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BLOG vom 25.06.2016


Es gibt Menschen, die mich beängstigen

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London


Ein Schuhladen in Wimbledon wird geschlossen. Es war der letzte Tag des Totalausverkaufs. Schuhschachteln lagen kreuz und quer im und vor dem Geschäft gestapelt. Ich betrat den Laden ohne Kaufabsicht und schaute mich um. Gleich beim Eingang stand ein klobiger Mann, der mich musterte. Seine Fischaugen waren auf mich gerichtet. Ich nickte ihm zu. Er starrte mich ohne Unterlass an. Dachte er, ich wäre ein Ladendieb? Ich trug einen guten Anzug. Beargwöhnte er mich deswegen?

Er wich nicht zur Seite, als ich das Geschäft verlassen wollte. “Please excuse me”, sagte ich und schlängelte mich an ihm vorbei.

In London gibt es viele geistesgestörte Leute. Bei der Bushaltestelle wurde meine Frau vor kurzem grobschlächtig angepöbelt. Verängstigt floh sie ins Haus zurück. Frauen werden immer mehr belästigt und vergewaltigt. Dem ist nicht immer so gewesen, erinnere ich mich.

Es gibt Londoner Quartiere, die man meiden sollte. Jugendliche Banden verunsichern betagte Leute. Sie lungern vor den Mietskasernen herum. Am besten vermeidet man Augenkontakt und geht rasch an ihnen vorbei. Diese arbeitsscheuen Kerle vertreiben Drogen. Alkohol- und Drogenmissbrauch zeitigen ihre verheerenden Folgen, wie tagtäglich in den Medien nachlesbar ist.
Bei der kleinsten Provokation wird das Messer gezückt.

Der Mord von Jo Cox, Labor MP, hat internationales Aufsehen ausgelöst. Sie wurde brutal am helllichten Tag ermordet, kaum hatte sie ihren Treffpunkt in ihrem Wahlkreis in West Yorkshire verlassen.

In den USA haben sich gegenwärtig rund 100 Mitglieder der Demokratischen Partei in der Kammer des Kongresses verschanzt. Sie fordern, nach dem Massenmord in Florida, eine scharfe Kontrolle des Verkaufs von Schusswaffen. Der Durchschnittsamerikaner wird sich dagegen sträuben.

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Die Mehrzahl der Leute in der westlichen Welt ist friedfertig. Ihr Einfluss muss gestärkt werden. Aber wie? Jedermann kann sich dafür vorbildlich auf seine Weise einsetzen, statt sich in Wohlstand-Ghettos zu verschanzen.

 


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