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BLOG vom 05.11.2014


Terrorförderung: Die bösen Guten, die viel Böses provozieren
Autor: Walter Hess, Publizist (Textatelier.com), Biberstein AG/CH
 
 
Die Weltpolitik spielt sich auf einem infantilen Niveau ab. Die Machthaber, von denen viele ihren Herrschaftsbereich und damit ihre Macht ausweiten wollen, verhalten sich wie quengelnde, schreiende, ausrastende Kinder, die mit ihrem nervenden Lärm die Eltern gefügig machen wollen. Von Ladenbesitzern wird das noch begünstigt, indem man die Spielwaren auf Kindeshöhe bei der Kasse, wo man meistens warten muss, platziert. So werden Begehrlichkeiten geweckt.
 
Von Erwachsenen würde man ein reiferes Verhalten erwarten. Konflikte sollten durch vermittelnde Gespräche gelöst werden, wobei die Konfliktpartner die Bedürfnisse und Anliegen der Gegenseite zur Kenntnis zu nehmen haben, immer im Bemühen, einen Kompromiss zu finden. Das Schweizerische Rote Kreuz ist ein Vorbild für einen solchen Umgang mit Konflikten: Es stellt sich nicht auf die eine oder andere Seite, sondern bleibt neutral, spricht mit allen, damit die Aufgabe, den bedrängten Menschen an allen Fronten zu helfen, bestmöglich erfüllt werden kann.
 
Gebrochene Versprechen
Konfliktherde gibt es immer, weil zum Beispiel eine Seite ihre Versprechen bricht: Ein bezeichnendes Beispiel ist die US/EU-Kampftruppe Nato (westliches Kriegsbündnis), die Russland entgegen allen anderslautenden Zusicherungen mit der Umklammerung von Russland begonnen hat, wozu natürlich auch die durch die USA und die EU intensiv geförderte Ukraine vereinnahmt werden sollte. Der deutsche Aussenminister Hans-Dietrich Genscher hatte der Sowjetunion bei ihrer Auflösung im Februar 1990 im Gegenzug für die Wiedervereinigung versprochen, die Nato werde sich nicht ostwärts ausdehnen. Und genau das Gegenteil geschah. „Die Zeit“ vom 01.05.1914 dazu:1999 wurden Polen, Ungarn und Tschechien (in die Nato) aufgenommen, 2004 die baltischen Staaten, dazu Bulgarien, Rumänien, Slowenien und die Slowakei, zuletzt 2009 noch Kroatien und Albanien. Auch der Ukraine und Georgien wurde der Beitritt in Aussicht gestellt. Das war falsch, weil beide Länder ungelöste innere Konflikte mit ihren russischen Minderheiten hatten, die sich Moskau zunutze machen konnte. Mit dem russischen Einmarsch in Georgien – schon damals begründet als brüderliche Hilfe – war die Sache gestorben.“ Bereits in Serbien hatte die Nato als verlängerter Arm Amerikas einen völkerrechtswidrigen Krieg vom Zaume gerissen, von den Einheitsmedien bejubelt.
 
Wenn sich nun der russische Präsident Wladimir Putin gegen die zunehmende westliche Bedrohung von Russland aus der unmittelbaren Umgebung zur Wehr setzt und die Interessen der russisch-stämmigen Regionen unterstützt, antwortet der Westen mit einem wirtschaftskriegerischen Mittel: Sanktionen, um das grosse und erstarkte Russland wirtschaftlich in die Knie zu zwingen, zu destabilisieren. Den Eigentor-Charakter solcher Massnahmen spürt er jeweils erst im Nachhinein.
 
Bei solchen Eskalationspunkten angekommen, wäre es dringend, in Gesprächen eine friedliche Lösung zu suchen. Aber offensichtlich arbeiten die USA unter dem inzwischen entheiligten Präsidenten Barack Obama auf einen Krieg hin, in unfassbarer Weise unterstützt von der EU-Staatengemeinschaft, die von Deutschland angeführt wird. Ausgerechnet von Deutschland, das nach dem Ende des 2. Weltkriegs „Nie wieder Krieg“ auf seine Fahne geschrieben hatte. Frieden ist nicht zu erreichen, wenn eine Partei partout Krieg will und sich durch Friedensbemühungen in seinen aggressiven Absichten gestört fühlt.
 
Wie Israel Palästina systematisch zerstört
Dasselbe Strickmuster spielt sich in noch akzentuierterer Form in Israel ab, das keine Bemühungen unternimmt, sich mit Palästina zu arrangieren, sondern diesen Nachbarn vernichten will. Das Land Palästina wird gedemütigt, ausgehungert, sein Trinkwasser wird verknappt, durch eine hohe Mauer der Schande in ein Ghetto verwandelt, wie es im Spätmittelalter die Juden erlebten, die in separate Stadtbezirke abgedrängt wurden. Nun geschieht dasselbe unter umgekehrten Vorzeichen, und hinzu kommt noch der dreiste, kriminelle Landraub auf palästinensischem Gebiet. Der uruguayische Schriftsteller Eduardo Galeano schrieb schon im November 2012 (wiedergegeben in „Unsere Welt“, der Zeitung der Schweizerischen Friedensbewegung, Nr. 3/2014), über das, was damit ausgelöst wurde:
 
„Es sind die Kinder der Ohnmacht, die selbst gebastelte Raketen, die die Hamas-Kämpfer, in Gaza in die Enge getrieben, schlecht gezielt auf die Ländereien abschiessen, die einst den Palästinensern gehörten und von Israel usurpiert (widerrechtlich an sich gerissen) wurden. Und die Verzweiflung ist neben dem selbstmörderischen Wahnsinn die Mutter der wütenden Drohungen, die Israel Existenzberechtigung absprechen, wirkungsloses Geschrei, während der sehr wirksame Vernichtungskrieg dem Staat der Palästinenser seit Jahren die Existenzberechtigung abspricht. Von Palästina ist kaum noch etwas übrig. Schritt für Schritt tilgt Israel es von der Landkarte.“
 
