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BLOG vom 20.12.2014


10 Jahre, Tausende Blogs. Blogatelier feiert Geburtstag!
Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Viersen/Westdeutschland
 
 
Das Internet scheint unendlich wie der Weltraum zu sein. Gehört es in ein Multiuniversum, in eine Parallelwelt? Das Internet ist unüberblickbar. Noch ist es nach Sprachen einteilbar, aber nur teilweise in der Internetwelt, in der die Schrift vorherrscht. Die Bilder- und Klangwelt ist international mehrsprachig, Sprachgrenzen überschreitend.
 
Wir haben uns – im wahrsten Sinne des Wortes – dem Internet verschrieben. „Verschrieben“: nicht in der Bedeutung von „verschreiben“, sondern in der des Eingliederns, des Einverleibens. Das Internet gehört zu unserer Welt wie das Existieren. Dabei ist es nicht einmal lebensnotwendig. Es gibt viele Menschen, die keinen Zugang zu diesem Medium haben oder ihn nicht haben wollen. Dem Internet werden menschliche Gefühle entgegengebracht: Liebe, Zuneigung, Abhängigkeit bis zur Versklavung, Angst und Furcht, Sehnsucht und Vertrauen. Das Internet schläft nie.
 
Das Internet hat das Leben verändert. Es hat Menschen zueinander gebracht, die sich sonst nie im Leben begegnet wären. Es hat die Welt nicht kleiner gemacht, aber es hat Grenzen verwischt, politische, geografische, geistige, die der Gefühlswelt, die der Vorurteile gegeneinander aber auch die einer anderen Gruppe gegenüber.
 
Das Internet ist ein Kommunikationsmedium. Dazu gehören Sender und Empfänger, welche die Rollen vertauschen können. Viele Arten der Kommunikation hat es möglich gemacht: Text, Bild, Ton. Ideen aller Art können der ganzen Welt mitgeteilt werden.
 
Im Internet wird manipuliert, überwacht. Das Internet ist das Medium, das es möglich macht, geheime Wünsche offenzulegen. Dem Internet ist nichts fremd. Das Internet kann zum sogenannten gläsernen Menschen führen, ohne Geheimnisse, physisch und psychisch nackt. Das Privatleben endet nicht mehr an der Wohnungstür. Unsichtbare elektronische Wellen und Partikel durchfluten uns und durchforschen uns.
 
Medien allgemein können dazu führen, das Selbstbewusstsein zu steigern. Menschen veröffentlichen „Selfies“, Bilder ihres Körpers oder ihrer Körperteile. Das Netz ist offen für alle. Das Internet kann bis zur (eigenen) Vernichtung führen, wenn Grenzen unseriös überschritten werden.
 
Wie alles, so kann auch das Internet missbraucht werden. Es kommt darauf an, die positiven Seiten zu suchen!
 
Eine kleine Gruppe von Menschen hat sich – nach und nach – gefunden. Die Menschen veröffentlichen ihre Gedanken, ihre Erkenntnisse in einem Weblog.
 
„Weblog?“ „Web“, das Netz, das die Welt weltweit umspannt. „Log“ kommt ursprünglich aus dem Englischen und bedeutete „Holzklotz“. Danach bezeichnete es ein Messgerät für die Geschwindigkeit eines Schiffes, 8 bis 9 Seemeilen gab das Log an. Das wurde im Logbuch aufgeschrieben, neben allem anderen, was auf der Schiffsreise berichtenswert war. Und das Log wurde ein Synonym für das Protokollieren auf hoher See.
 
Es ist nicht nur 1 Log, das durch das Web rast, sondern unzählige. Es geht rasend schnell, bis eine Nachricht den Empfänger erreicht, kaum messbar für den menschlichen Geist. Und (fast) nichts geht verloren; alles wird „verewigt“ im Logbuch des Webs, im Blog.
 
Der Begriff hat sich internationalisiert. Sogar in der Sprache der Suhaeli heisst es „Blogu“.
 
Sagen wir jetzt in der deutschen Sprache „der Blog“ oder „das Blog“? Für das Neutrum spricht der Bezug zum Buch; für das Maskulinum der phonetische Gleichklang zu „Block“. Es gab keine Entscheidung, und so liegt es bei jedem selbst, welcher Artikel benutzt wird.
 
Diejenigen, die die Blog-Texte verfassen, sind die Blogger. Die weibliche Form ist die Bloggerin. Wir bloggen, wir schreiben Artikel in einem Blog.
 
Es gibt viele tausende Blogs und Blogger. Es gibt kaum ein Thema, zu dem kein Blog geschrieben wurde. Und doch gibt es Unterschiede.
 
Blogger wollen, dass Internetteilnehmer die Blogs wahrnehmen und lesen. Das können Blogs sein, die ganz bestimmte Gruppen ansprechen, etwa Konsumenten, Lehrer, politisch Interessierte, Patienten, Hobbytreibende und viele mehr.
 
Viele, die Blogs ins Netz stellen, wollen das nicht tun, ohne davon finanziell zu profitieren. Nicht wenige leben davon. Eine Möglichkeit ist es, auf der Seite Werbung aufzuschalten, die von dem Wirtschaftsunternehmen, das sich dadurch einen Nutzen verspricht, bezahlt wird. Andere lassen sich die Nutzung und den Besuch der Website bezahlen. Das wird durch einen Vertrag geregelt. Und all dies bindet und erlaubt Einfluss der Geldgeber.
 
