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BLOG vom 12.01.2016


Studien (2): „Herztrost“ beruhigt, ein Hund gegen Schlaganfall

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D


Trinken wir zu viel?
Ich meine in diesem Kapitel nicht das Trinken von alkoholischen Getränken, sondern dasjenige von Wasser. Früher wurde postuliert, man solle doch zwischen 2 und 2,5 Liter Wasser am Tag trinken. Diese grosse Menge habe ich schon lange angezweifelt. Nun warnen Harvard-Forscher in ihrem Newsletter „Harvard Health Letter“, vor zu viel Wasser. Es reichen 1 bis 1,5 Liter am Tag aus. Und diese Menge muss nicht unbedingt mit reinem Wasser aufgenommen werden. Wer viel Obst und Gemüse futtert, führt seinem Körper viel Wasser zu.

Die Ernährungsgesellschaften in der Schweiz, in Österreich und Deutschland publizierten schon im Jahre 2000 die Wasserbilanz eines Erwachsenen. So setzte sich die Gesamtwasseraufnahme wie folgt zusammen:
Getränke 1440 ml, Wasser in fester Nahrung 875 ml und Oxidationswasser 335 ml/Tag. Das Oxidationswasser wird aus den aufgenommenen Nährstoffen gebildet.
Die Gesamtwasseraufnahme soll laut Ernährungsgesellschaft beim Erwachsenen zwischen 2,6 Liter (19 bis 5o Jahre) und 2,25 (ab 50 Jahren) betragen.

Bei grosser Hitze und bei sportlichen Aktivitäten ist jedoch der Wasserbedarf erhöht.
Die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist besonders bei älteren Menschen problematisch, da bei ihnen oft das natürliche Durstgefühl nachlässt. Aus diesem Grunde sollte man eine volle Teekanne oder eine gefüllte Mineralwasserflasche auf den Tisch stellen und die Flüssigkeit tagsüber in mehreren Portionen trinken. Da sieht man, wieviel man zu sich nimmt. Eine 94-Jährige, die bei meinem Vortrag über Vitamine beim Altenwerk St. Fridolin in Lörrach-Stetten am 05.11.2015  anwesend war, machte es genau richtig. Sie bereitet sich jeden Tag am Morgen 1,5 Liter Schwarz- oder Grüntee und trinkt die Menge tagsüber aus.

Bei zu geringer Wasserzufuhr kann es zu Schwindel, Herzklopfen und Schwächeanfällen kommen. Das sind Anzeichen einer Dehydrierung.
(Quellen: www.focus.de vom 03.08.2015; u. Literatur s. am Schluss)

„Herztrost“ beruhigt
Gemeint ist hier die Zitronenmelisse, die wir als Heil- und Gewürzpflanze kennen.
Verschiedene Zubereitungen (Tee, Melissengeist, Press-Saft aus frischem Melissenkraut, Tropfen) haben sich bewährt bei nervös bedingen Einschlafstörungen, nervöse Magen-Darm-Beschwerden, nervöse Herzbeschwerden, Appetitlosigkeit, innere Unruhe, Nervosität, Lampenfieber, Migräne.

In einer iranischen Studie wurde geprüft, ob ein Melissenextrakt bei Herzrasen hilft. Die eine Gruppe erhielt ein Placebo, während die andere Gruppe Kapseln mit 500 mg Melissenextrakt bekam. Im Fokus der Messungen standen Angstgefühle, depressive Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Somatisierung und psychosoziale Belastungen.

Ergebnis: In der Melissengruppe konnten die Vorfälle bei Herzrasen um ein Drittel gesenkt werden. Auch die Angstzustände gingen in dieser Probandengruppe zurück.
Die Carstens-Stiftung schätzte die Studie so ein: In der Regel werden bei Herzrasen Beta-Blocker verabreicht. Oft sind hier Nebenwirkungen zu beobachten. „Ein gut verträgliches pflanzliches Medikament wie der in dieser Studie untersuchte Melissenextrakt kann eine Alternative, vielleicht auch in Kombination mit anderen Massnahmen wie Entspannungsverfahren oder kognitiver Verhaltenstherapie darstellen.“
(Quellen: J. Ethnopharmacol 2015 u. „Carstens-Stiftung“  vom 13.05.2015).

Verbesserte Arterienfunktion
Im Kakao sind einige Pflanzeninhaltsstoffe wie die Flavonoide, die die Funktionen der Arterien bei jüngeren und älteren Menschen verbessern und altersabhängige Veränderungen der Gefässe entgegenwirken.
Das fand ein Team des Universitätsklinikums Düsseldorf mit Kollegen aus den USA und Grossbritannien heraus. Auf der 80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim  (22. 04.-26.04.2014) wurde die Untersuchung im Rahmen des EU-geförderten FLAVIOLA Forschungs-Konsortiums präsentiert. Die Probanden tranken während 2 Wochen zweimal täglich ein kakaoflavonolreiches (450 mg) oder ein kakaoflavonolfreies Getränk. Nach 2 Wochen waren die Gefässe bei den Patienten, die Flavonole aufnahmen, in ihrer Funktion verbessert.
(Quelle: „Kneipp-Journal“, 10/2014).

