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BLOG vom 11.02.2006


Bemerkenswert: Selbst schlaue Tiere lehnen Genfood ab
Autor: Heinz Scholz
 
Affen sind klug, Ziegen schlau und Ratten sowie Katzen sind intelligent. Dies wissen wir auf Grund von Beobachtungen und Intelligenztests mit Tieren. In meinem „Glanzpunkte“-Artikel „Tierisch klug“ führte ich einige bemerkenswerte Geschichten auf. So wurden Delfine als „Minensucher“ missbraucht, Tiere warnten vor Erdbeben, andere wiederum retteten so manchen Zweibeiner vor dem Feuertod.
 
Von Tieren können wir eine Menge lernen. So beobachtete einst Kräuterpfarrer Johannes Künzle (1857–1945), wie sich kranke Tiere behandelten. Hunde und Katzen, die an inneren Störungen litten, vertilgten Schliessgras. Dohlen legten ihre Nester mit Tomatenblättern aus, um Flöhe und Läuse fernzuhalten. Kühe, die Gliederschmerzen hatten, legten sich in Hahnenfuss und verwundete Gemsen wälzten sich in Alpenwegerich.
 
Tiere wissen, was ihnen gut tut
Fakt ist, dass Tiere instinktiv nur das fressen, was ihnen gut bekommt und das Futter meiden, was ihnen schadet – davon könnten wir Menschen eine Menge lernen; doch wir schaffen es nicht. Dazu einige Beobachtungen:
 
Kürzlich sprach ich mit einer Bio-Bäuerin aus dem Markgräflerland über ihre Erfahrungen mit schlauen Tieren: Feldmäuse machen sich besonders gern über ihre Bio-Möhren und Bio-Rote-Beeten (Randen) her, während auf anderen Feldern, wo gespritzt und mit Kunstdünger kräftig gedüngt wird, viel weniger Nager ihr Unwesen treiben. Eine Kundin, die regelmässig bei ihr einkauft, hat einen Dackel, der besonders gerne ihre Bio-Möhren verzehrt. Andere Möhren lässt er liegen. So wählerisch ist ein kluger Dackel!
 
Ich frage mich immer wieder: Sind es der Instinkt, die Erfahrung oder die Intelligenz der Tiere? Auf jeden Fall haben die Tiere dem Menschen eine ganze Menge voraus. Die folgenden Fälle mögen das beweisen:
 
Die Weisheit der Kühe und Schweine
Vor einigen Tagen las ich das sehr interessante Buch „Trojanische Saaten“ von Jeffrey M. Smith. Der Autor behandelt das hochbrisante Thema „Genmanipulierte Nahrung“ und den genmanipulierten Menschen. Besonders interessant fand ich die Berichte über das Verhalten von Kühen und Schweinen, wenn sie Genfrass vorgesetzt bekamen:
 
1998 erntete der Farmer Howard Vlieger auf seiner Farm in Maurice, Iowa (USA), sowohl konventionellen Mais als auch die gentechnisch veränderte Bt-Variante. Als er seinen hungrigen 25 Kühen die beiden Sorten getrennt in einem 6 Meter langen Futtertrog vorsetzte, frassen sie nur den naturbelassenen Mais. Den Pestizid produzierenden Bt-Mais verschmähten die Vierbeiner.
 
Als der Farmer auf einer Wahlveranstaltung vom US-Präsidentschafts-Kandidaten Al Gore hörte, dass die Wissenschaftler keinen Unterschied zwischen gentechnisch veränderter und konventioneller Nahrung feststellen, schilderte er den Anwesenden seine Beobachtung und resümierte: „Meine Kühe sind gescheiter als diese Wissenschaftler.“ Dafür erhielt er tosenden Beifall.
 
Inzwischen machten auch andere Farmer dieselbe Beobachtung. Als die Farmer den Test im darauf folgenden Jahr wiederholten, sahen sie dasselbe Verhalten ihrer Kühe. Auch Schweine entpuppten sich als intelligente Geniesser. Sie liessen den Genfrass links liegen.
 
In einem Artikel von „Acres USA“, einer traditionellen Zeitschrift für Öko-Landbau, wurde sogar berichtet, dass Kühe durch einen Zaun gebrochen und durch ein Feld mit Roundup-Ready-Mais gezogen waren, um an konventionellen Mais zu kommen. Diesen frassen sie mit Vergnügen, während sie den Genmais nicht anrührten.
 
Nun soll noch einer einmal behaupten, die Kühe seien dumm! Das hörte ich in der Vergangenheit schon des Öfteren von so manchem Zeitgenossen mit zweifelhafter Intelligenz.
 
Die Weisheit der Gänse
In Illinois baut ein Farmer regelmässig Sojabohnen an. In der Nähe befindet sich ein Teich, an dem sich immer ein Schwarm Gänse niederlässt. Die Tiere entwickelten bisher einen unbändigen Appetit auf seine Sojabohnen. Die Gänse kamen jedes Jahr wieder, um an den köstlichen Bohnen zu naschen. Aber diesmal wurde nur ein bestimmter Teil des Feldes von den Tieren heimgesucht. Sie frassen dort die Pflanzen bis auf den Grund ab. Die unberührten Pflanzen standen in voller Pracht da. Was war passiert? Nun, der Bauer hatte diesmal auf einem Teil des Feldes die gentechnisch veränderte Sorte angebaut. Diese wurde dann später von den schlauen Gänsen nicht angerührt.
 
