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BLOG vom 01.10.2008


Freundlichkeit gedeiht auf respektvollen Verhaltensregeln
Autorin: Rita Lorenzetti, Zürich-Altstetten
 
Montagmorgen. Schon vor 8 Uhr beleben die Kinder den Schulhausplatz von nebenan und erinnern mich an ein schönes Erlebnis von gestern. Sie lachen und kreischen. Es tönt fröhlich, aktiv und lebenslustig.
 
Primo und ich gingen erstmals in Zürich-Altstetten abstimmen. Das Abstimmungslokal befindet sich zu unserer Überraschung gleich nebenan im Schulhaus Loogarten. Wir wurden herzlich willkommen geheissen. Ich habe schon mehrmals erwähnt, wie freundlich man sich in diesem Quartier begegnet. Man grüsst sich auf der Strasse, wie das in den Landgemeinden üblich ist. Je näher wir dem Stadtkern kommen, desto nüchterner gehen die Menschen aneinander vorbei. Verständlich. Zu viele sind unterwegs.
 
Als ich am Tisch der Stimmabgabe erwähnte, wie uns die Altstetter-Freundlichkeit auffalle, huschte ein Leuchten über die 3 Personen, die unsere Papiere in Empfang nahmen. Selbstbewusst und gar nicht erstaunt über unsere Beobachtung, sagte eine der Frauen sofort: „Das ist eine alte Tradition!“
 
Ja, eine echte und lebendige. Eine, die entspannt und auch Humor zulässt.
 
Beim Verlassen des Schulhauses wurde ich zufällig noch auf die Verhaltensregeln in der Schule Loogarten aufmerksam. Am Informationsbrett steht geschrieben: 
Wir grüssen alle freundlich.
Wir begegnen allen mit Respekt.
Wir reden und benehmen uns anständig.
Wir folgen den Anweisungen der Erwachsenen.
Wir schlagen und spucken nicht.
Wir tragen Sorge zum Material und halten Ordnung.
Das sind Werte der angesprochenen Tradition.
 
Von ihnen zu reden, war lange kein Thema mehr. Ich freue mich über diese klare Vorgabe, die gewiss auch in andern Schulkreisen wieder salonfähig wird oder schon geworden ist.
 
Ich selbst habe beim Einzug in eine neue Wohnung erlebt, wie klare Regeln eigene Sicherheit hervorbringen. In meinem ganzen Leben musste ich nie eine Waschküche mit anderen teilen. Davor war mir ein bisschen bange. Dank der vorgegebenen Ordnung fand ich mich rasch zurecht.
 
Gut schweizerisch empfinde ich jene Ecke, an deren Wand ein Besen, eine kleine Schaufel und der dazugehörige Wischer aufgehängt sind. Um jeden dieser Gegenstände wurde seine Kontur mit Filzstift an die Wand gemalt, damit ihnen ein immer gleicher Platz sicher ist. Jedesmal denke ich dazu: So klare Vorgaben, locker erfüllt, würden an vielen Orten viele Probleme verhindern.
 
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