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BLOG vom 07.01.2008


Kuriositäten vom Sport: „Wir haben mit Weissbier gedopt“
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
„2 Minuten gespielt, immer noch hohes Tempo.“
(Holger Obermann, ehemaliger Bundesligatrainer)
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„Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich.“
(Aleksander Ristic, ehemaliger Bundesligatrainer)
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„Meine Disco ist die Turnhalle.“
(Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen auf die Frage eines Reporters, wie er Erfolge feiere)
                                                                       *
Auch aus dem Jahr 2007 gibt es Amüsantes aus der Welt des Sports zu berichten. Unter anderem waren es verbale Ausrutscher, intelligente Aussprüche und Mathe-Aussetzer von Sportlern, Funktionären und Trainern, welche die Sportwelt beherrschten. Die schönsten Zitate und Ereignisse sind in diesem Blog aufgeführt.
 
Spitze!
„Wir haben sehr grosse Ähnlichkeit mit unserem lieben Nachbarn im Norden“, sagte im August 2007 Hanspeter Weisshaupt, der Euro-Delegierte beider Basel. Er ist überzeugt: Auch die Schweizer können tolle Fussballfeste feiern. Überraschenderweise sagte er nicht, dass auch die Schweizer gut Fussball spielen können.
 
Auf die Frage eines neugierigen Reporters an den neuen Trainer des SC Freiburg, Robin Dutt, ob es gegen ihn Vorurteile gegeben hat, antwortete er diplomatisch: „Ich sehe in jedem neuen Zusammentreffen zwischen Menschen eine Chance. Es beginnt schon beim ersten Gruss, beim ersten Blickkontakt.“
 
Der Stürmer Gerold Asamoah von Schalke 04 gab etwas Intelligentes von sich: „Solange wir an der Spitze bleiben, kann keiner an uns vorbei.“
 
„Die Philosophie für den Spieler Oliver Bierhoff, die musste noch erfunden werden. Brasilianische Spielweise einfordern mit Füssen aus Malta, das geht eben nicht.“ Dies gab Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zum Besten. Es ging in einer Debatte um die Übertragung der DFB-Philosophie auf die Bundesliga über DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und dessen frühere fussballerischen Qualitäten. Der Gescholtene war jedoch nicht auf den Mund gefallen. Er äusserte sich so: „Ob ich Füsse wie ein Malta-Spieler habe, ist völlig egal, solange unsere Philosophie stimmt.“
 
„Auf so einen Platz kriegen sie keinen deutschen Fussballer. Da würde ein Deutscher nicht einmal seine Kuh draufstellen.“ Dies sagte Nigerias Nationalcoach Berti Vogts über den Zustand des Platzes, auf dem seine Mannschaft in Afrika spielt.
 
Wir bezeichneten früher einen solchen Platz als Kartoffelacker. In den 1950er- und 1960er-Jahren war ich bei diversen Spielen meines Heimatvereins in Bayern immer auf solchen Plätzen, die holprig waren und sogar eine Schräge aufwiesen. Auf einem Fussballplatz in der Nähe von Nördlingen führte sogar ein Weg quer von der Seitenlinie zur Torauslinie. Dort kam Freude auf, besonders dann, wenn ein Bauer sein Heu heimfahren musste und der Spielbetrieb unterbrochen wurde. Das ist heute bei uns natürlich undenkbar. In Afrika wohl schon.
 
Immer wieder fällt mir der Nürnberger Trainer Hans Meyer besonders wegen seiner hintersinnigen und witzigen Äusserungen auf. Auf die Frage, ob er bei den Vertragsverhandlungen mit dem Präsidenten des FC Nürnberg Michael A. Roth gierig gewesen sei, antwortete er spitzbübisch: „Ich habe 3 Kinder, 8 Enkel, habe erst 1996 in Enschede angefangen, Geld zu verdienen. Herr Roth bezahlt mich von Herzen gerne, hat sich ja auch eine richtige Perle geangelt.“
 
„Wir haben ständig Glück, weil der Papst ein Deutscher ist.“ Diese Bemerkung stammt von Bernd Schuster, Trainer von Real Madrid, weil sein Team in letzter Zeit glücklich gewonnen hat (meistens mit 1:0).
 
