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BLOG vom 11.06.2009


Fussball-Sprüche: Obama und Mutter Teresa des Fussballs
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
„Zwei Siege, und der Drops ist gelutscht“
(Felix Magath vom VfL-Wolfsburg 2 Spieltage vor Ende der Saison. Wolfsburg wurde dann tatsächlich Meister).
*
„Ich habe zum ersten Mal gemerkt, dass man sich auch über einen 2. Platz freuen kann.“
(Jupp Heynckes, ehemaliger Interims-Trainer vom FC Bayern München.
Die ersten beiden der Tabelle dürfen in der kommenden Saison in der lukrativen Champions-League spielen)
*
Nach Ablauf der Saison 2008/2009 im Europäischen Fussball ist es wieder einmal Zeit, die markantesten und amüsantesten Zitate von Trainern und Spielern Revue passieren zu lassen. Oft sind die aus der Spontaneität herausgeschleuderten Worte so urkomisch, dass man nur so staunen und schmunzeln kann. Einige Sprüche werde ich hier vorstellen und, wenn nötig, entsprechend kommentieren.
 
Als der FC Bayern den Trainer Jürgen Klinsmann als Retter eingestellt und nach 8 Monaten wegen Erfolglosigkeit gefeuert hatte, rechtfertigte sich der Genannte in der RTL-Sendung „Stern-TV“. Der Manager des FC Bayern München, Uli Hoeness, machte nach der Sendung diese Bemerkung: „Am meisten hat mich gestört, dass der Herr Jauch das sagte, Jürgen Klinsmann sei der Obama des deutschen Fussballs. Wenn er Obama ist, dann bin ich Mutter Teresa.“
 
Der Kapitän von Bayer Leverkusen, Simon Rolfes, sagte nach der 2:3-Auftaktniederlage gegen Dortmund Folgendes: „Wenn man das 1. Spiel verliert, ist das immer ein Fehlstart.“
 
Nun, das war mir gar nicht so bewusst. Beim erfolgsverwöhnten FC Bayern München wäre auch ein Unentschieden am Anfang der Spielsaison ein Fehlstart gewesen.
 
Wie wir alle wissen, gibt es Tage, da einfach alles schief geht. So war es auch nach der 2:5-Heimpleite des FC Bayern München gegen Werder Bremen. Präsident Franz Beckenbauer hatte dazu diese Erklärung: „Das war heute so ein Tag, an dem man sich beim Nasebohren den Finger bricht.“
 
Flickflack-Jubel dank Gymnastik
Ab und zu zeigen „exotische“ Fussballer einen Flickflack-Jubel nach einem geschossenen Tor. Einen solchen hatte Wilfried Sanou vom FC Köln auf Lager, als er das Siegtor zum 2:1 gegen Hannover 96 schoss. Er begründete seine Gelenkigkeit mit folgenden Worten: „Ich habe 15 Jahre Gymnastik in Burkina Faso gemacht.“
 
Ich kenne gebürtige Deutsche, die schon länger Gymnastik machen, aber keinen Flickflack zustande bringen.
 
Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick sprach über die Verbalattacken aus München vor dem Spiel am 16. Spieltag gegen den FC Bayern so: „Wenn Sie flotte Sprüche hören wollen, müssen sie nach München fahren. Wenn Sie flotten Fussball sehen wollen, dann sind Sie bei uns richtig.“
 
Nach dem Europacup-Triumph des FC Barcelona über Manchester United – es wurde 2:0 gewonnnen – sagte der brillante argentinische Spieler Lionel Messi über seinen Trainer Josep Guardiola: „Wir sind Sklaven seines Glaubens.“
 
Und der 30-jährige Trainer schlug nach dem Sieg die Hände vor das Gesicht, um Ruhe zu finden. „Das wars mit meiner Karriere“, seufzte er, „alles schon gewonnen.“
 
Nun er wird die Mannschaft weiter trainieren. Vielleicht gewinnt er doch noch was.
 
„Von Giganten niedergemetzelt“
Die internationale Presse hielt sich nach dem siegreichen Finale des FC Barcelona nicht zurück. So berichtete die spanische Zeitung „Sport“: „Barcelona ist ein glänzender Europacupsieger und das beste Team der Welt. Xavi, Iniesta und Messi liessen Manchester den Ball nicht einmal sehen.“
 
Die Zeitungen in Grossbritannien urteilten sehr vernichtend über den Verlierer. „The Sun“ schrieb: „United wurde vom spanischen Giganten niedergemetzelt (…). Barca liess United wie leblose Statuen an der Strasse zum Olympia-Stadion aussehen. Heil dir, Xavi! Heil dir, kleiner Cäsar! Heil dir, Barcelona!“ (Das Finale wurde übrigens im Olympiastadion in Rom ausgetragen.)
 