Vom jüngsten Gaza-Vernichtungskrieg (08.07. bis 26.08.2014) kann sich Palästina kaum noch erholen. 300 Unternehmen wurden in den 50 Tagen des masslosen Bombardements durch Israel kaputtgeschossen, darunter auch die Al-Awda-Lebensmittelfabrik, ferner ganze Wohnblöcke, Brunnen, Wasserleitungen, aber auch über 100 Schulen und Krankenhäuser (der Uno). Schulen sind für die Westmächte bevorzugte Angriffsziele, weil das Töten von Kindern besonders viel Leid verursacht, wobei solche Kriegsverbrechen, wenn sie von dieser Seite verübt werden, ungesühnt bleiben. Eine Schande.
 
Folgen wir noch einmal Galeano: „Israel ist das Land, das sich nie an die Empfehlungen und Resolutionen der Vereinten Nationen hält, das nie den Urteilen internationaler Gerichte Folge leistet, das nur Hohn übrig hat für die internationalen Gesetze, und es ist auch das einzige Land, in dem die Folter von Gefangenen legalisiert worden ist (Anmerkung Textatelier.com: In den USA werden Folterungen, von George W. Bush wieder eingeführt, immerhin toleriert, wenn sie „guten Zwecken" dienen).
 
Wer hat ihm (Israel) das Recht verliehen, (den Nachbarn) alle Rechte abzusprechen? Woher kommt die Straflosigkeit, mit der Israel das Morden in Gaza betreibt? Die spanische Regierung hätte niemals straflos das Baskenland bombardieren können, um mit der ETA aufzuräumen, und die britische Regierung hätte nicht Irland zerstören können, um die IRA zu vernichten. Verleiht denn etwa der Holocaust Anspruch auf ewige Straflosigkeit? Oder kommt das Grüne Licht nicht vielleicht von der grössten Grossmacht, deren bedingungslosester Vasall Israel ist?“
 
„Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen durch Israel sind ein Fakt“, schrieb die Soziologin Verena Tobler Linder in der „NZZ“ vom 19.07.2014. Der Versuch, diese als antisemitisch zu diffamieren, werde zum Bumerang. In der Verantwortung stünden auch die USA, Europa und die Schweiz. Und ‒ so möchte man beifügen – das feige Wegschauen und die Durchsetzung von Judenschutzmassnahmen helfen nicht weiter.
 
Die auch mit dem sogenannten Arabischen Frühling fortgesetzte Zerstörungswut der USA und seiner hirnverbrannten Mitläufernationen, die durch ihre durch Angst motivierte Unterwürfigkeit Strafaktionen auszuweichen versuchen, hatte Folgen auf die in sich zerstrittene arabische Welt. Es war die reine Terrorförderung, welche der Westen zum Abbau der Freiheiten und zur Überwachung der eigenen Bevölkerung schamlos nutzte.
 
Die ultrakonservativen, militanten Moslems empfinden Israel und die USA als den kleinen und den grossen Satan. Die Bezeichnung „Grosser Satan“ hat der Imam Ahmad Chomeini geschaffen. Sie ist seither das Synonym für das Regierungs- und Wertesystem der US-Politik, betrifft aber nicht die Amerikaner als Volk. Die US-Politik mit ihrer blödsinnigen Erfindung der „Achse des Bösen“ (George W. Bush) war und ist zunehmend auf Konfrontation angelegt. Damit wurden die Länder willkürlich aufgeteilt. Sie provoziert dadurch terroristische Abwehrmechanismen, wovon die IS (Islamischer Staat) die bisher grausamste und furchterregendste ist. Mit dem zunehmenden Judenhass und Antiamerikanismus wachsen ihr Zulauf und ihre Brutalität, die mit den Mitteln hollywoodscher Inszenierungskünste über elektronische Medien verbreitet, ja zelebriert werden.
 
Es geht hier nicht um eine Spur von Rechtfertigung. Auf welcher Seite auch immer gemordet wird, sind das entsetzliche, verwerfliche, kriminelle Schandtaten. An dieser Stelle soll bloss aufgezeigt werden, dass die Gesetze von Ursache und Wirkung auch in einer Welt gelten, in der das Zerstören und Abschlachten zur Tages(un)ordnung gehören. Wo nicht miteinander gesprochen, befriedende Massnahmen getroffen und um einen Frieden gerungen wird, machen sich die Regenten am Tod von Tausenden, Hunderttausenden und der Zerstörung unwiederbringlicher Kulturwerte schuldig.
 
Es gibt keine guten und keine bösen Krieger, bzw. Kriegsherren, abgesehen von reinen Verteidigungsmassnahmen (die Schweizer Armee ist ausschliesslich darauf ausgerichtet). Wer Lebensräume zerstört und nach Gutdünken mordet, begeht Kriegsverbrechen, Verbrechen an der Natur, an allen Lebewesen und an der Menschheit. Schwerverbrecher, ob sie nun aus unserem eigenen oder einem anderen Kulturkreis kommen, gehören vor internationale Strafgerichte, die offenbar aber nur für den Kreis der als böse Abgestempelten zuständig sind.
 
Es gibt keine Guten, die alles dürfen, sondern nur Gute, die sich anständig verhalten und Kriege zu verhindern oder zu beseitigen suchen.
 
 
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07.07.2005: Wieder Terrorismus in dieser allerbesten aller Welten
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