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BLOG vom 01.04.2007


Aldous Huxley und die aktuelle Novelle Brave New World
Autor: Emil Baschnonga, London
 
Ich habe es längst aufgegeben, mich zu fragen, wie es kommt, dass mich nachtsüber öfters – mitten im Schlaf – Gedanken, Bilder oder, wie diesmal, das Stichwort „Huxley“ – überfallen. Erwacht, grüble ich nach seinem Vornamen. Er muss mit „A“ beginnen, vermute ich. Sonst weiss ich rein gar nichts, was sich hinter seinen Namen verbirgt. Ich mag vielleicht eines seiner Bücher ungelesen hinter den Reihen meiner Bücherrücken in einem Stapel versenkt haben. Auch kann ich mich nicht erinnern, je einen Hinweis über ihn in der Presse aufgeschnappt zu haben. Das ist wirklich ein Armutszeugnis und eine Bildungslücke sondergleichen, werfe ich mir vor, wie ich im „Google“ nachforsche und dabei auf den Buchtitel „Brave New World“ (Tapfere neue Welt) stosse.
 
Der Engländer Aldous Huxley, Sohn eines Kräuterkenners, wurde 1884 geboren und lebte ab 1937 bis zu seinem Tod im Jahr 1963 in Los Angeles (wohl in „Malpaís“, gemäss seiner Novelle). Er besuchte das Eton College und studierte Literatur in Oxford. Er schrieb Novellen, Essays, Gedichte, Kurzgeschichten, Reiseberichte und war ein Humanist sowie Pazifist und schwenkte auch in die Parapsychologie ein.
 
„The Brave New World“ gilt als eines seiner Meisterwerke – eine Utopie oder Parodie, 1932 verfasst. Die Geschichte spielt sich in London im Jahre 2540 – oder im „Jahr unseres Ford 632“ ab, mit Fingerzeig auf den Erzkapitalisten Henry Ford. Huxleys Werk wurde wohl teilweise von H. G. Wells’ Utopie „Men Like God“ inspiriert. Wie zeitgemäss wieder, im heutigen Feldzug des amerikanischen Imperialismus und anderen Auswüchsen, wie Genmanipulation usf …
 
Huxley greift den Weltstaat auf und an und zerpflückt diese schäbige Scheinwelt, die aus der Apokalypse entstanden ist. Dort leben die Leute, strikt in 5 Kasten (von der Körpergrösse zwischen Alpha bis Epsilon) eingestuft und aufgeteilt, anscheinend glücklich in einer High-tech-Gesellschaft. Sie kennen keine Armut mehr, Verbrechen und Kriege sind ausgemerzt. Die Bewohner sind genetisch zu Konsumenten abgerichtet worden, verkehren miteinander geschlechtlich enthemmt und schlucken „soma“ – ein narkotisierendes Beruhigungsmittel. Kinder werden nicht mehr gezeugt, sondern kommen aus der Retorte, mengenmässig je nach wirtschaftlichen Kasten-Bedürfnissen produziert und entsprechend ihrer Kaste indoktriniert. „Fehlgeburten“ werden in Exile (wie Island und Falkland-Inseln) verbannt. Somit bleibt dieses Nirwana von unorthodoxen Bürgern verschont. Dank Konformismus ist dieses Glück gewährleistet auf Kosten einstiger Glücksfaktoren, wie Familie, kulturelle Vielfalt, Künste.
 
Im Verlauf der Geschichte, erhalten einige Leute die Bewilligung, das Reservat der Urbewohner in Malpaís (schlechtes Land) zu besuchen. Daraus entspringen Konflikte zwischen 2 gegensätzlichen Welten. Leider gewann dieser Weltstaat die Oberhand.
 
Mein Naturell ist nicht besonders empfänglich für Utopien. Selbst Orwells „Ninty Eighty-Four“ habe ich bloss flüchtig angeblättert. Jetzt aber, wie das Stichwort „Huxley“ mich im Schlaf getroffen hat, denke ich anders und werde dieses Werk hoffentlich bald aufstöbern und lesen, zumal sich seine Utopie bereits weitgehend verwirklicht hat. Meine Kampfansage gilt diesem herz- und sinnlosen Weltstaat. Das wahre Menschenglück muss uns erhalten bleiben!
 
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