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BLOG vom 27.12.2014


Recherchen (19): Rosenriechpulver vertreibt den Zorn
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
Die Rose brilliert nicht allein durch ihre Schönheit, sondern auch durch ihren Duft, den man gezielt auch zur Regulierung von Stimmungen einsetzen kann. Das entsprechende Wissen darf nicht verloren gehen. In einer Publikation über ätherische Öle in der „Reform-Rundschau“ (12/2014) wollte Frau G., Radolfzell D, wissen, wie man Rosenriechpulver herstellt und ob man dieses auch kaufen könne.
 
Die Rose ist ein „Frohmacher“
Die Rose, die auch in der Hildegard-Medizin verwendet wird, gilt als „Frohmacher“. Zur Anwendung kommen Rosenblütentee oder ein Rosenriechpulver (zusammen mit Salbei). Das Riechpulver sollte man immer bei sich tragen und in Stresssituationen daran riechen. „Und wer jähzornig ist, nehme die Rose und weniger Salbei und zerreibe sie zu Pulver und in jener Stunde, wenn der Zorn in einem aufsteigt, halte er es an die Nase und rieche daran, denn der Salbei tröstet und die Rose erfreut“, so Hildegard von Bingen (1098‒1179).
 
Rezept 1: 2 Rosenblüten auseinanderzupfen und trocknen, ebenso 7 Salbeiblätter. Anschliessend zu Pulver vermahlen, dann benutzen, um den Zorn zuvorzukommen.
 
Rezept 2: Verreiben Sie einige Tropfen Rosenöl mit Milchzucker. Die Mischung wird in ein Fläschchen gefüllt. Oder Sie kaufen sich Rosenwasser und riechen bei Bedarf daran.
 
Vor einiger Zeit tauchte die Frage auf, ob man Rosen auch für Badezusätze verwenden könne. Empfehlenswert ist die Herstellung eines Badesalzes. Ein entsprechendes Rezept übermittelte mir Marlene Müller von Ibach-Unteribach D:
 
Herrlich duftende Badezusätze
Rosen-Badesalz: Frische Rosenblüten (gilt auch für Lavendel-Badesalz) und gleiche Mengen Salz mittels Mixer zerkleinern. Die feuchte Masse wird in Eierbecher gefüllt. Nach 1 Stunde kann man die Masse herausklopfen. Für 1 Bad reicht die Menge eines Eierbechers aus. Als Emulgatorenersatz wird dann dem Badewasser 1 Becher Sahne oder Buttermilch zugefügt. Dann kann man voller Erwartung in ein solch duftendes Badewasser steigen.
 
Das Bad mit dem Rosenduft entspannt und führt zu einer Harmonie. Besonders empfehlenswert ist ein solches Bad für Frauen in den Wechseljahren. Auch ein Lavendelbad nehmen. Lavendel hat eine ausgleichende und beruhigende Wirkung.
 
Von Mireille Jochum-Guillou (1935‒2008) erhielt ich vor Jahren einige Rezepte für Wohlfühlbäder. In einem Blog vom 21.01.2009 („Mareille Guillou: Ein Leben für die Kosmetologie und Algologie“) würdigte ich Ihr Lebenswerk.
 
Hinweis: Zusätze mit ätherischen Ölen werden mit einem Lösungsmittel versetzt, bevor sie ins Badewasser kommen. Als Lösungsmittel bzw. Emulgatoren eignen sich Lithothamnion-Algenpulver, Milchpulver (2-3 Esslöffel pro Bad), süsse Sahne (2-3 Esslöffel pro Bad), frisches Eigelb (1 Eigelb pro Bad), neutrale, hochwertige Flüssigseife (1 Esslöffel pro Bad).
 
Bad mit Lavendel- und Rosenöl: Eine gute Wirkung gegen Ekzeme und bei empfindlicher Haut wird erreicht mit einem Badezusatz aus 10 Tropfen Lavendelöl und 5 Tropfen Rosenöl.
 
Anti-Falten-Bad: Unter den vielen Rezepten für eine glatte, faltenfreie Haut sind viele Kosmetika im Angebot. Das Anti-Falten-Bad mit ätherischen Ölen aus Rose und Rosenholz hilft bei müder Haut und Dehnungsstreifen, bringt auf Grund seines Regenerationseffektes sogar Narben schneller zum Abheilen.
 
