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BLOG vom 13.06.2005


„Limmatsprützer“ auf der Zürcher Werdinsel

Autorin: Rita Lorenzetti, Zürich

Das Windrad mit dem Namen „Limmatsprützer“ gefällt mir noch immer. In den 80er-Jahren wurde das Wehr bei der Werdinsel in Höngg modernisiert, und im selben Zeitraum entstand auch dieses fröhlich-farbige Windrad. Mit hellem Rot am Rad und heiterem Grün an der Flügelschraube. Die Farben scheinen einander foppen oder verdrängen zu wollen, und doch sind sie auf ihre Plätze fixiert. Sie tanzen zusammen, wenn sie der Wind antreibt. Auch das Schattenspiel am Boden ist lustig, wie es sich aus dem Rund in die Ellipse und schliesslich nur noch in einen breiten Strich verwandelt.

Dieses Windrad ist Kunst- und Anschauungsobjekt in einem. An ihm geht eigentlich niemand unberührt vorbei. Es stimmt heiter, will aber auch veranschaulichen, wie Windenergie zum Wasserpumpen genützt werden kann. Das Windrad-Getriebe pumpt Wasser aus der Limmat und spritzt es danach in weiten Bogen wieder in den Fluss zurück.

In den letzten Jahren stand es still. Verschleisserscheinungen, hiess es. Gefährlicher Zustand. Dank einigen Idealisten ist die Sanierung nun gelungen. Das Windrad erfreut nun wieder alle, die auf die Insel kommen. Wer weiss übrigens noch, dass hier einmal der Autofriedhof angesiedelt war? Sind es 15 oder schon 20 Jahre her, seitdem er abgetragen worden ist? Heute ist die Insel ein romantischer Ort und Anziehungspunkt für alle Sommerfreuden. Sie hat viele Namen: Werdinsel, Inseli, Hönggi, Bad Au-Höngg.

Beim Wehr sind neuerdings geschichtliche und technische Daten abzulesen und zu meiner Freude auch Gedichte zum Thema Fluss und Wasser angebracht. Z.B.

Blick in den Strom

sahst du ein Glück vorübergehn,

das nie sich wiederfindet,

ist‘s gut in einen

Strom zu sehn,

wo alles wogt und schwindet.

 

O starre nur hinein, hinein,

du wirst es leichter missen,

was dir und sollt’s dein liebstes sein,

vom Herzen war gerissen.

Niklaus Lenau

Dank diesen verschiedenen Hinweisen weiss ich jetzt auch noch, dass das ewz (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich) im Wehr schon damals eine Fischtreppe eingebaut hat, auf der Barben, Trüschen, Forellen, Schwalen und Hechte das Gefälle überwinden können. Ich lebe nun schon über 40 Jahre in diesem Umfeld, und immer wieder gibt es etwas zu entdecken.

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