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BLOG vom 22.02.2006


Rügen passt ins energiegeografische Vogelgrippe-Konzept
Autor: Walter Hess
 
Ich leiste mir den Luxus, die Ausbreitung der Gefügelpest („Vogelgrippe“) nach energiegeografischen (insbesondere erdölgeografischen) Gesichtspunkten zu verfolgen – siehe Blog „Wieso befällt die Vogelgrippe insbesondere Erdölländer?“.
 
Dazu vorerst einige einleitende Erwägungen: Tote Vögel gibt es, vor allem nach harten, kalten Wintern, überall – sie sind dann unterernährt und krankheitsanfällig: In der Schweiz sterben jährlich etwa 300 Schwäne eines natürlichen Todes, also etwa pro Tag einer. Und ich habe noch von keinerlei anderen Vögeln gehört, die ewig leben. Ich lasse mich gern eines Besseren belehren. Und so findet man denn überall auf der Welt, wo Vögel den Pestizideinsatz überstanden haben, gelegentlich einen toten Vogel oder mehrere davon.
 
Im Zeichen der Vogelgrippe-Panikmache wird nun jeder Fund einer Vogelleiche zum Anlass einer Medienmeldung, und man fügt dann korrekt bei, es sei noch nicht geklärt, ob das H5N1-Virus daran schuld sei. Aber man lässt durchblicken, dass ein entsprechender Verdacht bestehe. Und weil man als Medienkonsument pro toten Vogel mindestens einmal das Wort Vogelgrippe aufgedrängt erhält, wird rein schon aus akustischen Gründen manifest, in welch ungeheuer gefahrvollen Zeiten wir leben. Zudem wird in keiner Meldung der Hinweis vergessen, dass es sich um einen „auch für Menschen gefährlichen“ Erreger handle. So einfühlsam sind wir medial umsorgt. Wenn sich dann herausstellt, dass das Tier aus anderweitigen Krankheits- und Unfallgründen vom Stängeli gefallen ist, hört man in der Regel nichts mehr. Denn inzwischen sind schon wieder neue Leichen im Federkleid gefunden worden. In der Schweiz ist aber erfreulicherweise aus dem ETH-Labor korrekt informiert worden. In einem Schwanenhals steckte ein Anglerhaken, aber das Virus war nicht vorhanden.
 
Nicht in dieses Schema scheinen die Geschehnisse auf der Ostsee-Insel Rügen zu passen, wo unterdessen das Gebiet um die Wittower Fähre zur Sperrzone erklärt worden ist. Allerdings sterben dort geschwächte Tiere nach oder während kalten Wintern in manchen Jahren zu Hunderten, Vogelgrippe hin oder her. Dort sind in den letzten Tagen gehäuft angeblich infizierte Schwäne, Enten und Gänse gefunden worden. Die Landrätin Kerstin Kassner löste Katastrophenalarm aus, und inzwischen sind 250 Bundeswehrsoldaten auf der Ferieninsel eingetroffen, um tote Vögel einzusammeln, woraus man sieht, dass die Geflügelpest tatsächlich zur Militarisierung führen kann.
 
Die Ostsee und das Erdöl
Immerhin passt das Geschehen auf Rügen in meine persönliche energiepolitische Betrachtungsweise: In der Ostsee lagern Erdöl- und Erdgasvorkommen. Polen hat schon 1854 mit der Förderung begonnen. Die Lagerstätten, die etwa 1400 Meter noch tief unter dem Ostseeboden liegen, werden auf 20 Millionen Tonnen geschätzt. Es handelt sich um ein hochwertiges, fast schwefelfreies Erdöl. Zusammen mit Erdöl lagert in der Ostsee auch Erdgas. Bisher wurden 4 Gas-Kondensatvorkommen mit 10 Milliarden Kubikmeter Erdgas entdeckt. Von hier aus wird ein Gaskraftwerk im polnischen Zarnowiec bei Danzig beliefert.
 
Rügen hat viel für den Naturschutz getan und Nationalpärke und ein Biosphärenreservat ausgeschieden. Und ausgerechnet auf dieser einzigartigen grössten Ostseeinsel wütet nun die Vogelgrippe. Die Zeitung „Bild“ übte sich in schamloser Übertreibung und sprach von Rügen als einer „Todesinsel“. Dabei liegen die Gefahren ganz anderswo: In den 60er- und 70er-Jahren sind dort Tiefenkartierungs- und Erdöl-Erdgas-Erkundungsbohrungen durchgeführt worden. Und Erdöllager ziehen nicht nur das H5N1-Virus, sondern auch Energiehungrige an – die USA pflegen mit uranhaltigen, radioaktiv strahlenden Waffen ganze Landstriche dem Erdboden gleichzumachen, um ans Erdöl heranzukommen.
 