Rezept: 10 Tropfen Rosenholzöl und 2 Tropfen Rosenöl in Lösungsmittel einrühren und dem Badewasser zufügen.
 
Verwöhnbad mit Rosenduft: Besonders Frauen schwärmen von einem Verwöhnbad mit Rosenduft. Es kommen Rosenblüten, die zerpflückt auf dem Badewasser schwimmen oder eine Rosenduftkerze im Bad zur Anwendung. Als Badezusatz empfiehlt sich eine Mischung von 5 Tropfen Rosenöl und Lösungsmittel.
 
Rosenblütenkissen
Bruno Vonarburg empfiehlt ein Rosenblütenkissen (getrocknete Rosenblüten werden in ein Kissen eingefüllt. Dieses dient als Kopfunterlage). „Diese Kissen wird Sie im Schlaf der Traumgott packen und Sie ins Land der 1000 Rosen führen. Als Rosenprinzessin oder Rosenkavalier werden Sie des Morgens verzückt und fidel erwachen.“
 
Kulinarische Rosenkreationen
Experimentierfreudige Menschen und Feinschmecker stellen Rosenblütentee, Rosenwasser, Rosenhonig, Rosensirup, Rosenessig, Rosenlikör und Rosentonikum her.
 
Agnes Kling-Schlicker (Thalasso International, Saarbrücken), die das Lebenswerk von Mireille Jochum-Guillou weiterführt, übermittelte mir dankenswerterweise in einer E-Mail vom 11.12.2014 die folgenden Rezepte:
 
Rosenbowle für den Sommer: Zutaten: Je 1 Flasche Weisswein, z. B. Rhein- und Moselwein, 1 Flasche Sekt oder Cremant, 5 Blätter von 5 wohlduftenden Rosen, 50 g Zucker.
 
Zubereitung: Die Rosenblätter abspülen, gut abtropfen lassen, in Bowlengefäss geben und mit dem Zucker bestreuen, zugedeckt zirka 15 Minuten ziehen lassen, den Rheinwein darübergiessen, zudecken und 2 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Die Rosenblätter mit einer Schöpfkelle herausnehmen, den Moselwein zugiessen. Direkt vor dem Servieren den Sekt/Cremant zugeben.
 
Es ist ein erfrischendes Getränk, das auch der Seele gut tut.
 
Rosenblättergelee: Zutaten: 1 Liter Apfelsaft, Zitronensaft von 2 Zitronen, Geliermittel (entweder 1 kg Gelierzucker oder ein Gelierfix, das mit wenig Zucker auskommt), etwas Ingwer.
 
Zubereitung: Blätter von 15 frisch gepflückten Rosen lösen, vorsichtig mit kaltem Wasser waschen, gut abtropfen lassen, mit dem Apfelsaft und Zitronensaft und Ingwer versetzen und zugedeckt über Nacht ziehen lassen. Erhitzen, Rosenblätter können entfernt werden. Man kann auch einige Blätter drin lassen; Gelierzucker zugeben und nach Angaben auf dem Geliermittel aufkochen, sofort in Gläser füllen und diese verschliessen.
 
Fazit: Die Rose mit ihrem sehr angenehmen Duft hat die Menschen immer in den Bann gezogen. Kein Wunder, dass die Rose in der Aromatherapie, in kosmetischen Produkten und für Wohlfühlbäder zur Anwendung kommt. Kulinarische Rosenzubereitungen sind etwas Besonderes und erfreuen nicht nur Leckermäuler.
 
Internet
 
Literatur
Jochum-Guillou, Mireille: „Lust auf Baden“, Trias Verlag, Stuttgart 1999.
Scholz, Heinz; Hiepe, Frank: „Arnika und Frauenwohl“, Ipa-Verlag, Vaihingen 2013.
Vonarburg, Bruno: „Rosen wie Balsam“, „Natürlich“, 1997/7-8.
 
 
Hinweis auf die vorangegangenen Recherche-Blogs
 
 
Hinweis auf weitere Blogs über die Rose
04.08.2005: Zur Einsichtnahme: Iran = Persien = Sa’dis Rosengarten
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