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BLOG vom 13.02.2006


Wieso befällt die Vogelgrippe insbesondere Erdölländer?
Autor: Walter Hess
 
Ist die Vogelgrippe vielleicht die Waffe im Rahmen eines perfiden bakteriologischen Krieges? Die Frage, aus bemerkenswerten Fakten und vernetztem Denken geboren, sei aus einem tiefen Misstrauen heraus gestattet. Denn noch nie in der Erdgeschichte ist die Weltbevölkerung von Kriegstreiber-Nationen so umfangreich belogen und an der Nase herumgeführt worden wie in den letzten Jahren.
 
Unverhofft ist die Vogelgrippe dieser Tage in Nigeria gelandet, einem erdölreichen Land. Mehr als die Hälfte des nigerianischen Öls geht in die USA, womit Nigeria der fünftgrösste Öl-Lieferant der USA ist. Derzeit beziehen die USA aus Westafrika 15 % ihres Bedarfs, bis 2015 sollen es 25 % sein. Und genau dort breitet sich die Vogelgrippe aus; auch andere rohstoffreiche Länder wie Indonesien und – besonders augenfällig – die erdöl- und erdgasreiche Region ums Kaspische Meer („Berliner Morgenpost vom 11. 2. 2006: „Vogelgrippe erstmals in Aserbaidschan“) sind befallen. Am Ufer des Kaspischen Meers sollen tausende toter Vögel gefunden worden sein. Auch Sibirien und der Ural wurden nicht ausgelassen. Und selbstverständlich gab es auch in Saudi-Arabien einen Fall.
 
Das H5N1-Virus scheint tatsächlich eine auffällige Vorliebe für Erdölregionen oder strategisch wichtige Vorposten zu haben: Südostasien und Korea als Vorposten von China beziehungsweise Türkei, Rumänien, Griechenland und Italien als Vorposten der ölreichen Nahost-Staaten. Damit hat es ausgesprochen US-amerikanische Eigenschaften. Für den Virus-Nachweis ist ein EU-Referenzlabor in Weybrige (England) zuständig, dem führenden Land innerhalb der „Koalition der Willigen“. Ein weiteres Labor ist in der ehemals britischen Kronkolonie Hongkong (heute: China),
 
Die Schweizer Bundesbehörden zeigen weiterhin Haltung. Gemäss dem Bundesamt für Veterinärwesen (BVET), Hans Wyss, werden die unschuldigen Hühner noch nicht in Ställe eingekerkert, so weit sie es nicht schon sind – in der Amtssprache: Es werden keine unmittelbaren Konsequenzen ergriffen. Aktiver Tierschutz. Diese Besonnenheit im Dunstkreis einer fürchterlichen Panikmache kann man nur loben. Die französischen Behörden haben einen Verdacht auf Vogelgrippe bei einer 32-jährigen Französin entkräftet.
 
Krieg gegen die Vogelgrippe
In der Schweizer Zeitung „Zeit-Fragen“ vom 28. 1. 2005 habe ich 2 Artikel aus der Feder des kanadischen Wirtschaftsprofessors Michel Chossudovsky, Direktor des Center for Research on Globalization (CRG), gelesen: „Kriegsrecht und Vogelgrippe“ und „Militarisierung der Volksgesundheit“ gelesen. Daraus geht hervor, dass US-Präsident George W. Bush die Verfügung des Kriegsrechts (ähnlich wie beim „Krieg gegen den Terrorismus“) empfiehlt, falls es zum Ausbruch der Vogelgrippe in den USA kommen sollte; so dürfte sich also der Mehrfrontenkrieg noch ausdehnen. Chossudovsky: „Das Kriegsrecht könnte auch dann eingesetzt werden, wenn man den Ausbruch der Vogelgrippe im Ausland und die möglichen Auswirkungen auf die USA zum Vorwand nimmt.“
 
Wenn man solche Hintergründe kennt, erscheint das Vogelgrippe-Pandemie-Theater in einem neuen Licht. Genau wie der Terrorismus kann solch eine Pandemie als Vorwand dienen, das Kriegsrecht wie üblich hinter der Fassade einer „funktionierenden Demokratie“ durchzusetzen und alle geltenden Gesetze inkl. Völkerrecht als eine der grossartigsten Leistungen der Menschheit auszuhebeln. Bei einer Pressekonferenz vom 4. 10. 2005 gab Bush offen zu, dass unter solchen Umständen das Verteidigungsministerium zur leitenden Behörde werden wird: „Das würde eindeutig im Fall eines Terrorangriffs der Fall sein, aber es gibt Naturkatastrophen einer gewissen Grösse, die das Verteidigungsministerium dazu ermächtigen, die Führung bei der Koordination und Leitung der Hilfsmassnahmen zu übernehmen.“
 
Wenn es gelingt, die Vogelgrippe-Pandemie hinreichend zu schüren, kann dann das US-Militär die Kontrolle über die betroffenen Gebiete übernehmen und seine Aggressionen ausleben – immer zum Schutze der Menschheit, versteht sich.
 
Vogelgrippe und nigerianische Rätsel
Betrachten wir unter den erwähnten Vorzeichen die Ankunft der Vogelgrippe in Nigeria etwas genauer: Offenbar mit Zugvögeln habe sie ihren Weg über die Türkei und den Irak nach Afrika genommen, sagte Bruce Aylard von der WHO. Experten haben offenbar Wasservögel im Verdacht, die am nur wenige Kilometer von Nigeria entfernten Tschadsee überwintern. Die Frage allerdings, ob tödlich erkrankte Zugvögel es tatsächlich schaffen, Flüge über Kontinente hinweg zu absolvieren, wurde noch nie klar beantwortet; jedenfalls kenne ich die Antwort nicht. Der gesunde Menschenverstand betrachtet das als Unmöglichkeit.
 
