Textatelier
BLOG vom: 20.02.2015

Neue Aphorismen: Le dernier cri ist bald einmal ersetzt

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
 
In Selbstbewunderung erging er sich – bis einer kam und ihm im Wege stand.
 
Humor ist ein wirksamer Sorgenbrecher. Auf Wein ist weniger Verlass.
 
Die Zeit trägt alles – die Langeweile am längsten.
 
Mit Hast wird keine Rast erreicht.
 
Die Weisheit offenbart ihren Sinn nur, wenn man sie auf sich bezieht.
 
Man darf einem Esel nicht zu viel aufbürden. Sonst wird er störrisch.
 
Auch im Schneckentempo kommt man voran – nur langsamer, was
oft von Vorteil ist.
 
Gute Gedanken müssen gekämmt werden, damit sie wirken.
 
Nur der erfolgreiche Vorgänger gewinnt Gefolgschaft. Bleibt nur die Frage übrig: Was ist Erfolg?
 
Wen der Tag nicht weckt, büsst in der Nacht.
 
Siegeskränze: Ja – Friedenskränze: Nein. Leider.
 
Auf fremdes Glück bauen? Darauf ist kein Verlass. Sei jeder sein eigener
Baumeister des Glücks.
 
Auf den Stockzähnen zu lachen, setzt voraus, dass wir sie im Kiefer haben.
 
Eine Sache an den Haaren herbeiziehen – sofern sie einen Schopf hat.
 
Die Flamme eines einzigen Kerzendochts reicht aus, um viele andere Kerzen zu entflammen.
 
Im eigenen Netz verstrickt sich, wer damit andere fangen will.

Unter uns gesagt ist mitunter zu viel gesagt.
 
Wer Geist hat, schätzt geistiges Getränk. Dann fliesst die Poesie von selbst.
 
Mit etwas Abstand ist viel Anstand gewonnen.
 
Vorsicht: Das Passwort überlebt Menschen elektronisch.
 
Le dernier cri: Der neue Schrei ersetzt den letzten.
 
Wer sich bescheidet, hat mehr vom Leben.

Wer zu viel spricht, sollte es allein vor dem Spiegel tun.
 
 
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