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BLOG vom 23.07.2008


London: Die Promenade-Konzerte haben nun begonnen
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Anfang der 1960er-Jahre genoss ich viele PROMS-Konzerte in der Royal Albert Hall. Damals hatte ich etliche Freunde, die im nahen Royal College of Music studierten und mir Freikarten schenkten. Ich erinnere mich an L’oiseau de feu (Der Feuervogel) von Igor Strawinsky, dirigiert von Pierre Boulez – ebenfalls ein bedeutender Komponist.
 
Allein schon die Royal Albert Hall, ein gigantisches „Amphitheater“, von der Königin Viktoria 1871 eingeweiht, lohnt den Besuch – wiederum schmuck und frisch aufgeputzt.
 
Ich blättere im Programm und wähle mir meine eigenen Wunschkonzerte. Schade, dass Elgars Violinkonzert, von Nigel Kennedy gespielt, bereits am vergangenen Samstag stattgefunden hat und ich es verpasst habe.
 
Heute Abend (22.07.2008) warten die Renaissance Glories auf, spätabends zwischen 22.00 und 23.30 Uhr. Ich werde es mir allenfalls übers BBC-Radio 3 anhören, wenigstens die Messe Malheur me bat (Unglück schlägt mich) des flämischen Komponisten Josquin des Prez (1450?–1521). Die Spuren seines Lebens sind verwischt, so gut wie meine Erinnerung an seine Musik. Wie es damals Brauch war, hatte er sich viele Jahre im Herzen der Renaissance – also in Italien, aufgehalten, als Sänger und Komponist.
 
Das berühmte und älteste britische Symphonieorchester Hallé spielt am 29. Juli Vaugham Williams Symphonie Nr. 8, Max Bruchs Violinkonzert Nr. 1 und Till Eulenspiegels lustige Streiche von Richard Strauss.
 
Aus dieser Darbietung merke ich mir Max Bruchs Violinkonzert vor. Mit seinem Allegro moderato kam ich auf meiner Geige nie zurecht. Um mich auf sein „Adagio“ vorzubereiten, musste ich mich mit den leidigen (weil kniffligen) Kreutzer-Etüden herumschlagen. Selbst dann kriegte ich es mehr miserabel als schlecht – und dann nur streckenweise – in den Griff (viel zu viele Übergriffe auf der E-Saite!). Mein damaliger Geigenlehrer an der Musikschule Basel hatte die Partitur eigens für mich angepasst, d. h. vereinfacht, was mir kaum weitergeholfen hat. Immerhin schürt es Erinnerungen auf und wird mich wie eh und je rühren.
 
Keinesfalls darf ich mir das West-Eastern Divan Orchester, von Daniel Barenboim gegründet, entgehen lassen. Araber und Israeliten spielen gemeinsam am 14. August  – dem Frieden zuliebe  – Brahms und Schönberg. Mehr über diese vorbildliche Initiative finden Sie im Blog vom 18.08.2005 („Londoner Post: Zwiebel-Männer, Schriftsteller, Musiker“).
 
Zwischen 2003 und 2004 wurde die Prachtsorgel in der Royal Albert Hall renoviert. Ich werde mich zum 1. Mal an ihren Klängen am 24. August 2008 erfreuen, genauer an Bachs Orgelmusik, zumal ich Saint-Saëns Orgel- Symphonie vom 21. Juli 2008 verpasst habe.
*
Ich lasse hier von meinen persönlichen musikalischen Vorlieben ab. Jedermann findet im reichhaltigen PROMS-Programm seine eigenen bevorzugten musikalischen Leckerbissen – siehe u. a. unter www.bbc.co.uk/proms
Es gibt nur eine Globalisierung, die mich erfreut: die der Musik.
 
Hinweis auf weitere Blogs über Musik in London von Emil Baschnonga
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