In der zu Übertreibungen neigenden Pandemiesprache spricht man angesichts der Massenabschlachtungen von Geflügel in Nigeria jetzt von einem „epidemiologischen GAU“ (dem grössten anzunehmenden Unfall), weil das Virus in dem verarmten Afrika (Folgen der Kolonialisierung) besonders schwierig zu bekämpfen ist und die Afrikaner (wie die Asiaten auch) besonders eng mit den Hühnern zusammenleben – seit Jahrtausenden. Die Tiere werden neuerdings auch in Afrika in Grossfarmen und sonst traditionellerweise meistens in Hinterhöfen gehalten. In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas, soll es laut WHO landesweit 140 Millionen Hühner geben, mehr als 1 Huhn pro Einwohner (129 Mio.); wie die Hühner gezählt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Auch die Hühner sind dort meistens unterernährt.
 
Das hat mich wirklich erstaunt: In Nigeria, der ehemaligen britischen Kolonie Westafrika, ist das H5N1-Virus zuerst ausgerechnet in der Hühnerfarm des Sportministers Dr. Saidu Balarabe Samalia Sambawa im nordnigerianischen Jaji festgestellt worden, und seither grassiere die Seuche wie ein Lauffeuer, liest man. In Sambawas Farm verendeten 45 000 Hühner, auch Gänse und Strausse, was auf gewisse Grössenordnungen von Sambabwas Tierfabrik hinweisen mag. Grossfarmen sind eigentliche Seuchenzuchtanlagen – jede Monokultur ist für Seuchen anfällig. Hier sind die besten Voraussetzungen für eine Bakterien- und Virenzucht. Auch in anderen Ländern war die Gefügelpest (Hühnerinfluenza, englisch: Bird flu) in Geflügelfarmen ausgebrochen.
 
Das Virus wurde am Tage nach dem Ausbruch bei Herrn Sambawa angeblich auch in den nigerianischen Nachbarregionen Kano und Plateau festgestellt, wie ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums mitteilte. Und in dem Land mit seiner korrupten Bundesregierung, in dem trotz des Erdölreichtums merkwürdigerweise Hungersnot herrscht, werden Hühner nun massenweise ermordet und weggeworfen, vor allem in Geflügelfarmen. Wahrscheinlich sterben täglich mehr Menschen an Hunger als an der Vogelgrippe während Jahren.
 
Wieso denn brach die Vogelgrippe zuerst ausgerechnet in der Riesenfarm des Sportministers aus? Eine Denksportaufgabe von olympischen Dimensionen. Über Vermutungen kommt man da nicht heraus. Agrarminister Adamu Bello bat bereits um internationale Hilfe.
 
In Nigeria sind die multinationalen Erdölkonzerne seit Jahren aktiv und paktierten ohne Skrupel mit der bis 1999 herrschenden Militärdiktatur. Die heutige Regierung arbeitet eng mit der westlichen Wertegemeinschaft (im Vordergrund stehende Werte: Erdöl, aber auch andere Rohstoffe, aber auch Gewinnmaximierung) zusammen, zumal die Reserven Nigerias als zehntgrösstem Erdöl-Exportland von wirtschaftlichem und strategischem Interesse sind. Die Bevölkerung aber hat nichts von den Erdöleinnahmen und verarmt; es steht nicht einmal Geld für Schulen zur Verfügung.
 
Als die USA im Oktober 2001 Afghanistan zu verwüsten begannen, demonstrierten mehrere tausend Moslems in Nigeria gegen diesen Angriff. Doch dieser wurde von der gekauften Zentralregierung Nigerias unterstützt. Die Demonstranten wurden durch das Militär niedergeknüppelt – fast 200 Menschen kamen dabei und auch bei schweren Strassenschlachten zwischen Christen und Moslems um.
 
Die Erdöl-Geschichte Nigerias ist nicht älter als 40 Jahre. Die Förderung des gefragten Energieträgers im Niger-Delta, vor allem durch Shell, veranstaltet eine grausame ökologische Katastrophe. Die Exekutionen des Schriftstellers und Umweltaktivisten Ken Saro-Wiwa und 8 seiner Mitstreiter im November 1995 haben eine internationale Öffentlichkeit sowohl auf die Umweltzerstörungen als auch auf die politischen und sozioökonomischen Folgen der Dominanz dieser Ressource in Nigeria aufmerksam gemacht. Die ursprüngliche, kleinräumige, familiär geprägte Landwirtschaft liegt darnieder, und sie wurde durch Industriefarmen verdrängt.
 
Nigeria steht nach wie vor unter anglo-amerikanischem Einfluss. Und es war für das H5N1-Virus deshalb naheliegend, sich dort niederzulassen. Der Fluch des schwarzen Goldes scheint eine neue, besonders ungemütliche Dimension zu erhalten.
 
Und so wird man, nimmt man alles nur in allem, den weiteren Vogelgrippe-Verlauf mit Erkenntnisgewinn auch unter energie- und machtpolitischen Auspizien betrachten müssen.
 
Hinweis auf weitere Blogs zur Vogelgrippe
18. 10. 2005: „Vogelgrippe: Himmelschreiende Entsorgung von Federvieh“
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