die natürliche Immunität untergraben.
 
„Hat man sich nun ein solches Nagelproblem eingehandelt, ist eine Diagnose vom Dermatologen unerlässlich, denn es gibt eine ganze Menge ähnlich aussehende Nagelerkrankungen. Zur Behandlung steht dem Facharzt eine Palette von Antimykotika zur Verfügung“, so der Podologe.
 
Heute nutzen immer mehr Frauen und auch Männer die Behandlung ihrer Fussprobleme durch einen Podologen oder einer Podologin (medizinischer Fusspfleger/Fusspflegerin). Diese Fachleute haben eine grosse Erfahrung und leisten viel für unsere Füsse und unser Wohlergehen. Ab und zu gönne ich mir eine Fussbehandlung nach anstrengenden Wanderungen. Danach fühle ich mich immer so, als wenn ich auf Watte laufen würde. Ein schönes Gefühl!
 
Richtige häusliche Fusspflege
Man sollte nicht nur im Frühjahr oder Sommer, sondern zu jeder Jahreszeit die Füsse pflegen. Dazu gehört auch das regelmässige Fussbad mit Zusätzen von Lavendel oder Thymian. Lästige Hornhaut kann man mit einem Bimsstein bzw. Hartschwamm abschmirgeln oder man verwendet, wie schon erwähnt, eine Schrundencreme (wirkt der Hornhautbildung entgegen und beugt der Entstehung von Fersenrissen vor). Weitere gute Mittel für Fuss und Bein sind Fussbalsame, Fusssprays, Kräuter-Badesalze, Beinbalsame, Beinlotionen und Pflegebalsame für den diabetischen Fuss und Spezialmittel gegen Fuss- und Nagelpilz.
 
Die richtige Pediküre sieht so aus: Die Fussnägel sollte man genauso pflegen wie die Fingernägel. Nach dem Fussbad, werden die Nägel mit einer Nagelschere gerade geschnitten, dann glatt gefeilt. Der Nagelrand sollte mit der Zehenkuppe abschliessen. Mit einem Rosenholzstäbchen oder Wattestäbchen schiebt man den Nagelfalz vorsichtig zurück. Anschliessend folgt eine Massage der Füsse und Nägel mit Olivenöl oder einer Fusscreme.
 
Wichtig
Unwohlsein und Schmerzen an den Füssen können auf Krankheiten hinweisen. Bei brennenden Füssen treiben oft Bakterien und Pilze ihr Unwesen. Das Brennen kann aber auch Symptom einer ernsthaften Erkrankung (Diabetes mellitus) oder eines Vitaminmangels sein. Gefühllose Füsse sieht man hauptsächlich bei Nervenschäden, Durchblutungsstörungen, aber auch bei Bandscheibenvorfällen. Auch kalte Füsse werden als unangenehm empfunden. Betroffen sind sowohl Ältere als auch Jüngere. Wer länger unter dem „Eiszapfen-Effekt“ leidet, der wird sein Immunsystem schwächen und vermehrt unter Erkältungskrankheiten, Blasenentzündungen und Einschlafstörungen leiden. Es ist also wichtig, dass man die genannten Symptome ernst nimmt und entsprechende Massnahmen einleitet, um die Störungen zu beseitigen.
 
Und in den wärmeren Jahreszeiten werden wohl viele mit schwitzenden Füssen zu tun haben. Die Hauptursache dürften ungeeignete Socken und falsches Schuhwerk sein. Hier sollte man Strümpfe aus Naturmaterialien und Schuhe aus atmungsaktivem Material tragen, ab und zu Fussbäder machen und Wassertreten nach Kneipp durchführen.
 
Jeder 2. Bundesbürger ab 65 Jahren leidet unter einem Nagelpilz, und jeder 3. an einem Fusspilz. Wie die Stiftung Warentest berichtete, bleiben 2/3 der Erkrankten unbehandelt. Der Pilz sollte jedoch behandelt werden, da er sich über weitere Areale des Körpers ausbreiten kann.
 
Nicht nur Füsse, sondern auch Beine sind zu pflegen, um diese gesund zu erhalten. In der wärmeren Jahreszeit könnte man Kneippsche Anwendungen im Freien und zu Hause durchführen. Bewährt haben sich beispielsweise das Tau- und Wassertreten, der wechselwarme Schenkelguss, der Wadenwickel und der Wickel mit Heilerde.
 
Faktoren, die eine Pilzinfektion begünstigen
O Barfusslaufen im feuchten Milieu (Sauna, Schwimmbad, Gemeinschaftsduschen usw.)
O Erkrankungen des Immunsystems
O Hautkrankheiten
O Diabetes mellitus
O Durchblutungsstörungen der Beine (z.B. aufgrund von Diabetes, jahrelangem Rauchen)
O Tragen von zu engen und ungeeigneten Schuhen (Schuhe aus Kunststoff, Gummistiefel)
O Gemeinsame Nutzung von Nagelscheren, Handtüchern usw.
O Alter (ältere Menschen haben ein höheres Infektionsrisiko)
O Mangelhafte Abtrocknung der Füsse und Zehenzwischenräume
O Ungeeignete Socken und Strümpfe.
 
Erkennen eines Nagelpilzes
O Nägel werden zunächst rau und glanzlos. Es bilden sich fleckige weisslich-gelbliche Färbungen. Die Trübung und Verfärbung zeigt sich zuerst am vorderen Nagelrand, später ist die ganze Nagelplatte betroffen. Es gibt aber auch braune, grünliche und schwarze Verfärbungen.
O Verdickung des Nagels, später wird dieser spröde und brüchig und löst sich ab.
 
Erkennen eines Fusspilzes
O Entzündete, gerötete, manchmal nässende Hautstellen (oft lokalisiert in den Zehenzwischenräumen, aber auch auf den Fusssohlen, den Zehenspitzen und Fusssohlenrändern).
O starker Juckreiz
O Bildung von Pusteln und Bläschen
O Hautschuppung in den Zehenzwischenräumen, aber auch auf der Fusssohle
O Entstehung von schmerzhaften Hautrissen.
 
Internet
 
Literatur
Scholz, Heinz: „Herrlich leichte Sommerbeine“, Kneipp-Journal, 5/2008.
Scholz, Heinz: „Von Kopf bis Fuss gepflegt“, Kneipp-Kalender, 2013.
Somogyi, Imre: „Die Sprache der Zehen“ (Was uns die Füsse verraten), Haug Verlag, Heidelberg 1997.
Thüler, Maya: „Wohltuende Wickel“, Maya Thüler Verlag, Worb 2003.
 
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