Die Weisheit der anderen Tiere
Ein Farmer in Iowa fütterte jedes Mal im Winter Eichhörnchen mit Mais. Eines Tages legte er beide Varianten des Mais aus – und siehe da: Die Tierchen frassen nur den konventionellen Mais. Wie würden die Eichhörnchen reagieren, wenn sie nur Bt-Mais vorfänden? Trotz eines strengen Winters verschmähten die Tierchen den Bt-Mais und suchten sich woanders Futter. Nach 10 Tagen knabberten sie nur die Spitze des Kolbens ab und verschwanden wieder.
 
In anderen Fällen rührten Mäuse, Rehe, Elche und Waschbären den Bt-Mais nicht an.
 
Wie die „Washington Post“ berichtete, frassen Ratten die gentechnisch veränderten FlavrSavr-Tomaten nicht. Die Wissenschaftler mussten die Ratten über Magensonden mit den Tomaten zwangsernähren. „Mehrere Tiere entwickelten Magenverletzungen; 7 von 40 Ratten starben innerhalb von 2 Wochen. Die Tomate wurde zugelassen“, so Jeffrey M. Smith.
 
Sicherheitstest übersehen
Leider nützt den Tieren ihre Weisheit bei Labortests nichts. Hier greift der Mensch in einer unwürdigen Weise ein und testet ohne Rücksicht auf Verluste. Aber eines ist sicher: Die gentechnisch veränderte Nahrung verursachte bei den armen Tieren gravierende Nebenwirkungen. Manchmal wurden Ergebnisse solcher „Sicherheitstests“ falsch interpretiert oder übersehen. Da konnten die Agro-Konzerne jubeln. Dies geschah beispielsweise bei der Gen-Maissorte T-25 GM, die in Grossbritannien angebaut wird. Bei den Labortests starben nach Fütterung dieses Genmaises doppelt so viele Hühner wie aus der Vergleichsgruppe. Trotzdem erhielt diese Maissorte (Chardon LL) die Zulassung. Nun darf fleissig angebaut werden, und es dürften wohl nicht nur Hühner erkranken oder vorzeitig das Zeitliche segnen.
 
Hinze Hogendoorn von der Universität Utrecht liess seinen Mäusen die Wahl zwischen transgenem und konventionellem Mais und entsprechenden Sojavarianten. Nach 9 Wochen hatten die Mäuse 61 % der konventionellen und 39 % der Gennahrung verzehrt.
 
In weiteren Experimenten stellte er bei den mit Gennahrung gefütterten Mäusen einen Gewichtsverlust fest.
 
Diesen Verlust sahen auch Viehzüchter nach Umstellung auf Genfutter bei ihren Kühen. Tom Wiley aus North Dakota entdeckte eine Anzeige von einem Farmer, der herkömmlichen Mais zu kaufen suchte, weil seine Kühe mit Genmais weniger Milch gaben.
 
Wenn jetzt einer noch behaupten sollte, Genfood sei unbedenklich, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Vielfach wird, wie Jeffrey M. Smith behauptet, vieles vertuscht, Forscher gegängelt und Risiken verschwiegen, alles im Sinne der mächtigsten Agro-Konzerne. Das Buch „Trojanische Saaten“ zeigt in erdrückender Weise auf, wie Gen-Food-Experimente unsere Gesundheit aufs Spiel setzen und wie wir uns dagegen zur Wehr setzen können.
 
Anhang: Transgener Mais
Hier noch einige Fakten zum transgenen Mais (Genmais). Es ist ein Mais, der gentechnisch verändert wurde. Ziel der Agro-Chemiker war es, eine höhere Resistenz gegenüber Krankheiten oder Parasiten wie Maiswurzelbohrer oder Maiszünsler zu erreichen. Die Manager von Agro-Konzernen versprachen den Landwirten darüber hinaus auch noch höhere Erträge, eine schnellere Reife und weniger Pestizideinsatz.
 
Beim Bt-Mais wurde ein Gen des Bakteriums Bacillus thuringiensis eingeschleust. Es handelt sich um ein weit verbreitetes Bodenbakterium, das befähigt ist, ein Gift zu produzieren, das auf die oben erwähnten Parasiten wirkt. Die Befürworter weisen immer darauf hin, dass das Gift für den Menschen unschädlich sei, weil es im Magen vollständig abgebaut werde.
 
In den USA wird bereits auf einer Fläche von über 10 Millionen Hektar Bt-Mais angebaut. Aus rechtlichen Gründen muss direkt neben den Feldern herkömmlicher Mais angepflanzt werden.
 
Weitere bekannte Bt-Mais-Varianten sind Mon 810 (Hersteller: Monsanto und Pioneer HiBred, eine Tochterfirma von DuPont) und StarLink (Hersteller: Aventis CropScience). StarLink verschwand bald vom Markt, da diese Variante verdächtigt wurde, Allergien zu erzeugen (Infos unter: http.//de.wikipedia.org/wiki/Bt-Mais).
 
Quelle
Smith, Jeffrey M.: „Trojanische Saaten“, Riemann Verlag, München 2004 (ISBN: 3-570-50060-8).
 
Bitte beachten Sie zum Thema Gentech-Nahrung auch die Bücher „Richtig gut einkaufen" von Heinz Scholz und „Kontrapunkte zur Einheitswelt" von Walter Hess, Verlag Textatelier.com, CH-5023 Biberstein, beide 2005 erschienen.
 
Hinweise auf Blogs zum Thema Gentech-Nahrung
 
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