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BLOG vom 17.07.2005


„Als DaDa da war, war DaDa schon nicht mehr da.“

Autor: Emil Baschnonga

Arp, Hans (1887−1966)

Sekundenzeiger

dass ich als ich
ein und zwei ist
dass ich als ich
drei und vier ist
dass ich als ich
wieviel zeigt sie
dass ich als ich
tickt und tackt sie
dass ich als ich
fünf und sechs ist
dass ich als ich
sieben acht ist
dass ich als ich
wenn sie steht sie
dass ich als ich
wenn sie geht sie
dass ich als ich
neun und zehn ist
dass ich als ich
elf und zwölf ist.

Aus der Himmelsbläue

Jean oder Hans Arp ist deutsch-französischer Abstammung und wurde in Strassburg geboren. Er starb in Basel. Begraben ist er auf dem Friedhof in Locarno. Er ist ein weltbekannter Maler, Graphiker, Bildhauer, Dichter und Mitbegründer des Zürcher Dadaismus und des Surrealismus in Paris.

„Die Zeit“ (2001-31) fragte: „Wem gehört das Werk von Hans Arp?“ In dem Artikel wurde über den skurrilen Erbschaftsstreit um seinen Nachlass berichtet. Sein Werk gehört zweifellos uns allen, wie jedes Werk, das aus Künstlerhand geschaffen wurde. Die Frage ist nur: Wie weit ist es uns zugänglich – auch in seiner inhaltlichen Aussage?

Als Jüngling erhielt ich eine von Arp himmelblau signierte Lithographie, die einen Embryo auf hellgrünem Hintergrund zeigt. Dieser Embryo gleicht einem ausgelaufenen Eidotter, dem ein grosses eiförmiges blaues Auge eingesetzt ist. Wenigstens sehe ich es als Auge; aber es könnte auch die Hirnmasse sein. Dieses Blatt ist mir wieder in die Hände gefallen und reizte meine Neugier, mehr über sein Leben und Wirken zu erfahren.

„DaDa ist schön wie die Nacht, die den jungen Tag in ihren Armen wiegt“, heisst ein Arp-Zitat. Dieser Ausspruch weckte in meinem Gedächtnis ein anderes Zitat; ich weiss nicht mehr, von wem es stammt: „Als DaDa da war, war DaDa schon nicht mehr da.“

Hans Arp hat eine Reihe von DaDa-Gedichtsbändchen veröffentlicht, worunter „Der Vogel selbtritt“ (1920) und „Mondsand“ (1960). Am Anfang dieses Blogs ist eines seiner DaDa-Gedichte beigegeben. Woran liegt es, dass ich DasDa nicht verstehe? Einzig und allein an mir!

Ich halte mich an seine Himmelsbläue, wenn er das Blaue vom Himmel holt. Vielleicht bin ich damit auf der richtigen Spur zu ihm.

Arp hat hier eine Wegmarkierung gesetzt: „lautlos winden riesenkräne trillernde lerchen in den himmel“ (aus dem Gedicht: „Die Schwalbenhode“).

Arps Sinn für Schalk kommt im „Opus Null“ zum Vorschein:

                        Ich bin der grosse Derdiedas

                        das rigorose Regiment

                        der Ozonstengel prima Qua

                        der anonyme Einprozent 

100 %, meine ich, nicht wahr? Wer wird mir den Steigbügel halten?

 

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