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BLOG vom 29.04.2006


Spargelzeit – nach Art der Elsässer und der Wilden
Autor: Emil Baschnonga
 
Da ich von Spargeln wenig weiss, ausser dass mir die weissen am besten schmecken, habe ich ein bisschen im Internet geblättert und dabei meine Lieblinge ins Suchfenster eingetippt: Elsässer Spargeln. Diese werden aus dem Boden gestochen, während die grünen Spargeln geschnitten werden.
 
Im sandigen Rheinboden rund ums Dreiländereck bei Basel gedeihen sie im Frühling ausgezeichnet. Spargeln sind mit den Maiglöckchen verwandt und gehören zur Lilien-Pflanzenfamilie.
 
Die weissen Spargeln bleiben unterm gehäuften Boden bleich, und ihr Weiss schimmert leicht bläulich-violett. Diese Bleichspargeln gelten als wahre Leckerbissen, während die grünen eher als Gemüse eingestuft werden, wohl weil sie am weitesten verbreitet sind und einfacher zu ernten sind.
 
Die frisch gestochenen Spargeln, wie sie am „Märt“ (Markt) angeboten werden, sind am saftigsten, wie ich mich erinnere. Zu Elsässer Spargeln wird ein Gewürztraminer-Wein empfohlen, der mir damals vorenthalten worden ist. Vielleicht dämpft dieser den penetranten Harngeruch, wenn wir nach dem Spargelgenuss Wasser lassen. Dieser schwefelige Geruch, lese ich, wird vom Asparagin ausgelöst. Besser Asparagin, sage ich mir, als Aspirin nach zu viel Gewürztraminer …
 
Aber was plaudere ich da aus der Schule, als ob ich nach kurzem Internet-Studium alles über die Spargeln mitsamt ihren Vitaminen und Mineralstoffen wüsste? Schliesslich bin ich kein Mitglied der „Confrérie de l’asperge de Village-Neuf“, sondern lebe fernab von den weissen Spargeln und vom Gewürztraminer – in London.
 
Es gibt mehr und mehr Spargelrezepte. Die einfachsten sind meistens die besten: Die Spargeln werden im richtigen Moment frisch aus dem leicht gesalzenen (eventuell etwas Butter und einer Prise Zucker versetzten), heissen Wasser gezogen und auf dem Teller aneinander gereiht, mit etwas Mayonnaise und Petersilie garniert. Und fehlt der Gewürztraminer, trinke ich dazu auch ganz gerne einen Markgräfler aus dem Breisgau.
 
Eine andere Spargelsorte möchte ich gern noch in dieser Saison probieren: die würzigen wilden, wie sie im feuchten Laubwald in den Gebieten des östlichen Mittelmeerraums und in Südostasien aus dem Boden schiessen – grün und dünn.
 
Vor wenigen Tagen habe ich einen Versuch gewagt: Im Garten habe ich Löwenzahnblätter gesammelt und, sehr zur Überraschung meiner Frau, einen leicht bitteren, doch geschmackvollen Salat daraus angerichtet. Ich glaube, dieser Salat könnte ganz gut zu Spargeln und zum Gewürztraminer/Markgräfler passen.
 
Genug der Träumereien! Wenn die Berge nicht zu Moses kommen, geht halt der Baschnonga aus London zu den Spargeln, bucht sich und seiner Familie einen Billigflug nach Basel, selbst auf die Gefahr hin, dass die Basler bereits alle weissen Spargeln verzehrt haben. Dann begnügen wir uns eben mit der grünen Sorte, die ja auch nicht ohne ist.
 
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