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BLOG vom 13.04.2006


Ostergrüsse: Infantile Mütter und andere London-News
Autor: Emil Baschnonga
Wassermangel
Zum Glück hat es in den letzten Tagen zünftig geregnet. Es ist gegenwärtig in London und Umgebung verboten, den Wasserschlauch im Garten einzusetzen. Trotzdem brauchen jetzt die Osterglocken ihre Köpfe nicht hängen zu lassen. Auch die Tulpen recken endlich ihre Köpfe zögernd aus dem Blattgrün.
 
Wasservergeuder riskieren Bussen von 1000 Pfund. Nachbarn werden aufgefordert, Sünder zu „verrätschen". 1800 Nachbarn haben dieser Einladung bereits Folge geleistet. Unterdessen verlieren die Wasserlieferanten täglich 3,6 Milliarden Liter durch ihre lecken Wasserleitungen.
 
Nach wie vor dürfen Schwimmbecken aufgefüllt werden … Auch ist es weiterhin erlaubt, mit dem Gartenschlauch den Wassertank aufzufüllen. Meiner ist gefüllt. Mit Wasser aus der Giesskanne werden weder meine Rosen noch die Radieschen zu kurz kommen.
 
Ich dachte, es sei gegen die Art der Engländer, ihre Nachbarn zu verpfeifen. Jetzt sind die allgemein freundlichen und toleranten Nachbarsverhältnisse gefährdet. Einzig Rachegefühle wachsen bei solcher Dürre – die schlimmste übrigens seit 1933.
 
Der Eurostar fällt ins Loch
Es war gestern ein jähes Erwachen im Haus der Familie Shepherd. Ihr Haus versank in einem Loch oberhalb der Eurostar-Bahnlinie. Die Familie konnte sich retten. Alle Eurostar-Abfahrten von Waterloo wurden annulliert. Schlaumeier, die dem üblichen Verkehrschaos rund um Ostern entkommen wollten, blieben auf der Strecke.
 
Das Wembley-Fussballstadion ist ein weisser Elefant
Am Ende, wenn dieses arg verspätete Projekt einmal erstellt sein wird, wird es wohl eines der teuersten Sportsgebäude auf der Welt sein und sich einem anderen weissen Elefanten, dem „Millennium Dome“, anschliessen. Die australische Baufirma Multiplex schreibt rote Zahlen (schon £ 146 Millionen). Statt in Wembley, beginnt der FA-Cup am 13. Mai 2006 im „Millennium Stadion“ in Cardiff.
 
Sind Sie ein „Grupy“?
Mit diesem Slangwort, abgeleitet von „GRown-UPS“ (Erwachsene) sind Mütter gemeint, die mit ihren Töchtern wetteifern, genauer: sie nachäffen. „Grup“ überspannt die Kluft zwischen Generationen, wobei die Mütter die gleiche Kluft wie ihre Töchter tragen, ihre Trommelfelle der gleichen ohrenbetäubenden Teenager-Musik aussetzen und damit, wie ihre Töchter in die gleiche Sextase geraten. Diese Mütter sprechen das nämliche und dämliche Kauderwelsch wie ihre Töchter.
 
Kein Parkplatz ist mehr sicher
Shajal Patel ging lokal einkaufen. Das Auto war tadellos und rechtmässig wie immer vor ihrem Haus parkiert. Als sie zurückkam, war die Strasse rings um ihr Auto aufgerissen … Ihr Auto war blockiert, und es blieb ihr nichts anderes übrig, als es dort stehen zu lassen, wo es war, bis die Baustelle wieder aufgefüllt und der Teerbelag trocken war.
 
Um Ostern ist Hochbetrieb auf den Londoner Strassen. Überall werden die Strassen aufgerissen, wenn alte Leitungen durch neue ersetzt werden müssen. Das lähmt den Verkehr. Der autofeindliche Ken Livingstone (Londons Mayor) freut sich darüber.
 
Ich kann darüber auch lachen, denn ich bleibe über Ostern zu Hause, statt im Stau kleben zu bleiben.
 
Hoffentlich können auch Sie, lieber Leser, liebe Leserin, wie ich ins Fäustchen lachen. Frohe Ostern!
 
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