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BLOG vom 04.08.2005


Wie Bansky, der Graffiti-Künstler, sein Unwesen treibt

Autor: Emil Baschnonga

Unfug treiben − das macht dem 27-jährigen Possenreisser Bansky aus Bristol einen Heidenspass. Er verschandelt nicht unbedingt, sondern verschönert trostlose Londoner Winkel mit seiner „politischen Strassenkunst“.

Kürzlich hat er das Britische Museum mit einem Artefakt genarrt. Sein auf ein Bruchstück von Peckham-Gestein – 25 × 15 cm − gemeisselter Tesco-Steinzeitmann wurde zwischen römischen Bruchstücken entdeckt. Er pflanzte dieses Zeugnis der Urzeit in der Galerie 49 des Museums, zwischen einem Grabstein aus dem 1. Jahrhundert und einer Kalksteinfigur. Er hatte sogar die Frechheit, es mit der Anschrift auszuzeichnen: „Dieses wohlerhaltene Beispiel primitiver Kunst datiert aus der post-katatonischen Zeit und stellt vermutlich einen Steinzeitmann im Jagdrevier ausserhalb der Ansiedlung dar.“

Wie lang dieses Ausstellungsobjekt dort auflag, konnte die Museumsleitung nachträglich nicht sagen. Es möge hoffentlich einige Besucher auf der Schatzsuche angelockt haben, meinte die Kommunikationssprecherin des Museums … keineswegs nachträglich. Vielleicht wird man es als ein Beitrag zur Museumsfolklore behalten.

Im Hintergrund der brüchigen Steintafel steht ein von 2 Pfeilen getroffener Auerochse. Im Vordergrund schiebt ein Steinzeitmensch ein Wägelchen, ähnlich wie sie in Supermärkten zum Einkaufen benutzt werden.

Der unter dem Namen „Banksymus Maximus“ bekannte Künstler mit dem Hang zur aufsässigen Strassenkunst hat da und dort – und immer wieder – ein gewisses Aufsehen erregt, weil die übereifrige Reinigungsmannschaft der Stadt seine Anschläge in Unkenntnis ihres künstlerischen Werts von unrespektablen Wänden in Südostengland abwäscht.

Er beabsichtigt jetzt, sein Tätigkeitsfeld über die Landesgrenzen hinweg auszudehnen. Wer weiss, vielleicht wird er sogar eines Tages in der Schweiz aufkreuzen ...

Jeder echte Künstler hat sein Leitmotiv. Bansky beschreibt seines wie folgt: „Manche Leute möchten diese Welt verbessern. Ich selbst möchte sie einfach verschönern. Wenn Sie das nicht mögen, malen Sie einfach darüber.“

Ich stosse höchst ungern Einkaufswägelchen in Supermärkten, aber manchmal muss ich meiner Frau beispringen. Fortan wird mein grimmiger Ausdruck bei dieser Pflicht einem Grinsen weichen.

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