Gedopt mit Weissbier
Dies gibt es nur in Bayern: Bayern Münchens Präsident Franz Beckenbauer sagte zur Diskussion über Doping im Sport dies: „Ja, wir haben beim FC Bayern mit Weissbier und einem Schweinsbraten vor dem Spiel gedopt.“
 
Wutrede von Uli Hoeness
Bayern-Manager Uli Hoeness rastete anlässlich der Jahres-Hauptversammlung 2007 aus. Ich habe damals den verbalen Ausrutscher am Fernsehen erlebt und mich köstlich amüsiert. Da regte er sich mit hochrotem Kopf über die Äusserungen einiger kommerzkritischer Fans und über die schlechte Stimmung im Verein auf. Er kanzelte die Fans so ab: „Eure Scheissstimmung, für die seid doch ihr zuständig und nicht wir. Es kann nicht sein, dass wir uns jahrelang den Arsch aufreissen und dann so kritisiert werden. Das ist doch unglaublich. Was glaubt ihr eigentlich, was wir das ganze Jahr über machen, damit wir euch für 7 Euro in die Südkurve gehen lassen können. Was glaubt ihr eigentlich, wer euch das alles finanziert, es sind die Leute in den Logen, denen wir das Geld aus der Tasche ziehen, ohne die hätte man keine Allianz-Arena…“ Der Wütende bedachte wohl nicht, dass Kleinvieh auch Mist macht und im Jahr eine ganze Menge Euro von den Fans in der Südkurve zusammenkommen.
 
Kurz darauf reagierte der Vorstand des FC Bayern mit einem Offenen Brief an seine Fans. „Vielleicht ist das eine oder andere Wort mit etwas zu viel Emotionen rüber gekommen“, hiess es in dem 2-seitigen Schreiben. Der liebe Herr Hoeness entschuldigte sich für seine verbalen Ausrutscher.
 
Es ist immer wieder ein amüsantes Bauerntheater um den FC Hollywood, wie der FC Bayern München genannt wird.
 
Die Wutrede von Uli Hoeness können Sie übrigens unter www.stern.de per Video verfolgen.
 
Rechenschwäche bei Fussballern
Da regen sich manche Journalisten über die Rechenschwäche von Fussballern, Trainern und Reportern auf. Aber sie müssten eigentlich bedenken, dass man bei einem erfolgreichen Fussballspiel ja nicht rechnen muss, sondern seine Fussballkünste vor die mathematischen Gehirnakrobatik stellen muss.
 
Die folgenden Beispiele von Rechenschwäche sollte man nicht so ernst nehmen (Quelle: Magazin „11 Freunde“ und www.spiegel.de):
 
„Wir haben 99 Prozent des Spiels beherrscht. Die übrigen 3 Prozent waren schuld, dass wir verloren haben.“ Dies sagte Ruud Gullit, ehemaliger niederländischer Nationalspieler.
 
Der ehemalige Bundesliga-Profi von Schalke 04, Thorsten Legat, meinte sogar, dass „unsere Chancen 70:50 stehen“.
 
„3mal 3 ist 6. Eigentlich wollte ich als Rückennummer die 6 haben, aber die war schon besetzt.“ Dieser Ausspruch stammte von Maik Franz, Profi des Bundesligisten Karlsruher SC mit der Trikotnummer 33.
 
Auch Kevin Keagan, früherer englischer Nationalspieler, hatte so seine Probleme mit Zahlen. Er äusserte Folgendes: „Die Deutschen haben nur einen Spieler unter 22, und der ist 23.“
 
Und zum Schluss möchte ich Ihnen einige Leckerbissen der Sport-Kuriositäten präsentieren.
 
Anpfiff ohne Ball
In meiner Fussball-verrückten Zeit erlebte ich schon manche konfuse Schiedsrichter. So wurde bei einem Spiel in Möttingen (Bayern) der Schiedsrichter durch ständige Zurufe von Besserwissern derart genervt, dass er anstelle einer Ecke an der Torauslinie einen Einwurf gab. Aber das war noch ein Blackout der geringeren Art. Der brasilianische Schiedsrichter Ferreira hatte zwar alle Spieler ordnungsgemäss zum Anstoss gebeten, aber das wichtigste Utensil fehlte. Nach dem Anstoss-Pfiff wunderte sich der Referee, dass sich kein Spieler bewegte. Nun sie konnten nicht, da der Spielball nicht vorhanden war. „Ich war abgelenkt. Ich habe angepfiffen, ohne auf den Mittelkreis zu schauen“, erklärte der zerknirschte Schiedsrichter, der natürlich Hohn und Spott erntete. Aus dem Publikum wurde er als „Esel“ beschimpft (sid - „Badische Zeitung“ vom 02.02.2007).
 