Und „The Guardian“ urteilte so: „United bricht ohne einen Kampf zusammen. Messi geht aus dem Zusammentreffen der Gladiatoren als Champion hervor. Messi (1,69 m gross), der in seiner Jugend noch Wachstumshormone benötigt hatte, gab United den Gnadenstoss.“
 
Und noch ein markiges Zitat vom „Daily Mirror“: „United wird von Barca deklassiert. Manchester hat verloren, und das auch verdient. United wurde nicht geschlagen, sondern verhauen. Zu Brei geprügelt, besinnungslos geschlagen, so verdroschen, dass der Schmerz und die Qual nie vergessen wird. Es tat beim blossen Zuschauen weh.“
 
Da nehmen wir nicht einmal den Telefonhörer ab
Es ist unglaublich, wie manch ein geldverwöhnter Manager ein überhebliches Auftreten an den Tag legt. So schwafelte Uli Hoeness, als er zur Ablösesumme für Franck Ribéry gefragt wurde: „Wenn ich immer lese, 30, 40, 50 Millionen. Da nehmen wir nicht mal den Telefonhörer ab.“
 
Persönlich wäre ich schon froh, wenn ich für eine Arbeit 100 Euro angeboten bekäme ... Aber so ist die Welt. Die Gier kennt keine Grenzen. Anscheinend soll jetzt der Franzose bei Real Madrid im Gespräch sein. Die Ablösesumme dürfte so zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegen.
 
Der erwähnte Uli Hoeness äusserte sich auch zur Forderung nach unangemessenen neuen Transfer-Ausgaben: „Wenn Gomez kommen sollte und Franck Ribéry bleibt, müsste man noch einen Geldscheisser entwickeln.“ Inzwischen verpflichtete der FC Bayern München Mario Gomez vom VfB Stuttgart für 30 Millionen Euro. Durch den Verkauf des Franzosen bleibt wohl noch ein nettes Sümmchen übrig.
 
Auch im Schweizer Fussball gab es intelligente Äusserungen von Spielern und Trainern. Der Trainer Christian Gross, der nach 10 Jahren den FC Basel verlassen musste, sagte gegenüber der „Badischen Zeitung“ am 29.05.2009: „Ich bin kein Freund von grossen Abschieden. Ich bin einer, der gern ganz knapp zum Bahnhof geht, in den Zug einsteigt und losfährt.“ Und: „Ich habe immer für den FCB gebrannt. Wer immer mein Nachfolger wird, er wird einen wunderbaren Klub antreffen.“
 
Sprüche von anno dazumal
Unter www.kraehseite.de/fussball.html sind herrliche Fussballer-Sprüche von anno dazumal nachzulesen. Hier einige Kostproben:
 
„Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt.“
(Richard Golz)
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„Ich habe gleich gemerkt, das ist ein Druckschmerz, wenn man drauf drückt.“
(Lothar Matthäus)
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„Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt.“
(Fritz Walter jun.)
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„Das Tor gehört zu 70 % mir und zu 40 % dem Wilmots.“
(Ingo Anderbrügge)
 
Anhang: Geld siegt über Moral
Nach Beendigung der Saison 2008/2009 der Fussball Bundesliga drehte sich das Trainerkarussel sehr schwungvoll. Zum ersten Mal in der Geschichte der Liga suchten so viele Trainer das Weite (14 Trainer arbeiten nicht mehr in der kommenden Saison beim ehemaligen Verein). Im wahrsten Sinne des Wortes ist dies ein inflationärer Trainerwechsel. Dies zeigt uns deutlich auf, dass Verträge keine Rolle mehr spielen.
 
Es war nicht immer Erfolglosigkeit der Grund, sondern auch das viele Geld, mit dem andere Clubs lockten. „Geld siegt über Moral“, titelte die „Badische Zeitung“ am 03.06.2009. So bekommt Christoph Daum von Fenerbace Istanbul 3,5 Millionen Euro netto im Jahr. Vom FC Köln erhielt er nur ein bescheidenes Salär von 2,5 Millionen Euro brutto im Jahr.
 
Christoph Härringer (www.spottschau.com) karikierte in der „Badischen Zeitung“ am 06.06.2009 das „merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Bundesligatrainer zur Nachsaisonzeit“ sehr treffend. Da schreiten die Wechseltrainer mit ihren Gspusis (dargestellt mit einer Schönen der jeweiligen neuen Mannschaft, überall sind Liebesherzen zu sehen) durch die Gegend. Die „verliebten“ Trainer werden von einem älteren Ehepaar auf einer Bank beobachtet. Sagt die Frau: „Schlimm, dieser Sittenverfall heutzutage. Frisch geschieden und sofort eine Neue.“ Die Frau sagte dann noch zu ihrem Thomas, dass uns das zum Glück nicht passieren könne. Aber Thomas sagte nur „Jaa, Jaa“, und dabei schaute er einer reizenden Dame ganz verliebt und lüstern nach. Sein Kopf war rot angelaufen, und die „Herzchen“ funkelten über seinem Kopf. Die Moral von der Geschichte: Das Alter schützt vor Verliebtheit und Flirten nicht.
 
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