Wasserbrücke zum Kaspischen Meer
Über die Wolga besteht eine Verbindung der Ostsee mit den ölreichen Anrainerstaaten des Kaspischen Meers, so zum Beispiel mit Aserbaidschan. Der Name bedeutet so viel wie „Feuerland“, wegen reicher Erdöl- und Erdgasvorräte. Und dort liegen selbstverständlich auch haufenweise tote Vögel herum. Bei der Verkehrsverbindung Ostsee–Kaspisches Meer handelt es sich um den zwischen 1960 und 1964 durch den Ausbau des Marienkanalsystems entstandenen Wolga-Ostsee-Wasserweg, bestehend aus einer Reihe von Kanälen und schiffbaren Flüssen.
 
Über die Vogelgrippe im ölreichen Nigeria (8. Rang der Förderländer) und rund um den Mittleren Osten habe ich bereits berichtet. Und gestern Dienstag, 21. Februar 2006, wurde bekannt, dass die Vogelgrippe wieder im rohstoffreichen Malaysia (Erdöl, Zinn, Kautschuk) erneut ausgebrochen ist.
 
Pandemie-Gerassel aus der WHO-Küche
Die WHO rührt kräftig die Pandemie-Warntrommel; Klaus Stöhr, Leiter des Influenza-Programms in Genf, nur rund 100 km von der toten Wildente im französischen Département Ain entfernt, sieht seine grosse Stunde kommen: „Wenn dieses Virus sich verändert, haben wir nichts in der Hand, um den weltweiten Zug hinauszuzögern.“ Nach 3 Monaten wären dann alle Kontinente davon betroffen, sagte Stöhr. Das Vogelgrippe-Virus sei durch Mutation für Hühner gefährlicher geworden, wusste er zu berichten. Untersuchungen hätten gezeigt, dass das Virus zunehmend tödlicher für Hühner und Mäuse werde und nun etwa 3 Mal so lang – 6 Tage – bei warmen Temperaturen im Freien überdauern könne.
 
Ja, da scheint alles nach Drehbuch abzulaufen. Wie wärs mit einer Stallpflicht für WHO-Beamte?
 
Nur an die Vogelzug-Theorie (Ausgangskontinent: Asien) mag ich nicht so richtig glauben, weil an Grippe erkrankte Vögel diese Strapazen wohl nicht aushalten würden – und sie fliegen ja wahrscheinlich nicht schon vor dem üblichen Vogelzugbeginn, bloss weil sie krank sind und die Seuche verbreiten wollen. Zudem sind ja Höckerschwäne keine Zugvögel, und meines Wissens mutieren sie nicht zu solchen, um den H5N1-Transport zu übernehmen. Da geht ja schon einiges nicht ganz auf.
 
Immerhin wäre es sehr wohl möglich, durch umfangreiche Impfaktionen die Vogelgrippe auf eine einträgliche Weise noch weiter zu verbreiten; möglicherweise spielt Frankreich da die Vorreiterrolle. Denn die Grippeerkrankung würde durch das Impfen verdeckt (genau wie beim Menschen), und die ohnehin herbeigeredete Pandemie könnte sich sozusagen im Geheimen besser entfalten und verbreiten. Der Stallarrest (Stallpflicht, Tierhaltung unter naturfernen Bedingungen auf engstem Raum) bietet ebenfalls ideale Voraussetzungen zur Seuchenzucht. Denn noch immer ist das Ausmass der Vogelseuche noch nicht so, dass sich umfangreiche militärische Einsätze rechtfertigen. Aber in gemeinsamen Anstrengungen wird das schon noch zu schaffen sein. Man ist immerhin auf der Zielgeraden.
 
Zum Glück hat die Schweiz kein Erdöl, ist also für H5N1-Viren weniger interessant. Erst im Rahmen der flächendeckenden Ausbreitung im Interesse der psychologischen Kriegsführung wird selbstverständlich auch sie drankommen: „Warten auf die Vogelgrippe“ (Titel aus der „Südostschweiz“ vom 21. 2. 2006) oder: „Schweiz rüstet sich gegen Vogelgrippe“ („NZZ“, 21. 2. 2006). Das Warten und Hochrüsten werden belohnt werden.
 
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