Verletzter Rugby-Spieler
Mit Schmerzen in der Stirn wurde ein australischer Rugby-Spieler ins Krankenhaus eingeliefert. Dort staunte sowohl der Arzt als auch der Verletzte, denn aus der Wunde wurde ein Zahn des Gegners herausgeholt. Bei der ersten Vernähung vor 3 Monaten hatte der Arzt den Zahn übersehen, der tief in der Stirn sass. Der Spieler war damals mit einem Spieler brutal zusammengestossen (dpa, „Badische Zeitung“ vom 18.07.2007).
 
Hausfrau bewarf Torwart mit Kartoffeln
David Cobeno ist Torhüter des FC Sevilla. In einem Pokalspiel gegen Rayo Vallecano bekam er ausser Bällen auch Kartoffeln zu halten. Wie das Sportblatt „Marca“ berichtete, warfen eine Hausfrau und mehrere Jungen von einem Balkon einer Wohnung aus bis in den gegnerischen Torraum hinein mit Orangen und Kartoffeln. Das Stadion von Rayo Vallecano hat hinter dem Torraum keine Tribüne, sondern nur eine Trennmauer. Und hinter dieser Mauer stehen Wohnblöcke, deren Bewohner die Spiele mit Interesse und ohne einen Obolus zu entrichten, verfolgen können. Es ist nicht bekannt, ob die immer werfen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Wurfgeschosse bei unliebsamen Entscheidungen des Schiedsrichters zu Ungunsten der heimischen Mannschaft oder um den Gegner zu nerven, fliegen.
 
Wie der Torwart äusserte, hat er so etwas noch nie erlebt. „Die Frau hat anscheinend ihre gesamte Vorratskammer geleert“, sagte der Keeper. Der Torwart machte den Schiedsrichter auf die Wurfgeschosse aufmerksam. Der zuckte nur die Schulter und meinte, es gebe keine Regel für Wurfgeschosse, die ausserhalb des Stadions kommen. Das Spiel endete übrigens zwischen dem Drittligisten und dem Tabellenführer der Primera Division 0:0 (www.welt.de ; 11.01.2007).
 
Seltsame Verletzungen
Verletzungen kommen besonders häufig auf dem Spielfeld vor. Aber auch im häuslichen Bereich verletzten sich so manche Spieler, wie die Online-Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ am 16.10.2007 schrieb (www.sueddeutsche.de):
 
Der irische Nationalspieler Robbi Keane verletzte sich zu Beginn seiner Karriere ganz ungewöhnlich. Er zog sich einen mehrfachen Bänderriss zu, als er auf der Couch herumlümmelte und mit einem Fuss nach der Fernbedienung angelte. Aber auch im Bett kann man sich verletzen. So zog sich der Mexikaner Rafael Marquez beim Herumdrehen auf seiner Schlafstatt eine Muskelverletzung zu. Es ist nicht bekannt, ob er alleine im Bett schlummerte.
 
Verletzungen der ungewöhnlichen Art gab es schon früher. So fiel dem Fussballspieler Georg Damjanoff 1976 ein Teekessel auf den Fuss, während sich Kanadas Torwart Lars Hirschfeld im August 2007 mit einem Käsehobel eine Daumenkuppe absäbelte.
 
Der frühere Nationalspieler Stefan Kuntz stolperte beim Aussteigen aus dem Mannschaftsbus und zog sich Bänderrisse zu.
 
Der Hamburger Stürmer Paolo Guerrero verletzte sich Anfang Oktober 2007, als er durch den Münchner Flughafen hetzte, um seine Maschine nach Peru zu erreichen. Er erlitt einen Muskelfaserriss. Man kann es kaum glauben, dass ein durchtrainierter Sportler schon bei so einem Spurt sich verletzt. Da ist ja mancher Gelegenheitssportler belastbarer.
 
Thomas Hummel von der „SDZ“  hatte eine mögliche Erklärung: „Ein Stürmer muss auf dem Spielfeld ja höchst selten mehr als 20 Meter weit schnell laufen, während der Münchner Flughafen unvorstellbar riesig ist.“ Dann bemerkte der Journalist noch, er hätte sich auch auf den elektronischen Laufbändern oder auf Treppen verletzen können. Gefahren lauern also überall. Fussballer scheinen dabei besonders anfällig zu sein.
 
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