Es gibt aber auch unzählige Blogs, die nicht bevormundet werden wollen, ohne Werbung. Blogs, die unentgeltlich zu besuchen, im Fachterminus „anzuklicken“, sind. Der Blogger zahlt nur die Nutzung des Internets allgemein. Beim Blogger kommt nichts davon an.
 
Blogger tun es, weil sie einen inneren Wunsch verspüren, der Mitwelt mitzuteilen, wovon sie überzeugt sind, was sie interessiert. Manche wolle auch missionieren, für ihre Überzeugung werben. Wieder andere haben es als ein Hobby entdeckt.
 
„Surfen“: Das Wort surf stammt ursprünglich aus der englischen Sprache, bedeutet „Brandung“. Das Surfen  steht heute für das Sich-treiben-Lassen von Wind und Wellen.
 
Ein Thema lässt sich in die Zeile einer Suchmaschine eingeben, und diese sucht blitzschnell alles heraus, was unter wohl Milliarden von Texten dazu zu finden ist. In den Vorschlägen der Websites lässt sich surfen, schauen, was interessiert und was interessant ist.
 
So fand ich eines Tages www.textatelier.com. Ein Text ist eine schriftlich erstellte Abhandlung. Ein Atelier ist eine Werkstatt kreativer Menschen. Es geht also um Essays von Menschen, die ihre Einfälle, ihre Vorstellungen, ihre Ideen, ihre Gedanken in Worte gefasst haben und diese der Allgemeinheit zugänglich machen wollen.
 
Ich entdeckte die Vielfalt der Themen. Ich fand heraus, dass der Herausgeber in der Schweiz residiert, denn in den Texten fehlt das „ß“, aber auch weil viele Themen zu finden sind, die mit der Schweiz zu tun haben. Ich erkannte, dass es keine Beschränkungen gibt. Die Autoren schreiben, was sie mitteilenswert finden, was sie bewegt. Sie wohnen nicht alle in der Schweiz, der eine in London, andere in Deutschland oder Österreich.
 
Ich fand Texte, die mich persönlich ansprachen. Ich verwendete die Texte im Sprachunterricht. Ich entdeckte Gedankengänge, die mir neu waren. Ich konnte mich in den Texten wiederfinden. Ich konnte in den Texten meine Gegenwart und meine Vergangenheit entdecken.
 
Auch ich hatte etwas mitzuteilen. Warum nicht einfach anfragen, ob ich mich in den Kreis der Autoren, der Blogger, einreihen darf? Ich durfte. Ich begann, über meine Erfahrungen in Indien zu schreiben.
 
Und so fand ich meine Texte, meine Blogs, im Netz auf der Website wieder. Der Herausgeber, Walter Hess, lässt mir „freie Hand“. Ich kann über alles schreiben, was mir einfällt, mich beschäftigt.
 
Das Textatelier.com ist wie ein Magazin, das täglich erscheint. Nicht die alltäglichen Nachrichten sind darin zu finden, sondern Texte, die sich täglich mehren. Manchmal gibt es am gleichen Tag bis zu 3 neue Blogs, Feuilletons, Essays, Gedichte, Kurzgeschichten, Aphorismen, Rezepte, Gesundheitsempfehlungen, Kommentare und anderes.
 
Ende Dezember dieses Jahres 2014 besteht die Website 10 Jahre. Jeder Text ist einmalig, jeder Text ist interessant. Und in den Jahren haben immer mehr Surfer diese Seite entdeckt. Oder sie lassen sich durch Mitteilungen bei Twitter leiten. Die Zahl der Leser steigt von Jahr zu Jahr. Sie loggen sich irgendwo in der Welt ein.
 
Und das, obwohl keine bildlichen Darstellungen die Texte begleiten. Es sind Texte in deutscher Sprache. Wenn Bilder oder Sprache erforderlich werden, gibt es Quellenhinweise, die dorthin führen.
 
Die Autoren plagiieren nicht. Sie geben an, wo sie ihre Zitate und Textauszüge gefunden haben, sollten sie nicht dem eigenen Geist entsprungen sein. Somit wird streng nach publizistischen Normen verfahren.
 
So sind inzwischen in den 10 Jahren weit über 5000 Blogs veröffentlicht worden. Die Zahl der Blogger hat sich in den Jahren vergrössert. Wir sind Idealisten, wir verwenden unsere Zeit, um unsere Gedanken niederzuschreiben. Ohne das exakte mehrfache Überprüfen von Fakten und Sprache geht es nicht. Und wir Blogger sind froh, dass der Bruder des Herausgebers, Rolf P. Hess, sich dieser Aufgabe unermüdlich widmet.
 
Den Bloggern sind in den 10 Jahren die Ideen nicht ausgegangen, und es ist sicher, sie werden es auch nicht. Vieles gibt es noch, worüber sich zu schreiben lohnt.
 
10 Jahre und über 5000 Texte sind es wert, dass man feiert. Das tun wir alle, die dazu beitragen, dass es täglich mindestens ein neues Blog gibt. Und wir wollen Sie, die Leser, einbeziehen! Wir freuen uns, dass Sie unsere Texte lesen! Bleiben Sie uns treu!
 
 
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