Gefässschutz durch Cranberrys?
Die Grossfrüchtige Moosbeere (Cranberry) wird nicht nur zur Prävention von Harnwegsinfektionen verwendet, sondern auch zum Herz- und Gefässschutz. US-Mediziner  konnten in einer Pilotstudie an 15 Probanden nach einmaligem Genuss von Cranberry-Saft eine deutliche Verbesserung der Endothelfunktion der Oberarmvene feststellen.  Im 2. Teil der Studie wurde die Probandenanzahl auf 47 erweitert. Die Probanden mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhielten täglich 480 ml eines hochkonzentrierten Cranberry-Saftes oder eines Placebo-Saftes. Danach bekamen die mit Placebo-Saft versorgten Versuchsteilnehmer 2 Wochen lang Cranberry-Saft.
Ergebnis:  Positiver Effekt auf die arterielle Gefässsteifigkeit. Die Anthocyane im Saft dürften für diese Wirkung verantwortlich sein.
(Quelle: Am. J. Clin. Nutr., 2011,93,5).

Beurteilung durch die „Carstens-Stiftung“: „Klar ist nur: Über einen längeren Zeitraum eine gefässschützende Wirkung zu erreichen, müsste man jeden Tag einen halben Liter hochkonzentrierten Cranberry-Saft trinken! Nach einem halben Tag ist die Wirkung der Anthocyane auf die Gefässe auch schon wieder verpufft und muss erneuert werden.“

Wirksam gegen Schlaganfall
Bisher glaubte man, Kaffee erhöhe den Blutdruck, die Herzfrequenz  und das Schlaganfallrisiko. Nun geben Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) Entwarnung. 5 Tassen am Tag sind nicht schädlich. Das Schlaganfallrisiko ist bei Kaffeetrinker geringer. Studienergebnisse aus Singapur und den USA lassen aufhorchen. Forscher der Universitäten Singapur und Harvard (USA) werteten 36 Studien mit 1,5 Millionen Probanden aus. 
Ergebnis: Bei einem moderaten Kaffeegenuss (3,5 Tassen täglich) sank das Schlaganfallrisiko um 20 %. Tranken die Probanden 1,5 Tassen, dann sank das Risiko um 11 %. Ein Verzicht auf Kaffee zeigte keinen präventiven Effekt.
Wer nun glaubt, er könne nur mit Kaffee eine Schlaganfallprophylaxe betreiben, der irrt sich. Die Forscher betonten, dass eine gesunde Ernährung, Bewegung, der Verzicht auf Nikotin und Verzicht auf zu viel Alkohol und die Behandlung von Bluthochdruck von grösserer Bedeutung ist.
(Quellen: www.medizin.de , 2014 und „Deutsches Ärzteblatt“ vom 25.03.2014)
 
Ein Hund sorgt für Bewegung
Ein Bluthochdruck ist Risikofaktor Nr. 1 für einen Schlaganfall. Der Patient kann durch eine Änderung des Lebensstils eine Senkung erreichen. Dr. Bettina Begerow, Präventionsexpertin der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe meint, oft hapert es an der Bewegung. Sie weiss jedoch einen Tipp: „Ein Hund ist der ideale Bewegungstrainer. Der diszipliniert  und treibt einen regelmässig vor die Tür.“
Eine Langzeitstudie aus Taiwan bewies, dass bereits 15 Minuten Spazierengehen pro Tag ausreicht, um 3 Jahre länger zu leben. Die Daten von 420 000 Taiwanesen ergaben, dass Bewegung nicht nur das Herz und Hirn schützt, sie reduziert das Krebsrisiko und macht gute Laune.
(Quelle: „Kneipp-Journal“, 10/2014)

Internet
www.medizin.de
www.carstens-stiftung.de
www.focus.de

Literatur
Scholz, Heinz; Hiepe, Frank: „Arnika und Frauenwohl“, Ipa-Verlag, Vaihingen 2013.
Scholz, Heinz: „Mineralstoffe + Spurenelemente“, Trias Verlag, Stuttgart 1996.
Ernährungsgesellschaften: „Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“, Umschau/Braus Verlag, Frankfurt a. Main 2000.

Hinweis auf einige Blogs zu weiteren Studien
07.01.2016: Studien (1): Kaffee gut für die Leber, Granatapfel für die Prostata
19.02.2015: Neue Studien 2: Lavendelduft, Spermien, Migränemittel
13.02.2015: Neue Studien 1: Manneskraftstärkung, tödliche Langeweile 
14.12.2009: Widersprüchliche Studien: Viel Fett gesund, Folsäure nicht? 
04.02.2009: Merkwürdige Studien: Kuhmilch-Förderung durch Zuneigung 
29.01.2008: Ernährungsstudien-Wahn: Verwirrung bei den Verbrauchern

 


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